Deutsche Pute
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Paul B. war ein Brandstifter.
Also ein richtiger Zündler; nicht so ein verkappter Feuerwehrmann, der seinem Beruf nachkommen möchte. Nein, Paul B. zündelte einfach. An passender Stelle die Augenbraue heben, ein Indiskretion ebenso geschickt wie unauffällig lancieren oder einfach mal eine Behauptung aufstellen. Einen Ball nach vorne dreschen, wie er es gerne nannte. Und immer, kurz bevor die Brandsätze ihre Wirkung entfalteten, ging er, in aller Unschuld, von dannen. Wissend in Kürze von einem soliden Feuer zu hören, das überraschend ausgebrochen ist. Dabei war er keineswegs das, was man sich unter einem gewöhnlichen Schurken vorstellen möchte. Vielmehr wohl distinguiert, gebildet und von angenehmer Erscheinung. Trotzdem, er regte mich auf; kolossal. Es ärgert mich einfach, wie mühelos es ihm immer wieder gelang, seinen hinterhältigen Unfrieden zu verbreiten. Ich beobachtete ihn längst; studierte ihn und seine Methoden sozusagen. Als dann, mit Beginn des adventlichen Spendenaufruftsunamies sich auch der mir innewohnende Gutmensch meldete, da reifte in mir der Entschluss, der Menschheit einen großen Dienst zu erweisen und Paul B eine Lektion zu erteilen. Eine Lektion in Souveränität, Großmut und absoluter Feuerfestigkeit. Pah! So habe ich ihn also zu mir eingeladen; völlig unverfänglich, aber mit dem hinterhältigen Gedanken, ihn an seine Grenzen zu führen. Frau Fuchur hatte bereits Ihre erste Dekorie überstanden und ich hatte sorgfältig einen passenden Wein ausgewählt: Viré-Clessé Verchère 2006 Bret Brothers Burgund ein reiner Chardonnay. ABC dachte ich, ABC er wird hundertprotzendig ABC sagen. Oh sagte Paul B, endlich mal wieder einen richtigen Burgunder, schön, vielen Dank! Na ja, dachte ich, die Plumpen lässt er also aus. Übrigens sagte er, ob man wirklich Tic Tac schreibt? Pah, Schreibfehler, dachte ich; das stehe ich doch weit drüber und schrieb mir einen ersten Souveränitätspunkt gut. Aber darum gehts ja im Grunde gar nicht meinte er und wandte sich dem Wein zu: Helles Gelb, verhaltene Nase, etwas Akazie und ein klitzekleines Hefenäschen Innerlich glotze ich blöd hinter meiner Deckung hervor. Ja genau, und mit kräftigem Körper, dicht und straff am Gaumen konnte ich gerade so noch stammeln. So was wie Winteräpfel, vielleicht etwas Stachelbeere und ganz eindeutig Muskat; Zitronenthymian? Ich musste dem Kerl zustimmen und ergänzte: und ist schon recht komplex, cremig ohne allzu buttrig zu sein. Genau, burgundisch wie heute auch oft verstanden wird. Toller Wein für das Geld Was war nur in den Kerl gefahren? Der konnte ja richtig angenehm. Und keine, wirklich keine Spitze. Meine Deckung war längst den Begriff nicht mehr wert und die Taktik aus den Augen verloren. Wir vertieften noch ein bisschen weiter und waren den Herren Stermann und Grissemann >Link vor dem Admin entfernt< gar nicht so unähnlich. Ich startete noch einen Ballon: Ob er es denn nicht befremdlich finde, wenn so intensiv, so umfassend über Wein gesprochen wird. . Nein, nein, keinesfalls meinte er und sagte dann noch was von Modelleisenbahnen, die ja auch manchen Raum einnähmen. Und dass es ja wirklich traumhafte Weine geben würde. Der Kerl sagte wirklich traumhaft was mich seltsamerweise sofort meine Idealweintrinkgelegenheit Tagträumen ließ. Wo doch ständig mit einem Brandsatz zu rechnen ist. Unglaublich! Jedenfalls nahm der Abend weiterhin einen angenehmen Verlauf. Ich war willens meine Vorbehalte über Bord zu werfen und sicher auf verstärkte Schutzvorkehrungen verzichten zu können. So dachte ich mir auch nichts weiter dabei, als wir, bereits beim Verabschieden, auf Thomas Bernhard zu sprechen kamen. Dies und das, und bereits halb aus der Türe, gab es noch ein kleines Zitat für mich: Alles ist unterm Strich zum Scheitern verurteilt. Ich fühlte mich Leberhaken! Künftig werde ich zur Adventszeit wieder die Stiftung für unverschuldet in Not geratene Weinfreunde, sowie die anonymen Aphoristiker bedenken. Schöne Adventszeit und haltet das Pulver trocken! Gottfried
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Die beiden Eierbecher habe ich auch!!! Danke, lieber Gottfried für die schöne Geschichte zu später Stunde!!! Liebe Grüße ![]() Born to bake! Und plötzlich geht die Sonne auf und ich krieg´sie nicht mehr zu...! Nummer 163 im Club der bleibenden user |
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Lieber Gottfried, das schreibe ich Dir gerade noch, dass ich nachsehen werde, ob schon knirschend das Türchen des heutige Tages aufgeht, und dann ist es das Deine! Und so liege ich im Bett, mit dem laptop auf den Knien und der Tasse Kaffee in der Hand und frage mich, ob man so einen normalen Mittwochmorgen überhaupt schöner beginnen kann. Naja gut, schon. Fast. 2 - 3 Sachen fallen mir noch ein dazu. OK, aber trotzdem, ehrlich, für einen Mittwochmorgen ist das ganz schön toll schön! Danke dafür und die Erinnerung daran, auch die, die wir glauben zu kennen, manchmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. lg girlfriend ___________________________________________________________ Das Alter hat auch gesundheitliche Vorteile: zum Beispiel verschüttet man ziemlich viel von dem Alkohol, den man trinken möchte. André Gide |
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..ich glaube Paul B. zu kennen, meiner hat es allerdings nicht mit Thomas Bernhard, aber das sehe ich ihm nach, ich auch nicht, aber sonst... ..ach nein, er bevorzugt Bier... ..aber dennoch... ..es ist nicht der Selbe, aber der Gleiche...
...und das Türchen hat auch garnicht geknarzt... ...danke für den schönen Einstieg in den Tag. Geuß pp |
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Autsch! Ein virtueller Leberhaken von Paul B., das schmerzt! Und gute Besserung an Frau Furchur, gegen Dekorie ist leider kein Kraut gewachsen.
Vielen Dank Gottfried Matthias ____________________________________________________________ I can certainly see that you know your wine. Most of the guests who stay here wouldn't know the difference between Bordeaux and Claret. Basil Fawlty |
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@PeterPanik
Das ureigenste Wesen des Türchens am Adventskalender ist das Knarzen! lg girlfriend ___________________________________________________________ Das Alter hat auch gesundheitliche Vorteile: zum Beispiel verschüttet man ziemlich viel von dem Alkohol, den man trinken möchte. André Gide |
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Ja stimmt, diese Paul B.s tauchen überall auf. Der Westentaschenpsychologe in uns sagt, dass es doch im Grunde recht armselige Gesellen sind, die sich über nix richtig freuen können, eigentlich sehr einsam sind und wie kleingeistig, nur Vergnügen daran zu finden, anderen die intellektuellen Leberhaken zu verpassen. Dabei ahnen wir, dass diese Pauls riesigen Spaß haben und nicht nur das, sie wissen sicher, es nur zu unserem Besten getan zu haben, uns aus unserer romantischen Verklärtheit zu reißen und unser Harmoniebedürfnis zu stören.
danke auch, Paul, gut dass Du es uns gegeben hast Aber vor allem danke Herr Stutz für das Türchen und das Denkmal für alle Pauls, die es verdient haben. lg susa ________________________________________________________________________ Moi, je nai pas de message. (Zinedine Zidane) |
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Lieber Gottfried,
vielen Dank für dieses schöne Türchen und die leckere Weinbeschreibung (und das zu sooo früher Stunde!). Manchmal (aber auch nur manchmal nix für ungut ... theater ___________________________________________ Wer abnehmen will, muß Kalorien streichen. Am besten auf ein Croissant |
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nix zum Thema, leider.....
Wollte nur ganz kurz anmerken, dass hier heut Morgen Eiswein gelesen wurde. Heut früh packten am Straßenrand grad die letzten Leser ihren Krempel zusammen, als ich um die Kurve kam, das Auto-Außenthermometer zeigte nur noch - 7 grad an - hoffentlich ham sies noch rechtzeitig geschafft, die Trauben auf die Presse zu bringen! binschonstill lg Cantate |
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wieso nix zum Thema, wenn Eiswein nicht in dieses Forum hier gehört, was dann
Eisweinleser, Helden des önologischen Alltags! lg susa ________________________________________________________________________ Moi, je nai pas de message. (Zinedine Zidane) |
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Zwei Fragen:
erstens: wieso war Paul B ein Brandstifter? und zweitens: warst Du eher Ster- oder Grissemann? Und spätestens mit diesem Hammertürchen wärest Du in den Stand eines Gastautors erhoben worden. |
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Gottfriedstutz, diese Paul-chens kommen immer wieder vor.
Ich möchte sie nicht bekehren zum Saulchen. Schönes Türchen LG Gerwolf Gerade hats draußen gerumst, Gottseidank nur Blech, die Airbags sind draußen |
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Hallo Ihr Lieben,
danke Euch für den Zuspruch. Und Sandra, nicht nur dass wir solche Eierbecher haben; ich muss gestehen, wir benutzen die Dinge auch noch manchmal. Ach ja, Toni, die Vergangenheitsform soll unterstreichen, dass gegenwärtig keinerlei Bezüge vorstellbar sind. Gruß Gottfried _____________________________________________________________ "Denken ist die Arbeit des Intellekts, träumen sein Vergnügen. (Victor Hugo) |
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Guten morgen,
reiche da auch noch eine kleine VKN von gestern nach: Côtes du Luberon rouge Vieilles Vignes 2001 Domaine de Fontenille 60% Grenache, 30 % Syrah, 10% Carignan hellrote Farbe, dunkle Beeren, sehr saftig, leichte Süße, rund, etwas komplex, trinkig, etwas Eukalyotus, Garrique, Kräuter, leicht bitter im Abgang. Paßt besser solo als zum Essen. Macht sehr viel Spaß momentan. ---------------------------------- Beste Grüße Gerhard aus Wien |
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Hallo,
ein Viré Clessé !!!! Der taucht aber selten hier auf. Unser Vigneron machte kürzlich seine Verkaufsrundreise und brachte uns einige Flaschen vom Jahrgang 2008. Da hat sich's mal wieder gezeigt, dass die Katze noch im Sack war, er ist äusserst säurebetont Gruss von Rinquinquin |
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Ganz frisch sind die nunmal recht säurebetont. Laß ihn mal zwei bis drei Jahre liegen, dann passt er bestens zu Kalbfleisch oder Jakobsmuscheln.
Nim für den Kir besser einen Aligoté mit einem guten Cassis aus Nuits St. Georges. Gruß, Grenache |
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Oh prima, das ist aber mal ein Tip, da keimt Hoffnung!! Also bleibt er liegen, wir können warten.
Den guten Cassis haben wir und am Aligoté soll's nicht mangeln. Danke! Aber dauernd Kir mögen wir ja auch nicht trinken Gruss von Rinquinquin |
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