Gedichte und Sprüche zum Rosenmontag 2010

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15.02.2010 00:03

jd140224

Mitglied seit 24.06.2007
4.985 Beiträge (ø1,44/Tag)

Hallo Ihr Lieben,

Ich eröffne heute mit Reisen....am liebsten nach Italien.....Florenz, Toscana


Flucht nach Toskana

Wie flog der Wagen leicht dahin,
Seit hinter mir der Apennin,
Seit jeder Pfad, auf dem er flog,
Ins Arnotal hinunterbog!
Olivenhaine rings herum,
Wo manches schöne Tuskulum,
Umgeben von Zypressen, stand,
Verhießen mir ein mildres Land,
Ein Volk, das immer fröhlich singt,
Und dessen Sprache süßer klingt.

Nie laßt mich wiedersehn, o nie
Die nebelreiche Lombardie,
Wo winterlich der Flüsse Qualm
Umdampft den dürren Stoppelhalm,
Und über ebne Flächen weit
Sich legt die dicke Feuchtigkeit!
Wie prächtig Mailand auch, wie groß,
Es liegt der Finsternis im Schoß,
Und seiner breiten Straßen Glanz,
Was frommt er ihm? Der Scala Tanz,
Den alten, marmorblanken Dom
Beneiden ihm Florenz und Rom;

Doch wo's so finster ist und kalt,
Welch quälerischer Aufenthalt!
Wer wollte nicht, um ihn zu fliehn,
Hoch über die Gebürge ziehn,
Hinab zur schönen Stadt gekehrt,
Die einst der Welt so viel gelehrt?
Du bist mir im Dezember Lenz,
Du milder Himmel von Florenz!
Paläste, grüne Haine ziert
Der Arno, welcher nie gefriert,
Und über ihm, so schön und breit,
Die Brücke der Dreifaltigkeit.

August Graf von Platen

kommt mit
helmut
15.02.2010 00:39

Dyani

Mitglied seit 21.05.2009
2.010 Beiträge (ø0,73/Tag)

Schönes Thema hast Du ausgesucht Helmut, und wieder meine Sehnsucht nach Italien entfacht…

Von allen schönen Städten dieser Welt
kommt keine gleich Florenz. Es ist ein Edelstein
Von reinstem Glanz. Welch strahlend Licht
Schien auf, als es hervorbrach aus dem Dunkel!
Schau es von innen, schau's von aussen;
es ist und bleibt ein Wunderwerk!
Samuel Rogers *1763 †1855

Wieviel Schönheit erfährt man, wenn man an einem lieblichen klaren Morgen
von einer Anhöhe auf Florenz hinabblickt! Da liegt es vor uns in dem sonnendurchfluteten Tal, durchflossen von dem sich dahinwindenden Band des Arno und eingeschlossen von schwellenden Hügeln. Seine Kuppeln Türme und Paläste erheben sich aus der üppigen Landschaft
als eine riesige schimmernde Masse und glänzen in der Sonne wie Gold.
Charles Dickens (1812-1870)

Wünsche Dir und allen Kommenden eine gute Nacht und einen schönen Tag
Lieben Gruß von Ina
15.02.2010 00:44

CheErnestoRafael

Mitglied seit 20.10.2007
60.396 Beiträge (ø18,09/Tag)

Momo, dann reise ich mal
...mit Rainer Maria Rilke nach Venedig

San Marco

In diesem Innern, das wie ausgehöhlt
sich wölbt und wendet in den goldnen Smalten,
rundkantig, glatt, mit Köstlichkeit geölt,
ward dieses Staates Dunkelheit gehalten

und heimlich aufgehäuft, als Gleichgewicht
des Lichtes, das in allen seinen Dingen
sich so vermehrte, dass sie fast vergingen -.
Und plötzlich zweifelst du: vergehn sie nicht?

und drängst zurück die harte Galerie,
die, wie ein Gang im Bergwerk, nah am Glanz
der Wölbung hängt; und du erkennst die heile

Helle des Ausblicks aber irgendwie
wehmütig messend ihre müde Weile
am nahen Überstehn des Viergespanns.

... und damit gute Nacht und schöne Träume Euch allen.
Grüß-Ché
15.02.2010 00:55

veilchen1958

Mitglied seit 03.04.2007
5.253 Beiträge (ø1,48/Tag)

Einen schönen Guten Morgen, Helmut, Ina und Ché, und ein herzliches Grüß Gott Allen, die heute noch hier vorbeischauen werden !

Ganz gleich, wohin die Reise gehen soll .....

Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur,
Darum, Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist's ! Reise, reise !


Wilhelm Busch

Ich wünsche Euch eine Gute Nacht, und .....

Selbst ein Meer von Träumen hat ein anderes Ufer.
Unbekannt

Vielleicht führt es an unser Traumziel ! na dann...

Liebe Grüße Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 922133768

Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 80758773
15.02.2010 01:30

sospro

Mitglied seit 10.02.2008
1.053 Beiträge (ø0,33/Tag)

einen schönen guten morgen euch allen und einen guten start in die neue woche.

Florenz

Florenz! Du blühende Toskanerin!
Der Blumen Stätte und der Städte Blume!
Wie könnt' ich dienen dir zu deinem Ruhme,
Ich, der ich nur ein stiller Träumer bin?

Ja, wäre Kraft in meiner Seele drin
Von Michelangelos Gigantentume,
Ach, oder nur die Kraft des Beccafume,
Ich schüfe dich als Himmelskönigin.

In deiner ganzen Frauenschönheit Prangen,
Die Kunst, die göttliche, auf deinen Knien
Als welterlösunglächelndes Bambino,

Und rings dein Bild von Blumen überhangen -
So schüf' ich dich! Und drunter schrieb' ich hin:
"Madonna dei fiori nell' giardino".

Anton Alfred Noder


Liebe Grüße Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 3162308156
Carpe diem! Nutze den Tag!
15.02.2010 05:38

sospro

Mitglied seit 10.02.2008
1.053 Beiträge (ø0,33/Tag)

Gondelfahrt

Horch, Mitternacht vorüber,
Die Straßen menschenleer!
Vom Mondlicht übergossen
Paläste, Kirchen, Meer!

Willst du Venedig schauen,
Nur jetzt versäum’ es nicht!
Das ist die wahre Stunde,
Das ist das wahre Licht!

Die Marmorbilder leben,
Paläste ragen licht!
Wie riesige Silbertafeln
Mit großer Thaten Bericht.

Willst du dich freu’n der Liebe,
Versäume nicht ihr Gebot!
Die Gondel sei ihre Wiege,
Der Mond ihr Morgenroth!

Umrauscht von der Vorzeit Schauern
Die blühende Gegenwart
Mit liebendem Arm umschlingen,
Welch schöne Gondelfahrt!

Weinst du auch manche Thräne
Auf der Vergangenheit Grab,
Schnell trocknet mit weißem Händchen
Die Gegenwart dir sie ab.

Anastasius Grün



Liebe Grüße Gedichte Sprüche Rosenmontag 2010 3162308156
Carpe diem! Nutze den Tag!
15.02.2010 06:02

ars_vivendi

Mitglied seit 09.01.2009
14.765 Beiträge (ø5,11/Tag)

Einen schönen guten Morgen Euch allen,

Toskana

Wintertag

Olivenblätter sind noch leichter als ihr Schatten.
Ihr Silberschimmern spiegelt sich in Luft und Licht.
Im Wind, im klaren Tag ist etwas vom Ermatten,
Das Blau verrauscht, zu frieren wagt es aber nicht.

Entirdischt wissen Bleichgebirge, schmerzzerbrochen:
Der Himmel überhimmelt sich mit Milch und Gold.
Du kannst auf diesen Höhen keine Seele unterjochen,
Schon tat das Land, was Gott der Herr von ihm gewollt.

Viel leuchtender als Silber sind Olivenblätter.
Von Silberungen wird das nasse Tal durchschwirrt.
Die Hügel perlen blaß, die Mulden sanftvioletter.
Dort wogt der Krokus auf, so wie es Sonne wird.

Theodor Däubler


Gruß Alex
15.02.2010 06:28

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
8.663 Beiträge (ø3,08/Tag)

Guten Morgen!


Ich bin den ganzen Tag in Florenz herumgeschlendert, mit offenen Augen und träumendem Herzen. Sie wissen, das ist meine größte Wonne in dieser Stadt, die mit Recht den Namen la bella verdient. Wenn Italien, wie die Dichter singen, mit einer schönen Frau vergleichbar, so ist Florenz der Blumenstrauß an ihrem Herzen.

Heinrich Heine, (1797 - 1856)


Venedig

An der Brücke stand
jüngst ich in brauner Nacht.
Fernher kam Gesang:
goldener Tropfen quoll's
über die zitternde Fläche weg.
Gondeln, Lichter, Musik -
trunken schwamm's in die Dämmerung hinaus.
Meine Seele, mein Saitenspiel,
sang sich, unsichtbar berührt,
heimlich ein Gondellied dazu,
zitternd vor bunter Seligkeit.
- Hörte jemand ihr zu?...

Friedrich Wilhelm Nietzsche, (1844 - 1900)


Lieben Gruß
Dana
15.02.2010 07:07

jd140224

Mitglied seit 24.06.2007
4.985 Beiträge (ø1,44/Tag)

Guten Morgen Ina, Che Viola, Petra, Alex und Dana, und die Langschläfer

An Eine

Eine wie du
Keine wie du
Einmalig unersetzbar
Bleibt bei dir mein Herz

Vom Norden zum Süden,
du und ich
reise reise leise
hörst du Sehnsucht rufen

Wellen rauschen
Durch dich durch mich
Schäumen wenn sie stürzen
Löschen Liebe nicht

In Gedanken gefangen
Als wären wir eins
Über Meilen weit
Oft dasselbe gleich

Niemals ein Ende
Von Ewigkeit umfangen
Tragen der Liebe Flügel
Herzklopfen in dich und mich

Copyrigth ringelmomo
15.02.2010 07:20

Bodale

Mitglied seit 14.05.2006
886 Beiträge (ø0,23/Tag)


Guten Morgen an alle und einen tollen Rosenmontag,

Italien... da darf für mich natürlich dies Gedicht nicht fehlen:

Mignon
Kennst du das Land,
wo die Citronen blühn,
Im dunkeln Laub die
Gold-Orangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen
Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der
Lorbeer steht,
Kennst du es wohl?
Dahin! Dahin
Möcht' ich mit dir, o mein
Geliebter, ziehn.

Kennst du das Haus? Auf Säulen ruht sein Dach,
Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
Was hat man dir, du armes Kind, getan?
Kennst du es wohl? Dahin!
Dahin möcht' ich mit dir,
O mein Beschützer, ziehn.

Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
Das Maultier such im Nebel seinen Weg,
In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut;
Es stürzt der Fels und über ihn die Flut.
Kennst du ihn wohl? Dahin!
Dahin geht unser Weg!
O Vater, laß uns ziehn!


Goethe, Johann Wolfgang von (1749-1832)

es grüßt
Bodale
15.02.2010 07:23

Princess75

Mitglied seit 18.08.2009
287 Beiträge (ø0,11/Tag)

Allen die heut Rosenmontag feiern wünsche ich eine tolle Zeit 11.11.11:11
hier bei mir im Norden ist ja am Karneval nicht so angesagt.
es grüsst die Prinzessin
15.02.2010 07:33

ars_vivendi

Mitglied seit 09.01.2009
14.765 Beiträge (ø5,11/Tag)

Zwei Senryu von C.

Bella Venezia
Touristenscharen stören
Bleikammern warten


Na dann ciao Na! !

Warten auf Kundschaft
Gigolos mit Goldkettchen
O sole mio
15.02.2010 07:54

Danitza

Mitglied seit 26.03.2009
8.663 Beiträge (ø3,08/Tag)

Der Granatbaum

Fern vom Granatenhaine
Steht ein Granatenbaum,
Er grünt und blüht ganz einsam
Hart an des Meeres Saum.

Und ob ihm aus der Erde
Auch Keim und Nahrung quoll,
Doch neigt er Stamm und Aeste
Zum Meere sehnsuchtsvoll.

Er spiegelt sich so gerne
Im klaren Wellenschein,
All' seine Blüthen und Blätter
Streut er in's Meer hinein.

Ach, was am meisten schade,
Die saft'gen Aepfel von Gold,
Es streut in's Meer sie alle,
Auf's Land nicht Einer rollt!

Dies Thun nimmt mich nicht Wunder
Doch wundert Eins mich, traun:
Daß man den Nutzenlosen
Nicht längst schon umgehaun. -

Seejungfraun haben die Blüthen
Froh ihren Locken gesellt,
Und spielen mit goldnen Aepfeln
Der lichten Oberwelt.


Anastasius Grün . 1806 - 1876

Dana
15.02.2010 07:55

Juulee

Mitglied seit 19.10.2005
14.029 Beiträge (ø3,45/Tag)

Moinsche an Alle Lachen



Auf der Reise

"Nun leb wohl, Glück auf die Reise!"
- Danke! Grüß von mir zu Haus! -
Und auf eisernem Geleise
Rollend, schnaubt der Zug hinaus:

Daß die Nähe schnell zur Ferne,
Fernes nah im Zuge wird;
Weilte oft das Auge gerne,
Wo es nur im Fluge irrt.

Also wechseln vielfach täglich
Berge, Thäler, Wald, Gefild -
Nur ein Bild steht unbeweglich
Ueber mir: - der Sonne Bild!

Viele Menschen gehn und kommen,
Drängen sich herein, hinaus;
Hat der Eine Platz genommen,
Springt der Andre wieder aus.

Und in jedem Dorfe, Städtchen,
Hübsche Mädchen, schmucke Fraun -
Schmucker Frauen, hübscher Mädchen
Giebt es viel in deutschen Gaun.

Doch sie kommen, schwinden täglich
Mir, wie Berg, Thal, Wald, Gefild -
Nur Ein Bild steht unbeweglich
Stets vor mir: Dein liebes Bild!
Friedrich von Bodenstedt (1819-1892)




Es ist gar schön an einem Orte fremd sein,
und doch so notwendig, eine Heimat zu haben.

Goethe





traurig ich kann heut nicht zum Rottweiler Narrensprung und bin ein bisschen traurig drüber. Ist nämlich "sonst" immer mein Reiseziel am Rosenmontag! traurig


Juulee


Spotte nicht mit der Eule, das ist auch ein Vogel.
You have to go on and be crazy
15.02.2010 08:22

horstundanita

Mitglied seit 25.12.2007
5.181 Beiträge (ø1,58/Tag)

Guten Morgen zusammen,

Punta di Portofino

Du Vorgebirg mit strahlenden Agaven,
wo honigtriefende Trauben die Oliven
durchschlingen; die türkisenblauen Tiefen
des Meers in steilen Pinienbuchten schlafen!

Die schaumgewaschne Flanke deiner Laven
- nicht mehr aus Stein - in flüssigem Golde flimmernd,
smaragden in den Meergrund weiterschimmernd,
ertönt vom Lichtgesange der Seraphen,

die silbern überm Brandungsdonner schweben ...
O, du bist hergeträumt von armen Schemen
im Nebelland, die mit den Diademen

des Traums gekrönt, geschlossnen Auges leben
und Lapislazuliterrassen schauen,
wo meerentsteigend deine rosigen Frauen
unter den Palmen der Vollendung schweben...

Leo Sternberg . 1876 - 1937


Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen.
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