Wein des Tages 27.12.10
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Das haben wir mal in der Schule gelernt. In einem Besinnungsaufsatz, auch Erörterung genannt (das waren diese beliebten "entweder-oder-Themen"), solle man alle seine Argumente in aufsteigender Reihenfolge anbringen und mit dem wichtigsten, dem schlagendesten Argument aufhören. Diese Regel lässt mich doch sehr am Praxisbezug schulischer Anforderungen (also am "non scholae sed vitae dsicimus") zweifeln. Wer eine Power Point Präsentation zum Zwecke der Herbeiführung einer Geschäftsentscheidung abhält, folge besser der umgekehrten Dramaturgie und beginne mit den Knallerargumenten solange ihm die Aufmerksamkeit seiner Zuhörerschaft noch sicher ist und die Zwischenrufer noch nicht in Form sind. Und wer wie ich eine zahlreiche Geschwister- (in meinem Falle Brüder-)schar sein eigen nennt, der lernt schnell, das Beste vom Essen gleich zu verzehren und es nicht bis zum Schluss zu verwahren, sonst wird es unweigerlich mit einem "Magst Du das etwa nicht mehr?" vom Tellerrand gemopst. Nun sind wir aber erwachsen und mopsen keinem mehr die besten Stücke vom Tellerrand wenn wir nicht ausrücklich dazu aufgefordert werden und können uns die Sachen in jeder uns beliebenden Reihenfolge einteilen, auch die Weihnachtsweine. Und so trug es sich zu, dass der Beste (jedenfalls nach der Papierform) zum Schluss also am letzten Weihnachtstag zum Zuge kam. Das war allerdings weniger Ausdruck einer ausgefeilten Choreographie sondern eher Folge einer gewissen Unentschlossenheit. Zuerst hatten wir ihn uns ausgesucht, den 1994 Mouton Rothschild Pauillac, Bordeaux und dann regten sich in Herrn susa Zweifel, es sei noch zu früh, der Wein sei bestimmt noch zu tanninstreng, also wieder zurück ins Glied, bzw. die Kiste. Aber dann nölte ich ein wenig, ich habe mich aber an Weihnachten auf einen Mouton gefreut, also rückte er wieder in die Phalanx der zu trinkenden Weine. Dann kam aber doch erst mal der 95er GPL ran und dann schrieb A. am 1. Weihnachtstag auf facebook, dass er just den 94er Mouton mit seiner Gattin tränke und Frau A. war so was von begeistert und A. beklagte sich, dass er gar nichts mehr davon abbekäme. Das überzeugte Herrn susa, der auf A.s Urteil gerade in Bordeauxfragen einiges gibt. Immerhin konnten wir von A.s Servierempfehlungen profitieren, in die Karaffe, eine Stunde Luft und dann der erste Schluck bzw. zuerst einmal das Aufnehmen der sensorischen Eindrücke per Nase. Nase zunächst zurückhaltend; als erstes Frucht, Kirsche, Brombeere, später auch Rauch, frisches Holz. Das ist kein Wein, der einen gleich mit einem Bündel komplexer Aromen erschlägt, hier muss man den zart angedeuteten und sich dann im Laufe der Zeit verdichtenden Aromen nachspüren. Am Gaumen wunderbar weich und seidig, die Tannine, vor denen wir ja zunächst ein wenig Respekt hatten, waren gut eingebunden, präsent aber nicht dominant. Insgesamt elegant, weich, sehr (fast schon ein wenig zu) harmonisch, die moutontypische Graphitnote zeigte sich erst nach ca. 2 Stunden, der Abgang sehr lang. Fast ein wenig zu schön für einen 94er. Der Vergleich mit dem am Vorabend genossenen 95er GPL drängte sich auf. Und die beiden Weine waren absolut auf Augenhöhe, wo der Mouton fast in zarter Schönheit verging und erst nach gut 3 Stunden auch ein wenig härteren Charakter entwickelte, war der GPL präsenter, kantiger, damit zunächst spannender. Im Abgang lag der Mouton unangefochten vorne, ang anhaltend und furchtbar elegant. Stiftung Warentest würde damit den GPL natürlich besser benoten als den Mouton, weil für die ja auch Aspekte wie PLV eine Rolle spielen und ob das Produkt einen Sturz aus 1 m Höhe überlebt Heute abend plädiere ich für Château La Pompe hors d'age und Herr susa für 2000 Château Haut-Bailly - mal sehen. An dieser Stelle wird es morgen allerdings nichts Französisches geben, gibt ja auch noch so viele andere Weine auf dieser Welt. Prost! ________________________________________________________________________ De toutes les qualités du cuisinier, la plus indispensable est l'exactitude. Jean Anthelme Brillat-Savarin |
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![]() Mitglied seit 16.10.2008 |
Keine Kommentare? Jetzt bin ich aber platt.
Für unser Silvestermeu sind jetzt geplant: 1993 Château Margaux gemeinsam mit 1999 Frühburgunder R Auslese von Paul Fürst, beide aus der Magnum. Man gönnt sich ja sonst nichts. Gruss von Rinquinquin |
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![]() Mitglied seit 16.10.2008 |
Silvestermenu mit n , ach, das System raubt mir immer die Buchstaben
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![]() Mitglied seit 12.09.2004 |
Moin!
Das einzige was ich kommentieren kann sind die von susa_ erwähnten Erörterungen. Da ich schon immer nen eigenen Kopp hatte entsprach mein "Oder" seltenst den Erwartungen meiner Lehrer. Aber das ist im Weinforum OT. Ansonsten war "unser Bestes" ein 05er C9DP "Les Safres". In den hab ich mich bis auf weiteres "verschmeckt" Gruß, Nick ![]()
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![]() Mitglied seit 06.02.2004 |
Zu Bordeaux kann ich nur lesen und staunen. Immer wieder interessant und lehrreich, wenn susa über Bordeaux schreibt ---------------------------------- Beste Grüße Gerhard aus Wien |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Mit wie viel Personen sollen die Magnen denn vertilgt werden? Wir haben uns auch festgelegt, 83er Latour Magnum.
nick, sag nur, Du hast gestern gar keinen Wein getrunken? lg susa ________________________________________________________________________ De toutes les qualités du cuisinier, la plus indispensable est l'exactitude. Jean Anthelme Brillat-Savarin |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
..... und ich sag Herrn susa noch "stell den doch nicht auf die Glasplatte zum fotografieren!" - hier kann man also die Regel von Einfallswinkel = Ausfallswinkel ausgiebig studieren
![]() lg susa ________________________________________________________________________ De toutes les qualités du cuisinier, la plus indispensable est l'exactitude. Jean Anthelme Brillat-Savarin |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Bordeaux war u.A.: 1990 Ducru Beaucaillou, es blieb nicht bei einer Flasche. Schöner Wein, im Gegensatz zu der Meinung vom Schwarzenegger in Sachen Wein, ohne Fehl und Tadel, heute allerdings bei einem 2002 Clos des Papes ein entsetzlicher Korkfehler, schon beim Öffnen der Flasche stank die ganze Küche.
Ab jetzt wird beim Blubber von der Marne und Vesle gekramt, die Flaschen reden schon mit mir, wann sie endlich in größerem Stil mal an der Reihe sind. Gruß, Grenache |
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![]() Mitglied seit 06.02.2004 |
Das Glück hab ich am 25.12. gehabt, mit einem 2001er La Rioja Alta Ardanza Reserva Especial ---------------------------------- Beste Grüße Gerhard aus Wien |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
A propos Kork, unser Sommeliersweltmeister hat ja mal die Theorie von der zerknüllten Plastikfolie entwickelt, die man einige Zeit in den verkorkten Wein stecken solle und die würde den Korkgeschmack neutralisieren
Schnell auf Holz geklopft, über Weihnachten sind wir von derartigen Problemen verschont geblieben. Übrigens, beim 89er Ducru-Beaucaillou muss man achtgeben, da geistert eine ziemlich versaute Serie durch die Weinweltgeschichte. lg susa ________________________________________________________________________ De toutes les qualités du cuisinier, la plus indispensable est l'exactitude. Jean Anthelme Brillat-Savarin |
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![]() Mitglied seit 16.10.2008 |
Wir werden zu sechst sein, Monsieur hat ja immer Angst, die Gäste könnten verdursten, das darf einfach nicht sein.
Die beiden Magnen (ungewohntes Wort - Magnums oder Magnümer hören sich doch auch gut an) gibt es zum Tournedos Rossini und zum Käse. Ach, wenn was übrig sein sollte, auch im nächsten Jahr lassen sich Reste trinken. Gruss von Rinquinquin |
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![]() Mitglied seit 06.02.2004 |
2 Magnums für 6 Leute für einen langen Abend (ich geh mal davon aus, dass nicht um 5 Minuten nach 12 Schluß ist
---------------------------------- Beste Grüße Gerhard aus Wien |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Das wird auch über den 1986 berichtet, selbst Parker hat beim Château angefragt, was da los ist, obwohl er diesen Jahrgang als ausgezeichnet mit einer großen Zukunft beurteilt, massenhaft Flaschen mit Fehlton. Nase und Geschmack wie voller Staubsaugerbeutel (was die Leute sich so alles an die Nase halten und in den Mund stecken Ein Glück bin ich bis jetzt davon verschont geblieben. Gruß, Grenache |
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![]() Mitglied seit 16.10.2008 |
Na ja, vorher zur Begrüssung gibt es schon noch was anderes, zur Vorspeise auch und zum Dessert ebenfalls. Und dann um Mitternacht ..... ich vermute schon, es wird nicht arg viel übrig bleiben.
Aus Bequemlichkeit liefere ich nur ein 4-Gang-Menü, die Idee mit der Einladung kam uns etwas plötzlich. Gruss von Rinquinquin |
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![]() Mitglied seit 24.01.2006 |
"dann schrieb A. am 1. Weihnachtstag auf facebook"
Still genießen war auch schön. Früher. K. |
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![]() Mitglied seit 10.06.2006 |
Hallo Ihr Lieben,
der Susa_sche Enthusiasmus, die Begeisterung und das offensichtliche Vergnügen springen einen ja aus den Berichten förmlich an. Aber manchmal freue ich mich einfach so daran, dass mir gar kein so rechter Kommentar einfallen will. Gestern hatte ich „Les Beauroys“ 2001 Domaine Laroche, Burgund. Der machte mich ratlos. Durchaus interessantes Aromenspektrum; Birne, Quitte, Haselnuss, auch was Mineralisches. Trotzdem langweilig; unspannend, keine Frische, kaum Körper aber wieder durchaus einen gewissen Abgang. Ein traditioneller Spätburgunder vom Fürst musste reparieren. Heute einen Riesling Spätlese Honigsack 2008 vom Gaul. Da sollte besagte Stiftung mal nach PLV… eine Bank! Gruß Gottfried _____________________________________________________________ "Eine neue Idee verdient Schutz bis sie tatsächlich weit genug ist, überprüft werden zu können.“ |
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![]() Mitglied seit 19.02.2006 |
Moin!
So etwas außergewöhnliches wie einen Mouton Rothschild gabs und gibts bei uns net, auch net an Weihnachten. An einem dieser Tage war Lasagne angesagt, dazu hätte ein Barbera schön passen sollen. Hat aber nicht, weil aufs furchtbarste korkversaut. Zwei Flaschen. Ein Versuch mit nem (eigentlich 'hochwertigen') 1997er Cabernet Franc von der Loire ging auch eher in die Hose; deutlich drüber, Brühwürfel, Liebstöckel, ´n bissl rote Beerenfrucht, ausgezehrt. Ich hatte es ja geahnt, Weihnachten wird nicht die große Wein-Zeit. Höchstwahrscheinlich wird Silvester entschieden besser; aber da noch nichtmal das Menü so ganz steht, ist auch die Weinkarte noch nicht komplett... Grüße von zwischen den Jahren Monti |
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![]() Mitglied seit 12.09.2004 |
Moin!
wg. dem Kork: häng einfach ein Schälchen Backpulver in den Dekanter, das neutralisiert doch angeblich... Gruß, Nick ![]()
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![]() Mitglied seit 23.11.2007 |
..ja Weihnachten war es der 'traditionelle' Chassagne Montrachet, wobei zwei Flaschen herhalten mussten und am 25. sind wir mit einem Chablis in der Region geblieben...
Gruß pp |
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Henglein
Rama Cremefine
































