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Wein des Tages 28.10.09

Vom 28.10.2009 07:24 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,4/Tag)
Letztens saß ich mit ein paar Mitgliedern unseres alten Französischkonversationskurses beisammen und wir erzählten uns was über unsere (Frankreich)urlaube, so kamen wir auch auf Chinon. "Chinon, klar, kennt ja jeder, wegen des Kernkraftwerkes!" Das sind so Momente, in denen ich auch gerne dieses lang gezogene "okeee" mit abwartend skeptischen Unterton anbringen möchte. Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen.

Wenn ich an Chinon denke, fällt mir als erstes Wein ein, als zweites ein wunderbares Hotel garni in altem Gemäuer mit selbst gekochten Marmeladen zum Frühstück, dessen Namen mir partout nicht mehr einfallen will, ein Restaurant namens Echo de Rabelais, eine alte Burg, ein guter Weinladen ............ aber ein Kernkraftwerk ist so ziemlich das letzte, was mir einfällt. Ich möchte auch nicht darüber sinnieren, was für Nutz und Frommen der Region wichtiger ist.

Jedenfalls ist das kein Kriterium für mich, weder für Aus- noch Abwahl eines Urlaubsgebietes, anders ist das schon mit Wein. Seit ich die Weine von Château de la Grille kennengelernt habe, wusste ich, dass man aus Cabernet Franc mehr machen kann, als ihn als Zugabe in einer Cuvée einzusetzen. Also ist Chinon immer ein guter Stoppoverpunkt auf dem Weg nach dem Bordeaux, welchen wir dann mit den Worten "hier müssen wir auch mal länger bleiben" verlassen. Dieser gute Vorsatz ist allerdings spätestens beim Überqueren des Pont Aquitaine wieder vergessen Na!.

Unvergessen ist allerdings (gut, meine Überleitungen waren auch schon mal pfiffiger, das geb ich zu)

2005 Les Pensées de Pallus
Domaine de Pallus, Chinon

und nein, da fehlt kein Buchstabe im Namen Na!.
Dunkelrot und dicht mit sehr feinem Duft nach roten Beeren, vor allem Himbeeren, auch ein wenig erdig-nussig, am Gaumen seidig-kräftig, Schokolade, Pflaumenkompott, balsamische Noten, Vanille, eher leichte Tannine und recht langer Abgang.

Zum Essen ein wunderbarer Begleiter, es gab ein deftiges Fleischgericht, gerade mit den Röstaromen aus dem Fleisch eine perfekte Kombination. Vor knapp zwei Jahren war er noch in seiner Fruchtphase, ich denke, der wird sich nach einigen Jahren zu einem harmonischen samtigen Wein entwickelt haben, der sicher seine 7 - 10 Jahre Lebensdauer haben wird.

Hoch- bzw. rückrechnend vom Restaurantverkaufspreis kalkuliere ich den Ladenabgabepreis mal so um die 15.00€.


Prost!






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I spent a lot of money on booze, birds and fast cars. The rest I just squandered. (George Best)
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Vom 28.10.2009 08:19 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

gerwolf Chefkoch


Mitglied seit 11.10.2006
4.255 Beiträge (ø2,18/Tag)
*ups ... *rotwerd* "fehlt kein Buchstabe" und kein Atommeiler Welt zusammengebrochen
schon Freitag?
schnell weg FREEZE! POLICE!
Gerwolf
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Vom 28.10.2009 21:35 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Grenache Hendlgriller


Mitglied seit 25.01.2008
2.659 Beiträge (ø1,8/Tag)
Der nicht fehlende Buchstabe macht den Chinon nicht schlechter Na! , den ich zu manchem Käse recht schätze, und die Blöcke in Chinon werden mit einer Leichtigkeit betrieben, von der man in D nur träumen kann. Der kleine Nick sorgt eben für eine positive Presse (Ich kenne alle ihre Chefs Was denn nun? ).
Heute gab es mal eben einen 1990 Chateau Lilian Ladouys, St. Estephe, der wohl jetzt Richtung Höhepunkt seines Lebens steuert. Schöner geschmeidiger, sehr konzentrierter und dichter Wein, der regelrecht satt macht. Kein Leuchtturm aber ein recht guter St. Estephe. Tiefdunkel in der Farbe, in der Nase Beeren- und Waldfrüchte, am Gaumen Pflaumen, Kaffee, Teer und Leder, im recht langen Abgang noch deutlich Tannin, da brennt noch nichts an.
Schöner Wein für damals wenig Geld. 1990 war das 2. Jahr dieser Domaine, danach ist er bei mir in Vergessenheit geraten.
Bayern wird wohl entschieden sein, mal sehn was Werder abliefert.

Gruß, Grenache
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Vom 28.10.2009 21:38 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,4/Tag)
Kannst Du ruhig weiter vergessen, wir haben seit Ende der 90er drei mal Lilian Ladouys die Chance gegeben und waren immer enttäuscht.




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Vom 28.10.2009 23:34 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Grenache Hendlgriller


Mitglied seit 25.01.2008
2.659 Beiträge (ø1,8/Tag)
Werder hat es nun auch geschafft und deshalb als Absacker noch einen 1990 Bourgueil, Selection Vieilles Vignes Domaine des Ouches. Chinon und Bougueil liegen sich praktisch in der Nord-Südachse gegenüber, weinmäßig unterscheiden sie sich aber doch erheblich. Ein Bourgueil ist in der Jugend ein recht harter Knüppel, 7 Jahre nach der Vinifkation sollte er am besten trinkbar sein, so die Winzer vor Ort. Nimmt man diesen, müsste er schon mehr als zweimal über den Jordan sein. Dieser, noch immer tief robinrot, zeigt inzwischen alles, was ein reiner Cabernet Franc zu bieten hat, Nase, Gaumen und Abgang einfach nur Himbeeren pur, geschmeidig und elegant, perfekter Wein, der auch erfrischend wirkt. Selbst ältere Jahrgänge zeigen noch keine Müdigkeit. Diese Domaine wurde mir mal von anderen Winzern in F empfohlen, seit dem bin ich dort Stammkunde.

Gruß, Grenache
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Vom 29.10.2009 00:04 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

ArschmitOhren Kaltmamsell


Mitglied seit 05.10.2008
569 Beiträge (ø0,46/Tag)
Mein Wein des Tages ist folgender:

//Link von Admin gelöscht//

Bergdolt-Reif & Nett aus Duttweiler, Pfalz
2008-er 1838 Rotwein

Gerade bei meinem Weinhändler als Wein des Monats, Kostenpunkt 6,60€
Eine Cuvée aus Cabernet Sauvignon (55%), Dornfelder (30%), 7% Merlot, 8% Lagrein.
Ein bisschen Barrique hat er gesehen.
Stylishes Etikett, nicht dass der uns in Marketingfragen noch dem Markus Schneider Konkurrenz macht.

Ich habe ihn geöffnet, um ihn mit dem zuletzt getrunkenen 2007-er Urspung (Cabernot Sauvignon, Merlot, Portugieser, Cabernet Mitos) von Schneider zu vergleichen.

Typische Cabernet-Aromatik und Beerenaromen wie beim Ursprung, nur dezenter und weniger fett. Kirsche ist dabei, angenehm leichte Holznote. Der Hersteller schreibt

"Geruch: leichte Röstaromen, Kakao, rote Früchte
Geschmack: Sauerkirsche, deutliche noch junge Tannine"

Bislang finde ich ihn deutlich angenehmer als den Ursprung, den ich nicht wirklich mit Genuss getrunken habe. Er war wirklich sehr alkoholisch (14%) und hatte eine sehr plumpe bappig-süßliche Frucht, ich fand ihn fast untrinkbar.

Der 1838 eben dezenter, anständig trocken, mit 13% Alk deutlich ausgewogener, dennoch kräftig und dicht. Der sehr dezente Holzeinsatz, gerade das richtige Maß, trägt zur Harmonie bei.
Ansonsten deutliche Säure, kann sein, dass er sich noch ein bisschen rundet. Mal sehen, wie er sich bis morgen macht.

Ist jetzt kein großer Wein, würde man für den Preis aber auch nicht erwarten. Der Jungwinzer scheint aber sein Handwerk zu verstehen, von dem wird man sicher in Zukunft noch hören. Fazit, werd vielleicht noch ein paar Flaschen nachholen und das Gut mal im Auge behalten...

LG, AmO
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