Wein des Tages 11.01.10
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Freund P. hatte mir schon immer davon vorgeschwärmt; P. ist auch so ein Bordeauxfex und wenn man ihn mit einem Wein, der nicht aus dem Bordelais stammt, begeistern kann, das kann man schon rot im Kalender anstreichen. Und dass wir den Caberlot damals überhaupt probieren konnten, lag an zwei Gründen. Erstens ist P. mit dem Besitzer der Weinbar sehr befreundet und im angeschlossenen Weinhandel ein guter Kunde und zweitens hatte gerade am Vortag eine Präsentation des Gutes stattgefunden und es gab noch einen Rest in der Flasche. Nun, man muss auch mal Glück haben. Und so blieb es natürlich nicht aus, dass ich den auch mal probieren musste, P. überließ mir großzügig auch ein Glas von seinem Viertelliter. Zuerst mal hab ich natürlich gefragt, was es mit dem Wein bzw. dem Namen auf sich hatte und bekam folgende Erklärung. Ein toskanischer Winzer entdeckte irgendwann auf einem abgelegenen Stück einige Rebstöcke, die Sorte konnte als natürliche Kreuzung zwischen Cabernet Franc und Merlot identifiziert werden. Etwa zehn Jahre später verwirklichten zwei Hamburger sich ihren Traum vom eigenen Weingut in der Toskana und setzen nichts als gerade diese Reben und steckten viel Geld, Herzblut und das Know-How ihrer beratenden Önologen in das Projekt. Seit ungefähr den 1990er Jahren ist der Caberlot ein so genannter Kultwein; was zum einen an der recht geringen Ausbringungsmenge liegt, aber die ist bei etwa 3-4000 Rebstöcken nun mal begrenzt, zum zweiten daran, dass der Wein nur in Formaten von Magnum an aufwärts abgefüllt wird und zum dritten, dass diese Rebsorte sowieso und in der Toskana erst recht ziemlich unbekannt und selten ist. Was natürlich alles nix heißt, denn wichtig ist im Glas, und das muss damit ein Kultwein ein solcher ist und bleibt vor allem anderen stimmen. 2004 Il Caberlot IGT (Magnum) Podere Il Carnasciale, Toskana wenn man den dunkel- fast schwarzroten Wein im Glas vor sich sieht und die ersten Düfte von Johannisbeeren, aromatischen Kräutern, Schokolade aufnimmt, dann denkt man schon ein wenig an Bordeaux, an einen elegant-schmeichelnden St. Emilion (also nicht an einen Figeac Der hat wirklich Spaß gemacht, den Trinkeindruck hab ich nicht vergessen, an so einen Wein erinnert man sich; und dass ich den nicht weiter verfolgt habe, liegt sicher nur daran, dass ich bei italienischen Weinen ja irgend so eine nicht näher erkannte Blockade habe, und dass der so selten ist und deswegen auch nicht gerade preiswert, wenn auch sicher seinen Preis von je nach Jahrgang um die 150-300€ pro Magnum wert. Und irgendwie kam der mir gar nicht italienisch vor Prost! ________________________________________________________________________ De toutes les qualités du cuisinier, la plus indispensable est l'exactitude. Jean Anthelme Brillat-Savarin |
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