Körperliche Gewalt als polizeiliches Hilfsmittel ?
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Es geht um Kapitalverbrechen. Erzwingung der Herausgabe eines Verstecks bei Kindesentführung, Schadensvermeidung bei terroristischen Großangriffen etc. Also eine seltene, klar definierte Tätergruppe. Ich bin da auch sehr gespalten, denn einerseits kann ich verstehen, daß man zur Herausgabe eines Verstecks eines entführten Kindes zu erzwingen, ALLE Mittel anwenden möchte. Andererseits ist hier nicht der Anfang eines nicht legitimen Mittels zur Beweissicherung geöffnet, die man in einer Demokratie nicht haben möchte und sollte ? Ich bin froh, daß ich hier als ermittelnder Polizist nicht in eine solche Situation komme, denn ich wüßte, daß ich mir Situationen vorstellen kann, wo auch ich meine demokratischen Grundprinzipien über Bord werfen könnte, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, um schlimmeres Leid zu verhindern. Hier ist wirklich mit Vorsicht und Respekt auch gegenüber den in solchen Situationen stehenden Beamten zu argumentieren. Mit Stammtisch-Parolen der einen oder der anderen Art des einseitigen Täterschutzes kommt man nicht weiter. Walterspiel |
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![]() Mitglied seit 29.10.2001 |
Täterschutz ist für mich schon ein unangenehmes Wort !!!
Gruß Uschi |
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![]() Mitglied seit 02.11.2002 |
Uschi, du sprichst mir aus der Seele. Wenn ich das richtig verstanden habe, wurde in diesem speziellen Fall die Gewalt angedroht und nicht ausgeübt - richtig?
Ich bin da gar nicht so gespalten wie Walterspiel. Es ging hier immerhin um die Entführung und anschließende Ermordung eines Kindes!!! Wenn da unter Androhung von Gewalt das Versteck des Opfers herausgefunden werden sollte, finde ich das völlig in Ordnung. Der Täter hat sich über demokratische und sonstige Grundprinzipien wahrscheinlich auch nicht den Kopf zerbrochen, als er diese Tat geplant und ausgeführt hat! Was ich sonst noch darüber denke, behalte ich besser für mich LG, Durotschka |
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![]() Mitglied seit 27.12.2002 |
Hallo
Ich darf mir gar nicht vorstellen ,was ich tun würde, wenn ich so einen vor mir hätte. Allein der Gedanke, daß es mein Kind sein könnte, würde mich auf Ideen kommen lassen , mit denen ich diesem Täter wohl nicht nur drohen würde. Täterschutz- laß man sich dieses Wort mal auf der Zunge zergehen: Schrecklich. Sobald es eindeutig feststeht ,daß es der Täter ist ( und nicht nur mutmaßlich) müßten andere Mittel wohl erlaubt sein, um ein Leben zu retten. Ich verschwinde jetzt auch lieber ,bevor ich mich ins Zeug rede. LG doris |
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![]() Mitglied seit 29.10.2001 |
Dehalb, weil ich wirklich Wut habe wenn ich über so etwas wie Täterschutz noch nachdenken soll, habe ich nichts weiter dazu geschrieben.
Ich meine , man soll die Herausgabe des Verstecks eines entführten Kindes oder ähnlicher Verbrechen mit ALLEN Mitteln erzwingen !!! Gruß Uschi |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
* Doris D
Jeder Täter ist in einer Demokratie vor der Verurteilung ein mutmaßlicher. Die Polizei kann nicht bis zu einem Urteil warten, sondern muß spontan handeln. *Durotschka Das ist ja gerade das Prinzip der Demokratie, daß sie rationaler ist als ein Täter. Ich kann jede Regung verstehen, doch es geht nicht nur um Kindesentführung, sondern um ein prinzipielles Problem. Bin bestimmt kein Verfechter eines überzogenen Täterschutzes, trotzdem muß in einer Situation der Ruhe über so etwas diskutiert werden und auch über die Konsequenzen für das Rechtsempfinden eines Staates nachgedacht werden. Walterspiel |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Hallo Walterspiel!
Ich kenne etliche Polizisten persönlich, bin mit ihnen befreundet, schiesse mit ihnen.... wenn man hinter die Kulissen schaut, sieht die Welt ganz anders aus........................ Die, die die Gesetze erlassen, sind noch nie in diversen Streßsituationen gestanden und mussten in diesen Situationen schwerwiegende Entscheidungen treffen, geschweige denn sorgen sie dafür, dass der normale Polizist für solche Aktionen gut ausgebildet ist........... Und wenn er dann mal reagiert, muss er noch Angst haben, selbst vor Gericht zu stehen................. NEeee, das hat mit Demokratie nix zu tun... Gruss, Seide |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
* Seide
Wahrscheinlich hatte ich mich unklar ausgedrückt, aber 100 % ige Zustimmung ! Walterspiel |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Ooooops, Walterspiel..........
Dann hab ich Dich anscheinend falsch verstanden............. sorry........ Gruss, Seide |
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![]() Mitglied seit 27.12.2002 |
@ walterspiel
gut, ich kenne mich mit den Bezeichnungen nicht so aus. Ich meinte mit mutmaßlich , wenn man nicht sicher ist, ob es der Täter ist. Dann verbessere ich mich. Wenn der gefasste Mutmaßliche zugibt, die Tat begannen zu haben oder wenn man es genau weiß...dann würde ich solchen Mitteln zustimmen. LG doris |
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![]() Mitglied seit 29.10.2001 |
In unserer Demokratie ist es besonders schwer Polizist zu sein. Wie entscheidet man sich , was macht man richtig. Die Polizei wird in unserem Staat nicht unterstützt. Sobald eine schwere Enscheidung kommt, tauchen die maßgeblichen Personen weg und nur der Polizist hat die Schuld .
Ich denke an den Fall Jakob. Das ist für unfaßbar. |
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![]() Mitglied seit 29.10.2001 |
sollte heißen "für mich" unfaßbar
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Leider wird sich mehr um die Täter gekümmert, als um die Opfer. Wenn man in der Presse liest, was für die Täter alles mögliche getan wird. Dann gibt es mildernde Umstände, denn die Eltern waren ja ach so böse, und sie hatten ja ach so eine schwere Kindheit. Ich kenne Einige, die eine schwierige Kindheit hatten und werden deshalb nicht zum Täter. Nach der Hälfte der Haftzeit werden sie dann wieder auf die Menschheit losgelassen.
Ne, hier ist einiges faul im Staate. Täterschutz, wenn ich das schon höre. Und dann bin ich derselben Meinung wie Seide. Denn wenn dann mal ein Polizist eine Entscheidung trifft, bei Situationen, wo er sich ja u. U. blitzschnell entscheiden muß, kann es im passieren, dass er selber vor Gericht muß. Ich höre lieber auf. Grüße Pepi |
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![]() Mitglied seit 06.03.2002 |
Hmmmmmmmmm,
stimme dir walterspiel total zu. Ich find es erschreckend wie aus dem Täter auf einmal ein Opfer wird. Ich mag und kann es nicht verstehn. |
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![]() Mitglied seit 20.11.2001 |
ich hoffe, es hat hier persönlich noch keine/r diese erfahrung nur ansatzweise persönlich kennen gelernt. eine freundin von mir hatte leider eine ähnliche erfahrung machen müssen.
es tut mir leid ....täterschutz ist aus meinem vokabular gestrichen, zumindest, was kindesentführung betrifft. saveria |
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![]() Mitglied seit 28.01.2002 |
@ Walterspiel u. a.
die Justiz hat immer Zeit: Zeit, um Zeugen zu verhören, Gutachten anfertigen zu lassen, Varianten durchzuspielen. Nach Monaten ist das Urteil fertig gebacken. Derjenige, der in einer extrem kritischen Situation steht, hat oft nur einen kurzen Augenblick Zeit, um seine Entscheidung zu treffen. Es trifft für den konkreten Fall zwar nicht zu, aber das hat außer dem Täter niemand gewußt. Für meine Person kann ich nur sagen: Hut ab vor Menschen, die in extremen Lagen Extremes leisten. Auch vorbeugend, denn im Nachhinein kann es zu spät sein. Ich halte es nicht für einen Widerspruch zur Demokratie, sondern um eine Maßnahme, die in Sonderfällen wie dieser ihrer Erhaltung dient. Gruß Charli01 |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Charli01
wie sagt unser Dichterfüst von Schiller so schön "ein wahres Wort gelassen ausgesprochen". Ich habe grosse Angst vor all diesen Schwarzweissmalern, die meinen, es gäbe eine für immer und alle Zeiten richtige Handlungsmaxime und es sei nur eine (ganz einfache) Sache eines Gesetzgebers, diese in die richtigen Gesetze und Richtlinien zu fassen. Was soll das denn heissen? Dass demnächst Folter bei polizeilichen Verhören grundsätzlich nicht nur gestattet sondern sogar gefordert ist, vom Handtaschenklau angefangen bis zum Gattenmord? Dass jeder, dem ein paar Äpfel vom Baum gestohlen werden, gleich den Apfeldieb standrechtlich erschiessen darf? Dass jeder Nichtraucher den ihn zum Passivrauchen verdammenden Zeitgenossen in die Weichteile treten darf? Ich wünsche mir, wie Waltersspiel, viele kritische Fragen und keine vorschnellen Antworten. susa |
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