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Wein des Monats Oktobär 2010

Vom 31.10.2010 13:54 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Montsant Hendlgriller


Mitglied seit 19.02.2006
2.216 Beiträge (ø0,97/Tag)
Moin!

Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich mir die Ehre eingehandelt habe, den Oktobär-Wein zu präsentieren. Und eigentlich hab ich ja auch gar keine Zeit. An Wochenenden wie diesem bleibt gerne mal der Rechner aus, weil: das schöne Wetter lockt!

Trotzdem kurz die Oktober-Geschichte: Witzigerweise begann der Monat (wieder mal) mit einer Woche Urlaub. "Wieder mal", weil das auch im Mai so war, als ich den letzten WdM vorstellen durfte. Und wenn man im Urlaub dann auch noch in weinbautechnisch interessanten Gegenden weilt, ist die Erwartung natürlich doppelt hoch, einen besonders erwähnenswerten Wein aufzutun.

Tzja, wenn ich mich recht erinnere, war das im Frühjahr auch nicht soo der Brüller. Und jetzt im Herbst, in Südtirol, waren für meinen Geschmack jetzt auch nicht gerade die Offenbarungen dabei.

Sicher, schön waren etliche Weine. So z.B. ein 2009 Müller-Thurgau der Eisacktaler Winzergenossenschaft. Sehr schöne Frucht, angenehme (Säure-)Frische, gut ausbalanciert. Für einen Supermarkt-Notkauf am ersten Abend zur Befüllung des Kühlschranks war das ein Volltreffer!
Dann hab ich mich auch mal mit Vernatsch versucht anzufreunden. Hhm, ist nicht soo mein Typ. Geht 'mal' zum Vesper bzw. zur Jause/Törggelen, aber zuhause im Keller muss ich das nicht haben.
Zum Glück, dachte ich mir, bauen die ja da unten auch Lagrein. Für mich völliges Neuland, entsprechend gespannt war ich. Und, was soll ich nach dem ein oder anderen Test – stellvertretend sei der 2007er Mantsch Lagrein Reserva von Schreckbichl genannt – was soll man da sagen…? Sehr dunkel und dicht, ja. Recht herb, um nicht zu sagen: bitter, lakritzig. Als Solist ist das nicht wirklich einfach, vielleicht sollte ich die verbleibenden Bestände zu einem entsprechend kräftigen Schmorgericht trinken. Nein: nicht vielleicht… ganz sicher.

Die erworbenen Spätburgunder, besonders die von Höfstätter aus Tramin, ruhen noch im Keller, von denen kann ich nix sagen. Noch nicht…

Und weil mir Gewürztraminer eigentlich so gar nicht schmecken mag, wird’s also mit einem Südtiroler WdM nix.

Riesling aus der Pfalz? Nee, heut net Na! !

Ich könnte noch mit zwei Franzosen dienen, zu denen ich recht günstig kam:

1. 1993 Marginale, Domaine des Roches Neuves, Thierry Germain, Saumur Champigny, Loire. Ein phantastisch gereifter Cabernet Franc mit 12,5% Alk. Der Korken war schon deutlich durchnässt und angeschimmelt – das hat dem Wein aber zum Glück keinerlei Schaden zugefügt (im Gegensatz zum 2004 Roda I, der gestern einen zarten Korkverdacht ausgelöst hat, "schleichend" nennt man das wohl... zum Heulen ).
Sehr schöne Tiefe und Würze, warme Reifenoten nach Waldboden und Sauerteigbrot paaren sich mit einer immer noch vorhandenen Frische von Himbeeren und Erdbeeren. Absolut kein Kraftprotz, dafür ein perfekter Begleiter zum herbstlichen Pilzgericht. Achja, hätte rd. 44 Euro kosten sollen, was ich glücklicherweise lange nicht berappen musste.

2. Den Vogel abgeschossen hat aber – und damit komme ich jetzt endlich zum Wein des Monats – der hier:

1998 Prieuré de Saint-Jean de Bébian, Coteaux du Languedoc; Grenache, Syrah, Mourvèdre, 14% Alk.; Listenpreis im Laden 48,60 Euro.
Auch hier ein grandios entwickelter Wein. Hallo, das ist ganz großes Kino! Beschreibende Worte habe ich mir leider gar nicht notiert, ich war einfach viel zu verzückt und begeistert. Und das ist ja schon mal ein wirklich gutes Zeichen!
Ich erinnere mich an würzige Noten von Edelhölzern, Marzipan und Pflaumenkompott in der Nase; am Gaumen eine fast perfekte Balance, viel reife Pflaumen- und Kirschfrucht, wieder Holznoten. Reife, fast mürbe Tannine, die trotzdem noch einigen Biss mitbringen, voller Körper mit elegantem und langem Abgang. Tolle Mineralik mit Noten von Tinte und Bleistift. Das einzige Manko – aber das ist Gekrittel auf allerhöchstem Niveau – ist, dass man den Alkohol ganz leicht, etwas zu sehr wahrnimmt, wenn ihr wisst, was ich meine… Also nicht, dass ich hinterher voll war (da kann kein Wein was für), sondern, dass hier die Einbindung nicht 100%ig war. Sei´s drum – grandioser Wein!!!
Und das Schöne ist, von dem warten noch jeweils ein 1999er, ein 2000er und ein 2001er im Keller!

So, jetzt muss ich den letzten Oktobärtag genießen gehen ... !

Happy Halloween!

Schöne Grüße
Monti
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Vom 31.10.2010 14:35 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Grenache Hendlgriller


Mitglied seit 25.01.2008
2.659 Beiträge (ø1,68/Tag)
Schöne und haltbare Weine von dieser Domaine. Aber was ist das für ein Händler, ziemlich happig, vor Ort sind die Weine unter 20.- zu haben und die schicken auch problemlos.

Hier ist Stubenhocker- und Saunawetter, die ist schon angeheizt!
Grenache
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Vom 01.11.2010 09:25 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Montsant Hendlgriller


Mitglied seit 19.02.2006
2.216 Beiträge (ø0,97/Tag)
Nanu, hatte ich nicht gestern schon geantwortet?

Hhm. Ich hatte sagen wollen, dass Jahrgänge immer günstiger werden, je jünger sie sind. Oder andersrum: der Händler lässt sich wohl die Lagerung bezahlen. Was mir aber eh wurscht war, weils´n Auktions-Schnäppsche war.


Gestern beim Italiener: 2009 Terlaner aus und von Terlan Na! . Sehr frisch, Apfel, etwas Zitrus, ganz zart herb, klasse.


Schöne Grüße
Monti
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Vom 01.11.2010 09:58 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

gerwolf Chefkoch


Mitglied seit 11.10.2006
4.255 Beiträge (ø2,07/Tag)
Monti, das liest sich sehr gut.
2 Médaille d´or gingen bei der Wymess Basel an

Les Grès, 2008 Domaine de Boède, Côteaux de Languedoc
heftige Tannine, Pflaume, Karamel,schöner Nachhall, 15vol%, 26 SFr

2007 CHNdP AOC, Vielles-Vignes, Tardieu- Laurent 85 SFr. ( hab ich nicht probiert)

auch nicht die 3. Goldene

2007 Cabernet Sauvignon Juliet, Napa Valley, Beau Vigne Vineyard, 78 Sfr.

Die anderen folgen noch.

LG
Gerwolf
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