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Hospiz, Sterbebegleitung und Trauerarbeit

Vom 29.08.2004 10:04 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Traudl Smutje


Mitglied seit 17.01.2002
36 Beiträge (ø0,01/Tag)
Ich arbeite in unseren Seniorenheim, und habe voriges Jahr meine Ausbildung für Sterbebegleitung und Trauerarbeit gemacht.
Nun arbeite ich in meiner Freizeit ehrenamtlich für unser Hospiz, eine sehr schöne und auch traurige Aufgabe.Bin viel in unseren Heim im Einsatz aber auch privat in Familien.
Wir sind schon eine sehr grosse Gruppe von Mitarbeiterinnen.Alles ist kostenlos!
Ich habe schon sehr viele schöne Erfahrungen gemacht.
Wer von euch kennt oder hat schon Hospiz in Anspruch genommen?

Selbst ratlos sein
und doch viele beraten können.
Selbst gebrochen sein
und doch vielen als Halt dienen.
Selbst Angst haben
und doch Vertrauen ausstrahlen.
Das alles ist Menschsein,
ist wirkliches Leben.
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Vom 29.08.2004 12:48 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

truetgen Tellerwäscher


Mitglied seit 17.01.2002
115 Beiträge (ø0,03/Tag)
Hallo Traudl, danke für die Zeilen. Du hast es auf den Punkt gebracht. Mit 16 Jahren hatte ich mal ein Praktikum in einem Altenheim gemacht und sah eine alte Frau sterben. Später war ich als Zivi auch in einem Senioerenheim. Schockiert hat mich nicht die Nähe zum Tod, sondern der unsensible Umgang des Pflegepersonals damit. Für mich war das ein Ausdruck von Hilflosigkeit und Abwehr. Ich finde es sehr mutig von dir, Sterbende und deren Angehörige zu begleiten. In solchen Situationen ist man immer mit seiner eigenen Endlichkeit konfrontiert. Ich wünsche dir ganz viel Kraft
Liebe Grüße
Wilfried
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Vom 29.08.2004 14:03 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

bille969 Kaltmamsell


Mitglied seit 12.03.2004
267 Beiträge (ø0,09/Tag)
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Hallo Traudl,
im Jahre 2002 habe ich einen Hospizkurs begonnen. Obwohl es ein sehr trauriges Thema ist, war es anfangs bei mir nur die Neugier die geweckt war. Mit jeder weiteren Stunde wuchs mein Interesse und ich konnte mir vorstellen, als Hospizhelfer tätig zu sein und Menschen, die im Sterben liegen zu begleiten.
Anfang 2003 starb meine Schwester an Krebs und dieser Schicksalsschlag führte dazu, dass ich mich nicht im Stande sah, meine Ausbildung zu beenden. Leider...
Dieses Jahr starb mein Vater an Krebs und so langsam wird mein Interesse an der Hospizarbeit wieder geweckt. Jedoch muss ich erst selbst \"frei\" sein, um mich dann intensiv dieser Arbeit zu widmen.
Ich hoffe, ich schaffe es!
Liebe Grüße
Sybille
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Vom 29.08.2004 14:03 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

bille969 Kaltmamsell


Mitglied seit 12.03.2004
267 Beiträge (ø0,09/Tag)
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übrigens... Dein Gedicht ist wunderschön...
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Vom 29.08.2004 14:12 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

mihoimparadies Küchenjunge


Mitglied seit 29.08.2004
1.466 Beiträge (ø0,52/Tag)
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Hallöchen,
ich habe leider zwar selbst nicht viel Ahnung davon,aber mein Daddy hat auch schon solche Sterbehelferlehrgänge besucht und er ist Soldat und Lokaloffizier der Heilsarmee.Was ist ein Hospiz?So eine Art Krankenhaus?Ich habe große Achtung vor einer solchen Gabe und stelle mir diese Arbeit sehr schwierig vor.Wo leistest du deine Arbeit,in welcher Stadt?Muss man dafür nicht Nerven wie Stahlseile haben?
Ganz liebe und herzliche Grüße aus Berlin, Michi
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Vom 29.08.2004 17:11 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Pepi  Hendlgriller


Mitglied seit 17.01.2002
3.796 Beiträge (ø1/Tag)
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@Traudl

meine Mutter ist im April verstorben, und dass ist immer noch ein Thema für mich. Ich habe aber die Erfahrung machen dürfen, dass es auch Schwestern und Pfleger gibt, die sich wirklich viel Mühe machen und auch sehr liebevoll im Rahmen ihrer Möglichkeiten mit den ältern Menschen umgehen.

Pepi
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Vom 29.08.2004 17:12 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Pepi  Hendlgriller


Mitglied seit 17.01.2002
3.796 Beiträge (ø1/Tag)
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Paßt vielleich nicht so zu Deinem thema, es war kein Hospiz, eben ein ganz normales Seniorenheim!

Pepi
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Vom 29.08.2004 18:00 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Zottel Hendlgriller


Mitglied seit 17.01.2002
4.165 Beiträge (ø1,1/Tag)
Hallo \"Mihoimparadies\",

ein Hospiz ist ein \"Sterbehaus\", wo alte oder kranke Menschen, denen die Medizin nicht mehr helfen kann, auf verschiedenen Weise je nach Religiosität oder Philosophie des Hauses in ihren letzten Lebenswochen begleitet und auf den Tod vorbereitet werden. Es ist \"aktive Sterbehilfe\", aber nicht im allgemein darunter verstandenen Sinne, der das Leben verkürzt, sondern in der Beschäftigung mit dem Sterbenden und seinen Angehörigen. Das wichtigste dabei: Tod und Sterben ist kein Tabu-Thema.

LG Zottel
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Vom 29.08.2004 20:15 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

jamiella Kaltmamsell


Mitglied seit 29.09.2003
1.932 Beiträge (ø0,61/Tag)
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hallo,
ich würde es eher als Sterbebegleitung (nicht \"hilfe\") sehen. Und zwar auf verschiedenen Ebenen.
Begleitung desjenigen, der sterben wird, als auch der Angehörigen (auch nach dem Tode des Patienten) und auch des Personals.
Ich bin ehrenamtlich in der Krankenhaus-Seelsorge tätig. Ich mache das schon seit Juli 93 regelmässig und habe jetzt erst langsam das Gefühl, dass die Akzeptanz beim Personal da ist. Erst kürzlich wurde ich wieder mal von einer Schwester in ein Zimmer gerufen, wo eine alte Dame gerade verstorben war. Die Schwester ging mit rein, und bat mich, für die Verstorbene eine kleine Zeremonie durchzuführen. Anschliessend dankte mir die Schwester und sagte, dass sie nun besser damit umgehen könne. -
Und das ist der Knackpunkt! Das Personal hat in der Regel grosse Probleme mit dem Tod und dem Sterben umzugehen. Sie sehen sich als \"Verlierer\" an. Und es wird viel zu oft auch versucht, medizinische Massnahmen den Angehörigen abzuringen, obwohl es sinnlos ist und den Patienten bloß quält (z.B. Magensonde). Möglicherweise ist es auch der Gedanke der eigenen Endlichkeit, welche das Personal drückt. So ganz seh ich da noch nicht durch.
Sehr hilfreich - für diejenigen, die es interessiert - ist in diesem Zusammenhang die Literatur der Deutschen Hospizhilfe und auch die Bücher von Frau Dr. Kübler-Ross, hier vor allem \"Gespräche mit Sterbenden\".

Einen gesegneten Sonntag abend noch
wünscht
Jamiella
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Vom 29.08.2004 20:58 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Zottel Hendlgriller


Mitglied seit 17.01.2002
4.165 Beiträge (ø1,1/Tag)
Genau Jamiella. Mir war nur der richtige Begriff \"Sterbebegleitung\" nicht eingefallen *ups ... *rotwerd* deshalb habe ich den Begriff \"Sterbehilfe\" benutzt, mich aber gleichzeitig vom allgemeinen Gebrauch dieses Wortes distanziert *schwafel* *zwinker*

LG Zottel
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Vom 29.08.2004 21:54 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

heyla Kaltmamsell


Mitglied seit 23.04.2004
1.206 Beiträge (ø0,41/Tag)
Hallo Traudl,

auch meine Mama engagiert sich seit Jahren hier im Hospiz-Verein und ich finde das eine unwahrscheinlich gute Sache, die leider hierzulande einfach noch viel zu wenig verbreitet und bekannt ist und die ich deswegen auch im Rahmen meiner Möglichkeiten unterstütze wo es nur geht.

Euer ehrenamtliches Engagement schätze ich sehr sehr hoch, denn es ist eine sehr schwere Angelegenheit, die tief unter die Haut gehen kann - aber das, was man mit dieser Tätigkeit den Menschen geben kann, ist mit nichts auf der Welt aufzuwiegen.

Ich finde es toll, dass Du so etwas machst, wir bräuchten so viel mehr Menschen, die sich auf diesem Gebiet engagieren und sich dafür einsetzen, dass Menschen in solch einem Rahmen sterben können. Auch für die Angehörigen ist es sehr wichtig, ihren geliebten Mitmenschen in solch einer Einrichtung gut aufgehoben zu wissen!

@Pepi

Zum Glück gibt es auch Seniorenheime mit Personal, wie Du es beschrieben hast - bei meiner Oma war das auch so - sie ist vor zwei Jahren schon verstorben, aber zu ein paar der Pfleger(innen) habe ich heute noch Kontakt und sie wissen, wie hoch unsere Familie ihre Arbeit einschätzt. Man sollte das auch immer wieder mal ansprechen..

LG

heyla
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Vom 29.08.2004 22:20 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ybag Smutje


Mitglied seit 08.09.2002
707 Beiträge (ø0,2/Tag)
Hallo Traudl,

du hast meine vollste Hochachtung...Gottseidank werden ja immer mehr Hospize geschaffen, ich finde diese Einrichtungen sehr, sehr wichtig. Später, nach meinem aktiven Berufsleben, könnte ich mir so eine sinnvolle Tätigkeit auch sehr gut vorstellen...

Liebe Grüße

gaby
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Vom 29.08.2004 22:34 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Regine Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
21.058 Beiträge (ø5,57/Tag)
...irgendwie irritiert mich der Begriff \"Trauerarbeit\"! Wieso ist Trauer eine Arbeit? Als Angehörige trauere ich -------oder auch nicht.........und als Mitarbeiter in Hospizen helfe ich totkranken Menschen und ihren Angehörigen über die Zeit des Sterbens hinweg

Wieso \"Trauerarbeit\"??

Grüße
Regine
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Vom 29.08.2004 22:50 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

belli  Kaltmamsell


Mitglied seit 20.01.2003
1.528 Beiträge (ø0,45/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
In keinem Krankenhaus habe ich soviel Gefühl, Verständnis für den kranken Patienten und Hilfe bzw. Anteilnahme für alle Beteiligten gespürt, wie im Hospiz, in dem meine Mama die letzten Tage ihres Lebens verbrachte. Es war alles so liebevoll und gefühlvoll, unbeschreiblich einfach. Menschen, die dort arbeiten, gehört meine vollste Hochachtung, denn sie erleichtern den Beteiligten bestimmt vieles.
Danke, dass es solche Menschen gibt!

LG belli
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Vom 30.08.2004 09:47 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

heyla Kaltmamsell


Mitglied seit 23.04.2004
1.206 Beiträge (ø0,41/Tag)

@Regine

Jeder Mensch hat seine eigene Art, mit seiner Trauer um einen geliebten Menschen umzugehen.

Und es gibt sicher so manche Bezeichnung dafür. Rückblickend auf die Trauer um einen mir sehr nahestehenden Menschen bezeichne ich diese Jahre als sehr intensive Arbeit. Ein Erklärungsversuch: Man trauert, aber man setzt sich auch mit dem Verstorbenen, den gemeinsamen Jahren, dem Verhältnis zueinander und mit allem, was man erlebt hat, ganz anders als zu Lebzeiten auseinander.

Vieles wird einem dadurch auch erst im nachhinein bewusst und es kommen einfach immer wieder Gefühle hoch, die man \"verarbeiten\" muss, weil es manchmal nicht geht, Gefühle einfach fließen zu lassen, oder \"nur\" kommen und gehen zu lassen...

Das meint für mich Trauer\"arbeit\".

Ich kenne auch Menschen, die in ihrem Schmerz vieles verdrängen, es nicht an sich heranzulassen weil sie es nicht aushalten würden. Das heißt, es wird nicht verarbeitet - ist aber trotzdem vorhanden, und kann einen später im Leben irgendwann mal von hinten überrollen...

Grüße

heyla
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Vom 31.08.2004 05:33 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

brigittekuehr Kartoffelschäler


Mitglied seit 08.03.2004
216 Beiträge (ø0,07/Tag)
Hi Leute !
Zu diesem Thema gibt es von Frau Elisabeth Kübler-Ross sehr gute Lektüre die sehr interessant ist.
Frau Kübler beschäftigte sich seit 1970 ausschließlich mit Menschen in sehr schwierigen Situationen oder die nahe dem Tod sind.
Auch gesunden Menschen kann dieses Buch sehr dienlich sein um das allgemeine Weltbild wieder in Ordnung zu Bringen.
Ich wünsche Euch noch einen schönen Dienstag Brigitte *zwinker*
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Vom 31.08.2004 07:02 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Oldie1 Kaltmamsell


Mitglied seit 21.06.2004
3.480 Beiträge (ø1,2/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Guten Morgen Ihr Lieben,
ja es ist wirklich Arbeit, jemanden, mit dem man über Jahre ganz eng verbunden war, los zu lassen, dieses Leben, was da zu Ende gegangen ist, so stehen zu lassen, wie es eben war, sich seiner eigenen Schwachheit voll bewusst zu sein, da auch nichts mehr ändern zu können.

Hospitzarbeit ist wirklich super wichtige Arbeit, einfach dasein, spüren, was braucht der Sterbende, wenn er z.B. nicht mehr sprechen kann.

Traudl, super wenn du das machst!!

Liebe Grüße, eure Oldie1

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Vom 31.08.2004 08:08 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

loona188 Tellerwäscher


Mitglied seit 16.08.2004
69 Beiträge (ø0,02/Tag)
Wir sind am überlegen, meine Oma in ein Hospiz ziehen zu lassen. Im Moment ist sie noch im Krankenhaus.
Da finde ich aber, sind die Pfleger viel zu überlastet, sich auch noch intensiv um einen sterbenskranken Menschen zu kümmern. Auch habe ich gestern gemerkt, dass man komisch angeschaut wird, wenn man mit einem Säugling die Station betritt. Meiner Oma ging es aber sofort \"besser\", als sie ihr Urenkelchen sah. Auch mein Onkel ließ schon den Satz los, wie ich mit meinem Baby da hin Kann. Sorry, meine Oma liegt auf der Krebsstation, Krebs ist nicht ansteckend! Soll ich ihr die freude daran nehmen, ihr 1. Urenkelchen zu sehen?

Auch finde ich, dass in einem Hospiz der Umgang und die Atmosphäre viel heimischer und familärer ist. Ich finde es für einen Menschen schlimm, wenn er die letzten Tage oder Wochen seines Lebens in eienr sterilen Umgebung ohne große Zuwendung (wir haben leider nicht jeden Tag lange Zeit sie zu besuchen) verbringen muss. Ich enke, dass sie dan viel mehr die möglichkeit hat, über ihre Sorgen und Ängste zu sprechen.
Im Krankenhaus werden bei ihr jetzt eh keine großartigen Maßnahmen mehr durchgenommen. Also kann man sie in Würde gehen lassen und muss sie nicht noch länger in einem kleinen sterilen nach Krankenhausriechenden Zimmer leigen lasen.

Hoffe nur, dass wir bald einen Platz bekommen. Haben jetzt gerade angefangen uns zu erkundigen,wie es mit der Kostenübernahme (wenn überhaupt) und dem Platzangebot aussieht.


Liebe Grüße
Yvonne

Die froh ist, dass es solche Menschen gibt, die den Tod als natürliche sache und nichts abschreckendes ansehen
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Vom 31.08.2004 09:41 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Kathrinsche Kartoffelschäler


Mitglied seit 16.12.2003
40 Beiträge (ø0,01/Tag)
Hallo!

Im Februar d. J. wurde einer meiner liebsten Freunde und gleichzeitig
Arbeitskollege mit Verdacht auf Bandscheibenvorfall ins Krankenhaus
eingeliefert. Nach kurzer Zeit stellte sich der vermeintliche Bandscheiben-
vorfall als Krebs heraus.

Die Station in der Klinik war sehr sehr gut. Das Personal nahm so viel
Zeit wie möglich und war wirklich nett. Danach gab es einen Aufenthalt
in einer Rehaklinik, was auch noch relativ angenehm für ihn war.
Nach einigen Wochen wurde er nach Hause entlassen (da die Krankenkasse
nicht mehr für einen weiteren Aufenthalt im Krankenhaus zahlen wollte!!!),
obwohl er allein wohnte und sich nur im Rollstuhl fortbewegen konnte.
Familie gab\'s nicht und wir als seine Freunde konnten uns wegen Arbeit usw.
leider auch nicht ausreichend um ihn kümmern.

Tja, ein paar Tage später hatte er zu Hause einen Schlaganfall. Nur durch
Zufall wurde er schnell gefunden, und in ein Krankenhaus ausserhalb
der Stadt eingeliefert. -Und dieses Krankenhaus war wirklich die Hölle..
Ich möchte besser nicht wiederholen, was sich da alles zugetragen hat.

Anfang Juli kam er dann in ein Hospiz, wo er eine Woche später verstarb.
Seine beste Freundin hatte ihm den Platz dort besorgt, und das war
wirklich das Beste für ihn. Er wurde auf neue Medikamente eingestellt,
damit er seine letzten Tage noch schmerzfrei verbringen konnte, und
die Atmosphäre war sehr liebevoll und familiär.

Ich habe höchsten Respekt vor der Arbeit in einem Hospiz, das Personal
setzt sich auch mit den Freunden und Angehörigen auseinander und
gibt den Menschen die Möglichkeit, Ihren Lebensabend in Würde zu
verbringen.

Es macht mir die Trauerarbeit auch ein wenig leichter (und ich
empfinde es tatsächlich als Arbeit, über den Verlust eines geliebten
Menschen hinwegzukommen), zu wissen, dass er in Frieden und Würde
gestorben ist, und nicht in der meist sterilen und hektischen Krankenhaus-
atmosphäre. Nur, vermissen werde ich ihn noch lange.

Liebe Grüße,
Kathrinsche

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Vom 31.08.2004 15:02 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Leuchtturm Tellerwäscher


Mitglied seit 06.12.2002
180 Beiträge (ø0,05/Tag)
Hallo,

ich würde hier gerne über meine Erfahrungen zum Thema Hospiz berichten.

Mein Vater ist vor knapp 3 Jahren in einem Hospiz verstorben und ich möchte auch nach dieser Zeit und mit dem entsprechenden \"zeitlichen Abstand\" sagen, es war gut ihn dort verabschiedet zu haben. Wir haben im Hospiz Raum und Zeit zum Abschied nehmen gehabt. Das Hospiz war kein Sterbehaus sondern ein Zuhause, wenn auch dass letzte Zuhause.
In der kurzen Zeit in der mein Vater dort lebte haben wir mit den Mitarbeitern und Bewohnern des Hospizes ein Grillfest mit Musik und Gesang gefeiert. Die Bewohner die in der Verfassung waren \"aktiv teilzunehmen\" waren anwesend und alle anderen Türen geöffnet. Niemand lief dort auf Zehenspitzen, es wurde gelacht und gescherzt.
Die Mitarbeiterinnen haben ständig sorfältigst erörtert was ist Belastung oder Hilfe für den Patienten.
Dass wir seinerzeit einen Platz für meinen Vater im Hospiz fanden bezeichne ich heute als meinen persönlichen 6er im Lotto. Ich würde mir wünschen es gäbe mehr Hospize in Deutschland.
Ich fahre täglich am Hospiz vorbei und denke voller Dankbarkeit an die kurze Zeit in der das Hospiz auch zu unserem Zuhause wurde.

Liebe Grüße
Leuchtturm
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