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Wein des Tages 12.01.11

Vom 12.01.2011 08:39 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,07/Tag)
Angeblich hat man nun das bis dato bekannte allerallerälteste Weingut gefunden und zwar in Armenien; die Funde ließen Rückschlüsse auf eine Weinherstellung zu, die im Prinzip auch nicht wesentlich anders ist als die heutige, wenn man mal von der computergesteuertern Temperaturregulierung absieht YES MAN , es fanden sich Pressrückstände, Pressen und Lehmtanks (heute nimmt statt dessen ja gerne Amphoren) auch Trink- und Serviergefäße waren in großer Anzahl vorhanden. Das Alter der Funde wird mit über 6000 Jahren angegeben. Die Produktionsstätte wurde in einem verzweigten Netz unterirdischer Gänge und Kavernen entdeckt, in dem gleichen, in dem ein Jahr zuvor der wahrscheinlich älteste Schuh der Welt, eine Art Mokassin, gefunden wurde, der ist aber angeblich 1000 Jahre jünger als das Weingut.

Was heißt das? Natürlich könnte man darauf schließen, dass ältere Schuhe inzwischen unwiederbringlich verloren sind, da verrottet, oder aber, dass die Herstellung von Wein ein größeres Bedürfnis befriedigt hat, als der Wunsch nach Fußbekleidung. Das wiederum erklärt einleuchtend, wieso Weinerzeugung lange Zeit Männersache war (von ein paar Einzelfällen im Mittelalter abgesehen und das waren Nonnen, das zählt nicht richtig Na!).

Inzwischen haben die Damen rasant aufgeholt, bzw. die Geschlechter haben sich angeglichen; es gibt immer mehr Winzerinnen und es gibt immer mehr Herren, die für einen bestimmten Schuh ebenfalls morden würden YES MAN .

Eine Winzerin, deren Weine ich sehr schätze, und die sich selber als Weinbäuerin bezeichnet, ist Heidi Schröck aus Rust. Ein wenig erinnert sie mich an die Köchin Lea Linster, beide Damen strahlen etwas Solides, etwas Geerdetes, aus, obwohl ich keiner von beiden begegnen möchte, wenn die Dinge nicht nach ihren Vorstellungen und in ihrem Sinne laufen Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen. Diese Art von Besessen- oder Verbissenheit gehört nun mal dazu, wenn man sich nicht mit Halbheiten oder sonstigen Schlampereien zufrieden geben will.

Heidi Schröck hat den ungarischen Furmint für sich entdeckt, die Rebsorte die auch im edelsüßen Tokajer enthalten ist, und die bei der richtigen Behandlung auch wunderbare trockene oder nur ganz leicht restsüße Weine hervorbringen kann.

2007 Furmint
Weinbäuerin Heidi Schröck, Neusiedlersee


der ist trocken, er duftet zart nach Kamillenblüte, Rose und getrockneten Früchten, ähnliches Aromenspiel wie die großen Süßweine, am Gaumen dann ein wunderbarer fast öliger Schmelz, danach Aromen von Zitrusfrüchten, vor allem die zarte Bitternote von Grapefruit, dazu Limette, Apfel, Quitte, Mineral, ein gutes Säuregerüst, ein sehr komplexer langer Abgang, ein eleganter Wein mit 13 vol% Alkohol, der seinen Charme erst nach und nach entfaltet und nach knapp zwei Stunden Luft perfekt ist.

Der 2007er ist wohl kaum noch zu bekommen, derzeit wird 2008 und 2009 angeboten und ich hoffe, dieser hochspannende Wein hält sein Niveau auch in den Folgejahrgängen, ich werde zusehen, dass ich dieses Jahr wieder ein wenig von Heidi Schröcks Weinen probieren kann. Der Furmint kostet unter 15€.

Prost!





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De toutes les qualités du cuisinier, la plus indispensable est l'exactitude.
Jean Anthelme Brillat-Savarin
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Vom 12.01.2011 12:14 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

inschallah Sternekoch


Mitglied seit 26.03.2003
4.907 Beiträge (ø1,47/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Ohhhhhhhh, endlich mal ein Wein, den ich auch kenne (ich kenn halt kaum welchen) und der ist sooooooooowas von hmmmmmmmm!!

lG Uli
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Vom 13.01.2011 08:35 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

14faber06 Suppenkoch


Mitglied seit 17.05.2009
675 Beiträge (ø0,61/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Sensible Prosa!
Die Geschlechter gleichen sich an, und die Damen erscheinen als unleidlich, wenn es nicht in ihrem Sinne läuft. Das ist Zeitgeist! Auch in Armenien hat es wohl solche Besessenheit gegeben. Wer produzierte heute noch Gewölbe, Trinkgefäße und Mokassins, die 5-6000 Jahre halten.
Und wie schön, das solche Besessenen und Besessinnen Wein und Essen produzieren, über den und das man schreiben kann, und den und das es sich zu trinken und zu essen lohnt. Man muss sie nicht persönlich kennen, um das zu genießen. Apropos Lea Linster. Sie und ich sind etwa gleich alt, und wir sind nicht weit entfernt voneinander aufgewachsen. Als sie jung und noch nicht berühmt war, sind wir uns begegnet. Sie war schon damals ähnlich charmant wie heute vor der Kamera.

LG
Faber
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Vom 13.01.2011 20:28 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

gerwolf Chefkoch


Mitglied seit 11.10.2006
4.255 Beiträge (ø2,07/Tag)
von Armenien vor 6000 Jährchen an den Neusiedlersee
und das ohne Mokassins

Prost meint Otti, der auch barfuss läuft Lachen Lachen
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Vom 13.01.2011 20:33 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

gerwolf Chefkoch


Mitglied seit 11.10.2006
4.255 Beiträge (ø2,07/Tag)
fast immer BOOOIINNNGG.... BOOOIINNNGG....

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