Jetzt eben im ZDF, Doku über Bier

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06.06.2012 23:30

syldron

Mitglied seit 26.10.2009
1.005 Beiträge (ø0,39/Tag)

Hei,

habe gerade mit grosser Genugtuung die Dokumentatation "Hopfen und Malz verloren" auf ZDF gesehen.

Dabei ging es Kern darum, dass das Gros der deutschen Biere immer ähnlicher werden und keinen Charakter hat. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern geht die Zahl der kleineren Brauereien in Deutschland immer weiter zurück, und qualitativ hochwertige Biere bekommta man in den allermeisten Supermärkten so gut wie gar nicht zukaufen, während die bekannten Marken bei Blindverkostungen quasi nicht mehr zu unterscheiden sind.

Auch ging es darum, dass das Reinheitsgebot heute eigentlich nur noch eine Farce ist, da neben unnatürlichen Zutaten wie Hopfenextrakt auch verschiedene Chemikalien zugelassen sind.

Daneben wurden auch Bilder von der letzten Bierweltmeisterschaft gezeigt, bei der deutsche Brauereien nur in Nischen Erfolg hatten, wie zum Beispiel beim Eisbock oder Weizendoppelbock, was der durchschnittliche Bierkunde nicht mal vom Namen her kennt. Die meisten Preise gehen seit Jahren nach Übersee, besonders USA.

Dort hat schon seit den 80er Jahren der umgekehrte Prozess stattgefunden, dass nämlich neben den drei Braugiganten Miller, Anheuser-Busch und Coors, die ebenfalls komplett gleich schmeckende Massenware herstellen, Unmengen von kleineren Brauereien entstanden sind, die qualitativ äusserst hochwertiges Bier herstellen.

Wie sieht das bei den Chefkoch Usern aus? Ist den meisten überhaupt bekannt, dass Warstiener, Krombacher und Co fast identische Biere von der Stange sind, deren Qualität weit unter dem Durchschnitt liegt?
06.06.2012 23:38

bender

Mitglied seit 17.01.2002
16.150 Beiträge (ø2,97/Tag)

Da bin ich ja froh, dass ich am liebsten Altbier trinke. Die "Kleinbrauereien" wie Uerige und Füchschen werden so schnell nicht pleite gehen oder ihre Rezeptur ändern.
06.06.2012 23:39

JD20140708

Mitglied seit 19.07.2006
20.817 Beiträge (ø5,49/Tag)

Bitburger hast du in deiner Aufzählung vergessen!


Und ich stimme dir absolut zu!!!


Allerdings - es gibt auch einen, wenn auch noch im Wachstum befindlichen Trend in die andere Richtung.

Es gibt immer mehr kleine, sehr regional begrenzte Brauereien, die sehr erfolgreich sind.

Von den größeren nenne ich mal Fiege aus Bochum und Stauder aus Essen, aber dazu kommen immer mehr "kleine gallische Dörfer", die es partout nicht ertragen können, dass die deutsche Bierkultur den "Bach runter geht".


Ein sehr erfolgreiches Beispiel ist da die Dortmunder Bergmann Brauerei......


Aber - ganz ehrlich, auch vor der niederländischen Bierkultur, hier sei die Hertog Jan Brauerei aus Arcen stellvertretend genannt, sowie den vielen genialen belgischen Bieren und deren Braumeistern kann man nur den Hut ziehen Na!



Glück Auf


Bernd


Trinkt mehr Bier, wer Bier trinkt hilft der Landwirtschaft
06.06.2012 23:39

greeneyedmonster

Mitglied seit 19.10.2004
5.579 Beiträge (ø1,26/Tag)

Hallo Syldron,

Pfeil nach rechts Warstiener, Krombacher und Co Pfeil nach links kommen mir nicht ins Haus. Ob die von Dir genannten gleich schmecken, kann ich nicht mal beurteilen ... Ich trinke eh nicht oft Bier aber wenn, dann ein lokales. Na gut, manchmal auch mehr als eins.

Ich trinke hier Astra, Duckstein, eventuell mal Störtebeker (Wobei ich das auf Amrum kennengelernt habe und damit verbinde ich es jetzt. In Hamburg ist es für mich nicht beheimatet). Oder wenn ich im Süden bin ein schönes Meckatzer Weizen. Ich weiß ehrlich gesagt keinen Grund, warum ich ein "großes", überregionales Bier trinken sollte solange es noch Regionalbiere gibt, die nicht ewig weit transportiert werden und die auch noch gut schmecken.

Gruß vom greeneyedmonster
06.06.2012 23:45

Waldwichtel

Mitglied seit 12.04.2004
9.153 Beiträge (ø1,98/Tag)

Pfeil nach rechts während die bekannten Marken bei Blindverkostungen quasi nicht mehr zu unterscheiden sind Pfeil nach links

Bei Blindverkostungen, die vor einigen Jahren noch zum regelmässigen Arbeitsablauf jeder Brauerei gehörten, haben schon vor 20 Jahren weder die Brauer noch die Firmeninhaber ihr eigenes Bier definitiv anzeigen können. Das ist insofern keine Neuerung. Auch das in der Sendung genannte Farbbier war schon vor ca. 12 Jahren nicht gerade gängige, aber doch alternative Praxis.

Wie der Moderator schon sagte, einmal brauen, mehrfach Gewinn erzielen.

LG WW
06.06.2012 23:47

weazl

Mitglied seit 11.06.2008
4.282 Beiträge (ø1,38/Tag)

Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen beim Füchschen werden bei mir keine guten Erinnerungen geweckt. Jahrelange Studentenpartys in D dorf und es gab immer nur Alt traurig Gut das ich immer fahren musste Na!
Gruß, Nico
06.06.2012 23:48

syldron

Mitglied seit 26.10.2009
1.005 Beiträge (ø0,39/Tag)

Stimmt, Bitburger ist auch so'n Zeugs.

Viele Biersorten sind in Deutschland total unbekannt, wer kennt zum Beispiel ein India Pale Ale? Die allermeisten wissen überhaupt nicht, was Hopfenaroma wirklich bedeutet.

Der genannte Gegentrend mit Kleinbrauereien findet in Deutschland verglichen mit anderen Ländern aber nur sehr zaghaft statt. Wenn ich mir die Kultur mit Kleinbrauern allein in Skandinavien dazu im Vergleich ansehen, da liegen Welten dazwischen.
06.06.2012 23:51

sukeyhamburg17

Mitglied seit 07.03.2007
9.883 Beiträge (ø2,77/Tag)

Halo,

stimme absolut zu. Kleinere Brauereien haben noch das gewisse Etwas.... Maxlrain, Mittenwalder, Unterbaar... Diese Brauereien ragen heraus... Leider koennen wir uns diese Biere nur schicken lassen, hier werden sie nicht vertrieben... Grosshandel ist mehr bemueht, die "grossen Namen" zu vermarkten.

Aber auch kleine ortsansaessige Brauereien machen exzellentes Bier - wie z.B. hier in Pittsburgh, PA, die Penn Brewery....

LG,

Susan
06.06.2012 23:52

greeneyedmonster

Mitglied seit 19.10.2004
5.579 Beiträge (ø1,26/Tag)

Naja, ist es wirklich so schlimm? Kann mich gut erinnern an die fränkische Schweiz, da gab es in jedem Dorf mindestens eine kleine Brauerei.
06.06.2012 23:53

Waldwichtel

Mitglied seit 12.04.2004
9.153 Beiträge (ø1,98/Tag)

Ja, leider haben viele Braustätten das Handtuch geschmissen. Die Branche war aber auch zunehmend vergleichbar mit der "Ledernackenausbildung".

Um da zu bestehen, musste man schon sehr hartgesotten sein. GRRRRRR
06.06.2012 23:54

JD20140708

Mitglied seit 19.07.2006
20.817 Beiträge (ø5,49/Tag)

Tja - @greeneyedmonster - das entscheidende Wort ist "gab".......

Bei uns im "Pott" war das früher auch mal so.

Lang ist´s her Welt zusammengebrochen
06.06.2012 23:54

syldron

Mitglied seit 26.10.2009
1.005 Beiträge (ø0,39/Tag)

Pfeil nach rechts Kann mich gut erinnern an die fränkische Schweiz, da gab es in jedem Dorf mindestens eine kleine Brauerei. Pfeil nach links

Ja, das ist auch der Mittelpunkt deutscher Bierkultur. Aber genau hier ist es auch, wo die Umsätze am stärksten wegbrechen. Hab da neulich einen Artikel drüber gelesen, dass genau diese Brauereien es heute besonders schwer haben.
07.06.2012 00:46

s14

Mitglied seit 28.06.2005
3.459 Beiträge (ø0,83/Tag)

Gott sei dank bin ich auf diesen Industriellen Rotz nicht angewiesen...

War wirklich nicht schön was es da zu sehen und zu hören gab.




LG aus der fränkischen Schweiz Na!



Diese wirre Groß- und Kleinschreibung ist ausschließlich auf die autocorrect-Funktion meines mobilen Endgeräts zurückzuführen!
07.06.2012 01:05

toskana99

Mitglied seit 18.08.2011
2.751 Beiträge (ø1,42/Tag)

Nun ja,

nachdem im Osten die Brauereien aufgekauft und eingestampft wurden....

bleibe ich bei Radeberger, Wernersgrüner und Hasseröder.

Daß diese bei den westdeutschen Großbrauereien gelandet sind,
muß die Treuhand verantworten und nicht ich!

Bitte keinen langen Deklamationen.
Von Wernesgrüner kenne ich die elendsGeschichte nur allzugut - leider.
07.06.2012 02:40

syldron

Mitglied seit 26.10.2009
1.005 Beiträge (ø0,39/Tag)

Pfeil nach rechts Radeberger, Wernersgrüner und Hasseröder. Pfeil nach links

nicht lang, sondern nur kurz: alles eine sosse, ohne charakter, ohne geschmack. auch nicht besser oder schlechter als die schon genannten pendants aus dem westen der republik.

Pfeil nach rechts Gott sei dank bin ich auf diesen Industriellen Rotz nicht angewiesen... Pfeil nach links

ich auch nicht. ich braue mein eigenes bier, dann wird es so, wie ich es will und wie es mir schmeckt (im idealfall zumindest).
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