Gedichte und Sprüche zum Rosenmontag 2010

15.02.2010 00:03 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

jd140224

Mitglied seit 24.06.2007
4.985 Beiträge (ø1,9/Tag)

Hallo Ihr Lieben,

Ich eröffne heute mit Reisen....am liebsten nach Italien.....Florenz, Toscana


Flucht nach Toskana

Wie flog der Wagen leicht dahin,
Seit hinter mir der Apennin,
Seit jeder Pfad, auf dem er flog,
Ins Arnotal hinunterbog!
Olivenhaine rings herum,
Wo manches schöne Tuskulum,
Umgeben von Zypressen, stand,
Verhießen mir ein mildres Land,
Ein Volk, das immer fröhlich singt,
Und dessen Sprache süßer klingt.

Nie laßt mich wiedersehn, o nie
Die nebelreiche Lombardie,
Wo winterlich der Flüsse Qualm
Umdampft den dürren Stoppelhalm,
Und über ebne Flächen weit
Sich legt die dicke Feuchtigkeit!
Wie prächtig Mailand auch, wie groß,
Es liegt der Finsternis im Schoß,
Und seiner breiten Straßen Glanz,
Was frommt er ihm? Der Scala Tanz,
Den alten, marmorblanken Dom
Beneiden ihm Florenz und Rom;

Doch wo's so finster ist und kalt,
Welch quälerischer Aufenthalt!
Wer wollte nicht, um ihn zu fliehn,
Hoch über die Gebürge ziehn,
Hinab zur schönen Stadt gekehrt,
Die einst der Welt so viel gelehrt?
Du bist mir im Dezember Lenz,
Du milder Himmel von Florenz!
Paläste, grüne Haine ziert
Der Arno, welcher nie gefriert,
Und über ihm, so schön und breit,
Die Brücke der Dreifaltigkeit.

August Graf von Platen

kommt mit
helmut
 
15.02.2010 00:39 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Dyani

Mitglied seit 21.05.2009
1.944 Beiträge (ø1,01/Tag)

Schönes Thema hast Du ausgesucht Helmut, und wieder meine Sehnsucht nach Italien entfacht…

Von allen schönen Städten dieser Welt
kommt keine gleich Florenz. Es ist ein Edelstein
Von reinstem Glanz. Welch strahlend Licht
Schien auf, als es hervorbrach aus dem Dunkel!
Schau es von innen, schau's von aussen;
es ist und bleibt ein Wunderwerk!
Samuel Rogers *1763 †1855

Wieviel Schönheit erfährt man, wenn man an einem lieblichen klaren Morgen
von einer Anhöhe auf Florenz hinabblickt! Da liegt es vor uns in dem sonnendurchfluteten Tal, durchflossen von dem sich dahinwindenden Band des Arno und eingeschlossen von schwellenden Hügeln. Seine Kuppeln Türme und Paläste erheben sich aus der üppigen Landschaft
als eine riesige schimmernde Masse und glänzen in der Sonne wie Gold.
Charles Dickens (1812-1870)

Wünsche Dir und allen Kommenden eine gute Nacht und einen schönen Tag
Lieben Gruß von Ina
 
15.02.2010 00:44 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

CheErnestoRafael

Mitglied seit 20.10.2007
6.661 Beiträge (ø2,65/Tag)

Momo, dann reise ich mal
...mit Rainer Maria Rilke nach Venedig

San Marco

In diesem Innern, das wie ausgehöhlt
sich wölbt und wendet in den goldnen Smalten,
rundkantig, glatt, mit Köstlichkeit geölt,
ward dieses Staates Dunkelheit gehalten

und heimlich aufgehäuft, als Gleichgewicht
des Lichtes, das in allen seinen Dingen
sich so vermehrte, dass sie fast vergingen -.
Und plötzlich zweifelst du: vergehn sie nicht?

und drängst zurück die harte Galerie,
die, wie ein Gang im Bergwerk, nah am Glanz
der Wölbung hängt; und du erkennst die heile

Helle des Ausblicks aber irgendwie
wehmütig messend ihre müde Weile
am nahen Überstehn des Viergespanns.

... und damit gute Nacht und schöne Träume Euch allen.
Grüß-Ché
 
15.02.2010 00:55 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

veilchen1958

Mitglied seit 03.04.2007
5.253 Beiträge (ø1,94/Tag)

Einen schönen Guten Morgen, Helmut, Ina und Ché, und ein herzliches Grüß Gott Allen, die heute noch hier vorbeischauen werden !

Ganz gleich, wohin die Reise gehen soll .....

Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur,
Darum, Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist's ! Reise, reise !


Wilhelm Busch

Ich wünsche Euch eine Gute Nacht, und .....

Selbst ein Meer von Träumen hat ein anderes Ufer.
Unbekannt

Vielleicht führt es an unser Traumziel ! na dann...

Liebe Grüße Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 922133768

Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 80758773
 
15.02.2010 01:30 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

sospro

Mitglied seit 10.02.2008
1.052 Beiträge (ø0,44/Tag)

einen schönen guten morgen euch allen und einen guten start in die neue woche.

Florenz

Florenz! Du blühende Toskanerin!
Der Blumen Stätte und der Städte Blume!
Wie könnt' ich dienen dir zu deinem Ruhme,
Ich, der ich nur ein stiller Träumer bin?

Ja, wäre Kraft in meiner Seele drin
Von Michelangelos Gigantentume,
Ach, oder nur die Kraft des Beccafume,
Ich schüfe dich als Himmelskönigin.

In deiner ganzen Frauenschönheit Prangen,
Die Kunst, die göttliche, auf deinen Knien
Als welterlösunglächelndes Bambino,

Und rings dein Bild von Blumen überhangen -
So schüf' ich dich! Und drunter schrieb' ich hin:
"Madonna dei fiori nell' giardino".

Anton Alfred Noder


Liebe Grüße Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 3162308156
Carpe diem! Nutze den Tag!
 
15.02.2010 05:38 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

sospro

Mitglied seit 10.02.2008
1.052 Beiträge (ø0,44/Tag)

Gondelfahrt

Horch, Mitternacht vorüber,
Die Straßen menschenleer!
Vom Mondlicht übergossen
Paläste, Kirchen, Meer!

Willst du Venedig schauen,
Nur jetzt versäum’ es nicht!
Das ist die wahre Stunde,
Das ist das wahre Licht!

Die Marmorbilder leben,
Paläste ragen licht!
Wie riesige Silbertafeln
Mit großer Thaten Bericht.

Willst du dich freu’n der Liebe,
Versäume nicht ihr Gebot!
Die Gondel sei ihre Wiege,
Der Mond ihr Morgenroth!

Umrauscht von der Vorzeit Schauern
Die blühende Gegenwart
Mit liebendem Arm umschlingen,
Welch schöne Gondelfahrt!

Weinst du auch manche Thräne
Auf der Vergangenheit Grab,
Schnell trocknet mit weißem Händchen
Die Gegenwart dir sie ab.

Anastasius Grün



Liebe Grüße Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 3162308156
Carpe diem! Nutze den Tag!
 
15.02.2010 06:02 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ars_vivendi

Mitglied seit 09.01.2009
10.896 Beiträge (ø5,28/Tag)

Einen schönen guten Morgen Euch allen,

Toskana

Wintertag

Olivenblätter sind noch leichter als ihr Schatten.
Ihr Silberschimmern spiegelt sich in Luft und Licht.
Im Wind, im klaren Tag ist etwas vom Ermatten,
Das Blau verrauscht, zu frieren wagt es aber nicht.

Entirdischt wissen Bleichgebirge, schmerzzerbrochen:
Der Himmel überhimmelt sich mit Milch und Gold.
Du kannst auf diesen Höhen keine Seele unterjochen,
Schon tat das Land, was Gott der Herr von ihm gewollt.

Viel leuchtender als Silber sind Olivenblätter.
Von Silberungen wird das nasse Tal durchschwirrt.
Die Hügel perlen blaß, die Mulden sanftvioletter.
Dort wogt der Krokus auf, so wie es Sonne wird.

Theodor Däubler


Gruß Alex
 
15.02.2010 06:28 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
6.724 Beiträge (ø3,39/Tag)

Guten Morgen!


Ich bin den ganzen Tag in Florenz herumgeschlendert, mit offenen Augen und träumendem Herzen. Sie wissen, das ist meine größte Wonne in dieser Stadt, die mit Recht den Namen la bella verdient. Wenn Italien, wie die Dichter singen, mit einer schönen Frau vergleichbar, so ist Florenz der Blumenstrauß an ihrem Herzen.

Heinrich Heine, (1797 - 1856)


Venedig

An der Brücke stand
jüngst ich in brauner Nacht.
Fernher kam Gesang:
goldener Tropfen quoll's
über die zitternde Fläche weg.
Gondeln, Lichter, Musik -
trunken schwamm's in die Dämmerung hinaus.
Meine Seele, mein Saitenspiel,
sang sich, unsichtbar berührt,
heimlich ein Gondellied dazu,
zitternd vor bunter Seligkeit.
- Hörte jemand ihr zu?...

Friedrich Wilhelm Nietzsche, (1844 - 1900)


Lieben Gruß
Dana
 
15.02.2010 07:07 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

jd140224

Mitglied seit 24.06.2007
4.985 Beiträge (ø1,9/Tag)

Guten Morgen Ina, Che Viola, Petra, Alex und Dana, und die Langschläfer

An Eine

Eine wie du
Keine wie du
Einmalig unersetzbar
Bleibt bei dir mein Herz

Vom Norden zum Süden,
du und ich
reise reise leise
hörst du Sehnsucht rufen

Wellen rauschen
Durch dich durch mich
Schäumen wenn sie stürzen
Löschen Liebe nicht

In Gedanken gefangen
Als wären wir eins
Über Meilen weit
Oft dasselbe gleich

Niemals ein Ende
Von Ewigkeit umfangen
Tragen der Liebe Flügel
Herzklopfen in dich und mich

Copyrigth ringelmomo
 
15.02.2010 07:20 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Bodale

Mitglied seit 14.05.2006
886 Beiträge (ø0,29/Tag)


Guten Morgen an alle und einen tollen Rosenmontag,

Italien... da darf für mich natürlich dies Gedicht nicht fehlen:

Mignon
Kennst du das Land,
wo die Citronen blühn,
Im dunkeln Laub die
Gold-Orangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen
Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der
Lorbeer steht,
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Möcht' ich mit dir, o mein
Geliebter, ziehn.

Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach,
Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
Was hat man dir, du armes Kind, getan?
Kennst du es wohl? Dahin!
Dahin möcht' ich mit dir,
O mein Beschützer, ziehn.

Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
Das Maultier such im Nebel seinen Weg,
In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut;
Es stürzt der Fels und über ihn die Flut.
Kennst du ihn wohl? Dahin!
Dahin geht unser Weg!
O Vater, laß uns ziehn!


Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832)

es grüßt
Bodale
 
15.02.2010 07:23 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Princess75

Mitglied seit 18.08.2009
287 Beiträge (ø0,16/Tag)

Allen die heut Rosenmontag feiern wünsche ich eine tolle Zeit 11.11.11:11
hier bei mir im Norden ist ja am Karneval nicht so angesagt.
es grüsst die Prinzessin
 
15.02.2010 07:33 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ars_vivendi

Mitglied seit 09.01.2009
10.896 Beiträge (ø5,28/Tag)

Zwei Senryu von C.

Bella Venezia
Touristenscharen stören
Bleikammern warten


Na dann ciao Na! !

Warten auf Kundschaft
Gigolos mit Goldkettchen
O sole mio
 
15.02.2010 07:54 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
6.724 Beiträge (ø3,39/Tag)

Der Granatbaum

Fern vom Granatenhaine
Steht ein Granatenbaum,
Er grünt und blüht ganz einsam
Hart an des Meeres Saum.

Und ob ihm aus der Erde
Auch Keim und Nahrung quoll,
Doch neigt er Stamm und Aeste
Zum Meere sehnsuchtsvoll.

Er spiegelt sich so gerne
Im klaren Wellenschein,
All' seine Blüthen und Blätter
Streut er in's Meer hinein.

Ach, was am meisten schade,
Die saft'gen Aepfel von Gold,
Es streut in's Meer sie alle,
Auf's Land nicht Einer rollt!

Dies Thun nimmt mich nicht Wunder
Doch wundert Eins mich, traun:
Daß man den Nutzenlosen
Nicht längst schon umgehaun. -

Seejungfraun haben die Blüthen
Froh ihren Locken gesellt,
Und spielen mit goldnen Aepfeln
Der lichten Oberwelt.


Anastasius Grün . 1806 - 1876

Dana
 
15.02.2010 07:55 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Juulee

Mitglied seit 19.10.2005
12.266 Beiträge (ø3,79/Tag)

Moinsche an Alle Lachen



Auf der Reise

"Nun leb wohl, Glück auf die Reise!"
- Danke! Grüß von mir zu Haus! -
Und auf eisernem Geleise
Rollend, schnaubt der Zug hinaus:

Daß die Nähe schnell zur Ferne,
Fernes nah im Zuge wird;
Weilte oft das Auge gerne,
Wo es nur im Fluge irrt.

Also wechseln vielfach täglich
Berge, Thäler, Wald, Gefild -
Nur ein Bild steht unbeweglich
Ueber mir: - der Sonne Bild!

Viele Menschen gehn und kommen,
Drängen sich herein, hinaus;
Hat der Eine Platz genommen,
Springt der Andre wieder aus.

Und in jedem Dorfe, Städtchen,
Hübsche Mädchen, schmucke Fraun -
Schmucker Frauen, hübscher Mädchen
Giebt es viel in deutschen Gaun.

Doch sie kommen, schwinden täglich
Mir, wie Berg, Thal, Wald, Gefild -
Nur Ein Bild steht unbeweglich
Stets vor mir: Dein liebes Bild!
Friedrich von Bodenstedt (1819-1892)




Es ist gar schön an einem Orte fremd sein,
und doch so notwendig, eine Heimat zu haben.

Goethe





traurig ich kann heut nicht zum Rottweiler Narrensprung und bin ein bisschen traurig drüber. Ist nämlich "sonst" immer mein Reiseziel am Rosenmontag! traurig


Juulee


Spotte nicht mit der Eule, das ist auch ein Vogel.
You have to go on and be crazy
 
15.02.2010 08:22 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

horstundanita

Mitglied seit 25.12.2007
5.180 Beiträge (ø2,12/Tag)

Guten Morgen zusammen,

Punta di Portofino

Du Vorgebirg mit strahlenden Agaven,
wo honigtriefende Trauben die Oliven
durchschlingen; die türkisenblauen Tiefen
des Meers in steilen Pinienbuchten schlafen!

Die schaumgewaschne Flanke deiner Laven
- nicht mehr aus Stein - in flüssigem Golde flimmernd,
smaragden in den Meergrund weiterschimmernd,
ertönt vom Lichtgesange der Seraphen,

die silbern überm Brandungsdonner schweben ...
O, du bist hergeträumt von armen Schemen
im Nebelland, die mit den Diademen

des Traums gekrönt, geschlossnen Auges leben
und Lapislazuliterrassen schauen,
wo meerentsteigend deine rosigen Frauen
unter den Palmen der Vollendung schweben...

Leo Sternberg . 1876 - 1937


Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen.
 
15.02.2010 08:24 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

sospro

Mitglied seit 10.02.2008
1.052 Beiträge (ø0,44/Tag)

In nur einigen Minuten glitten wir anmutig hinaus auf den Canale Grande, und vor uns lag im milden Licht des Mondes das Venedig der Poesie und Romantik. Unmittelbar am Rand des Wassers wuchsen lange Kolonnen imposanter Paläste aus Marmor empor: rasch glitten Gondeln zu diesem oder jenem Ort und verschwanden unvermittelt in nicht geahnten Toren und kleinen Kanälen: mächtige Brücken aus Stein legten ihre Schatten auf das Glitzern der Wellen...
Über das Wasser wehte Musik herüber – Venedig war vollkommen. Es war ein bezaubernder Anblick – überaus weich und verträumt und schön.
Mark Twain, (1835 - 1910)



Liebe Grüße Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 3162308156
Carpe diem! Nutze den Tag!
 
15.02.2010 08:32 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
6.724 Beiträge (ø3,39/Tag)

Auf dem Wege nach Rom

Auf dem Wege nach Rom unter Pinien fand ich ein Mädchen -
Oder war es ein Weib? - eng einen Säugling im Arm.
Lieblich war sie und voll; unter herrlichen römischen Flechten
Formt sich zum reinsten Oval blühend ihr schönes Gesicht;
Unter geschwungenen Brau'n bedrohten mich feurig zwei Augen,
Wie ich schönere nie, auch nicht im Traume, gesehn.
Unter Pinien saß sie und drückte den lächelnden Knaben
- Fühlt' er die Wonne des Orts? - fest an die wogende Brust.
Armes Jahrhundert, wo zögert dein Raffael, dacht' ich, im Grünen
Sitzt hier das schönste Modell, harrend der göttlichen Kunst!
Und ich saß neben ihr. "Ein Dichter bin ich aus Deutschland,
Auf dem Wege nach Rom hat mich die Sonne verwirrt."
Und sie blitzte mich an: "So schließe die Augen, du Armer!"
- "Grausame, neidest du mir, was mich, vernichtend, beglückt?"
Und ich legte den Arm um ihre Schultern; ein Weilchen
Fühlt' ich den göttlichen Leib warm an der pochenden Brust.
Da erwachte das Knäblein; und sie, vom Moos sich erhebend,
Reichte es lachend mir hin: "Sing' mir den Knaben in Schlaf!
Aus dem sprudelnden Quell im Walde bring' ich den Trunk dir,
O, er sänftigt dein Blut!" Sprach's und verschwand im Gebüsch.
Auf dem Wege nach Rom unter Pinien saß ich und wiegte -
Sehnsucht füllte mein Herz - singend das Kindlein in Schlaf.
Und ich sang und sang und wiegte Eia popeia,
Doch das römische Kind weinte zum rauhen Gesang.
Strampelnd streckt es die Händchen aus seinem ärmlichen Kissen,
Plötzlich, wie ist mir geschehn?, strampelt sich Amor heraus!
Und er schwebt über mir und zwinkert lustig die Äuglein:
"Ach, ich kenne dich wohl, deutscher Dichtergesell!
Erst mit Eia popeja beschwichtigt ihr schläfrig den Knaben,
Fliegt euch Amor vorbei, - macht ihr ein dummes Gesicht!"
Lächelnd flog er davon. Und lachend klang's aus dem Walde,
Wie ein Echo: "Was macht der für ein dummes Gesicht!"


Hugo Salus . 1866 - 1929
 
15.02.2010 08:41 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

horstundanita

Mitglied seit 25.12.2007
5.180 Beiträge (ø2,12/Tag)

Monte Baldo

Der Efeu wuchert, perlende Glyzinien
Umrieseln alle Mauern, Gold versprühn
Orangenbäume, die Agaven blühn,
Und junge Reben duften in den Vignen.

Hier ist der Süden: Bambus, Palmen, Pinien,
Hier ist der Sommer: tollstes Sonnenglühn!
- Und hoch darüber zeichnet kühl und kühn
Der Monte Baldo seine großen Linien.

Dort ist der Norden: Steine, Schnee und Schweigen,
Dort ist der Winter: kahl und kalt und weiß!
So stehn sie stumm einander gegenüber

Als wollten sie in einem Bilde zeigen
Das Leben unten, toll und bunt und heiß,
Und schweigend, kühl und nah den Tod darüber.

A. De Nora . 1864 - 1936


Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen.
 
15.02.2010 09:22 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
6.724 Beiträge (ø3,39/Tag)

Gondoliere.

Singe mir, Prediletto,
singe mir heut das Lied,
das mir so süß und leise
oft durch die Seele zieht.
Hast es dereinst gesungen,
Frühling lag über der Welt,
Sonnenschein über dem Meere,
schimmernd und glanzerhellt.
Da hört ich die frohe Weise
von dir zum ersten Mal,
in deinen wehenden Locken
fing sich ein Sonnenstrahl – –
Die Jahre kommen und gehen,
Frühling und Liebe verblüht –
singe mir, Prediletto,
singe mein Lieblingslied.

Leise nur rauschten die Wellen –
des warmen Südwinds Hauch
glühte uns Lippen und Wangen,
glühte die Herzen auch
Wonniger dünkt mich heute,
seliger noch die Welt,
wenn sich zur Mandolinata
ein Wort der Liebe gesellt.
Wenn die schimmernde Mondflut
über dem Lido liegt
und der heilige Zauber
über die Seele fliegt. –
Sing mir die zaubrische Weise,
ehe die Mondnacht entflieht,
sing mir, o Prediletto,
Singe mein Lieblingslied.

Leon Vandersee
 
15.02.2010 09:23 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Juulee

Mitglied seit 19.10.2005
12.266 Beiträge (ø3,79/Tag)

Storch

Das ist der vielgereiste Tourist
Herr Storch, der heimgekehrte,
Mit langen, stolzen Schritten mißt
Des Daches First der Werthe.

Er trägt, wie's Wandrerart gebot,
Ein weißes Blousenhemde
Nebst hohen Stiefeln von Juchten roth,
Und preist die schöne Fremde:

"Da wären wir wieder, da wohnen wir
Grad' über dem Stall der Rinder!
Prophet in der Heimath, bin ich hier
Das Spiel der Bauernkinder.

"In Rom wohnt' ich auf dem Vatikan,
Sah wandeln den Pabst im Garten,
Da wuchsen, seht eure Kürbiss' an,
So groß der Orangen Arten.

"Vom Rhein war böse Post gerad',
Der Pabst in Sinnen verloren;
Ich gab ihm einen guten Rath,
Er mir den Orden vom Sporen.

"Auch hatt' er drob mir keinen Verdruß,
Als ich ihm in Einem Sitze
Vor Durst aussoff den Tiberfluß,
So groß ist dort die Hitze.

"Am Aetna schnell vorüber ging's,
Zwei sah ich um Schwefel streiten;
Ich schaute rechts, ich schaute unks,
Es stank auf beiden Seiten.

"Als über das blaue Meer ich zog,
Da flaggten mir alle Schiffe,
Ihr Donner zum Ehrengruß mir flog
Weithin an Gestad' und Riffe.

"In Syrien fand ich ein irres Heer,
Verhungernd, versprengt in der Wüste;
Ich flog vor ihm durch des Sandes Meer
Als Führer zu Mizraims Küste.

"Da lag der Feldherr todeskrank,
Zu Ende mocht' es eilen;
Des Vetters Ibis Kunst sei Dank,
Die mich gelehrt, ihn zu heilen!

"Mit weißem Bart der alte Paschah
Zum Großfeldscher mich ernannte,
Gab mir zur Lehn das Nilland da
Und was drin kroch, schwamm, rannte.

"Auf Pyramiden, bei fürstlicher Kost,
Durft' ich in Herrlichkeit thronen;
Mir huldigten Völker aus Süd und Ost,
Wie Göttern der Pharaonen."

Den Reisebericht indessen erklärt
Frau Storchin den Nachbarinnen:
"Am Nil hat er ein Würmlein verzehrt,
Den Tiber - sah er rinnen."
Anastasius Grün (1806-1876)





Spotte nicht mit der Eule, das ist auch ein Vogel.
You have to go on and be crazy
 
15.02.2010 10:01 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Dyani

Mitglied seit 21.05.2009
1.944 Beiträge (ø1,01/Tag)

Ein fröhliches "Guten Morgen" in die Reiserunde..., genießt den Tag!

Mit Handbüchern und Karten bewaffnet, bis an den Hals mit Vorstudien gestopft, antiquarischen, künstlerischen, topographischen, sprachlichen und was weiß ich noch, so machte man sich auf den Weg, bildungshungrig und museumssüchtig, um dann Stadt für Stadt, Kirchen, Kapellen und Campi santi, Denkmäler und Galerien abzuweiden, methodisch und hastig, gewissenshalber; ob auch Füße und Augen den Dienst versagten, ob Seele und Körper einhellig nach Ruhe lechzten. Das hieß man Genuß und nannte es Belehrung. Über den Genuß läßt sich nicht streiten, aber die Belehrung? Mit dieser sah es oft fraglich aus. "Wo war es doch? War es nicht in Rom? Oder war es in Genua? Nein, richtig, in Siena war's." Rom, Genua, Siena, alles ein Cinquecento .
Carl Spitteler (1845 - 1924)

Du kannst Dir gar nicht vorstellen, welche Sehnsucht und Lust zu reisen ich habe.
Carl Spitzweg (1808 - 1885)

...bin gespannt, wohin es noch geht Na!
Herzlichst Ina
 
15.02.2010 10:19 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ars_vivendi

Mitglied seit 09.01.2009
10.896 Beiträge (ø5,28/Tag)

Gardasee

Von all den wunderschönen Sommertagen,
Die mich an deinem Strand so tief entzückt,
Hat mich kein einziger - soll ich's beklagen? -
Im Neuerlebnis eines Lieds beglückt.

Wollt' ich in Verse mein Erinnern gießen,
Wer weiß, was ich von meinem Glück verlier'!
So brauch' ich nur die Lider fest zu schließen,
Und hab' noch all die Pracht in mir, in mir!

Hugo Salus, 1866 - 1929


Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 216988271


Gruß Alex
 
15.02.2010 10:24 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
6.724 Beiträge (ø3,39/Tag)

Alex,oh man, herrlich!!Danke,tolles Foto Küsschen

Auf dem Canal grande

Auf dem Canal grande betten
Tief sich ein die Abendschatten,
Hundert dunkle Gondeln gleiten
Als ein flüsterndes Geheimnis.
Aber zwischen zwei Palästen
Glüht herein die Abendsonne,
Flammend wirft sie einen grellen
Breiten Streifen auf die Gondeln.
In dem purpurroten Licht
Laute Stimmen, hell Gelächter,
Überredende Gebärden
Und das frevle Spiel der Augen.
Eine kurze, kleine Strecke
Treibt das Leben leidenschaftlich
Und erlischt im Schatten drüben
Als ein unverständlich Murmeln.

LG
Dana
 
15.02.2010 10:45 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Gesine2101

Mitglied seit 26.12.2007
2.397 Beiträge (ø0,98/Tag)

Oder eine Reise zu sich selbst?

Ithaka

Brichst du auf gen Ithaka,
wünsch dir eine lange Fahrt,
voller Abenteuer und Erkenntnisse.
Die Lästrygonen und Zyklopen,
den zornigen Poseidon fürchte nicht,
solcherlei wirst du auf deiner Fahrt nie finden,
wenn dein Denken hochgespannt, wenn edle
Regung deinen Geist und Körper anrührt.
Den Lästrygonen und Zyklopen,
dem wütenden Poseidon wirst du nicht begegnen,
falls du sie nicht in deiner Seele mit dir trägst,
falls deine Seele sie nicht vor dir aufbaut.

Wünsch dir eine lange Fahrt.
Der Sommer Morgen möchten viele sein,
da du, mit welcher Freude und Zufriedenheit!
in nie zuvor gesehene Häfen einfährst;
halte ein bei Handelsplätzen der Phönizier
und erwirb die schönen Waren,
Perlmutt und Korallen, Bernstein, Ebenholz
und erregende Essenzen aller Art,
so reichlich du vermagst, erregende Essenzen;
besuche viele Städte in Ägypten,
damit du von den Eingeweihten lernst und wieder lernst.

Immer halte Ithaka im Sinn.
Dort anzukommen, ist dir vorbestimmt.
Doch beeile nur nicht deine Reise.
Besser ist, sie dauere viele Jahre;
und alt geworden lege auf der Insel an,
reich an dem, was du auf deiner Fahrt gewannst,
und hoffe nicht, dass Ithaka dir Reichtum gäbe.

Ithaka gab dir die schöne Reise.
Du wärest ohne es nicht auf die Fahrt gegangen.
Nun hat es dir nicht mehr zu geben.

Auch wenn es sich dir ärmlich zeigt, Ithaka betrog dich nicht.
So weise, wie du wurdest, und in solchem Maß erfahren,
wirst du ohnedies verstanden haben, was die Ithakas bedeuten.

Konstantinos Kavafis
29. April 1863 in Alexandria; † 29. April 1933


Liebe Grüsse
Gesine
 
15.02.2010 10:51 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

horstundanita

Mitglied seit 25.12.2007
5.180 Beiträge (ø2,12/Tag)

Italienfahrt

Der Meerbucht sanft geschwungne schöne Linie
Mit weißen Häusern bis herauf besetzt,
Dazwischen prächtig Zeder, Palme, Pinie,
Die jede grün das trunkne Auge letzt.

Das Meer noch tiefer blau als hoch der Himmel,
Und hier in all dem Grün und Märchenblau,
Das neidisch wie die Zeit kein Feind verstümmel´,
Des klassischen Theaters Wunderbau:

Ein Bild, in Farben, Worten nicht zu fassen!
Und drüber schickt den Rauchgruß übers Land
Der breite Bürger Aetna stumm gelassen,
Als hätt' er nie den Lavastrom entsandt.

Die Schönheit und ihr Feind! Seichte Gedanken,
Die, Schatten meinem Stift, die Sonne warf!
Ich scheuch' euch, sink' aufs Knie, um Gott zu danken,
Daß ich all dies als Schönheit schauen darf.

2. Madonna di Venezia

In all dem Schwelgen meiner nordischen Blicke,
In dieser Farbensymphonie Venezia,
(Ich bin zum Weinen glücklich, ernst zum Lachen,)
Verwirrt mich Närrischen ein Wunschgedanke:
Möcht' eine heutige Madonna malen,
Ich Frevler, venezianische Madonna;
Sie wär' wie alle ihre Schwestern hier
Klein, zierlich, mit dem liebsten Antlitz,
Mit Schelmenaugen, dunkel und doch strahlend,
Mit einem Schatten auf der Oberlippe,
In buntestem Gewand mit schwarzen Schleiern,
Aus viel zu hohen Stöckeln balanzierend,
Und würfe Blicke rings um sich auf jeden,
Sogar auf mich, der sie in hellsten Farben
In echt venezianischer Andacht malt.
Wie nenn' ich denn mein Bild? Ich nenn' es nicht
Santa Maria gloriosa, nein,
Madonna graziosa heiß' ich's,
Madonna veneziana. Und nun falt' ich
Die Künstlerhände zu der frömmsten Andacht
Und bete laut und doch beschämt verschwiegen:
Dank dir, mein Gott, daß ich kein Maler bin!

Hugo Salus


Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen.
 
15.02.2010 11:37 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

horstundanita

Mitglied seit 25.12.2007
5.180 Beiträge (ø2,12/Tag)

Lacrimae Christi

Wie des Rauches Silbersäumchen

Vom Vesuv den Himmel sucht!

Feigenbäumlein, Feigenbäumchen,

Und wie süß ist deine Frucht!

Und ein kühlender Zephir fächelt

Über den warmen Lavagrund,

Drauf die Madonna niederlächelt

Mit dem feingeschnitzten Mund.

Kommt ein lustiger Mönch gegangen

Mit dem vollen Tränenkrug;

Kommt ein Weib mit Purpurwangen

Und mit nächtlichem Lockenflug;

Schön ist's unter dem Feigenbaum,

Wo der Berg in Liebe brennt!

Drüben leuchten, wie ein Traum,

Ischia, Capri und Sorrent.

Sind ihre Locken die dunkle Nacht,

Ist seine Glatze der Mondenschein,

Und es können die Sternenpracht

Ihre glühenden Augen sein.

Also schaffen am hellen Tag

Sie die heimliche stille Nacht;

Was doch alles geschehen mag,

Wenn man's klug und sinnig macht!

Nur die hölzerne Madonne

Schmachtet in der heißen Sonne;

Daß auch sie genieße der Ruh,

Wirft das Weib ihr den Schleier zu.

Lachend über die See her blinken

Ischia, Capri und Sorrent –

Süß und selig ist zu trinken,

Was man Christi Tränen nennt!


Gottfried Keller (1819–1890)



Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen.
 
15.02.2010 12:24 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Bam-bina

Mitglied seit 17.01.2002
4.414 Beiträge (ø0,96/Tag)

......................Poseidon..................


Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 3301181926
 
15.02.2010 12:37 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

horstundanita

Mitglied seit 25.12.2007
5.180 Beiträge (ø2,12/Tag)

Zwischen Gaeta und Capua

Schöner und schöner
Schmückt sich der Plan,
Schmeichelnde Lüfte
Wehen mich an;

Fort aus der Prosa
Lasten und Müh,
Zieh' ich zum Lande
Der Poesie.

Goldner die Sonne,
Blauer die Luft,
Grüner die Grüne,
Würz'ger der Duft!

Dort an dem Maishalm,
Schwellend von Saft,
Sträubt sich der Aloe
Störrische Kraft!

Oelbaum, Cypresse,
Blond du, du braun,
Nickt ihr wie zierliche
Grüßende Frau'n?

Was glänzt im Laube,
Funkelnd wie Gold?
Ha, Pomeranze,
Birgst du dich hold?

Apfel der Schönheit!
Paris Natur
Gab dich Neapolis
Reizender Flur.

Ehrlicher Weinstock,
Nützest nicht bloß,
Schlingst hier zum Kranz den
Grünenden Schoß.

Ueberall Schönheit,
Ueberall Glanz!
Was bei uns schreitet,
Schwebt hier im Tanz.

Trotz'ger Poseidon!
Wärest du dieß,
Der drunten scherzt und
Murmelt so süß?

Und dieß, halb Wiese,
Halb Aether zu schau'n,
Es wär' des Meeres
Furchtbares Grau'n?

Hier will ich wohnen!
Göttliche du,
Bringst du, Parthenope,
Wogen zur Ruh?

Nun denn, versuch' es,
Eden der Lust,
Ebne die Wogen
Auch dieser Brust.

Franz Grillparzer . 1791 - 1872


Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen.
 
15.02.2010 12:38 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
6.724 Beiträge (ø3,39/Tag)

Danke Bina,für dich Küsschen Poseidon Küsschen

Poseidon

Die Sonnenlichter spielten
Über das weithinrollende Meer;
Fern auf der Reede glänzte das Schiff,
Das mich zur Heimat tragen sollte;
Aber es fehlte an gutem Fahrtwind.
Und ich saß noch ruhig auf weißer Düne,
Am einsamen Strand,
Und ich las das Lied vom Odysseus,
Das alte, ewig junge Lied,
Aus dessen meerdurchrauschten Blättern
Mir freudig entgegenstieg
Der Atem der Götter,
Und der leuchtende Menschenfrühling,
Und der blühende Himmel von Hellas.
Mein edles Herz begleitete treulich
Den Sohn des Laertes, in Irrfahrt und Drangsal,
Setzte sich mit ihm, seelenbekümmert,
An gastliche Herde,
Wo Königinnen Purpur spinnen,
Und half ihm lügen und glücklich entrinnen
Aus Riesenhöhlen und Nymphenarmen,
Folgte ihm nach in kimmerische Nacht,
Und in Sturm und Schiffbruch,
Und duldete mit ihm unsägliches Elend.
Seufzend sprach ich: Du böser Poseidon,
Dein Zorn ist furchtbar,
Und mir selber bangt
Ob der eigenen Heimkehr.
Kaum sprach ich die Worte,
Da schäumte das Meer,
Und aus den Wellen stieg
Das schilfbekränzte Haupt des Meergotts,
Und höhnisch rief er:
Fürchte dich nicht, Poetlein!
Ich will nicht im geringsten gefährden
Dein armes Schiffchen,
Und nicht dein liebes Leben beängstgen
Mit allzu bedenklichem Schaukeln.
Denn du, Poetlein, hast mich nie erzürnt,
Du hast kein einziges Türmchen verletzt
An Priamos’ heiliger Feste,
Kein einziges Härchen hast du versengt
Am Aug meines Sohnes Polyphemos,
Und dich hat niemals ratend beschützt
Die Göttin der Klugheit, Pallas Athene.
Also rief Poseidon
Und tauchte zurück ins Meer;
Und über den groben Seemannswitz
Lachten unter dem Wasser
Amphitrite, das plumpe Fischweib,
Und die dummen Töchter des Nereus.

Heinrich Heine

Dana
 
15.02.2010 12:55 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

CheErnestoRafael

Mitglied seit 20.10.2007
6.661 Beiträge (ø2,65/Tag)

Doch nur allzu reich an Versen finde ich uns hier nicht,
schön, was wieder zusammen gekommen ist!
Ina, sorry, Dich hab ich nächtens übersehen.
Bina Küsschen - klasse, wie immer!

******
August von Platen *1796 †1835
Nicht viel und zu viel

Singt nur in Florenz Terzinen
Und Oktaven in Sizilien,
In Paris Alexandrinen
Und in Spanien Redondilien,

Singt, ihr Briten, Spenserstanzen
Und Kassiden singt, ihr Persen:
Arm an Maß zwar ist der Deutsche,
Doch nur allzu reich an Versen.

Dann fällt mir noch ein reisender/reizender Schüttelreim ein:
Auf der Liebesreise
sprach der Leibesriese: :
'Bitte, reib es, Liese'
Und sie rieb es leise.
Die Nacht war schön im Liegewagen,
bald Kinder in der Wiege lagen.

Grüß-Ché
 
15.02.2010 13:04 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ars_vivendi

Mitglied seit 09.01.2009
10.896 Beiträge (ø5,28/Tag)

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874):

Römisches Helldunkel

Wenn ich die vielen Pfaffen sehe
In Rom in ihrer schwarzen Tracht,
Dann wird’s am hellen lichten Tage
Vor meinen Augen dunkle Nacht.

Erst beim Ave-Maria-Läuten,
Wenn heim die Pfaffen ziehn zu Nest,
Dann ist es mir in Rom geworden,
Als ob der Tag sich blicken läßt.


Gruß Alex
 
15.02.2010 13:06 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ars_vivendi

Mitglied seit 09.01.2009
10.896 Beiträge (ø5,28/Tag)

Und das Wichtigste hätte ich beinahe noch vergessen:

Bina, auch wenn Du es sicher bald nicht mehr hören kannst, das Bild ist wieder absolute Spitze!

Danke dafür Küsschen ! Alex
 
15.02.2010 13:42 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Bam-bina

Mitglied seit 17.01.2002
4.414 Beiträge (ø0,96/Tag)

Och ,dafür bin ich ganz offen Lachen

Ne im Ernst , nur so kann ich erkennen, ob die Bilder ankommen,
oder ob sie nur nerven Na!

Auf jeden Fall macht es mir einen Heidenspaß Leute zum Lachen zu bringen
und es lockert mich zwischendurch in meiner Arbeit sehr schön auf,
ganz abgesehen von der guten Übung, denn für akute Sachen muß man ganz schön schnell sein Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen
lg Bina

Venedig.......................


Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 716360630
 
15.02.2010 14:37 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
6.724 Beiträge (ø3,39/Tag)

Venedig - II.

Stets singt und jubelt der Venetianer,
Ihn stören kaum die Säulen alter Tage,
Die ihn umragen, steinerne Ermahner!

Hier schwimmt Musik im Silberwellenschlage
Und die Piazza trieft von Licht und Leben,
Verloren scheint die Sage und die Klage!

Mich aber packt ein innerstes Erbeben,
Seh' ich um dieses wimmelnde Gewürme
Die alte Pracht ihr fürstlich Haupt erheben!

Wie dumpfer Vorwurf tönt der Mund der Türme,
Und von dem Meere durch des Löwen Mähne
Ergeht ein Wehen längst verbrauster Stürme!

Hinaus, hinaus, wie stille, schwarze Schwäne
Ziehn dort die Gondeln, draußen ist es stille,
Ich muß im Stillen weinen eine Träne:

Venedig fiel, das war, o Herr, Dein Wille! –

Moritz Graf von Strachwitz

Dana
 
15.02.2010 15:03 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Mutschkabras

Mitglied seit 15.10.2004
13.050 Beiträge (ø3,62/Tag)



Deutscher in Italien

Felder zwitschern. Menschen hirnumschlungen
Haben ihre Taten hingesungen,
Und der goldne Mond ist nicht verblüht.
Immer stand er über unsren Städten,
Wenn die Winde aus Italien wehten,
Himmelsfetzenblauumsprüht.

Manchen hat es übern Berg getrieben,
Südlichste Unendlichkeit zu lieben,
Und Venezia brach den Bann.
Liess in grünen stinkendsüssen Gassen
Ihren Fremdling Fremdestes umfassen,
Dass er jenes Weib nicht mehr vergessen kann.

Aber manchmal wallt es übermächtig,
Und die Adria erfunkelt nächtig,
Und des Blickes Stahl blitzt Mord.
Und der Rausch erhebt sich zum Gebete:
Meine Heimat! Meine grauen Städte!
O du Kälte! Klarheit! Nord! o Nord!
Alfred Henschke (1890-1928)


Liebe Grüße und einen schönen Rosenmontag

Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 3823587974Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 2564156561
 
15.02.2010 16:15 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Anne_Can

Mitglied seit 09.05.2009
1.202 Beiträge (ø0,62/Tag)

Einen schoenen guten Tag euch allen,

BINA, Chapeau! Tolle Ideen, die du excellent umsetzt! Man entdeckt so vieles auf den Bildern, wenn man sie etwas laenger ansieht.


Und ich reise nach Rom:


Römische Fontäne

Borghese

Zwei Becken, eins das andere übersteigend
aus einem alten runden Marmorrand,
und aus dem oberen Wasser leis sich neigend
zum Wasser, welches unten wartend stand,

dem leise redenden entgegenschweigend
und heimlich, gleichsam in der hohlen Hand,
ihm Himmel hinter Grün und Dunkel zeigend
wie einen unbekannten Gegenstand;

sich selber ruhig in der schönen Schale
verbreitend ohne Heimweh, Kreis aus Kreis,
nur manchmal träumerisch und tropfenweis

sich niederlassend an den Moosbehängen
zum letzten Spiegel, der sein Becken leis
von unten lächeln macht mit Übergängen.

Rainer Maria Rilke


Liebe Gruesse

Anne
 
15.02.2010 17:20 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
6.724 Beiträge (ø3,39/Tag)

Im Reisewagen

Das ist die Pflicht: mit diesem fremden Mann
- Wir haben uns fürwahr nicht viel zu sagen -
Zwingt mich des grauen Werkeltages Bann
Für einen ganzen Tag in einen Wagen.

Was spricht man nur den ganzen langen Tag?
Vom Wetter, wie es ist an diesem Morgen,
Und wie es wohl noch heute werden mag,
Und "jene dunkle Wolke macht mir Sorgen."

Dann, wie die Saaten stehn in diesem Jahr,
Und wie die Bauern jetzt so lässig zahlen,
Daß in dem Dorfe dort ein Feuer war,
Und von den letzten aufgeregten Wahlen.

Du lieber Gott, was für ein Tag wird das,
Mühsam verscheucht durch gähnende Lappalien!
Fürwahr, mich schläfert's schon. Da spricht er was,
So nebenher, von Rom und von Italien.

Er war vor Jahren dort; bis in Sorrent.
"Ich auch." - "Ja dort, dort lebt man aus dem Vollen!"
Sein Auge leuchtet, seine Wange brennt.
Ein lieber Mensch! Ich hätt' ihn küssen wollen.

Verona und Neapel, Rom, Florenz,
O Wonnen über Wonnen, nicht zu sagen!
Der Mond steht voll im Blau des Firmaments
Und lacht herab auf unsern Reisewagen...


Hugo Salus . 1866 - 1929

Liebe Grüße
Dana
 
15.02.2010 18:44 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

aruss1

Mitglied seit 27.01.2006
1.977 Beiträge (ø0,63/Tag)

Guten Abend liebe Sprücheklopfer, Helmut, Ina, Che, Viola, Petra, Alex, Dana, Bodale, Prinzessin, Juulee, Anne, Gesine, Anita, Bina,
guten Abend an Alle, hoffe doch, dass ich alle Sprücheklopfer erwähnt habe, falls nicht, *ups ... *rotwerd* sorry Lachen ,


Lachen , Gesine, ich glaube wir sind uns noch nicht begegnet, sei herzlich willkommen.

Dankesschön auch an Alle, die geschrieben haben. Habe mich nun schon einmal auf eine Reise eingestellt, konnte mich nicht entscheiden, ihr habt so nette "Ausflugsziele" beschrieben.

Viel zu spät begreifen viele
die versäumten Lebensziele:
Freuden, Schönheit und Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur.
Drum, Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist's! Reise, reise!
von Wilhelm Busch

Daher habe ich mich heute für unseren Wilhelm Busch entschieden. Lachen

Ein Bildchen habe ich auch im Gepäck, ich liebe das Meer und da ich weiss, dass Einige von euch es ebenfalls mögen, hier mein Foto dazu.

Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 3009112774

Übrigens, dieses Foto ist im Hansapark mit Blick auf die Ostsee entstanden. Ich träume dann schon einmal vom Meer.


Ich wünsche euch ebenfalls einen schönen Rosenmontagabend und stoße dann einmal mit einem Gläschen Sekt an. Prost, lasst es euch gut ergehen und schreibt schön weiter hier im SdT. Ich lese euch immer gerne und geselle mich ebenfalls gerne zu euch sooft es geht.

Helau. 11.11.11:11

Liebe Grüße
Aruss
 
15.02.2010 19:59 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Dyani

Mitglied seit 21.05.2009
1.944 Beiträge (ø1,01/Tag)

Bina – klasse Lachen , davon können wir doch nie genug bekommen Achtung / Wichtig
Alex - vielleicht gehts dieses Jahr sogar an den Gardasee...
und Lob kann man doch nie genug verteilen Na!
Aruss – na denn prost 11.11.11:11 und Dein Foto macht Lust auf Meer - ich träum mit Dir Lachen

Olevano
Müde bin ich angelangt,
In diese Bergeinsamkeit,
Umstarrt von nahen und fernen Felsen,
Vor mir die dunkle kleine Stadt,
Drüben am zackigen Gipfel
Hängend die Burg.
Und der Vollmond
Leuchtet vom klaren Himmel,
Und wie ich schlummre,
Tönt helles Gelächter
Und Ton von Zittern
Und tanzendes Gaukeln
In meinen Schlaf,
Vom Vorsaal herüber.
So weich, so warm, so hell
War noch keine Sommernacht,
Kein Schlummer so süß,
Keine Störung des Schlafes
Je so erfreulich,
Denn wie ich das Auge
Matt halb öffne
Stralt im Glanz das Gebirge,
Der Mond vom reinen Himmel,
Der Scherz der Mädchen und Freunde,
Und lächelnd schlummr' ich wieder ein.
Ludwig Tieck (1773–1853)

Schönen Abend und süßen Schlummer
wünscht Ina
 
15.02.2010 21:29 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

jd140224

Mitglied seit 24.06.2007
4.985 Beiträge (ø1,9/Tag)

So langsam rollen unsere Reisewagen und Kutschen aus..........
noch einen kleinen Abstecher zum

Vesuv

Schön und glanzreich ist des bewegten Meeres
Wellenschlag, wann tobenden Lärms es anbraust;
Doch dem Feur ist kein Element vergleichbar
weder an Allmacht,

Noch an Reiz fürs Auge. Bezeug’ es jeder,
der zum Rand abschüssiger Kratertiefe,
während Nacht einhüllt die Natur, mit Vorwitz
staunend emporklimmt,

Wo im Sturmschritt rollender Donner machtvoll
aus dem anwuchsdrohenden, steilen Kegel
fort und fort auffahren in goldner Unzahl
flammige Steine,

Deren Wucht, durch Gluten und Dampf geschleudert,
Bald umher auf aschige Höhn Rubine
reichlich sät, bald auch von des Kraters schroffen
Wänden hinabrollt:

Während still, aus nächtlichem Grund, die Lava
quillt. - Des Rauchs tief schattige Wolk’ umdüstert,
holder Mond, dein ruhiges, friedenreiches
silbernes Antlitz.

August von Platen, 1830

eine ruhige friedenreiche Nacht
helmut
 
15.02.2010 22:04 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Simanu

Mitglied seit 12.09.2008
482 Beiträge (ø0,22/Tag)

Hallo allerseits.

Passend zur Tages-/Nachtzeit habe ich noch diese BALLADE für euch gefunden.

Ballade

Und die Sonne machte den weiten Ritt um die Welt,
Und die Sternlein sprachen: "Wir reisen mit
Um die Welt";
Und die Sonne, sie schalt sie: "Ihr bleibt zu Haus!
Denn ich brenn euch die goldnen Äuglein aus
Bei dem feurigen Ritt um die Welt."
Und die Sternlein gingen zum lieben Mond
In der Nacht,
Und sie sprachen: "Du, der auf Wolken thront
In der Nacht,
Laß uns wandeln mit dir, denn dein milder Schein,
Er verbrennet uns nimmer die Äugelein."
Und er nahm sie, Gesellen der Nacht.
Nun willkommen, Sternlein und lieber Mond,
In der Nacht!
Ihr versteht, was still in dem Herzen wohnt
In der Nacht.
Kommt und zündet die himmlischen Lichter an,
Daß ich lustig mit schwärmen und spielen kann
In den freundlichen Spielen der Nacht.

Ernst Moritz Arndt, (1769 - 1860)

Bin mal gespannt, wohin morgen die Reise mit euch geht. Bis es so weit ist, wünsche ich euch eine erholsame Nacht.


***********Lieben Gruß, Simanu***********
Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 1301162195
 
15.02.2010 22:20 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Simanu

Mitglied seit 12.09.2008
482 Beiträge (ø0,22/Tag)

Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 1644031050
 
15.02.2010 22:27 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Juulee

Mitglied seit 19.10.2005
12.266 Beiträge (ø3,79/Tag)

Lachen Das ist ja der helle Wahnsinn heute ! Richtig richtig schön! Küsschen


Abschied von Italien

Fort nun, o Schiff! Ich weiß, du magst nicht eilen,
Von diesen Ufern scheidet sich's so schwer.
Ihr Segel auf! Ich weiß, ihr wollt noch weilen,
Bald schwellt euch ja des Südens Hauch nicht mehr.

Windet den Anker auf an straffen Seilen,
Ob lab und blau dich auch umspielt das Meer,
Ach, schwerer banger Weh als ihr erleidet
Das Herz, das blutend von Italien scheidet.

Fort nun, o Schiff! Hinauf zum rauhen Norden!
Zum letzten Male glänzt des Südens Nacht.
Der Mond tritt hoch hervor aus Ostens Pforten,
Dem ewig klar die Flut entgegen lacht.

Laut rauscht die See, es flammt an Schiffes Borden
Des Meeresleuchtens zauberhafte Pracht;
Der Morgen hebt sich über Wogenschäume,
Vorbei! Ach fern schon liegt das Land der Träume.
Johann Gottfried Kinkel (1815-1882)





Eine gute Nacht euch Allen


Spotte nicht mit der Eule, das ist auch ein Vogel.
You have to go on and be crazy
 
15.02.2010 23:07 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
6.724 Beiträge (ø3,39/Tag)

Helmut,Julchen und Alle anderen,jetzt können wir Hurrah schreien Lachen 11.11.11:11


Ich bin so glücklich Lachen Küsschen Küsschen Küsschen Küsschen Küsschen Küsschen Küsschen Küsschen
 
15.02.2010 23:11 Diesen Beitrag drucken Beitrag als PDF generieren Auf dieses Thema antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

jd140224

Mitglied seit 24.06.2007
4.985 Beiträge (ø1,9/Tag)

Hurraaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahh Lachen Dana, das ist ein wunderschönes Kompliment für den SdT Küsschen Küsschen
 
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