Pubertät oder wie gewöhne ich meinem Hund das "Fremdgehen" ab?
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![]() Mitglied seit 26.01.2008 |
Unser Hund ist jetzt seit drei Monaten bei uns und wir haben schon einiges gemeinsam durchgemacht, vom Erziehungskurs zum Kranksein bis hin zum Urlaubmachen, und wir schlagen uns gut, würd ich sagen... Allerdings: Der Kerl ist jetzt 7 Monate alt und möchte so langsam ein bisschen "selbständiger" werden. Bisher läuft es bei uns so: Dreimal am Tag geht's für ein Weilchen raus in die Natur zum Schnuppern, Toben, Üben. Er geht dabei z.T. an der Leine, aber z.T. lassen wir ihn frei laufen, erstens, damit er mal wirklich "rauslaufen" kann, was in ihm steckt, zweitens, weil manche Übungen mit Leine nicht klappen (Apportieren, "Hier", Ablegen auf Distanz usw). Wir begegnen ab und zu den Hunden der Gegend (natürlich mit Besitzer), und wir kennen einander schon. Die Hunde kommen gut miteinander klar, manchmal wird ein bisschen gespielt, dann geht wieder jeder seiner Wege. Allerdings ist mir aufgefallen, dass unser Hund bei aller Menschen- und Hundefreundlichkeit manchmal ganz "vergisst", wo er hin gehört. Wenn wir z.B. mit mehreren Freunden zusammen spazieren oder wandern, dann integriert er alle in die Herde und kümmert sich nicht mehr groß darum, wo Herrchen und Frauchen sind. Ist ja soweit okay, aber ich hab manchmal den Eindruck, der Herr würd uns für ein nettes Wort gleich eintauschen. Heute bin ich mit ihm auf dem Weg einer Frau mit ihrem Hund begegnet, mit der wir manchmal ein Stück des Weges zusammen gehen. Heute aber haben wir uns nur gekreuzt und sind dann in verschiedenen Richtungen weiter gegangen. Das heißt: ICH bin in eine andere Richtung weitergegangen. Mein Hund ist mit der Frau und ihrem Hund mit. Ich rufe. Nix. Was soll ich machen? Nachlaufen ist noch schlechter, also drehe ich mich "demonstrativ" um und gehe weiter in die andere Richtung. Nix. Ist ihm offenbar egal. Innerlich hab ich natürlich schon "gekocht", aber ich hab versucht, ruhig zu bleiben. Irgendwann kam er dann angelaufen, übers ganze Gesicht "strahlend". Ich hab ihn nicht geschimpft, aber nach ein paar Schritten hab ich ihn dann an die Leine genommen. Wir haben dann noch ein paar Übungen gemacht (Fußgehen), hat auch gut geklappt. Aber ich frage mich: Sind das erste Vorboten der Pubertät? Oder fehlt es ihm noch an Bindung? Und wie soll ich zukünftig damit umgehen, wenn er nicht hört, wenn ich rufe? (Nochmal: Wir üben das ständig mit ihm, aber allein ist doch etwas anderes, als wenn es eine Ablenkung für ihn gibt). Ihn immer nur an der Leine zu halten, scheint mir nicht die beste Lösung. Bin für Tipps dankbar! viele Grüße frumina |
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![]() Mitglied seit 21.02.2006 |
Frumina,
da war der andere Hund attraktiever als du Du verlangst zuviel, er ist erst 7 Monate, er hat noch viel Zeit zum Lernen LG Youtas _____________________ "Man muss die Tatsachen kennen, bevor man sie verdrehen kann." (Zitat von Mark Twain) |
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![]() Mitglied seit 16.01.2008 |
Vorboten der Pupertät - ganz sicher, denke ich.
Außerdem ist er jung und die Welt soooooooooooo spannend. Hast du es mal andersrum gemacht? Also wenn er sich entfernt, einfach in die andere Richtung gehen? Auf einmal ganz allein kommen die Hunde oft schnell zurück. Wir machen das ganz bewust und schon in gesteigerter Form. Also wenn sich der Hund nicht um dich kümmert, dann sofort weggehen oder sogar wegrennen. So haben wir unserem beigebracht, daß sie sich immer an uns orientieren muß, sonst ist das Rudel plötzlich weg. Gruß pingi |
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![]() Mitglied seit 13.11.2003 |
Moin!
Dieses "Phänomen" Sicherlich kommt die Pubertät erschwerend hinzu, wo sowieso alles in Frage gestellt wird aber gerade dann ist (positive) Konsequenz angesagt! Gegebenenfalls lass ihn derzeit in den Gebieten an der Schleppleine, wo Begegnungen mit Artgenossen möglich sind. Kommt er zu dir, belohne ihn, sitzt er neben dir, belohne ihn, läuft er entspannt an der Leine, belohne ihn. Ableinen würde ich ihn derzeit in sicheren Gebieten, belohne ihn bei einem gelungenem Rückruf. Gegebenenfalls lass dir das Rückruftraining in einem Veierin oder einer HuSchu zeigen oder auch die Handfütterung. Es gibt viele Möglichkeiten, nur man muss (gerade jetzt) sehr konsequent bleiben. Viel Erfolg beim Üben wünschen wiesel und sein Hunderudel |
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![]() Mitglied seit 28.10.2003 |
Hallo,
ich finde du verlangst insgesamt zuviel von einem sieben monatigen Hund. Liebe Grüße Yujinko |
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![]() Mitglied seit 09.12.2005 |
Hallo,
er kam doch zurück, also weiß er doch, wo er hingehört. Dass andere Hunde in dem Alter superinteressant sind, finde ich normal und das hat nicht unbedingt mit fehlender Bindung zu tun. Meinen hatte ich in dem Alter am Geschirr mit Schleppleine, da können sie auch spielen und ich habe trotzdem Möglichkeiten, auf den Hund einzuwirken. Freilauf gabs ein paar Wochen nur dort, wo keiner weglaufen konnte und nur dann, wenn ich keinen Stress und viel Zeit hatte, auf den jungen Mann zu warten und den Moment für den Rückruf abzupassen. LG R. |
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![]() Mitglied seit 26.01.2008 |
Hallo an alle,
danke für eure Rückmeldungen. @alle: nur, um Missverständnissen vorzubeugen: Unser Hund ist noch nie "ausgebüchst" oder weit von uns fortgelaufen, er bleibt auch ohne Leine immer in der Nähe und ist bisher aufs Rufen nicht in jedem Fall, aber doch fast immer sofort gekommen. Länger als eine halbe Minute haben wir noch nie auf ihn gewartet - und in letzter Zeit hatte es sich ja schon verbessert. Aber ich hab einfach den Eindruck, dass er so langsam ein bisschen "eigenständiger" sein will, und das macht mir eben Gedanken. @pingi: Das mit dem Weglaufen und Verstecken haben wir schon probiert. Wenn nur wir Menschen da sind, klappt das tadellos... @youtas und yujinko: Wir waren mit ihm im Welpenerziehungskurs, andere Hunde, die dabei waren, waren sogar jünger als er. Die Tipps und Übungen, die wir dort erhalten haben, setzen wir fort, da uns die Methoden der Schule überzeugt haben: konsequente Erziehung ohne Gewalt, aber mit klaren Spielregeln. Insofern glaube ich nicht, dass wir den Hund überfordern. Er hat auch viel Zeit zum "Hundsein" und Geknuddeltwerden. @Wiesel: Danke für deine Tipps - mir scheint, als hörte ich unsere Hundetrainerin reden Ja, wir arbeiten noch immer dran, dass er die Befehle "hält" und nicht selbständig aufhebt. Wir behelfen uns mit dem Befehl "bleib", dann weiß er, er muss warten, bis wir das Okay geben. Das klappt jetzt schon recht gut. Mit anderen mitgehen lassen wir ihn sicher nicht (außer, wir alle sind in einer Gruppe von Leuten, dann ergibt sich das von selbst), und auch das mit dem Belohnen erwünschten Verhaltens machen wir so, wie du schreibst. Es ist wirklich beruhigend, wenn man von kompetenter Seite noch einmal bestätigt bekommt, dass das ein guter Weg ist. Im Freundes- und Bekanntenkreis gilt unser Hund schon als recht gut erzogen, aber wir haben ein bisschen Angst vor der "Rüpelphase". Dazu ist zu sagen, dass unser Hund mit seinen sieben Monaten größer ist als mancher ausgewachsener Labrador und insofern schon optisch auf viele Leute "Eindruck" macht. Gerade darum ist es uns wichtig, dass er gewisse Regeln einhält. Kleine unerzogene Hunde sind schlimm, aber große unerzogene Hunde sind für viele Leute ein Alptraum - auch für mich... viele Grüße frumina |
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![]() Mitglied seit 02.04.2006 |
Oh, frumina, der ist ja entzückend!!!
Wir haben einen Jagdhundmischling, jetzt neun Monate alt, und den Kopf so voll wie möglich mit Flausen. Sie rennt für ihr Leben gern; wenn andere Hunde in unsere Nähe kommen, leinen wir sie an (auch, wenn sonst irgendwas in die Nähe kommt). Sie LIEBT andere Hunde. Dann muss sie Sitz machen und darf auf Kommando spielen gehen, wenn der entsprechende Besitzer das Okay gibt. Abrufbar ist sie, wenn a) der andere Hund langweilig oder b) sie müde ist. Ansonsten warte ich auf Blickkontakt und rufe sie ab. Normalerweise kommt sie dann, vor allem sicherlich deshalb, weil es als Belohnung Leberwurst aus der Tube oder Leber pur oder so etwas Unwiderstehliches gibt. Ich leine sie nicht zwingend an, wenn ich sie abgerufen habe. Da habe ich Sorge, dass diese Verknüpfung mir nicht zum Vorteil gereichen würde Natürlich verar.... sie mich auch manchmal. Mir graut vor dem ersten Hasenkontakt Gruß Cara |
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![]() Mitglied seit 16.04.2011 |
Meine Amy hab ich zwar seitdem sie 8 Wochen alt war, und sie hatte auch sehr schnell eine enge Bindung an mich-sprich, immer wenn sie von der Leine war, hat sie geguckt, wo ich bin. Aber irgendwann, ungefähr auch so mit 7-8 Monaten, ließ das auch nach und da hat es mit dem Abrufen plötzlich nicht mehr so gut geklappt , die anderen Hunde waren einfach interessanter als ich
Ich hab sie einfach immer gerufen und bin nen Stück weiter gegangen. Immer wenn sie dann zu mir gekommen ist, hab ich sie überschwänglich gelobt und ihr ein tolles Leckerchen gegeben und das habe ich wirklich immer wieder geübt. Wenn sie wirklich gar nicht gekommen ist(mehr als 3 mal ruf ich nicht), dann bin ich hin und hab sie angeleint und bin konsequent in die andere Richtung gelaufen.. Heute kann ich sie sogar aus dem Spiel mit anderen Hunden abrufen, aber sie ist ja auch schon jetzt 2 Jahre und einfach ,,vernünftiger" Das Verhalten von deinem Hund ist was ganz normales, es wird vielleicht eine Weile dauern, aber wenn du immer wieder mit ihm übst, wird es besser werden. Vielleicht nimmst du auch mal n Spielzeug mit auf deine Spazierrunden und machst dich für deinen Hund interessant.So hab ich auch immer 2 Quitspielzeuge, das eine gibts nur auf dem Hundeplatz, wenn sie was gut macht und das andere gibts nur draußen bei Spaziergängen, da freut sie sich dann immer um so mehr, wenn sie es mal haben darf |
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![]() Mitglied seit 26.01.2008 |
Hallo, an alle,
danke für die weiteren Tipps, ihr macht mir echt Mut! Ich hab's jetzt mal insofern ein bisschen "umgestellt", als ich ihn nur noch von der Leine lasse, wenn der Weg recht übersichtlich ist. Außerdem rufe ich ihn schon zu mir, wenn er auch nur ganz wenig vom Weg abkommt (bei uns gibt es jede Menge Apfelwiesen, die verleiten schon zum Stöbern). Bisher kommt er ganz brav und schnell zurück, das klappt also. Und ich nehme ihn insgesamt mehr an die Leine, einfach auch immer mal "zwischendurch". Das mit dem Spielen mach ich auch, allerdings hab ich derzeit kein spezielles neues Spielzeug, weswegen ich eher das "Hier"-Kommando vom Rufspiel verwende (er liebt das Rufspiel heiß und innig, denn er weiß, dass es nur dann eine bestimmte Sorte von Leckerli gibt - dann kommt er auch recht flott angesaust). Ich sehe es so wie Cara - wenn es sein muss, "besteche" ich ihn eben... Wobei ich finde, dass das ganz gut klappt. Er kriegt auf diese Weise seine Tagesration zu ca. 80% aus der Hand, und die restlichen 20% landen dreimal täglich in der Schüssel (das heißt: die Mahlzeiten, die er "regulär" bekommt, sind sehr sehr klein). Ich finde, das ist auch deswegen nicht schlecht, weil unser Hund so nie einen wirklich vollen Magen hat, was bei großen Hunden - Stichwort Magendrehung - ohnehin besser ist. Ich bleibe also weiter dran und hoffe, dass es im Verlauf der Pubertät nicht "schlimmer" wird - wenn er so bleibt wie derzeit, kann ich mich nicht beklagen... viele Grüße frumina |
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![]() Mitglied seit 13.11.2003 |
Moin!
Ich möchte dieses Satz doch nocheinmal aufgreifen. Diese Aussage höre ich (leider) sehr häufig von Hundebesitzern...wenn es bei euch nun mit dem Rückruf funktioniert, prima. Aber im Allgemeinen besteht das Mißverständnis schon darin, dass man einen Hund 2/3 oder mehrmals rufen könnte und -wenn er dann nicht hört- einsprechende Maßnahmen einleitet. Das, was der Hund dadurch i.d.R. lernt ist, dass z.B. auf ein "hier" nicht gehört werden muss, da es keine Bedeutung/Konsequenz hat. Auch nicht das "hier...hier" Warum macht "man" es sich daher nicht einfach und übt z.B. das "hier" zunächst auf sichere, nahe Distanz und vergrößert nach und nach den Abstand, ist aber jedes mal entsprechend konsequent. Mehrfaches Rufen und dann u.U. noch das Entgegenkommen des Hundehalters zum Hund hat keinerlei Auswirkungen auf das Hörzeichen "hier" .... im Gegenteil: HH ruf, Hund kommt nicht, HH kommt und leint den Hund an = "hier" ist kein Rückrufsignal sondern schon eher eine Ankündigung: HH kommt gleich und du kommst an die Leine Bezüglich der Handfütterung muss ich dir frumina aber komplett zustimmen! Der Hund soll sich sein Fressen & evtl. noch ein paar Leckerlies den Tag über verdienen. Das stärkt die Bindung und festigt die Hörzeichen. LG vom wiesel und seinem Hunderudel |
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