Frage zu Apfelwein
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![]() Mitglied seit 04.12.2008 |
nachdem ich vorhin eine Cidreflasche geköpft habe ist mir die Frage gekommen, warum es eigentlich nicht in ganz Deutschland eine Apfelweinkultur gibt? Warum in erster Linie in Hessen und nicht z. B. im Alten Land, immerhin Deutschlands größtes Obstanbaugiet? Weiss da jemand Bescheid? Schönen Abend Mieks |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Das was im Alten Land angebaut wird, ist Tafelobst. Zu Äppelwoiherstellung braucht man eher knorziges Obst alter Apfelsorten von Streuobstwiesen einschließlich Speierling, erst dann wird's ein gutes Stöffchen.
War lange nicht mehr im Lorsbacher Tal, Fichtekränzi oder Dauth-Schneider (früher als Heiratsinstitut bekannt Rippchen mit Kraut und für meine Chinesen Porc Nuckle, dazu einen guten Schoppen, das wäre Tiantan in D. Gruß, Grenache |
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![]() Mitglied seit 24.07.2004 |
Hi,
Apfelwein kennt man eigentlich schon weit über die Grenzen Hessens hinaus, aber halt eher als private Kelterung und weniger als Kultur, die auch in Lokalen gepflegt wird. Hast du Äppler schon mal selbst gemacht? Das macht echt Spaß und der Erfolg ist so gut wie garantiert (wenn man nicht ganz blöde Fehler macht). Gruß Lion |
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![]() Mitglied seit 14.09.2010 |
1. Das Alte Land mit seinen rund 170 Quadratkilometern ist lediglich das größte *zusammenhängende* Obstanbaugebiet in Mitteleuropa.
Übersetzt bedeutet das: es ist ein - relativ gesehen - winziger Fleck Deutschlands mit einer für das Thema "Herausbildung von Esstraditionen" eher winzigen Bevölkerung. Selbst das im Vergleich eher kleine Bundesland Saarland hat schon ca 2500 km2. Hessen um die 20.000. Da wird dann ein Vielfaches an Äpfeln von einer viel größeren Zahl Menschen angebaut und verkeltert - nur eben nicht auf einer *zusammenhängenden* Anbaufläche. 2. Apfelwein ist bzw. war auch früher nicht unbedingt die optimale wirtschaftliche Verarbeitungsform für Äpfel. So lange man das Obst in anderer Weise lagern und vermarkten bzw. verwerten konnte, musste es kein Wein sein. |
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![]() Mitglied seit 16.10.2008 |
Moin,
in meiner Kinderzeit verbrachten wir viele Nachmittage -vor allem im Winter- bei unseren Nachbarn, da wurde erzählt, gesungen und Apfelwein getrunken. Was meiner Mutter nicht immer unbedingt gefiel, wenn ich so lustig nachhause kam Der Apfelwein war Hausherstellung, wurde krugweise aus den Fässern in einem Kellergewölbe geholt, wozu man um das ganze Haus erst mal herumgehen musste. Der Haushaltsvorstand unserer Nachbarn wurde auch nicht selten gesehen, wie er von zwei ihn stützenden Männern nachhause gebracht wurde. Einmal hatte er in der Wirtschaft noch Apfelwein im Glas, konnte aber nicht mehr trinken und sagte "ddddann schschschütt ihn an mich!!" Gruss von Rinquinquin |
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![]() Mitglied seit 04.05.2002 |
Hallo,
der Apfelwein ist nicht nur in Hessen bekannt, sondern wird auch in Bayern getrunken im Sommer als Süß-oder Sauer gespritzter und im Winter wie Glühwein erhitzt. Es wird auch nicht nur privat gekelltert sondern es gibt Keltereien da bringt man seine Äpfel hin und es gibt Gutscheine die man als Apfelwein oder Saft einlösen kann. Viele Grüße aus Bayern Tappie |
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![]() Mitglied seit 09.08.2008 |
Hallo!
Bei uns heißt er Moooschd und wird meist aus Äpfeln und Birnen, die man im Rohzustand nicht genießen kann, hergestellt. Mostäpfel sind sehr saure Äpfel, und wer einmal in eine Mostbirne gebissen hat, hat keine Löcher mehr in den Socken, die zieht's zusammen...die Birnen sind nicht sauer, aber dermaßen adstringierend, dass man sie echt nicht essen kann. Beide wachsen auf den wunderbaren Streuobstwiesen, die allen möglichen Tieren Zuflucht und Nahrung bieten und die leider zugunsten von Monokulturen wohlschmeckenden, süßen Obstes immer seltener werden. Liebe Grüßle vom Schwobamädle
Fremde sind Freunde, die man nur noch nicht kennengelernt hat. --- Irisches (?) Sprichwort |
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![]() Mitglied seit 13.02.2008 |
Mit den Mostbirnen haben wir es hier in Hesen ja nicht so sehr. Als Kind kannte ich einen einzigen Baum. Gerbstoffe ohne Ende. Wir Kinder haben die natürlich trotzdem gegessen... Dafür haben wir den Speierling. Der ist roh völlig ungenießbar. Und die Mostäpfel entsprechen sicher weder dem Massengeschmack noch irgendeiner EU-Vorschrift. Aber ich würde sie doch essen wenn ich heute noch welche kriegen würde. Schon um die alten Erinnerungen aufzufrischen. Und man kann die natürlich ganz toll in der Küche verarbeiten. Die haben viel mehr Geschmack als die heutigen Dekoäpfel. Keine 10km von hier gibt es Streuobstwiesen mit hunderten von Bäumen. Ich muß doch mal irgendwie rauskriegen wem die gehören und denen ein paar Äpfel abschwatzen. Die meisten werden sowieso nie geerntet. Viele Grüße vom Rand der Welt Manfred Ich koche gern mit Wein, manchmal gebe ich sogar welchen ins Essen.
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![]() Mitglied seit 09.08.2008 |
Hallo!
Manni, genau so sieht es bei uns auch aus Finanziell lohnen tut es sich auch nicht; am Anfang diesen Herbstes bekam man sage und schreibe 6 € für den Doppelzentner Äpfel, wenn man sie zum Entsaften abgegeben hat, später ging der Preis dann auf 10 oder 12 hoch. Und dabei hat es auf den Streuobstwiesen eine wunderbare Apfelsortenvielfalt, von den Birnen und Zwetschgen gar nicht zu reden. Liebe Grüßle vom Schwobamädle
Fremde sind Freunde, die man nur noch nicht kennengelernt hat. --- Irisches (?) Sprichwort |
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![]() Mitglied seit 04.05.2002 |
Hallo,
bei uns in der Region gibt es im Herbst immer einen Apfelmarkt wo man alte Apfelsorten bestimmen lassen kann, die man selbst nicht mehr so genau kennt, weil die noch von Opa oder Uropa angepflanzt wurden, hatten selbst eine Streuobstwiese betreut, haben die Äpfel aber meist in Apfelsaft getauscht, aber seit mein Schwager nicht mehr lebt gibt es auch kein Streuobstwiese mehr. Gruß Tappie |
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