Ziegelrand
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Ich gehöre ohnehin nicht zu den Typen, die sich inzwischen noch ständig zu getrunkenen Weinen Notizen machen, das kann oft richtig anstrengend sein und inzwischen unterlasse ich das. Die wirklich großen Weine im Laufe eines Jahres kann man an der Hand abzählen und wenn man da nicht beruflich engagiert ist und über Jahrzehnte Buch führen muß, ist das "all for the birds". Will man das selber lesen, wenn man 90 oder älter ist? Erinnerungen an gute Weine kann man besser in anderer Form stapeln, einfach in der Form, daß man diese Weine kennt, getrunken und genossen hat. Schöne Erinnerungen in anderer Form stapelt man sich ja auch selten in Notizform, man hat sie im Kopf, später dann vielleicht weniger aber dann liest man sie auch nicht mehr. Neulich, nach langem Wiedersehen mit dem Nachbarn, da jeder Global Player ist, gabs mal wieder richtig was zu trinken, die Flaschenzahl aus @gerwolfs Bildern wurde zwar nicht erreicht aber die Qualität war doch recht ordentlich: Als Vorgeplänkel Schampus aus der Magnum von Waris-Larmandier, das ist immer ein recht hefiger Champagner, der immer wieder Spaß macht. Danach zur Vorspeise: 2009 Endinger Engelsberg Grauburgunder oder Chardonnay WG Knab. Der Chardonnay hat mich wirklich beeindruckt, trotzdem, noch ein wenig zu viel Barrique, sollte noch mindestens ein Jahr liegen. Dann ging es zu den Roten, 1995 CH. Pichon-Longueville Baron, ein eher langweiliger aber ordentlicher Wein. 1997 Ch. Pichon-Longueville Comtesse de Lalande, das war für mich eine Granate, geschmeidig, duftend und fruchtig, ewig langer Abgang, feiner Wein, mit noch viel Potential. 1997 Cos d'Estournel, kräftiger Geselle, für mich noch zu jung, der nach der Feinheit des Vorgängers nicht so richtig passte. Für den Straßenfeger war ich diesmal zuständig. Dabei ist es immer schön, wechselseitig in den Keller zu steigen. Hier zum eigentlichen Thema: 1992 Niersteiner Klostergarten Huxelrebe Trockenbeerenauslese 11% 0,5l WG Eugen Wehrheim, Nierstein Selbst noch nicht getrunken, nur eingelagert und jetzt erstmals geöffnet, war das schon eine Geruchsbombe und am Gaumen kaum zu beschreiben, Dörrobst, Feigen, Pflaumen. Der Winzer bemerkt mit einem kleinen, angehängtem Flyer folgendes: Wenn es etwas gibt, das man mit in das 21. Jahrhundert nehmen sollte, dann diesen Wein: Mit 225° Oechsle Mostgewicht ist er der wertvollste Wein, der in unserem Weingut in diesem Jahrhundert geerntet werden konnte. Nach 3-jähriger Gärung im Holzfaß wurde er im April 1995 auf Flaschen gezogen, sofort versiegelt und in einem alten Gewölbekeller bis zur höchsten Reife gelagert. Seine Haltbarkeit wird auf weit über 50 Jahre geschätzt. Ich kann mich an die klebrige, geleeartige Masse damals im Weingut erinnern, sie wollte einfach nicht anfangen zu gären, tats dann aber nach langer Zeit doch. Sonst kein Freund von Huxel, hat mich und alle anderen dieser Wein doch gewaltig beeindruckt, an Nase und Gaumen nicht endend wollende Geruchs- und Geschmackserlebnisse. Die leere Flasche habe ich diesmal noch nicht dem Altglascontainer zugeordnet, sie steht hier und duftet noch immer. Die Farbe für einen Weißen, einfach bestechend und fast verwunderlich: Ziegelrand 2 Bilder von diesem Phänomen habe ich mal in mein Album eingestellt. Gruß, Grenache |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Hallo Grenache,
die Weinauswahl hört sich vielversprechend an. Auch ich hatte gestern ein AHA-Erlebnis beim Wein im Tantris. Der Rote aus Sizilien war sehr beeindruckend. Berauschender Duft, Intensität und Tiefe, der Dessertwein einfach nur toll und er harmonierte fantastisch mit dem fruchtigen Dessert. Wer nachlesen will was es gab, hier in meinem blog . Gruß grappola |
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![]() Mitglied seit 25.09.2005 |
Hallo Grenache,
och - so eine Granate täte ich ja auch gerne mal kosten - nur so einen winzigen Schluck, um zu wissen, wie so was schmeckt. Und hier sind Deine Bilder:
Und danke für Deinen Anschauungsunterricht zum Thema "Ziegelrand" Die Farbe ist für einen Weißwein doch sehr erstaunlich - trotz des Alters. Und anscheinend hat er auch noch keine Altersnoten, oder ? Viele Grüße - Allegro Die Sterne .... die sind Gott außerordentlich gut gelungen. Zitat aus dem Film "Das Beste zum Schluss" |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Um dieses Erlebnis beneide ich Dich auch, Grenache.
Mich würde schon interessieren, ob die Farbe bereits ganz zu Anfang so dunkel war oder ob sie erst mit der Zeit so dunkel geworden ist, wie bei vielen Sauternes. lg susa ________________________________________________________________________ We live in an age when unnecessary things are our only necessities. (Oscar Wilde) |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Das kann ich nicht beurteilen, da die Flasche tiefdunkelgrün ist und man die Farbe des Inhalts dadurch nicht sehen kann.
Ich werde Klaus Wehrheim im Dezember bei einem Besuch fragen. Gekauft habe ich im September 2001 leider nur 3 Fl., da ich bei Huxel immer sehr skeptisch bin, allein die kleine, anhängende Information am Flaschenhals über 225° Oechsle bewegte mich zum Kauf. Bezahlt habe ich 60.-DM pro Flasche vor Ort. Gruß, Grenache |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Allegro, der Jüngling ist gerade volljährig geworden! Altersnoten? weit davon entfernt, hoffentlich erlebe ich sie noch, dann wäre ich bereits über 100. Gruß, Grenache |
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