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Wein des Tages 04.10.09

Vom 04.10.2009 13:24 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,4/Tag)
Das Schöne an ausgedehnten Sonntagsfrühstücken ist, dass man richtig viel Zeit hat, zu erzählen, sich in viele "weisst Du nochs...." zu ergehen. Und so erzählte ich Herrn susa heute morgen die traurige Geschichte der vier Flusskrebse. Und die geht so: Es begab sich, dass susa für zwei Jahre in der großen Stadt Frankfurt weilte, des business wegen, von montags bis freitags und am Wochenende zu Hause. Das hatte Vor- und Nachteile. Wer mal Wochenendpendler war, kennt die Nachteile. Die Vorteile waren, dass man ohne Gatten-Korrektiv mal Dinge machen konnte, die man sich zu Hause lieber verkneift, wie zB ausgiebig Handkäs mit Musik essen und Äppler dazu trinken. Und die wunderbaren Einkaufsmöglichkeiten einer Großstadt auskosten.

Also erstand ich eines schönen Tages in der Kleinmarkthalle 4 lebende Flusskrebse und gedachte diese in pfeffrigem Sud zuzubereiten. Ganz für mich alleine.

Allerdings wohnte ich damals in einem so genannten serviced Appartment mit kleiner Kochecke und noch kleinerem Küchenequipment, so dass ich die tapferen Gesellen einen nach dem anderen und nicht gemeinsam in kochendes Wasser geben konnte. Irgendwie erinnerten mich die Jungs an Störtebecker und seine Viktualienbrüder, die ja auch einer nach dem anderen unter das Schwert des Henkers mussten.

Auf dem Nachhauseweg kam ich dann regelmäßig bei einem Weinhändler vorbei (gut, zugegeben, nicht auf direktem Weg, ich musste 2 Haltestellen früher aussteigen und noch zwei Seitenstraßen durchqueren na dann... Na!), der sich seinen und seiner Gattin Vorlieben folgend auf Burgund und Österreich spezialisiert hatte und der, wie es Weinhändlersart ist, nichts lieber tat, als über die Weine zu plaudern. Was haben wir uns über Claude Dugat in die Haare bekommen, schön war's Na!.

An jenem Abend aber suchte ich einen Wein für meine Krebschen und nahm mit

2002 Chardonnay Smaragd Schloßgarten
Franz Hirtzberger, Wachau


einige Zeit zuvor hatte ich dort bereits einige GV Honivögl erstanden (2002 und 2003) und war sehr neugierig auf weitere Weine dieses Erzeugers.

An dem Abend ließ ich es mir also mal richtig gut gehen, zunächst einen klaren etwas pfeffrigen Krebssud gelöffelt und dann das ausgelöste Krebsfleisch mit einer Omelette genossen. Und der arme Herr susa hatte nur zwei Wurststullen, wie er beim allabendlichen Telefonat erzählte, da konnte ich ihm doch keine "langen Zähne" machen. Also hab ich nur kurz gesagt, ich äße eine Omelette und tränke einen Chardonnay ohne weitere Angaben zu machen.

Den Chardonnay hab ich dann getreulich notiert, aber dieser Abend ist mir nicht nur wegen der etwas abenteuerlichen Essensbereitung immer noch in Erinnerung. Der Wein war schon eine Klasse für sich.

Der Wein duftete nach Apfel und weißen Beeren, am Gaumen schmelzig, komplex, sehr kraftvoll, Honig, Zitrusfrüchte und ein sehr komplexer Abgang. 12.5 vol% Alkohl, elegant, würzig, der war für das zarte Ei und die sehr aromatischen Krebse fast ein wenig zu dominant, aber das war mir an dem Abend egal.

Am nächsten Abend hatte er kaum nachgelassen, vor allem die Apfel- und Zitrusnoten waren noch genauso frisch wie am Vortag.

Irgendwas um die 20.00€ hab ich damals bezahlt.

Prost!





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It seemed the world was divided into good and bad people. The good ones slept better... while the bad ones seemed to enjoy the waking hours much more. (Woody Allen)
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Vom 04.10.2009 19:24 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Hias2000  Chefkoch


Mitglied seit 18.12.2006
3.490 Beiträge (ø1,85/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Soso, Frau susa bereitet Flußkrebse nur für sich alleine zu und trinkt ganz alleine einen Wein für 20 Euro, während ihr Gemahl bei Wurstbroten schmachtet.... dzdzdz... Vermutlich hat er auch nur Wasser oder Bier dazu bekommen.

Mir wären trotzdem die Wurstbrote lieber gewesen, aber nur, da ich es nicht übers Herz brächte, die armen, armen Krebse lebendigen Leibes im siedenden Sud zu versenken na dann...

Na! Na! Na!

Herzlich - Hias
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Vom 04.10.2009 19:51 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Grenache Hendlgriller


Mitglied seit 25.01.2008
2.659 Beiträge (ø1,8/Tag)
Äpller zum "Stöffje" zu sagen, das ist schon fast respektlos. Na!
Ich hatte auch lange eine Zweitwohnung in Frankfurt und noch heute kann ich meinen Chinesen nichts besseres tun, als nach Sachsenhausen ins Lorsbacher Tal zu fahren, um sie zur Haspel mit Sauerkraut und natürlich Äppelwoi einzuladen.

Gruß, Grenache
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Vom 04.10.2009 22:23 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Grenache Hendlgriller


Mitglied seit 25.01.2008
2.659 Beiträge (ø1,8/Tag)
Heute gabs zu Käseresten einige Neigen. Nach obligatorischer Sauna am späten Sonntag Nachmittag und etlichen Durstlöschern danach, ein Wein zum Erntedankfest:
2006 Abtswinder Altenberg
Schwarzriesling Spätlese trocken, 13%
GWF
Mal nach einem Gänseessen im letzten Herbst vor Ort mitgenommen, war ich der Ansicht, der müsste weg. Weit gefehlt, als roter Franke noch immer ein phantastischer Wein, typischer Schwarzriesling, hellrot im Glas, rot und trotzdem erfrischend, schöner Wein zum Abend.

Gruß, Grenache
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Vom 05.10.2009 11:47 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

chefpastinake  Chefkoch


Mitglied seit 02.03.2007
4.463 Beiträge (ø2,47/Tag)
Chardonnay aus der Wachau ist so eine Sache - ich finde dieser Rebsorte stehen steinige Böden besser. In der Wachau geraten die weissen Burgundersorten immer etwas opulent. Aber natürlich versteht Hirtzberger sein Handwerk und macht nichts Schlechtes. Und gut am Ch Smaragd ist, dass er nicht durch Barrique erschlagen wurde. Der Schlossweingarten ist ein Frauenweingarten, gleich in Spitz, keine Steillage.

Pastinake
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