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Eine traurige Geschichte

Vom 18.05.2006 21:50 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

JIrousch Hendlgriller


Mitglied seit 14.09.2004
2.659 Beiträge (ø0,95/Tag)
Hallo

Habe ich heute gefunden, und rotz und Wasser geheult, als ich es durchgelesen habe!

PLÄDOYER GEGEN HÄNDLERWARE:

Die Geschichte von LEA

Diese Geschichte stammt von der amerikanischen Toller-Liste mit der Bitte,
sie an möglichst viele Hundefreunde weiterzuleiten.

Ich weiss nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin. Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch
mit uns. Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell, aber sie war oft krank und sehr dünn.
Sie hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern. Die meisten von ihnen waren plötzlich
gestorben. Als sie mich von meiner Mutter wegnahmen, hatte ich furchtbare Angst und war so traurig.
Meine Milchzähne waren kaum durchgestoßen und ich hätte meine Mama doch noch so sehr gebraucht.
Arme Mama, es ging ihr so schlecht. Die Menschen sagten, dass sie jetzt endlich Geld wollten und das das Geschrei meiner Schwester und mir ihnen auf die Nerven ginge. So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht.

Wir kuschelten uns aneinander und fühlten, wie wir beide zitterten, ohnmächtig vor Angst.
Niemand kam, um uns zu trösten. All diese seltsamen Geräusche und erst die Gerüche - wir sind in einem „Petshop\", einem Laden, wo es viele verschiedene Tiere gibt. Einige miauen, andere piepsen, einige pfeifen.
Wir hören auch das Wimmern anderer Welpen. Meine Schwester und ich drücken uns eng zusammen, in dem kleinen Käfig.
Manchmal kommen Menschen uns anschauen, oft ganz kleine Menschen, die sehr fröhlich aussehen,
als wollten sie mit uns spielen. Tag um Tag verbringen wir in unserem kleinen Käfig.
Manchmal packt uns jemand und hebt uns hoch, um uns zu begutachten. Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind grob und tun uns weh. Oft hören wir sagen „oh sind die süß, ich will eines\", aber dann gehen die Leute wieder fort.

Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben. Ich habe meinen Kopf an ihr weiches Fell gelegt
und gespürt, wie das Leben aus dem dünnen Körper gewichen ist. Als sie sie am Morgen aus dem Käfig nahmen,
sagten sie, sie sei krank gewesen und ich solle verbilligt abgegeben werden, damit ich bald wegkomme.
Niemand beachtete mein leises Weinen, als mein kleines Schwesterchen weggeworfen wurde.

Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft! Jetzt wird alles gut! Es sind sehr nette Leute, die sich
tatsächlich für MICH entschieden haben. Sie haben gutes Futter und einen schönen Napf dabei und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den Annen. Ihr Vater und ihre Mutter sagen, ich sei ein ganz süßes und braves Hundchen.
Ich heiße jetzt Lea. Ich darf meine neue Familie sogar abschlabbern, das ist wunderbar. Sie lehren mich freundlich, was ich tun darf und was nicht, passen gut auf mich auf, geben mir herrliches Essen und viel, viel Liebe.
Nichts will ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen und nichts ist schöner,
als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen.

Erster Besuch beim Tierarzt. Es war ein seltsamer Ort, mir schauderte. Ich bekam einige Spritzen.
Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft und sagte, es wäre ok, dann entspannte ich mich.
Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu sagen, sie sahen ganz bestürzt aus.
Ich hörte etwas von schweren Mängeln und von Dysplasie E und von Herz zwei. Er sprach von wilden Züchtern und das meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden seien. Ich habe nichts von alledem begriffen, aber es war furchtbar, meine Familie so traurig zu sehen. Jetzt bin ich sechs Monate alt. Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und stark, aber mir tut jede Bewegung schrecklich weh. Die Schmerzen gehen nie weg. Außerdem kriege ich gleich Atemnot, wenn ich nur ein wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will. Ich möchte so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht.
Vater und Mutter sprechen über mich. Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen.
In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hieß es „genetisch\" und „nichts machen\".
Ich möchte draußen in der warmen Sonne mit meiner Familie spielen, möchte rennen und hüpfen. Es geht nicht.
Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je. Ich konnte nicht mehr aufstehen, um zu trinken und nur noch schreien vor Schmerzen.

Sie tragen mich ins Auto. Alle weinen. Sie sind so seltsam, was ist los? War ich böse? Sind sie am Ende böse auf mich?
Nein, nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich. Ach wenn nur diese Schmerzen aufhörten! Ich kann nicht mal die Tränen des kleinen Mädchen ablecken aber wenigstens erreiche ich seine Hand.
Der Tisch beim Tierarzt ist kalt. Ich habe Angst. Die Menschen weinen in mein Fell, ich fühle, wie sehr sie mich lieben. Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hand zu lecken.
Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist sehr freundlich, und ich empfinde etwas weniger Schmerzen.
Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner Stich... Gottseidank, der Schmerz geht zurück.
Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit.

Ein Traum: ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern auf einer großen grünen Wiese. Sie rufen mir zu, das es dort keine Schmerzen gibt, nur Friede und Glück. So sage ich meiner Menschenfamilie Aufwiedersehen auf die einzige mir mögliche Weise: mit einem sanften Wedeln und einem kleinen Schnüffeln.

Viele glückliche Jahre wollte ich mit euch verbringen, es hat nicht sein sollen.
Statt dessen habe ich euch so viel Kummer gemacht.
Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware.

LG

Heike
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Vom 18.05.2006 21:51 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

JordiTin  Sternekoch


Mitglied seit 06.06.2002
19.390 Beiträge (ø5,32/Tag)
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oh nein ... nicht SCHON wieder na dann...

Gruß

Tin


_____________________________________________________________
I\'m hoping my monkey don\'t point that gun at anyone
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Vom 18.05.2006 21:59 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

bottilotty Küchenjunge


Mitglied seit 07.09.2005
44 Beiträge (ø0,02/Tag)
Hallo Heike,


das ist ja eine schlimme und soooo traurige Geschichte zum Heulen zum Heulen.

Man kann sich alles bildlich vorstellen und bekommt total Gänsehaut.

Leider keine Besonderheit, wenn ich könnte würde ich alle retten. Hab auch 2 Kaninchen und 2 Kätzchen ist echt schön zu sehen, dass sie sich wohlfühen.

Alles Gute für Dich, liebe Grüße Dani Na!
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Vom 18.05.2006 22:38 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

osterhoferin  Kaltmamsell


Mitglied seit 15.02.2006
1.392 Beiträge (ø0,61/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Ja, so einen Hund hatte ich auch mal.

Wie habe ich um den gekämpft, damit meine Eltern ihn mir kaufen. 14 war ich damals. Mein Vater hat sich geweigert, es zu tun. Mein Vater war Tierarzt. Der Hund saß in einer Großstadt im Schaufenster einer Tierhandlung.
\"Du siehst doch, das der krank ist! Und viel zu jung!\" hieß es damals. \"Der hat keine Chance!\" sagte er.

Aber den vielen Tränen seiner Tochter konnte mein Vater nicht widerstehen. Nach 2 Tagen Tränen und zähen Verhandlungen mit dem Händler durfte ich den Hund nach Hause tragen.

Meine Eltern quartierten ihn in mein Zimmer ein, das mit Zeitungspapier dick ausgelegt war. Der Hund hatte blutig-wässrigen Durchfall, erbrach alles, was er fraß, war verwurmt, beherbergte eine Milliarde Zecken und war klapperdürr.
Ein harter, langer Kampf begann.....mit vielen Spritzen, Rotweingelee, Schwarztee und Karottensaft mit Traubenzucker. Mein Dalmatiner war am Ende mehr orange als weiß (den Karottensaft hat Tscharlie nicht ganz freiwillig zu sich genommen), aber wir siegten!!!

Ich gewann wirklich einen Freund für´s Leben, der mich immer und überall begleitete, soweit dies möglich war. Wenn ich das Haus zwecks Schulbesuch verlassen musste, hat sich Tscharlie beleidigt in die letzte Ecke zurückgezogen, um mich dann mittags schon an der Gartentreppe zu erwarten, wenn er die Bahnschranken hörte (ich war Fahrschülerin). Sein Korb stand neben meinem Bett, das ich aber die meiste Zeit mit dem Hund teilte ( *ups ... *rotwerd*), vorallem bei Gewitter (nicht ich habe mich gefürchtet, sondern Tscharlie!). Als ich 3 Wochen wegen einer Lungenentzündung das Bett hüten musste, hat mich der Hund 3 Wochen bewacht, das Zimmer hat er nur unter Zwang verlassen.

Tscharlie wurde 15 Jahre alt.

osterhoferin
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Vom 19.05.2006 12:40 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

catlike Tellerwäscher


Mitglied seit 07.03.2006
601 Beiträge (ø0,26/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hallo Osterhoferin!

Das ist aber eine schöne Geschichte und zum Glück hatte sie ein Happy End!

Ich habe schon öfters gelesen, dass man solche Mitleidskäufe vermeiden soll, weil dann das Elend ja weiter geht. Aber ich will dir jetzt auf keinen Fall erzählen, dass du damals falsch gehandelt hast. Ich kann dich gut verstehen. Für den kleinen Welpen im Schaufenster war dieses eine Leben das einzige, das er hatte!

Ich findes es rührend, wie du um sein Leben gekämpft hast und sehr erfreulich, dass ihm dann doch noch so ein langes Leben vergönnt war!

Gibt es eigentlich heute immer noch Tierhandlungen, wo Hunde oder Katzen praktisch im Schaufenster leben?

LG

catlike
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Vom 19.05.2006 12:46 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

madele Smutje


Mitglied seit 02.03.2006
156 Beiträge (ø0,07/Tag)
zum Heulen zum Heulen zum Heulen zum Heulen zum Heulen zum Heulen
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Vom 19.05.2006 13:52 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Pilgrim Smutje


Mitglied seit 30.11.2005
711 Beiträge (ø0,3/Tag)


Hallo

Ich kenne nur noch Tierhandlungen wo andere Tiere praktisch im Schafenster leben , nämlich viele Arten an Nagern, Schlangen usw. Auch diese Tiere haben Gefühle und gehören nicht so zur schau gestellt.
Der oben Geschriebene Text ist leider viel zu oft relalität und zwar auch in Deutschland und nicht nur für Hundewelpen . Solche Menschen die so etwas zulassen gehören hart bestraft. Es ist eine schande wie tief die Menschen gesunken sind nur um noch etwas mehr profit zu machen.
So gibt es immer noch Wildfänge verschiedenster Tierarten obwohl es Nachzuchten gibt, nur weil es ein Bischen teurer ist und so der Profit nicht mehr stimmt.
Es ist eine schande das es selbst mit Tieren gemacht wird, wo die Nachzucht relativ einfach ist, nur um ein paar Euros mehr aus den armen Tieren heraus zu holen.
Wir hatten auch einmal einen Setter den wir nach wenigen Monaten einschläfern mussten da er eine zu starke fehlstellung hatte.
Welt zusammengebrochen


Grüße pilgrim
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