Schilddrüsen-OP - Erfahrungen???

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08.08.2005 15:20

Flammküchle

Mitglied seit 03.09.2004
1.068 Beiträge (ø0,24/Tag)

Hallo Ihr,
meiner Freundin steht in Kürze eine Schilddrüsen-OP wegen eines kalten Knotens bevor.
Sie würde gerne näheres drüber wissen, wie lange die OP dauert, wie schnell oder langsam man sich erholt und ob man lange Schmerzen hat danach. Und z.B, wie lange der Krankenhausaufenthalt ist.

Hat das schon mal jemand von euch gehabt??
Wir wären sehr dankbar für Antworten.

Gruss Isa
08.08.2005 15:40

crazylady

Mitglied seit 08.12.2001
3.834 Beiträge (ø0,7/Tag)

Hallo Isa,

ich habe vor 7 Jahren diese OP machen lassen müssen. Die OP ansich war überhaupt nicht schlimm, ich war ca. 5 Tage danach im Krankenhaus und habe noch einige Massagen bekommen. Da bei der OP der Hals ja überstreckt wird.

Direkt nach der OP konnte ich selber schon Besserung feststellen. (innere Unruhe, Hibbeligkeit etc.)

Schmerzen hatte ich kaum. Auf jedenfall können die nicht sehr schlimm gewesen sein, ansonsten würde ich mich noch daran errinnern.

Ich wünsche deiner Freundin alles Gute für die OP. Mir hat sie sehr geholfen.

LG
Crazylady
08.08.2005 15:49

crazylady

Mitglied seit 08.12.2001
3.834 Beiträge (ø0,7/Tag)

Ich nochmal, wenn du noch Fragen haben solltest schick mir doch einfach noch eine KM. Wenn ich kann gebe ich gerne Auskunft.

LG
Crazylady
08.08.2005 15:56

Hauself_B.

Mitglied seit 30.09.2003
5.536 Beiträge (ø1,15/Tag)

Hi Isa,

ich will Dir ja keine Angst machen - aber ´ne OP ist immer mit Risiken verbunden.

Die erste Frau meines Mannes ist 1992 mit 27 Jahren an einer Schilddrüsen-OP gestorben. Der Arzt hatte geschlampt, die Wund nicht ordentlich vernäht. Sie hat innere Blutungen bekommen und ehe die Mannschaft auf der ITS das mitbekommen hatte, war es für eine Not-OP zu spät. Der Kreislauf von der Frau ist dann zusammen gebrochen und das war´s.

Also ich würde mich in dem Krankenhaus wo die OP stattfinden soll, erst mal vergewissern was da in letzter Zeit so passiert ist und welchen Ruf die Einrichtung überhaupt hat. Okey - es kann überall was passieren aber hier in unserem Kreiskrankenhaus z. B. ist schon zuviel passiert und der Arzt, der damals die OP an der verstorbenen Frau ausgeführt hatte, ist immer noch im Dienst und hat noch paar solche \"Kunstfehler\" verbockt.

Also mach Dich vorher mal kundig bevor Du dahin gehst.

vlg
bstadler
08.08.2005 15:58

Hauself_B.

Mitglied seit 30.09.2003
5.536 Beiträge (ø1,15/Tag)

Hi Isa,
ich nochmal: Sorry - habe gerade gesehen, daß es ja um Deine Freundin geht. Also sag es ihr nicht ganz so krass.

vlg
bstadler
08.08.2005 16:42

kindermama

Mitglied seit 12.01.2004
883 Beiträge (ø0,19/Tag)

Hallo crazylady,
mir wurde damals bei einer Schilddrüsen-OP vor gut 7 Jahren ein Stimmbandnerv durchtrennt. Kommt selten vor, bei ca. 1 % der OPs, aber genau mich hats getroffen.
Das man nach der OP etwas heiser ist, ist nichts ungewöhnliches, bei mir hielt der Zustand jedoch an und ich hab nach 2 Wochen immer noch nur gekrächzt. Eine Untersuchung durch einen HNO-Arzt gab dann Gewissheit, dass das rechte Stimmband nicht mehr funktioniert.
Ca. 3 Monate war ich in logopädischer Behandlung und ich kann jetzt besser schreien als vorher... Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen
Die Nerven können durch gezielte logopädische Übungen wieder zusammenwachsen, oder sich neue Verbindungen suchen, so hatte es mir die Logopädin damals erklärt.

LG Kindermama (Martina)
08.08.2005 17:18

ampel

Mitglied seit 09.05.2003
6.545 Beiträge (ø1,32/Tag)

Hallo

Unser Sohn wird am 29.8. operiert, Ihm wird die ganze Schildrüse entfernt.
Letzte Woche waren wir mit ihm zur Besprechung beim Chirugen. Und er hat uns informiert. Ist Deine Freundin denn von ihrem Arzt nicht informiert worden?
Die Op soll so 2 Stunden dauern. Es gibt einige Risiken.Schon alleine das ,,anfassen,, der Stimmbandnerven kann zu Tagelanger Heiserkeit führen.

Ich habe hier sonst noch ein Infoblatt, wenn Du mir Deine Email Adresse schickst kann ich es Dir mailen.

ampel , die schon ein bißchen muffe um ihr Kind hat.

Liebe Grüße

08.08.2005 17:32

Flammküchle

Mitglied seit 03.09.2004
1.068 Beiträge (ø0,24/Tag)

Hallo an alle,
na, ihr macht uns ja Hoffnung...
an bstadler: da wir hier beide mitlesen, ist es schon zu spät mit dem nicht zu krass sagen Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen

Das Gespräch wird wohl noch kommen, wenn es dann soweit ist.
Das mit dem Stimmbandnerv hab ich auch schon gehört...

Vielleicht noch: wie lange wart ihr denn jeweils in der Klinik?? Und wie ist es danach mit Medikamenten?

Danke. Gruss Isa
08.08.2005 17:39

kindermama

Mitglied seit 12.01.2004
883 Beiträge (ø0,19/Tag)

...ich damals 6 Tage, kann aber gut sein, dass es zur heutigen Zeit auch weniger ist, müsste der Arzt aber doch wissen...

LG Kindermama (Martina)
08.08.2005 17:43

Flammküchle

Mitglied seit 03.09.2004
1.068 Beiträge (ø0,24/Tag)

Hallo Martina,
ja, das Gespräch findet ja auch noch statt, wir wollten ja nur schon mal fragen, um uns daruf einzustellen...

Gruss ISa
08.08.2005 20:47

Blound-Froggy

Mitglied seit 09.10.2003
305 Beiträge (ø0,06/Tag)

Hallo Isa,

mir wurde im Oktober vorigen Jahres die Schilddrüse völlig entfernt. Bei der OP stellte sich heraus, dass das Gewebe völlig von Knoten durchwuchert war - so konnte man auch keinen Rest mehr drin lassen, was man wegen der Hormonproduktion sonst macht. Die OP dauerte bei mir ca. 4 Stunden.
Danach traten einige Komplikationen auf (Gewebeeinblutungen, Anschwellen des Halses, Stimmband abgeklemmt...), was jedoch sehr selten der Fall ist. Dadurch habe ich auch eine Stimmbandlähmung - es gibt allerdings schlimmeres Na!.

Insgesamt war ich 5 Tage in der Klinik und der Genehsungsprozess schritt schnell voran. Gleich nach der OP waren Kopfschmerzen da (wegen der Überstreckung des Nackens) - die Schwestern sind aber gern behilflich und geben Schmerzmittel. Massagen zur Lymphdrüsenanregung bekam ich auch - seeehr angenehm. Man traut sich erst kaum zu bewegen, was sich nach Entfernen des Pflasters allerdings recht schnell gibt.
Die Narbe sieht man heute fast gar nicht. Bei Wetteränderung bin ich bissi emfpindlich im Halsinneren, wo die Schilddrüse \"abgeschält\" wurde - was aber normal ist (Narbengewebe).

Heute bin ich froh und ärgere mich, dass ich die OP nicht schon eher hab machen lassen. Denn seit 20 Jahren hatte ich kein Herzklopfen mehr im Hals, sondern da, wo es hingehört Na! - Atemnot ist auch weg.
Ich muss mein Leben lang zwar lebensnotwendige Schilddrüsenhormone nehmen - aber so ne kleine Pille ist kein Drama.

Ich habe mich übrigens vorher bei verschiedenen Schilddrüsen-Foren umgesehen - hat mir enorm geholfen. Einfach mal bei Go*gle die Begriffe \"Schilddrüse\" und \"Operation\" eingeben...


Viele Grüße aus Berlin

08.08.2005 20:48

janis

Mitglied seit 12.03.2005
61 Beiträge (ø0,01/Tag)

hallo und guten abend,

\'wie lange wart ihr denn jeweils in der Klinik?? Und wie ist es danach mit Medikamenten?\'

die aufenthaltsdauer ist abhängig vom heilungsverlauf , im schnitt werden aber 3-7 tage gerechnet.
medikamente... dazu als laie eine aussage zu machen wäre mehr als leichtsinnig. es gibt, gerade was die schilddrüse betrifft keine pauschalmedikation. sie ist abhängig von art und umfang der op bzw. ob \'nur\' ein oder mehrere knoten, ein teil oder sogar die komplette schilddrüse entfernt wird.selbst der behandelnde arzt wird vor der op nur sagen können, dass u. u. danach jod, hormontabletten u.ä. nötig sein könnten!

mir selbst wurde im märz 04 die komplette schilddrüse entfernt.
da ich sehr durchtrainiert bin und - in dem fall leider - auch die halsmuskulatur entsprechend aufgebaut war/ist, konnte das sch... ding in aller seelenruhe nach innen wachsen ( statt einen gescheiten kropf zu bilden, der wäre nämlich früher aufgefallen ) und hatte im lauf eines jahres die endgrösse von 33 cm erreicht. musste also sehr schnell raus weil u. a. 48 kalte knoten und 3 heisse dabei waren und alles schon aufs herz drückte.
ins kh bin ich am donnerstagabend, freitag morgen war die op.
postoperative schmerzen hatte ich nicht und wäre der calciumwert nicht dauern abgesackt, wäre ich vermutlich freitagabend wieder nach hause gegangen. durfte ich aber nicht :)
am darauffolgenden sonntag bin ich dann, mit ausdrücklichem einverständnis der ärzte wieder nach hause, ich hätte mich sonst im kh noch zu tode gelangweilt.

ca eine woche lang musste ich noch täglich 5000 einheiten calcium nehmen - und auf die laborbefunde wegen der knoten warten. dann konnte vom hausarzt die hormontabletten verschrieben werden.
alles in allem hat die richtige hormoneinstellung etwas über ein jahr gedauert.

da deiner freundin aber nur ein knoten entfernt wird, spielt das alles vermutlich keine grosse rolle.

sie soll sich jetzt keine allzugrossen sorgen machen, denn je gelassener und innerlich entspannter sie daran geht, um so positiver der ganze heilungsverlauf.
und noch eine bemerkung zu den op-risiken: natürlich gibt es sie, aber man sollte niemals aus den augen verlieren, wieviele gutgegangene eingriffe es im gegensatz zu den \'schäden\' gibt.


also dann ersteinmal alles gute für deine freundin und für dich

gruss

janis






09.08.2005 13:31

Flammküchle

Mitglied seit 03.09.2004
1.068 Beiträge (ø0,24/Tag)

Hallo Ihr alle,
vielen Dank schon mal für eure ganzen Antworten und mutmachenden Worte.
Wir dachten immer, das ist eine Routine-OP, aber da haben wir uns wohl getäuscht... Welt zusammengebrochen

Ja, das stimmt, bei vielen, soz. bei den meisten geht es wirklich gut, und deshalb wollen wir mal lieber da dran denken. Trotz der vielen Risiken wie Stimmbandnerv usw...

Gruss Isa
09.08.2005 18:00

Andorra

Mitglied seit 25.05.2004
922 Beiträge (ø0,2/Tag)

Hallo...

ich würde mal rumfragen, ob es bei euch eine Klinik gibt, die sich darauf spezialisiert hat oder einen entsprechenden Schwerpunkt hat.

Es ist zwar eine Routineoperation, die oft durchgeführt wird, aber leider sind die möglichen(!) Komplikationen schwerwiegender als bei manch anderer OP. Da würde ich nicht so gerne in ein \"Feld-Wald-Wiesenkrankenhaus\" gehen Lachen.

Aber macht Euch mal nicht allzu große Sorgen, das wird schon *Daumen drück*

VG, Andorra
16.08.2005 18:34

jacko_m

Mitglied seit 16.08.2005
5 Beiträge (ø0/Tag)

Hallo, ich bin 19 Jahre und habe die OP auch schon hinter mir.
Also ich bin am 18. März diesen Jahres in Lübeck operiert worden. Ich bin Donnerstags ins Krankenhaus gekommen und am Sonntag durfte ich wieder gehen. Ich habe da sehr gemischte Gefühle. Den richtigen Unterschied merke ich noch nicht. Meine Narbe tut leider sehr weh! Und wird nicht flacher. Hat da vielleicht jemand Tipps??? So nebenbei.

Die OP selbst war gar nicht schlimm. Ich war gleich die erste aufm Plan, dass war gut, dann hatte ich es schnell hinter mir Na! hatte richtig schieß Lächeln Nach der OP hatte ich schreckliche Nackenschmerzen, fühlte sich wieder fieser Muskelkarter an. Ging aber nach ca 1 Woche auch vorbei. Jetzt muss ich Schilddrüsentabletten nehmen, Vitamin D und ne Menge Calzium. Ich hoffe, dass hört bald auf. Im Prinzip ist das keine große Sache. Der Nachteil ist nur, dass man ein bisschen zunimmt Was denn nun? Hat die Erfahrung zufällig auch jemand anderes gemacht. Ich finde das schrecklich. Bleibt das so?

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