Wein des Tages 21.01.11
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Und der arme Kandidat hat alle Joker verspielt und nun zwei Möglichkeiten, entweder er weiß es weil er zB Geologe, Philologe oder Winzer ist oder er weiß es nicht und versucht sich am Ausschlussverfahren. Hautkrankheit schließt er aus, Krankheiten die hat man alle schon mal gehört und von Grauwacke hat er beim Hausarzt noch nie was gehört. Laubbaum? na das weiß er nicht so recht, wenn es doch auch Silberpappeln oder Rotbuchen gibt, aber irgendwie erscheint es ihm nicht wahrscheinlich. Nur zwischen dem Fisch und dem Stein, da fällt ihm die Entscheidung schwer. Wenn er ein Zocker ist, dann tippt er irgendwas und hat nach entsprechende Wichtung seiner Argumente eine na sagen wir mal vielleicht 35%ige Chance, die richtige Antwort zu finden, wenn nicht, dann nimmt er die 64.000€, die er bisher erspielt hat, und geht. Der Philologe erinnert sich vielleicht an das Märchen von dem Wolf und den sieben Geißlein und dass dem Tier der Bauch mit Wackersteinen gefüllt wurde und denkt sich, na das ist doch ein ähnlicher Wortbestandteil, dann wird's wohl was mit dem Stein auf sich haben. Der Geologe zitiert den Merkspruch des Grundstudiums "Feldspat, Quarz und Glimmer - Euch vergess ich nimmer!" und der Winzer hat selber oder kennt genügend Kollegen, in deren Weinbergen eine derartige Formation zu finden ist, zB wenn er sich an der Ahr auskennt. Der Recher Herrenberg zB besteht aus einem Schieferverwitterungsboden aus Grauwacke, der ist wasserdurchlässig und gut in der Lage Wärme zu speichern, die Hangneigung von ungefähr 60% ist optimal zur Ausnutzung der Sonneneinstrahlung. 2008 Frühburgunder Recher Herrenberg QbA Weingut Jean Stodden, Ahr Der Frühburgunder ist eine Variation des Spätburgunders und bei Winzern nicht sonderlich beliebt, da er (wie man dem Namen unschwer entnehmen kann) früh reift, seine Blüten sind sehr sensibel, sein Ertrag nicht immer reichhaltig und bei Vögeln ist die Beere auch sehr beliebt. Alles Dinge, die einem Winzer das Leben schwer machen können. Aber wenn man sich einmal mit dieser Traube beschäftigt und ihr die Mühe angedeihen lässt, die sie nun mal braucht, kann man wunderbare Weine erwarten. Der Stoddensche Frühburgunder ist von zartem durchsichtigen Rot und duftet sehr fein nach Erdbeeren und Kirschen, am Gaumen würzig, Holzwürze, klare elegante Säure, etwas raues Tannin, feine Mineralnote, guter kraftvoller Abgang. Der Wein ist vielen der üblichen Spätburgunder an Finesse und Eleganz überlegen. Der Preis von etwa 30€ lässt erst einmal schlucken und spiegelt sicher nicht nur die Qualität des Hauses Stodden und seiner Weine sondern auch die geringe Menge und den erhöhten Arbeitseinsatz wieder. Aber so ganz hin und wieder sollte man sich ein kleines Juwel mal gönnen. Prost! ________________________________________________________________________ De toutes les qualités du cuisinier, la plus indispensable est l'exactitude. Jean Anthelme Brillat-Savarin |
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![]() Mitglied seit 19.02.2006 |
Moin Susa!
Grauwacke für 30 Euro ist schon ein Wort! Hätt ich bisher nicht gekannt, diese Gesteinsart, ich wär mit 64.000 Euro heim gegangen - weil zocken hätt ich nicht dürfen, meine Frau hätt mir ausm Publikum die Handtasche ins Genick gezimmert! Mit Frühburgunder verbinde ich - bislang - eher die ganz hellen, durchscheinenden 'Wässerchen'. Liegt aber daran, dass ich erst seit ein, zwei Jahren mit Spätburgunder überhaupt etwas anfangen kann und mir seither die "Früh-Variante" noch nicht vor die Flinte bzw. ins Glas gelaufen kam. Klingt eigentlich sehr danach, dass ich das mal ändern sollte. Neulich hatte ich einen "einfachen" 2008 Spätburgunder von Reichsrat von Buhl im Glas - auch sehr hell und durchscheinend, aber mit enormer Kraft, Würzigkeit und Geschmeidigkeit ausgestattet. Hat mir rischdisch gut gefallen (ein Rest ist noch in der Flasche, gefällt mir also nachher auch grad nochmal So, jetzt muss ich mich mal endlich aufraffen, sonst verpass ich noch den Feierabend... Schönes Wochenende! Monti |
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![]() Mitglied seit 15.06.2007 |
Hallo Monti,
mein erster Frühburgunder war ein Meyer-Näkel (wenn ich mich nicht irre). Das war im Rahmen einer Runde, die sich mit Burgunder-Rebsorten auseinander setzte - bzw. von jeder Rebsorte aus der Burgunderfamilie mindestens einen Wein probierte :) Ein Abend, der bis weit in den nächsten Morgen ging - das weiß ich noch! lg Trollmann |
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![]() Mitglied seit 16.10.2008 |
Also susa_,
dass die Wackersteine im Bauch des Wolfs von der Gesteinsart herrühren - danke für diese jetzt geschlossene Bildungslücke. Irgendwie hatte ich mir Wackersteine immer als Kopfpflastersteine vorgestellt und nie weitergedacht. Grauwacke - nie hätte ich dieses Rätsel lösen können. Tja Monti, Frühburgunder sind mitnichten ganz helle durchscheinende Wässerchen. Du solltest vielleicht doch mal einen vom Fürsten aus Bürgstadt probieren, Du wirst feststellen, dass dessen Frühburgunder ein mattes und dichtes Rubingranat zeigen. Er duftet nach Zwetschgen und roten Beeren, Dörrobst, rauchigem Eichenholz, Kandiszucker, Tabak und getrockneten Blüten. Ein sehr eleganter Wein. Wir haben gerade den Jahrgang 2008 vom Frühburgunder Centgrafenberg und Frühburgunder "R" Centgrafenberg eingekellert. Ein schönes Wochenende wünscht Rinquinquin |
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![]() Mitglied seit 23.11.2007 |
..es ist Freitag und ich hätte eine fünfte Alternative im Jauchschen Rätselzirkus gebraucht, denn für mich wäre es eindeutig der vom Aussterben bedrohte doppeltgefiederte Plattfüssler, auch 'Schnabelhufer' genannt, aus der Familie der Graugänse gewesen...
..so lehne ich mich entspannt zurück, denn dieser Kelch ist an mir vorüber gegangen, jedoch habe ich einen anderen heute abend vor zu füllen mit einem >2009 - Gris-Blanc< von Gerard Bertrand, der mir hoffentlich die aufgedruckte 'La garantie du plaisir' zu geben vermag. Gruß pp |
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![]() Mitglied seit 16.10.2008 |
@ peterpanik - stell' Dir einfach vor, Du seist im Château l'Hospitalet und dann kommt das Plaisir schon.
Bei uns gab es einen 2000 Château Fontenil - weich und angenehm - jetzt isser wech. Gruss von Rinquinquin |
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![]() Mitglied seit 23.11.2007 |
@Rinquinquin,
der war erst kürzlich 'dran' - immer wieder eine Freude für 8 €... Gruß pp |
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