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Wein des Tages 14.01.10

Vom 14.01.2011 08:05 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,07/Tag)
Diese Woche ist wohl die Woche der großen Transfers, Dzeko für angeblich 34 Mio € zu ManC und im Bordelais ist der bis dato teuerste Weingutstransfer über die Bühne gegangen, das Château Les Carmes Haut Brion aus Pessac-Léognan ist für ungefähr 18 Mio an einen Immobilienfritzen verkauft worden. Das entspräche so rechnen die Kollegen vom Sud-Ouest einem reinen Hektarpreis für die Weinfelder von knapp 3 Millionen (den Immobilienwert haben sie irgendwie rausmultipliziert Na!) und das obwohl selbst in Pauillac und im Libournais auch bei exzellentesten Lagen noch nie mehr als ungefähr 1.5 Mio erzielt worden seien. Als ich das las, dachte ich, Bernard Margrez hätte mal wieder zugeschlagen, aber der war dieses Mal nicht beteiligt, ich glaube, der Mann ist auch zu sehr guter Geschäftsmann als sich auf solche Hazardspielchen einzlassen.

Das Gut hat eine sehr exponierte Lage, gleich gegenüber Haut Brion, wie man dem Namen unschwer entnehmen kann, hat das alles auch irgendwann mal zusammengehört.

Ich bleibe dann lieber im Lande und nähre mich redlich, auch weintechnisch Na!, ich suchte einen Süßwein fürs Dessert und zwar für eine Spielart des Chefpastinakeschen Ziegenkäsenougats

2008 Gewürztraminer Auslese Bestes Fass
WG Achkarren am Kaiserstuhl, Baden


die Achkarrer (oder Achkarrener?) Genossen überraschen immer wieder mit wirklich spannenden Weinen, auch wenn ich beim Basissegment auch schonmal gezielt daneben gegriffen habe, so ist das halt wenn man sich durchprobiert, no risk no fun.

Der Gewürztraminer duftet fein nach exotischen Früchten, nach Litschi, eine Andeutung von Ananas, Honigmelone, Birne, ein ganzes Fruchtpaket, auch ein wenig Kräuter und Blütenduft, am Gaumen weich und saftig, nicht zu ölig, wiederum Fruchtaromen, Karamell, Crème brûlée, etwas zurückhaltende Säure, es fehlt ein wenig der Gegenpol zu den Fruchtaromen, aber wenn zu Käse genossen, ist das kein großer Nachteil, der Käse bringt dann genug Spannung in die Kombination, der Abgang weich und ziemlich lang.

Ich habe den Wein nur in der 0.375er Flasche gesehen, ich weiß nicht, ob er auch in der Normalflasche angeboten wird, in der halben kostet er um die 10€.

Prost!








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De toutes les qualités du cuisinier, la plus indispensable est l'exactitude.
Jean Anthelme Brillat-Savarin
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Vom 14.01.2011 11:59 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

MatthiasH Hendlgriller


Mitglied seit 16.09.2004
2.799 Beiträge (ø1/Tag)
Hallo,

sowohl für das Château als auch für Dzeko eine irre Summe. BOOOIINNNGG....

Beim Pessac-Léognan-Château wird's wahrscheinlich aber so sein, dass das Weingut schon mitten in Bordeaux liegt oder zumindest über kurz oder lang von Bordeaux verschluckt wird. Das erklärt den Preis in diesem Fall vielleicht eher als die Liebe des Käufers zum Wein.

Oder die Vorstände und Aufsichtsräte der Bayerischen Landesbank haben wieder mal an eine todsichere Immobilientransaktion finanziert. Wobei ich in diesem Fall, weil ich als Bayerischer Steuerzahler für den Ausfall ja wieder bürgen muss, endlich Miteigentümer eines Château wäre.......ich muss gerade mal mit unserem Finanzminister Fahrenschon telefonieren. Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen

Freitaaach
Matthias
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Pulling together is the aim of despotism and tyranny. Free men pull in all kinds of directions. T.P.
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Vom 14.01.2011 12:31 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

14faber06 Suppenkoch


Mitglied seit 17.05.2009
675 Beiträge (ø0,61/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Habe mal nachgerechnet:
Bei angenommen 4000 Flaschen Ernte pro Hektar und Jahr und bei vernünftiger Rendite muss das Weingut an einer Flasche rund 40 € verdienen, um eine vernünftigen Verkehrswert zu begründen. Bei den Endpreisen gar nicht so unwahrscheinlich. Wie bei Facebook wird auch hier die Zukunft gehandelt - und im Bordeaux immer auch das Prestige.

Gruß

Faber
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Vom 14.01.2011 12:56 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,07/Tag)
Ich komm auf 47.000 Flaschen, hab ich irgendwo einen Rechenfehler? Auf der Webseite des Hauses wird eine Pflanzdichte von 10.000 Rebstöcken pro Hektar angegeben, also bei 4.7 ha wären das 47.000 Rebstöcke, Faustformel Bordelais: 1 Rebstock = 1 Flasche, ziehen wir mal ein paar wegen Nachpflanzung etc. ab, da wären wir bei vielleicht 45.000.

Wenn ich dann allerdings weiterrechne, dass sich die Investition nach 10 Jahren amortisieren soll (jetzt mal rein linerar ohne abgezinsten Cashflow und so'n Gedöns) dann bin ich auch wieder bei ca. 40€/Flasche. Darauf muss man noch die reinen Herstellkosten des Weines, also Rebflächenpflege, Kellerarbeit, Abfüllen bis zum Versand etc. rechnen, ein bisschen Gewinn noch, da muss der Wein mindestens 60€ ab Château kosten. So ein Wein würde dann bei knapp unter 100€ beim Endverbraucher landen.

Um in diese Preisregionen vorzudringen, muss er wahrscheinlich noch mal ordentlich in Keller, Weinbereitung und Marketing investieren und Herrn Denerencourt noch einige Jahre weiter als Berater berzahlen, das kostet auch wieder, das muss also auch wieder auf den Preis drauf bzw. in die Kalkulation rein.

Bisher war das immer so ein feiner noch bezahlbarer Wein, am besten deckt man sich noch schnell mit 2009 und 2010 ein Na!.


lg
susa



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Vom 14.01.2011 13:05 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

MatthiasH Hendlgriller


Mitglied seit 16.09.2004
2.799 Beiträge (ø1/Tag)
Ein wohlklingendes "Haut Brion" im Namen zu haben könnte bei unbedarfteren auch ein ganz netter Marketingvorteil sein.
Ok, vielleicht müsste man es noch in "Haut Blion" umbenennen. Na!

viele Grüße
MatthiasLafiteH
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Vom 14.01.2011 13:14 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

14faber06 Suppenkoch


Mitglied seit 17.05.2009
675 Beiträge (ø0,61/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hallo susa,

die 10000 Stöcke pro Hektar erscheinen mir als sehr viel. Meine Rechnung vereinfachte sich, indem ich den üblichen reduzierten Ertrag von etwa 30-35 hl/ha bei einem exzellenten Weingut ansetze, was etwa 4000 Flaschen sind.

Wie dem auch sei, was zerbrechen wir uns die Köpfe des Verkäufers und des Käufers.
Eine befreundete Kollegin, die Wertermittlung für Grundstücke betreibt, sagt regelmäßig, wenn sie's nicht versteht: Vielleicht war's gewaschenes Schwarzgeld ...

LG
Faber
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Vom 14.01.2011 13:23 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Grenache Hendlgriller


Mitglied seit 25.01.2008
2.659 Beiträge (ø1,68/Tag)
Pfeil nach rechts Ich komm auf 47.000 Flaschen, hab ich irgendwo einen Rechenfehler? Auf der Webseite des Hauses wird eine Pflanzdichte von 10.000 Rebstöcken pro Hektar angegeben, also bei 4.7 ha wären das 47.000 Rebstöcke, Faustformel Bordelais: 1 Rebstock = 1 Flasche, ziehen wir mal ein paar wegen Nachpflanzung etc. ab, da wären wir bei vielleicht 45.000. Pfeil nach links


4,66ha, Produktion 30000 Flaschen, Preisrahmen 38.- bis 46.-
So steht es jedenfalls im aktuellen Guide Hachette 2011.

Gruß, Grenache
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Vom 14.01.2011 13:28 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Grenache Hendlgriller


Mitglied seit 25.01.2008
2.659 Beiträge (ø1,68/Tag)
Hab mich versehen, das war der Guide Hachette 2010, Menge und Preisrahmen für 2006, im aktuellen 2011 für 2007 keine Mengenangaben aber ein Preisrahmen von 60.- bis 76.-

Gruß, Grenache
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Vom 14.01.2011 13:37 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,07/Tag)
Als ich den letzten gekauft hab, gebe zu, das ist nun auch schon fast 10 Jahre her, Flasche noch aus den 90er Jahren, da lag der bei um die 120ff.

lg
susa



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Jean Anthelme Brillat-Savarin
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