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Bausachverständige, Architekten o.ä hier???

Vom 15.11.2007 17:26 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

irenereni Smutje


Mitglied seit 11.08.2006
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Hallo,
falls hier jemand ist, der sich mit so etwas auskennt, bräuchte ich bitte einen Rat.
Es geht um folgendes:
Bei uns in der Straße wurden Tiefbauarbeiten durchgeführt. Da zu befürchten war, dass die am meisten betroffenen Gebäude Bauschäden davontragen könnten, wurde uns von Seiten der Stadt ein Bausachverständiger geschickt, der vor Beginn der Baumaßnahmen eine fotografische Bestandaufnahme des Hauses von innen und außen machte.
Die Bauarbeiten zogen sich, mit vielen, vielen Unterbrechungen dann beinahe über ein Jahr hin.
Als die ganz großen Baumaschinen (ich glaube es waren Verdichter) in Aktion waren, gab es in unserem Haus so große Erschütterungen, dass nicht nur die Betonböden bebten, sondern im Wohnzimmer sogar unser, wirklich schwerer Schwedenofen mitsamt dem Ofenrohr ca. 10 cm aus dem Kamin vibriert wurde. Übrigens ist auf der anderen Seite eben dieses Kamins im Bad eine Fliese, die seitdem lauter kleine Haarrisse hat (so wie ein Spinnennetz).
Nach Beendigung der Bauarbeiten entdeckten wir am Dach unseres Wintergartens, das aus mehreren Bahnen Hohlkammerplatten mit Aluträgern dazwischen besteht, mehrere Querrisse, sowohl von außen, als auch von innen.
Der Wintergarten besteht ebenfalls aus Alu, das Haus aus Backstein.
Der Wintergarten befindet sich nicht auf der Straßenseite, die direkt bei den Baumaßnahmen war, sondern an der gegenüberliegenden Hausseite.
Wir meldeten die Schäden bei der Stadt an und der von der Stadt beauftragte Bausachverständige kam abermals um seine Fotos zu machen.
Jetzt haben wir den Abschlussbericht erhalten. Der Gutachter kam zu dem Schluss, dass die Schäden am Wintergartendach nicht durch die Erschütterungen zustande gekommen seien, weil andere Risse an der Fassade, die näher an der Baustelle seien sich nicht verändert hätten und deshalb könnte ein weiter entferntes Gebäudeteil überhaupt nicht betroffen sein.
Ich verstehe das nicht so ganz. Kann es denn nicht sein, dass die Platten, die ja links und rechts von Alustreben eingefasst sind durch starke Erschütterungen Risse bekommen, ohne dass am Haus selbst etwas beschädigt wurde???
Es gibt es doch auch, dass ein Fenster zerspringt, ohne dass dabei die Wand kaputt geht, oder?
Ich hoffe ich kann hier eine ehrliche Antwort bekommen, denn der Bausachverständige, der von der Stadt beauftragt ist, wird ja wohl immer zu Gunsten der Stadt beurteilen (wess' Brot ich fress', des Lied ich sing...)
Leider haben wir keinen Rechtschutz, so dass wir bei einer unklaren Rechtslage wohl den kürzeren ziehen werden. Oder gibt es eine unabhängige, kostenlose Schiedsstelle oder etwas ähnliches???
Gruß Irene
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Vom 15.11.2007 17:46 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

gwexhauskoch Sternekoch


Mitglied seit 14.02.2005
18.273 Beiträge (ø6,87/Tag)
Hallo,

eine korrekte Antwort kann dir keiner hier geben, ohne vor Ort gewesen zu sein bzw. ohne die geologischen Gegebenheiten zu kennen!

Gegen das Urteil eines Vereidigten Gutachters anzugehen ist aufwändig! Mit einen Pauschalverdacht wäre ich auch sehr vorsichtig!!

Du kannst das Gutachten anfechten, das Prozedere dafür kann dir ein Anwalt erklären.

Im Nachhinein ist es mit Sicherheit schwer, dagegen anzugehen. Habt iht Fotos von Zustand des Wintergarten vor der Baumaßnahme. Selbst wenn ein Gutachten des Schadens ergeben sollte, dass diese durch Erschütterungen herrühren, stellt sich noch die Frage des Zeitpunktes des Schadengeschehens!

Im Falle eines Prozesses dürfte es auf einen anzustrebenden Vergleich hinauslaufen oder gar auf eine komplette Niederlage!

Wie schon gesagt, ohne die Umstände zu kennen und ohne Gutachten kann dir niemand einen richtigen Rat geben - alles andere sind wilde Spekulationen!


gwexhauskoch
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Vom 16.11.2007 09:42 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

irenereni Smutje


Mitglied seit 11.08.2006
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Hallo,
danke für deine schnelle und offene Antwort!
Ich habe mir schon gedacht, dass wir hier keine Chance haben werden... Verdammt nochmal - bin stocksauer

Wenn ich dich trotzdem noch mal mit einer Frage belästigen darf?

Der Bausachverständige schreibt uns auf unsere Nachfrage per E-Mail folgendes:

(Zitat) "Die Erschütterungswellen sind eben von der Baumassnahme aus am stärksten und nehmen mit zunehmender Entfernung ab. Es ist aus diesem Grund einfach so, dass Schäden direkt zuerst in der näheren
Umgebung der Baumassnahme enstehen müssen bevor weiter entfernte Bauteile schaden nehmen (außer bei Sonderfällen wie Felsplatten - bei Ihnen ist aber kein Fels aus meinem Kenntnisstand vorhanden)".

Die Häuser in unserer Straße wurden seinerseits (unseres ist Baujahr 1955) auf einer ehemaligen Kiesgrube errichtet.
Wäre dies im Zusammenhang mit dem "Sonderfall Felsplatten" denn evt. relevant???

Gruß Irene
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Vom 16.11.2007 09:54 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

gwexhauskoch Sternekoch


Mitglied seit 14.02.2005
18.273 Beiträge (ø6,87/Tag)
Hallo,

die Aussage des Gutachters ist korrekt und dürfte kaum zu erschüttern sein.


Theoretisch kann ich mir schon vorstellen, dass die Scheiben des Wintergartens duch die Vibrationen einen Schaden erlitten haben. Nach deiner Beschreibung zu urteilen, müssten diese dann aber konstruktiv unter Spannung gestanden haben, was m. E. nach ein Bau-Kontruktionsfehler des Wintergartens ist!

Der Einsatz von großen Rüttelplatten und/oder Vibrationswalzen im Straßen-/Tief- und Landschaftsbau ist üblich. Vibrationen die manch Einen in Angst und Bange versetzen kenn ich zur Genüge, echte Schäden, die dadurch entstanden sind - ohne konstruktive Mängel an den betroffenen Bauteilen- habe ich in meinem Berufsleben noch nicht erlebt! Angebliche Schäden sind eher Alltag. YES MAN


gwexhauskoch
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Vom 16.11.2007 10:27 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

irenereni Smutje


Mitglied seit 11.08.2006
243 Beiträge (ø0,11/Tag)
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Hallo,
das leuchtet mir ein. Aber selbst wenn die Scheiben unter Spannung gestanden haben, wären sie doch nicht gerissen, wenn es diese schweren Erschütterungen nicht gegeben hätte. Oder sehe ich das falsch?
Gruß Irene
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Vom 16.11.2007 10:40 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

gwexhauskoch Sternekoch


Mitglied seit 14.02.2005
18.273 Beiträge (ø6,87/Tag)
Hallo,


über so was lässt sich natürlich hier nur spekulieren!

Glasscheiben, die zu fest eingebaut werden, können sowohl durch unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten, durch Setzungen, aber auch durch Erschütterungen zerstört werden.

Ob der Beweis zu erbringen ist, welch Ursache genau zum Schaden führte, dürfte sehr schwer sein und vor allem sehr teuer!

So lange nicht eindeutig fest steht, das die Verdichtungsleistungen die Ursache sind, und einfache physikalische Überlegungen (siehe Gutachter) dagegen sprechen, habt ihr nach meiner Einschätzung sehr schlechte Karten! Versucht einen Kompromiss zu finden.

Ich muss allerdings sagen, ich als Firmenvertreter würde euer Ansinnen, kompromisslos ablehnen. Sorry- aber so ist das reale Leben!


gwexhauskoch
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Vom 16.11.2007 10:51 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

irenereni Smutje


Mitglied seit 11.08.2006
243 Beiträge (ø0,11/Tag)
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Hallo,
Da habe ich doch wieder was dazu gelernt. Nämlich dass es schon immer so war und auch immer so bleiben wird, dass im "realen Leben" der kleine Mann der Dumme ist.

Aber trotzdem vielen lieben Dank für die Mühe, die du dir mit deinen Antworten gemacht hast!
Es hat mir insofern etwas gebracht, dass der Stein, der mir auf der Seele lag, jetzt weg ist, weil mir solche Streitigkeiten ein Gräuel sind. Und wenn wir sowieso keine Chance haben, muss man ja nicht streiten.
Trotzdem belastet uns (die wir gerade mit dem Geld so hinkommen) der finanzielle Schaden natürlich sehr...
Gruß Irene
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Vom 16.11.2007 11:21 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

krabbelkaefer Kaltmamsell


Mitglied seit 26.02.2004
1.145 Beiträge (ø0,38/Tag)
Hallo Irene

bevor Ihr zum Anwalt geht, kennt Ihr Euch auch erstmal von Eurer Seite ein Gutachten einholen lassen. Oder zu mindest mal einen Gutachter vor Ort holen und im die Sache schildern.

Die meisten Gutachter, die ich kenne, lassen sich zur Kostenminimierung auf sowas ein
erst Vorortgespräch und Klärung der Situation
schriftliches Gutachten nur, wenn das Ergebnis in die erhoffte Richtung geht

Das ist auf jedenfall der fachlich korrektere Weg
Ein Gutachter, den Ihr bestellt, wird Euch dann auch eher die wirkliche Schadensursache sagen können, auch wenn vlt auch er zu dem Schluss kommt, dass es nicht die Tiefbauarbeiten waren

Aber das Erkennen der wirklichen Ursache erscheint mir in jedem Fall wichtig zu sein bevor ihr irgendwas zur Beseitigung unternehmt

LG
krabbelkaefer
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Vom 16.11.2007 12:13 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

irenereni Smutje


Mitglied seit 11.08.2006
243 Beiträge (ø0,11/Tag)
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Hallo krabbelkaefer,
danke für deinen Beitrag!
Ich werde mal abklären, was das kosten würde.
Gruß Irene
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