Wein des Monats November
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![]() Mitglied seit 06.02.2004 |
DEMETER !!! Sagt euch der Begriff etwas. Das ist was wirklich Abgefahrenes, das ist so etwas wie eine ganz natürliche Erstellung – in meinem Fall von Wein. Ein Freund, der bei österreichischen Weinen top ist und immer wieder was aus dem Hut zaubert, hat mich mal mit Demeter-Wein angeschossen. Er hat da einen Winzer besucht, der versucht Wein so zu erzeugen, wie es früher mal gewesen sein muss. Die Trauben werden mit den Füssen gestampft und der Saft kommt in eigene Amphoren, die dann im Boden vergraben werden. So ungefähr hat er mir das erzählt, nach einer gewissen Zeit werden die Amphoren wieder geöffnet und voila – das isses. Auf jeden Fall habe ich da einen Schluck kosten dürfen (!); komisch war eine Glasflasche ? Gerochen hat’s nach … Katzenpi*** und ich hab nur gekostet, weil Freund gemeint hat es schmeckt gar nicht mal so schlecht. Dauert ja eine Weile, bis man den Geschmack wieder aus dem Mund rauskriegt …. Diese Weine sind übrigens gar nicht so billig, ab € 10.- aufwärts bis zu gut € 30.- Als Negativerlebnis reicht mir das jetztmal, da muss ich nicht noch wieder die Rabiatperle (=Schilcher) trinken, obwohl der sicherlich wesentlich besser wäre …. Aber es geht auch anders. Neulich war ich auf einer Weinverkostung: Die Spitzen des Languedoc gegen die Spitzen des Chateauneuf. Das war gar nicht so leicht, waren die Weine alle recht jüngeren Jahrgangs (2005 bis 2008), sodass eine weitere Beurteilung doch recht schwierig war. Klar 2007 war schon recht offen. Nur vielleicht einen kurzen Abriss was dort los war, zu jedem hab ich ja nichts aufgeschrieben. Domaine de la Negly – La Falais 2008 Sehr interessant, sehr offen, im Abgang leicht brandig, fruchtige Nase – hoffentlich gleitet der nicht ins Marmeladige ab. Mas de Martin Ultreia 2007 Wie der La Falaise schon sehr offen, viel Frucht – ich schätze der Grenache Anteil ist sehr hoch und das merkt man natürlich 2007, im Abgang dann mehr brandig und sehr dropsig Domaine du Sang des Cailloux 2006 Ein ganz ungewöhnlicher Vacqueras, sehr interessante Nase, viel Schmelz, volle Nase, schon viel Frucht aber nicht marmeladig, hinten etwas dünn aber seeehr interessant. Domaine Aigueliere Cote Rousse 2005 Puristische Nase, ganz geradlinig, feine Säure, schon erstaunlich trinkig, sehr angenehm weil mit 12,5% leicht zu trinken (merkt man sofort) – Topwein Domaine de la Janesse Les Garrigues 2005 Brandig, zu üppig (reinsortiger Grenache), dropsig – nein danke Mas Julien 2007 Gefällig, nett aber nichts besonderes, viel zu jung. Habe heuer den Kleinen (Les Etats 2003) getrunken, der hatte deutlich mehr Bums, war voller, kräftiger und interessanter. Den großen von Mas Julien sollte man am besten 10 Jahre im Keller vergessen. Domaine du Sang des Cailloux Cuve Lopy 2007 Weniger begeisternd als der « normale », aber trotzdem merkt man die Klasse, die man nur bei einzelnen Geschmacksnuancen rausschmeckt, deutlich voller, Vanille ?, cremig. Super interessant. Leider viel zu jung. 1 Flasche ist dann mit nach Hause gegangen und würde sofort Einzug in meinen Weinkeller halten, wenn da nicht der Preis wäre. Extrem lecker ! Domaine de la Janesse C9P 2005 Trinkmarmelade !!! Domaine de la Grange des Peres 2001 Da Cabernet Sauvignon in dem Cuvee dabei ist, darf er sich nur Vins de Pays bezeichnen; mit € 55.- allerdings ziemlich üppig bepreist. Sehr medizinale Töne, fast schon likörig, Anis ? War nicht gut bzw. nix für mich, genauso wie der Domaine de la Janesse Cuvee Chaupin 2001. Vielleicht aber auch nur eine Verschlussphase – bei Weinen jenseit von € 50.- darf ich doch annehmen, dass sie nach 9 Jahren nicht schon komplett hinüber sind. Der Topwein des Abends aber war ein Fitou (!) – Domaine Betrand-Bergé Cuvee Jean Sirven 2005 Da der Wein schon einige Zeit offen war hat er schon ein beeindruckendes Bouquet aufgebaut, speckig, rauchig, schmelzig mit einem wunderbaren weichen und samtigen Abgang. Ganz besonders interessant durch diese sehr intensive Speck und Räuchernote, die ich noch nie in dieser Art und Weise bei einem Wein erlebt habe. Ein besonderes Erlebnis. Mit gut € 40.- sehr ambitioniert bepreist, aber für mich der beste Wein des Monats … wenn auch nur aus dem kleinen Glas. ---------------------------------- Beste Grüße Gerhard aus Wien |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Gerhard, richtig, den November hattest Du ja auch noch übernommen, ich hab mich gar nicht getraut, Dich daran zu erinnern.
Und mit dem Schilcher hast Du Dich ja fein aus der Affaire gezogen Bemerkenswert finde ich Deine Bemerkung zu Janasse, der Viognier gehört zu unseren Brot- und Butter Weißen, gerade liegt wieder eine Nachbestellung da, damit die Zeit über Weihnachten gesichert ist. Und dann das, interessant. Nochmals vielen Dank nach Wien und jetzt hast Du frei bis nächsten November, ist doch auch was. lg susa ________________________________________________________________________ Moi, je n’ai pas de message. (Zinedine Zidane) |
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![]() Mitglied seit 19.02.2006 |
"Spitzen des Languedoc gegen die Spitzen des Chateauneuf"
Das hätte meines Vaters ältesten Sohn auch gejuckt Naja, ich seh schon, ich muss die Spitzen des Languedoc gegen die Spitzen des Chateauneuf gegen die Spitzen Spaniens gegen die Spitzen der Pfalz wohl zuhause antreten lassen Schöne Grüße Monti |
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![]() Mitglied seit 11.10.2006 |
Danke Gerhard für die Verkostungsnotizen und den WdM.
Klingt gut. LG Gerwolf |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Ohne hier als Paul B. auftreten zu wollen
aber die Spitzen vom Languedoc und Ch9dP sind hier nur tangential berührt. Domaine de la Janasse muß man, wie auch bei vielen anderen in der Spitzengruppe dieser Appelation, über mehrere Jahre probieren, beurteilen und dann mögen oder nicht mögen. Viele Weine im unteren Preissegment dieser Domaine sind inzwischen zu Big Bobs Gefallen mainstreamig gemacht, um die Exportchanchen besonders auf dem amerikanischen Markt zu steigern, Les Garrigues CdR ist einer davon. Der 2005 Ch9dP aus dieser Domaine ist ein ausgesprochen fetter Wein, als (australische?) Trinkmarmelade würde ich ihn nicht bezeichnen, sondern noch mindestens fünf Jahre im Keller belassen. Die 2001 Cuvée Chaupin ist ganz sicher noch nicht über den Berg. 2001 war sicherlich kein großes Jahr für Rhône sud, doch diese Cuvée ist in guten Jahren schon außergewöhnlich. Zu meinen Favoriten gehört diese Domaine allerdings nicht. Gruß, Grenache |
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![]() Mitglied seit 06.02.2004 |
@Grenache
Das Wort "Spitzen" bezog sich sicherlich nur teilweise auf die Appellation, viel mehr auf die Spitzen des Sortiments des Händlers. Wobei auch du zugeben musst, das L'Aigueliere schon top im Languedoc ist. ---------------------------------- Beste Grüße Gerhard aus Wien |
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