Wein des Tages 18.01.11
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Am Samstag konnte ich mich nicht zurückhalten; ich hatte ein wunderbares aus Frankreich importiertes Stück Roquefort geerbt und wollte dringend einen nougat glacé au Roquefort machen, also so ähnlich wie Chefpastinakes Ziegenkäsenougat eine Creme aus Roquefort, Mascarpone, gerösteten Nüssen und in Muscat de Beaumes de Venise eingeweichten Trockenfrüchten, abgeschmeckt mit Orangenzesten, Pfeffer und Salz. Natürlich schmeckt dazu auch am besten ein Muscat de Beaumes de Venise, erstens weil Süßwein und Roquefort die unschlagbare Kombination ist, zweitens weil zu Käse in den allerallermeisten Fällen sowieso nur Süßwein passt und drittens weil der Wein, den man zum Kochen resp. zur Zubereitung nimmt, auch immer wunderbar als Begleitwein passt. Nun war allerdings mein Muscat bei der Herstellung vollständig aufgebraucht worden (immerhin muss sich die Köchin in regelmäßigen Abständen von der Güte des Produktes überzeugen). Den Nougat hatte ich in der TK gekühlt und als kleine Amuse gueule angeboten, ein mutiges Unterfangen, beim nächsten Mal gibt es den im Käsegang. Gottseidank gab es noch andere Häppchen, die mit den Openern bestens harmonierten. Die Opener waren insgesamt drei Weißweine, zwei St. Peray und einen St. Joseph und weil der der allerbeste war, kommt er als erster dran. 2009 Le Lombard Yves Cuilleron, St. Joseph AOC der Grenache wird bestimmt gleich schimpfen und uns was von Kindermord erzählen, der Wein kann durchaus noch ein oder zwei Jahre Flaschenreife vertragen; aber einmal sollte man ihn durchaus jung genießen, um die ganze Kraft, Wucht und jugendliche Frische dieses Weines zu erfahren. Im Glas goldgelb funkelnd, Blütenduft und Aromen von Stachelbeeren, Zitrusfrüchten und roten Beeren, am Gaumen weich und doch kraftvoll und voller Finesse, imposante Mineralik, fruchtige und nussige Aromen und zum Abgang hin ein feines Zusammenspiel von zarter Süße und filigraner Säure, sehr guter Abgang. Ich hatte ja gehofft, dass der Schmelz und die leicht angedeutete Süße ausreichen würden, um mit dem Käse zu bestehen, aber da machten beide schlapp, der Wein verlor seine wunderbare Komplexität, nur die Säure und die 13 vol% Alohol blieben bestehen; und der Roquefort schmeckte auch langweilig. Dafür wurde durch den Wein ein piefnormales Röstbrot mit Tapenade zum Hochgenuss, ebenso zum Tian de cabillaud (aus nachhaltigem Fang versteht sich) passte der Le Lombard hervorragend. Der Wein kostet um die 20€. Prost! ________________________________________________________________________ De toutes les qualités du cuisinier, la plus indispensable est l'exactitude. Jean Anthelme Brillat-Savarin |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Da gibt es überhaupt nicht zu schimpfen, das ist doch ein St. Joseph Blanc, wenn sie nicht zu sehr nach neuem Barrique schmecken, mag ich die jung besonders gern.
Den 2009 Lombard (Vieilles Vignes Marsanne) konnte ich in Verlieu im Mai 2010 nur probieren, er war bereits ausverkauft, hätte 16,30 gekostet. Das waren immerhin 8 Monate früher. Ein wunderbarer Wein, wie oben beschrieben, der Duft von Waldgeißblatt ist vergessen worden. Noch besser gefiel mir der 2009 Saint-Pierre (Roussanne), der war noch vollmundiger, hätte 18,80 gekostet, auch ausverkauft, genauso wie der 2009 Lyséras (Marsanne + Roussanne) für 13,50. Gruß, Grenache |
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![]() Mitglied seit 19.02.2006 |
"... der Duft von Waldgeißblatt ist vergessen worden."
Wie konnte DAS nur passieren Erschütterte Grüße Monti... ...*undweg* |
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