Gedichte und Sprüche am 14.09.2010...

14.09.2010 06:56 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

katzemurna

Mitglied seit 03.08.2006
2.310 Beiträge (ø0,93/Tag)

Guten Morgen Euch allen und einen angenehmen Tag, den ich heute mit dem Bewusstsein der Vergänglichkeit aller Dinge beginnen möchte ...

Wenn das Wissen um die Vergänglichkeit in die Waagschale geworfen wird,
verliert das Begehren seine Macht.
aus dem Buddhismus

***

Über Vergänglichkeit

Noch spür ich ihren Atem auf den Wangen:
Wie kann das sein, daß diese nahen Tage
Fort sind, für immer fort, und ganz vergangen?

Dies ist ein Ding, das keiner voll aussinnt,
Und viel zu grauenvoll, als daß man klage:
Daß alles gleitet und vorüberrinnt.

Und daß mein eigenes Ich, durch nichts gehemmt,
Herüberglitt aus einem kleinen Kind,
Mir wie ein Hund unheimlich stumm und fremd.

Dann: daß ich auch vor hundert Jahren war
Und meine Ahnen, die im Totenhemd,
Mit mir verwandt sind wie mein eigenes Haar,

So eins mit mir als wie mein eignes Haar.
Hugo von Hofmannsthal


Gedichte Sprüche 14 09 2010 380554777Gedichte Sprüche 14 09 2010 3847291766
 
14.09.2010 07:09 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ars_vivendi

Mitglied seit 09.01.2009
8.898 Beiträge (ø5,58/Tag)

Guten Morgen Elke und alle anderen,

In den Wind geschrieben

Wie schnell das Vergessen
Wie schnell die Asche
In den Wind gestreut

So wenig was bleibt
Von Träumen
Und Hoffnungen

Ein Name in die Rinde
Geschnitten ein Leben
In den Wind geschrieben

Vergänglich

© Gerhard Rombach
Mit freundlicher Genehmigung des Autors!


Gruß Alex
 
14.09.2010 07:10 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Juulee

Mitglied seit 19.10.2005
10.680 Beiträge (ø3,85/Tag)

Guten Morgen zusammen Lachen


Vergänglichkeit

Nun spinnen sich die Tage ein,
Nicht einer will mehr freundlich sein,
Sie müssen sich alle besinnen
Auf eine Hand voll Sonnenschein
Und gehen dürftig von hinnen,
Wie Wasser im Sande verrinnen.

Die Menschen wandern hinterdrein,
Still einzeln, oder still zu zwein,
Und sehen die Blätter verfliegen
In alle vier Wände hinein.
Sie möchten im Sonnenschein liegen
Und müssen sich fröstelnd schmiegen.

So war es tausend Jahr und mehr,
Mit Blindheit kommt der Herbst daher.
Gern will ihn keiner sehen,
Er macht ja alle Wege leer.
Er muß zur Seite gehen
Und muß um Mitleid flehen.

Und so geht's tausend Jahre fort.
Vergänglichkeit, Du müdes Wort,
Du lösest ab die Tage;
Du duldest weder Zeit noch Ort,
Machst Wirklichkeit zur Sage,
Den Liebesrausch zur Klage.
Max Dauthendey




Wir müssen nicht klagen,
dass alles vergänglich sei.
Das Vergänglichste, wenn es wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

Friedrich Hebbel


Lieben Gruß Jule


Spotte nicht mit der Eule, das ist auch ein Vogel.
You have to go on and be crazy
 
14.09.2010 08:16 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
4.729 Beiträge (ø3,11/Tag)

Hi zusammen,einen wunderschönen, guten Morgen LachenKüsschen !


... als eine Reihe von guten Tagen

Wir wollen uns wieder mal zanken,
Auf etwas hacken wie Raben,
Daß unsre zufriednen Gedanken
Eine Ablenkung haben.
Wir wollen irgendein harmloses Wort
Entstellen,
Dann uns verleumden und zum Tort
Etwas tun; das schlägt dann Wellen.
Wir wollen dritte aufzuhetzen
Versuchen,
Dann unsere Freundschaft verfluchen,
Einmal sogar ein Messer wetzen,
Dann aber uns – in Blickweite –
Auseinander zusammensetzen,
Um superior jedem weiteren Streite
Auszuweichen;
Mit dem Schwur beiseite:
Uns nimmermehr zu vergleichen.
Dann wollen wir, jeder mit Ungeduld,
Ein paar Nächte schlecht träumen,
Dann heimlich eine gewisse Schuld
Dem anderen einräumen,
Dann lächeln, dann seufzen, dann stöhnen,
Dann plötzlich uns gründlich bezechen,
Dann von dem vergänglichen, wunderschönen
Leben sprechen.
Und dann uns wieder einmal versöhnen.

Joachim Ringelnatz

Lieben Gruß,Dana LachenKüsschen
 
14.09.2010 08:58 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ringelmomo

Mitglied seit 24.06.2007
4.985 Beiträge (ø2,31/Tag)

Guten Morgen und hallo Lachen

Die gelbe Sonnenblumenschar schaut über lange Zäune,
Und letzter Scharlachmohn beleuchtet rot die Ackerbräune.
Unter den Bäumen bei der nassen Straß'
Liegen die Zwetschgen blau im grünspangrünen Gras.
Ein gilbend Stoppelfeld daneben tot im Abend ruht,
Und fern in weiße Nebel kriecht der Sonne Glut.
Wir gehen, wie zur Frühlingsstunde, am blaugefrornen Kohlfeld hin,
Bewundern die Vergänglichkeit nur mit den Augen und dem Munde,
Denn unvergänglich ohne Jahreszeit glüht uns im Blut der Liebessinn.

Max Dauthendey

wenn ich rausschaue, dann sehe ich genau das Lachen fast
Lasst es euch gutgehen
helmut Lachen
 
14.09.2010 09:19 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
4.729 Beiträge (ø3,11/Tag)

LachenLachen Helmut,ich freue mich,dass es dir besser geht Lachen und du wieder bei uns bist LachenKüsschen

Ich hab dir so viel noch zu sagen ,

Ich habe Dir so viel zu sagen
Ich habe Dir so viel zu sagen,
Ich glaub' nicht, daß mein Leben reicht,
Das Leben, das nach kurzen Tagen
Dem großen Todesschweigen weicht.

Mein Lied soll mir nie sterben gehen,
Sein Leben niemals ihm entflieht.
Wenn Herz und Atem still mir stehen,
Mein Lied noch singend vor Dir kniet.

M.Dauthendey
-------------------------------------------

Woher, wohin?

Wo sich Ewigkeiten dehnen,
Hören die Gedanken auf,
Nur der Herzen frommes Sehnen
Ahnt, was ohne Zeitenlauf.

Wo wir waren, wo wir bleiben,
Sagt kein kluges Menschenwort;
Doch die Grübelgeister schreiben:
Bist du weg, so bleibe fort.

Lass dich nicht aufs neu gelüsten.
Was geschah, es wird geschehn.
Ewig an des Lebens Küsten
Wirst du scheiternd untergehn.

Wilhelm Busch (1832-1908)

Dana Küsschen
 
14.09.2010 10:07 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Bietola

Mitglied seit 30.04.2004
750 Beiträge (ø0,23/Tag)

Hallo Ihr Lieben alle,

Über die Heide hallet mein Schritt, Heute nur heute
Dumpf aus der Erde wandert es mit. Bin ich so schön,
Herbst ist gekommen, Morgen, ach morgen,
Frühling ist weit, Muss alles vergehn.
Gab es denn einmal selige Zeit? Nur diese Stunde, bin ich noch Dein ,
Wär`ich hier nur nicht gegangen im Mai, Sterben, ach sterben, muss ich allein
Leben und Liebe, wie flog es vorbei.


(Th.Storm)

LG Bietola
 
14.09.2010 10:49 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

villamirka

Mitglied seit 03.07.2008
1.634 Beiträge (ø0,91/Tag)

Hallo zusammen,

Vier Jahreszeiten - Sommer -
(Ausschnitt)

Warum bin ich vergänglich, o Zeus? so fragte die Schönheit.
Macht ich doch, sagte der Gott, nur das Vergängliche schön.

Und die Liebe, die Blumen, der Tau und die Jugend vernahmens;
Alle gingen sie weg, weinend, von Jupiters Thron.

Leben muß man und lieben; es endet Leben und Liebe.
Schnittest du, Parze, doch nur beiden die Fäden zugleich!

Johann Wolfgang von Goethe

LG Claudia
 
14.09.2010 10:51 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ringelmomo

Mitglied seit 24.06.2007
4.985 Beiträge (ø2,31/Tag)

Danke für die Begrüßung Küsschen ich will auch wieder ganz viel beisteuern Lachen
hat mir schon ganz doll gefehlt, nicht einstellen zu können, wenn mir danach war Lachen

Der Gedanke an die Vergänglichkeit
aller irdischen Dinge
ist ein Quell unendlichen Leids -
und ein Quell unendlichen Trostes.

Marie von Ebner-Eschenbach



Unvergänglich??

Die Tante wird Frau Helferin,
Der Onkel wird ihr Mann,
Wir wissen's ganz gewiß, sie hat
Das Hochzeitkleidchen an.

Jetzt darf sie nicht mehr von ihm fort,
Bleibt nicht viel Wochen fern;
Das freut uns recht, wir gönnen's ihr,
Sie hat ihn ja so gern.

Sie bleibt bei ihm in seinem Haus,
Sie hat ihn alle Tag;
Sie macht ihm morgens den Kaffee
Und kocht ihm, was er mag.

Sie backt ihm Kuchen groß und süß
Und viele Zwiebeln drin,
Wie kriegt's der Onkel doch so gut
Bei seiner Helferin.

So leben sie und freuen sich
Noch viele Dutzend Jahr,
Und Onkel hat die Tante gern,
Wie's bei der Hochzeit war,

Und sind wir Mädchen einmal groß,
Dann sind sie alte Leut!
Dann kocht sie ihm noch alle Tag
Und liebt ihn noch, wie heut.

Wilhelm Hauff


ein Lächeln für euch
helmut Lachen
 
14.09.2010 11:02 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

villamirka

Mitglied seit 03.07.2008
1.634 Beiträge (ø0,91/Tag)

Flugsand

Du lange, gelblichgraue Düne,
Du weites, graulichblaues Meer,
Es zuckt um meine ernste Miene
Der Dünenhafer hin und her;
Stilleinsamkeit, du spendest süße
Gefühle, lang nicht mehr gekannt,
Ich recke mich, auf meine Füße
Rinnt leis herab der gelbe Sand.

Du gelber Sand, woher getrieben
Hat dich des Windes Leidenschaft?
Wohin du fällst, da muss zerstieben,
Verwelken, dörren Saft und Kraft;
Wo sind die Städte, handelsprächtig,
Gelegen an der Ostsee Strand,
Es schrie der Nordwind, todesmächtig,
Und drüber fiel der gelbe Sand.

Es stand noch gestern, wo ich liege,
Der Möwe Nest, ein kleines Glück,
Es sucht die heuumkränzte Wiege
Vergebens heut' mein scharfer Blick;
Nach ihrem Neste schreit die Möwe
Von Strand zu Land, von Land zu Strand,
Es reckte sich der gelbe Löwe
Und drüber fiel der gelbe Sand.

Altpreußens Helden, die vor Tagen
Einst friedlich dieses Land bebaut,
Die Ordensritter, die erschlagen
Das Friedvolk unter Psalmenlaut,
Die Pommern, Polen und nach Jahren
Napoleon, als sein Grab er fand,
Wohin sind alle sie gefahren?
Stillschweigen. Darüber liegt der Sand.

Auch ich, noch jetzt so lebensmunter,
Kein Plan zu kühn, kein Wunsch zu schwer,
Von Westen steigt der Tod herunter,
Ein Ruck, ein Stoß, ich bin nicht mehr;
Und all' mein Jauchzen, all' mein Klagen,
Ein Traum, schon morgen unbekannt,
Mein Schaffen, Dichten, Tun und Sagen,
Es rollt darüber gelber Sand.

Hermann Löns (1866-1914)


LG Claudia
 
14.09.2010 11:17 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ars_vivendi

Mitglied seit 09.01.2009
8.898 Beiträge (ø5,58/Tag)

Helmut, hier im kleinen Kreise kannst Du es ruhig zugeben, dass das "heiße" Foto gestern zu Deiner Genesung beigetragen hat Na! ! Mach' weiterhin aufwärts! Gruß Alex


Ein Senryu von Chris:

Kühler Abschiedskuss
Heute schon Vergangenheit
Urlaubsromanze
 
14.09.2010 11:38 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ars_vivendi

Mitglied seit 09.01.2009
8.898 Beiträge (ø5,58/Tag)

Vergänglichkeit

Daß Alles uns so rasch vorübereilet
Und sich die Zeit nicht läßt in Fesseln schlagen,
Es war mir nimmermehr ein Grund zu klagen,
Wenn ich im Kreis der Fröhlichkeit verweilet.
Denn öfter noch hat mir es Trost ertheilet,
Wenn auf der Seele tiefe Schatten lagen;
Der bangen durft' ich dann vertrauend sagen:
Getrost! Der Sand verrinnt, die Wunde heilet.
So hofft' ich stets dem jungen Lenz entgegen,
War ich vom Frost des Winters kalt umschauert,
Und sah mit Ruh den Herbst ins Grab sich legen.
Nur Eines hab' ich immer tief betrauert,
Daß auch die schönste Blum' auf unsern Wegen,
Die Liebe selbst nur zwei Minuten dauert.

Emanuel Geibel (1815-1884)


Gruß Alex
 
14.09.2010 12:33 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Juulee

Mitglied seit 19.10.2005
10.680 Beiträge (ø3,85/Tag)

Senryu:

Würfel des Lebens
Vergängliches Spiegelbild
Tribut und Kismet





Spotte nicht mit der Eule, das ist auch ein Vogel.
You have to go on and be crazy
 
14.09.2010 13:08 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ringelmomo

Mitglied seit 24.06.2007
4.985 Beiträge (ø2,31/Tag)

Alex, regelrecht aus dem Bett gefallen Na!


Ein Rauch verweht,
ein Wasser verrinnt,
eine Zeit vergeht,
eine neue beginnt

Joachim Ringelnatz

Grüße
helmut Lachen
 
14.09.2010 13:08 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
4.729 Beiträge (ø3,11/Tag)

Was dann?

Wo wird es bleiben,
Was mit dem letzten Hauch entweicht?
Wie Winde werden wir treiben -
Vielleicht!?

Werden wir reinigend wehen?
Und kennen jedes Menschen Gesicht.
Und jeder darf durch uns gehen,
Erkennt aber uns nicht.

Wir werden drohen und mahnen
Als Sturm,
Und lenken die Wetterfahnen
Auf jedem Turm.

Ach, sehen wir die dann wieder,
Die vor uns gestorben sind?
Wir, dann ungreifbarer Wind?
Richten wir auf und nieder
Die andern, die nach uns leben?

Wie weit wohl Gottes Gnade reicht.
Uns alles zu vergeben?
Vielleicht? - Vielleicht!

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

--------------------------------------------------------------

Tröstung

Was im weinenden Auge mir oft die Tränen zurückhält,
Ist ein spielendes Kind oder ein Vogel im Flug.

Justinus (Andreas Christian) Kerner (1786 -1862)

Dana
 
14.09.2010 14:59 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
4.729 Beiträge (ø3,11/Tag)

LachenLachen Dann mache ich mal weiter,ich möchte, dieses für mich ,sehr schöne Gedicht noch schnell einstellen,bevor ich mich mit einer widerlichen Person abgeben muss LachenLachen das tat gut,am liebsten hätte ich noch schnell einige Schimpfwörter dazugeschrieben LachenLachenLachen

Der Liebe Dauer

O lieb' so lang' du lieben kannst,
O lieb' so lang' du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst.

Und sorge, dass dein Herze glüht
Und Liebe hegt und Liebe trägt,
So lang' ihm noch ein and'res Herz
In Liebe warm entgegenschlägt.

Und wer dir seine Brust erschließt,
O tu' ihm, was du kannst, zu lieb,
Und mach' ihm jede Stunde froh,
Und mach' ihm keine Stund trüb!

Und hüte deine Zunge wohl,
Bald ist ein böses Wort gesagt.
„O Gott, es war nicht bös' gemeint!"
Der And're aber geht und klagt.

O lieb', so lang' du lieben kannst,
O lieb', so lang' du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst.

Dann kniest du nieder an der Gruft
Und birgst die Augen, trüb und nass, -
Sie seh'n den Andern nimmermehr, -
In's lange, feuchte Kirchhofsgras.

Und sprichst: „O schau auf mich herab,
Der hier an deinem Grabe weint!
Vergib, dass ich gekränkt dich hab',
O Gott, es war nicht bös' gemeint!"

Er aber sieht und hört dich nicht,
kommt nicht, dass du ihn froh empfängst;
Der Mund, der oft dich küsste, spricht
Nie wieder: „Ich vergab dir längst!"

Er tat's, vergab dir lange schon,
Doch manche heiße Träne fiel
Um dich und um dein herbes Wort.
Doch still - er ruht und ist am Ziel.

O lieb', so lang' du lieben kannst,
O lieb', so lang' du lieben magst!
Die Stunde kommt, die Stunde kommt,
Wo du an Gräbern stehst und klagst.

Ferdinand Freiligrath (1810-1876)

Dana Küsschen
 
14.09.2010 15:33 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

villamirka

Mitglied seit 03.07.2008
1.634 Beiträge (ø0,91/Tag)

Ich war ein Blatt an
grünem Baum,
von Lüften lind
umfangen,
und bin im Wind, im
Wellenschaum
vergangen.

Ich war ein Licht, gab
hellen Schein
und sprühte goldne
Funken;
im Dunkel ist die
Flamme mein
versunken.

Ich war ein Hauch, ich
war ein Ton
von Lust und Schmerz
durchdrungen;
nun ist es still, nun bin
ich schon
verklungen.

Peter Cornelius 1824-1874

LG Claudia
 
14.09.2010 16:35 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Anne_Can

Mitglied seit 09.05.2009
1.094 Beiträge (ø0,74/Tag)

Guten Tag alle zusammen,


Vergänglichkeit

Flugsand der Stunden. Leise fortwährende Schwindung
auch noch des glücklich gesegneten Baus.
Leben weht immer. Schon ragen ohne Verbindung
die nicht mehr tragenden Säulen heraus.

Aber Verfall: ist er trauriger als der Fontäne
Rückkehr zum Spiegel, den sie mit Schimmer bestaubt?
Halten wir uns dem Wandel zwischen die Zähne,
daß er uns völlig begreift in sein schauendes Haupt.

Rainer Maria Rilke


Liebe Gruesse

Anne
 
14.09.2010 16:40 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Dyani

Mitglied seit 21.05.2009
1.505 Beiträge (ø1,03/Tag)

Hallo zusammen,

Vergangen

Ich denke hin, ich denke her,
Mein Sinn wird trüb, mein Herz wird schwer,
Meine Seele faßt ein Bangen;
O sagt, wo ist die süße Zeit,
Voll Liebeslust und Seligkeit?
Vergangen, ach vergangen!

O sagt, wo ist der gold'ne Tag,
Da ich an seinem Herzen lag,
Von seinem Arm umfangen,
Da mir die schönste Thrän' entquoll,
Die Brust von Lieb und Wonne schwoll?
Vergangen, ach vergangen!

O sagt, wo ist die schöne Stund',
Da ich an seinem trauten Mund
Voll Himmelslust gehangen,
Da ich ihm tief in's Aug geschaut,
Ihm Alles, Alles anvertraut?
Vergangen, ach vergangen!

Ich denke hin, ich denke her,
Mein Sinn wird trüb, mein Herz wird schwer,
Meine Seele faßt ein Bangen;
O sagt, wo ist mein ganzes Glück?
Ach Gott, es kehrt wohl nie zurück,
Vergangen bleibt vergangen! (S. 58-59)

Marie Eugenie Delle Grazie (1864-1931)

******************************
Bedenke stets, dass alles vergänglich ist,
dann wirst Du im Glück nicht zu fröhlich und im Leid nicht zu traurig sein.
Sokrates

Herzliche Grüße
Ina
 
14.09.2010 16:56 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
4.729 Beiträge (ø3,11/Tag)

Des Lebens Freuden

Des Lebens Freuden sind vergänglich.
Das Hühnerauge bleibt empfänglich,
wie dies sich äußert, ist bekannt,
krumm wird das Bein und krumm die Hand.
Die Augenlider schließen sich,
das linke ganz absonderlich.
Dagegen öffnet sich der Mund,
als wollt er flöten, spitz und rund.
Zwar hilft so eine Angstgebärde
nicht viel zur Linderung der Beschwerde.
Doch ist sie nötig jederzeit
zu des Beschauers Heiterkeit.

Wilhelm Busch, (1832 - 1908)

Einen schönen Abend wünscht euch,Dana LachenKüsschen
 
14.09.2010 17:31 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

katzemurna

Mitglied seit 03.08.2006
2.310 Beiträge (ø0,93/Tag)

ach ihr ward wieder so fleissig ...so viele schöne Sachen zu lesen Küsschen

"Alles geht vorüber".
Wie unterschiedlich ist doch die Bedeutung dieses Satzes!
In einer glücklichen Stunde wirkt er ernüchternd.
Angesichts von Kummer und Schmerz hingegen, tröstlich.
von Abraham Lincoln


und mein Senryu für heut:

Sternschnuppen fallen
Feuerwerk des Meteors
Vergängliches Licht


Gedichte Sprüche 14 09 2010 380554777Gedichte Sprüche 14 09 2010 3847291766
 
14.09.2010 17:47 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ars_vivendi

Mitglied seit 09.01.2009
8.898 Beiträge (ø5,58/Tag)

So farbenfroh,
so federleicht,
so voller Knistern,
voller Schweben,
so voller letzter Glut,
so voll Vergänglichkeit -
Du meine Liebe -
Herbst.

© Annette Gonserowski
Mit freundlicher Genehmigung der Autorin!


Gedichte Sprüche 14 09 2010 3855913375



Gruß Alex
 
14.09.2010 19:02 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ringelmomo

Mitglied seit 24.06.2007
4.985 Beiträge (ø2,31/Tag)

Sehnsucht ist wohl nie vergänglich.... Küsschen

Sehnsucht

Ihre Arme umschlingen den Mondenschein
Und ringen nach den Sternen,
Die Augen wühlen sich in die Nacht,
in kalte leblose Fernen.
Und es umkrallt die bettelnde Hand
Den tauben Stein, den toten Sand,
zermalmt von verzweifeltem Sehnen.
Ertrinkend in Sehnsucht und Tränen.

Max Dauthendey

helmut Küsschen
 
14.09.2010 21:22 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

katzemurna

Mitglied seit 03.08.2006
2.310 Beiträge (ø0,93/Tag)

nein Helmut, die ist nie vergänglich Na!...

der tag neigt sich zu Ende und ist fast vergangen.....bis morgen ihr Lieben

Du siehst die leuchtende Sternschnuppe nur dann,
wenn sie vergeht.
Friedrich Hebbel

Gedichte Sprüche 14 09 2010 380554777Gedichte Sprüche 14 09 2010 3847291766
 
14.09.2010 21:58 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Bietola

Mitglied seit 30.04.2004
750 Beiträge (ø0,23/Tag)

Hallo, habe eben den Thread nochmal in Ruhe durchgelesen und mit Schrecken festgestellt, dass meine beiden Gedichte total durcheinander geraten sind. Hatte sie nebeneinander gestellt, das geht wohl nilcht. Bitte um Entschuldigung, falls einer es bemerkt hat. LG Bietola
 
14.09.2010 23:07 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
4.729 Beiträge (ø3,11/Tag)

LachenLachen Bietola,war doch cool LachenLachen ,ich habe nichts bemerkt LachenKüsschen

Vergänglichkeit

Vergänglich ist das festeste im Leben
Was trauerst du, dass Liebe auch vergeht?
Lass sie dahin in's Reich der Zeiten schweben,
Leicht, wie des Lenzes Blütenhauch verweht.

Doch halte fest ihr Schattenbild im Herzen,
Und segne dennoch freudig Dein Geschick,
Schließt auch sich eine Reihe bittrer Schmerzen
An deines Glückes kurzen Augenblick.

Du hast gelebt, denn Liebe nur ist Leben!
Sie nur allein webt um den dunklen Traum,
Dem wir den Nahmen unsers Daseins geben,
Der höchsten Wonne glanzerfüllten Saum.

So zürne nicht des Schicksals finstern Mächten,
Wenn sie des Lebens Sonne dir entziehn.
Nicht ewig lässt sie sich in unsre Bahn verflechten,
Ach, sei zufrieden, dass sie einst dir schien.

Charlotte von Ahlefeld (1781-1849)

Gute Nacht
Dana LachenKüsschen
 
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