Wie kann man seine Geschmacksnerven für Wein schulen?
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![]() Mitglied seit 14.01.2004 |
ich trinke sehr gerne Wein und habe mich seit einem längeren Besuch im Rheingau vor einem halben Jahr auch versucht etwas näher mit dem gesamten Thema Wein zu beschäftigen. Ich habe nur ein "Problem": Wenn ich manchmal lese, was Weinkenner alles schmecken, wenn sie einen Wein trinken, dann kann ich das überhaupt nicht nachvollziehen. Wenn ich etwas esse oder koche, dann habe ich einen sehr feinen Geschmack und kann sehr detailiiert meinen Geschmack beschreiben. Leider fehlt mir das beim Wein. Beispiel: Ich trinke gerade einen 2001er Rioja, Montelciego, Gran Reserva, 13 % vol. Das einzige, was ich schmecke: trocken, für meinen Geschmack zu viel Säure und recht leicht und wenig kraftvoll. Ich schmecke aber die ganzen Geschmäcker, die wahrscheinlich ein Weinkenner schmecken würde nicht. gibt es möglichkeiten, wie man sowas schulen kann? Oder spezielle Methoden? Danke Tim |
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![]() Mitglied seit 06.06.2002 |
Hallo Tim,
Weinfreunde finden, Verkostungen besuchen, Proben besuchen, alles nicht alleine, sondern mit Mitstreitern, mit denen man sich austauschen kann. aus welcher Ecke kommst Du denn? Gruß Tin _____________________________________________________________ "Das ist kein Umweg. Das ist nur eine andere Art zu fahren." |
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![]() Mitglied seit 14.01.2004 |
Ich komme aus dem Ruhrgebiet und ziehe bald nach Düsseldorf
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![]() Mitglied seit 06.06.2002 |
Da gibt es eine GROSSE und NETTE Freakszene ...
Gruß Tin _____________________________________________________________ "Das ist kein Umweg. Das ist nur eine andere Art zu fahren." |
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![]() Mitglied seit 14.01.2004 |
Ok, danke.
Also mein Aufruf an alle Weinkenner aus Düsseldorf: Meldet euch |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
soll ich Dich jetzt zu den CK-Treffen verschieben ?
ja ums Üben Üben Üben kommst Du nicht herum Folgendes ist ganz hilfreich. Schau hin und wieder mal in eine Fachzeitschrift und lies Dir dort Verkostungsnotizen durch. Dann besorge Dir einige genau dieser dort besprochenen Weine, so Dich die Beschreibung anspricht, und versuche sozusagen nach Vorlage Dich heranzuschmecken. Kannst Du ja auch z.B. mit dem WdT hier machen, und dann hier im Forum nachfragen. Und dann haben wir früher mal das "Aromenspiel" gespielt, die große Aromenorgel für über 100 Euro war uns viel zu teuer (rechne mal, wie viel Wein man für das Geld kaufen kann Und dann stell drei sehr typische Aromen für einen Wein zusammen, riech an den Einzelaromen und dann am Wein, so prägt sich das in Dein olfaktorisches Gedächtnis. ________________________________________________________________________ After one look at this planet any visitor from outer space would say "I want to see the manager." |
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![]() Mitglied seit 05.10.2003 |
Hallo Tim!
So ein ähnliches Thema hatte ich auch schon mal (vor vielen Jahren) hier in das Forum reingestellt. Wie sagt man heute: Ich bin da ganz bei Dir. Genau diese Schwierigkeiten habe ich auch, irgendwelche Weinbeschreibungen nachzuvollziehen. Die blumigen Worte finde ich selten im Glas. Trotzt vieler, vieler Weine bin ich leider immer noch nicht viel weiter (liegt bestimmt an mir!). Aber vielleicht meine Frage von damals nochmals (da sie glaube ich gut passt). Einige Male in meinem Weinleben habe ich Weine getrunken, da war es ganz einfach die Aromen, die in dem Wein stecken sollten herauszuschmecken. Es war z.B. ein Wein von Müller-Cartoir (als Herr Schwarz noch den Wein dort machte) und ein recht einfacher südamerikanischer Wein (Cabernet Sauvignon ). Der erste roch so was von stark nach Zitrus, der andere hatte eben das bekannte Cassis. Sonst nix. An diesen Weinen könnte man gut lernen. Ich suche also nach keinen Weinen, bei denen der Weinexperte Wildfrüchte und leichte Schokoaromen und im Abgang etwas Leder und beim zweiten Schluck noch Wildkräuter von der sonnigen Blumenwiese ... Sondern Weine, die nach z.B. Kirsche schmecken. Sonst aber nach nicht viel. Gerne können es die Weine sein, die hier nicht so gerne gesehen werden, weil sie sehr vordergründig sind, aber "weiter hinten" nichts zu bieten haben. Also mit der Zeit langweilig werden. Aber ich möchte erst mal soweit kommen, die einfachen vordergründigen Weine "richtig" einzuordnen. Später mag ich gerne "die Spur von Leder im zweiten Schluck" erkennen lernen. Solche Weine (ich habe sie damals "ein-Aromen-Weine" genannt) könnten uns, die schon jahrelang versuchen, sich Weinwissen "anzutrinken", eine große Hilfe sein. Es muss sie geben (denn ich habe diese schon getrunken, aber es waren immer Zufallsfunde) liebe Grüße Gerd |
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![]() Mitglied seit 19.02.2006 |
Hallo Gerd,
ja, solche Weine gibts. Aber das sind auch nach meiner Erfahrung eher Zufälle. Wobei ich gerade nicht an "ein-Aroma-Weine" denke sondern an solche, bei denen eine Komponente so deutlich wahrnehmbar ist, dass man für alle Zeit weiß, was andere damit meinen. Vor etlichen Jahren hatte ich - nach langer Zeit und vielen verschiedenen Weinen - auch das erste Erlebnis mit einer spanischen Reserva (oder Gran Reserva), bei der mir zum ersten Mal so richtig deutlich die "Vanille" begegnete. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich ein ähnlich deutlich wahrnehmbares "Schiefer"-Aroma in einem Priorato (ich glaub es war der 2004er Crour) auch hier im CK "empfohlen"; gelle frankophil?! Irgendwie ist die Schiefer-Diskussion dann völlig in geologische Grundsatzdiskussionen ausgeartet Zum 'Geschmacksfortbilden' empfiehlt es sich imho, zu einem entsprechenden Sensorikseminar zu pilgern. Hört sich hochgestochen an, ist es aber meistens nicht, weil: die anderen kochen auch nur mit Wasser oder haben noch weniger Plan! Außerdem kann man dort schön erkennen, welche gequirlte Sch..orle manche schwätzen, wenn sie über Weinaromen fachsimpeln. Ist lustig Viele Grüße Montsant |
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![]() Mitglied seit 25.03.2006 |
Gerd, wenn du solche Weine suchst, bei denen ein Aroma hervorsticht (was ja der "geübtere" Weintrinker meist nicht so schätzt
Viele Grüße von frankophil -------------------------------------------------------------------- Wer mich nicht liebt, darf mich nicht beurteilen. - Goethe |
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![]() Mitglied seit 02.03.2007 |
Tim und Gerd,
i. G. zu den bisherigen Postern halte ich von Aromaschulung, Sensorikseminaren und Geruchsboxen gar nichts. Auch das genaue Studieren von Verkostungsnotzizen führt nur dazu, dass man keinen unvoreingenommenen eignen Eindruck hat. Reife Mango im Riesling xy? Ja, klar, schmecke ich auch. Vor 10 Jahren hat noch kaum jemand reife Mangos im Riesling xy geschmeckt. Aber vielleicht schmeckt man ohne die Vorgabe der Mango ganz was anderes, vielleicht eine ähnliche Frucht oder eine Beere? Wenn man, wie Tim, beim Essen einen feinen Geschmack hat,dann bekommt man ihn auch beim Wein - einfach durch Übung und die heisst nun mal Trinken, Trinken, Trinken, die Augen schliessen, die Zunge und den Gaumen benetzen, schlucken und nachspüren und die eigenen Assoziationen zulassen. Da kommt manchmal ganz was anderes heraus als bei den berühmten Verkostern, na und? Natürlich gibt es auch relativ eindeutige Aromen, die in bestimmten Rebsorten enthalten sind, aber schmeckt dann auch jeder Weinnovize so wie der Profi (wobei der Profi natürlich statt profaner Kirschen natürlich Piemontkirschen oder Basler Kirschen definieren kann). Übrigens: fast jeder Zweigelt schmeckt nach Kirschen, auch jeder junge und einfache Dolcetto. Das wären mal vordergründige Aromen für Gerd. Pastinake |
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![]() Mitglied seit 05.10.2003 |
...
Ich werde es also mal mit dem Zweigelt probieren. Und die Weine mit den z.B. Paprikas auf dem Ettiket bei Dschacks Weindepoh habe ich schon gesehen, habe es aber für einen Werbegag gehalten. Wenn mans tatsächlich schmecken (richen) kann, probiere ich auch dies. Vielen Dank Gerd |
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![]() Mitglied seit 06.06.2002 |
Ich noch mal,
die von Frankophil angesprochenen Weine gehören zur Aroma-Linie von Estelle Dauré aus Colchagua, Chile. Gruß Tin _____________________________________________________________ "Das ist kein Umweg. Das ist nur eine andere Art zu fahren." |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
-----schnipp-----
Auch das genaue Studieren von Verkostungsnotzizen führt nur dazu, dass man keinen unvoreingenommenen eignen Eindruck hat. -----schnapp----- Das ist natürlich richtig, das Ganze soll ja auch nur zu Übungszwecken sein und nicht ein Leben lang so weiter gemacht werden. Zuerst mal ein wenig Sicherheit gewinnen und da helfen seriöse Verkostungsnotizen durchaus und dann im nächsten Schritt alleine riechen und schmecken. Übrigens glaube ich, dass viele Leute, die meinen, nichts Genaues zu schmecken, sich auch (noch) nicht recht trauen, einen Wein lang genug im Mund zu lassen, und ihn etwas über den Gaumen zu wälzen. Manchmal schmeckt man auch bei großen Schlucken weniger als bei kleinen. Also, vielleicht ist es auch eine Frage der Verkostungstechnik. (des Glases ja sowieso) ________________________________________________________________________ After one look at this planet any visitor from outer space would say "I want to see the manager." |
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![]() Mitglied seit 12.02.2002 |
Hallo,
es gibt meines Wissens nach auch spezielle Weinseminare, wo man auf Geschmacksunterschiede hingewiesen wird. Ansonsten ist es - genau wie bei guter Bitterschokolade - einfach eine Frage der Übungszeit, bis man gewisse Nuancen herausschmeckt. Bei Seminaren hätte man dann evtl. noch den Vorteil, dass man passend zu den Weinen entsprechende Gerichte speisen könnte, die die einzelnen Geschmackskomponenten noch hervorheben bzw. abmildern. LG Angie |
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![]() Mitglied seit 19.09.2007 |
mir gehts meist eher so, dass ich schon ganz eindeutig was schmecke, aber kanns nicht in Worte fassen.....oder nicht genau assoziieren...oder...da fehlts mir schon wieder an Worten
Wenn dann ein *geschulter* Mensch sagt *diesunddas* - kommt bei mir eher ein ACHJA-genau!...... lg Cantate |
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![]() Mitglied seit 25.03.2006 |
Verkostungsnotizen findet man außer in Weinzeitschriften auch jede Menge online bei Wein-Plus (auch wenn Herr Hofschuster als Chefverkoster hier umstritten ist - ich schätze seine Weinbeschreibungen sehr). Kostet zwar auch einen Obolus, aber man findet die bekanntesten Weingüter und ihre Weine auch ganz schnell heraus und man kann die Verkostungsnotizen sogar abonnieren - dann sieht man schnell, welche Weinen einen interessieren und die evtl. auch leicht zu beschaffen sind.
Grüße von frankophil ------------------------------------------------------------------- Wer mich nicht liebt, darf mich nicht beurteilen. - Goethe |
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![]() Mitglied seit 14.05.2004 |
Hallo Tim
ich finde das auch schwer, aber ich sag mir dann immer per aspera ad astra ... das tröstet mich LG Clarissa |
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![]() Mitglied seit 19.02.2006 |
<<per aspera ad astra>>
Hier kann man sogar als alter Nicht-Lateiner noch schlaue Sprüche lernen Grüße Monti, heute noch schlauer als gestern |
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![]() Mitglied seit 22.07.2004 |
Hi.
Nö, da bin ich völlig anderer Meinung. Gerade das Lesen von VKs schult meiner Erfahrung nach sehr. Der eigene Geschmack bzw die Präferenzen kommt eh irgendwann von allein, da hilft eh nur Probieren, aber je mehr man liest, desto mehr kann man aus dem Gelesenen für sich ableiten. Susa weiß, was sie von Parker und Gabriel für den Wein ableiten kann, Marigaux, was von den Herren Hofschuster und Diel nebst Adlati (?), etc. Und ein vernünftiger Verkoster kann das auch in Worte fassen, die für Normalsterbliche nachvollziehbar sind. Wenn man das erstmal rausgekitzelt hat, also die Kongruenz mit dem einen oder anderen Profi, dann kann man da imho sehr viel von der Lektüre von Notizen lernen. Praktisches Beispiel zum Schluss: ich hab ja ne Zeit in einem recht prominenten Team mitverkostet. Während ich offensichtlich sehr stachelbeersensibel bin beim Riesling, mein geschätzter Kollege fand das fast nie. Andereseits het er ein sehr feines Näschen für laktische Tönw, die ich kaum jemals wahrgenommen habe. Aber wenn man das erstmal weiß, dann kann man die Notizen auch dahin gehend lesen und sie entsprechend der eigenen Vorlieben einordnen. Gruß, Stephan |
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![]() Mitglied seit 06.10.2006 |
Hallo zusammen,
zum Thema Verbalisierungen: ich gehöre auch zu den Leuten, die gerne Wein trinken, aber durchaus auf den Mund gefalen sind, wenn es an die Beschreibung geht. Da ich das Thema interessant finde, hab ich mich mal ein bisschen umgeschaut - und festgestellt, dass es eine breitgefächerte Forschungsliteratur zu dem Thema gibt! Analysen zum Thema Wein/Vokabular findet man nicht nur in der Linguistik*, sondern auch in der Psychologie, Kognitionswissenschaft, sogar bei den Ernährungswissenschaftlern. Also, liebe Wein-o-Logen: Ihr steht unter Beobachtung... * sehr zugänglich sind z.B. die Aufsätze von Adrienne Lehrer. |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Und auch bei den Chemikern und Physikern, weil man will doch so gerne den Verkostungsautomaten erfinden, in den man ein paar Tropfen Wein reingibt und der dann das gesamte Aromenspektrum ausspuckt (nix darf man mehr selber machen
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![]() Mitglied seit 02.03.2007 |
Natürlich kann man als geübter Weinkenner aus Verkostungsnotizen was lernen oder ableiten, wenn man die Vorlieben und die Klaviatur der Begriffe von Parker und Co kennt. Aber man kann von einer Verkostungsnotiz von Parker nicht Schmecken lernen - das war, soweit ich das verstanden habe, der Wunsch von Tim. Ich bin auch nicht gegen Weinliteratur, alles Fachwissen wirkt sich positiv aus. Ich mag nur die eingefahrenen Pfade der Weinsprache in Bezug auf Aromatik und Sensorik nicht, weil ich glaube, dass man sich damit einschränkt. Pastinake |
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![]() Mitglied seit 14.05.2004 |
Danke, Poutine, interessanter Hinweis. Habe grade mal gegoogelt.
LG Clarissa |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Dazu zwei Ansätze:
Erstens bei der professionellen Verkostungslyrik handelt es sich um eine Art quasi-normierter Fachsprache, mit der sich die Verkoster untereinander verständigen, d.h. wenn einer Vanille sagt, dann wissen alle was gemeint ist, auch wenn es dem einen mehr wie Sahnepudding und dem anderen mehr wie Honig auf der Zunge liegt. Zweitens bin ich nach wie vor der Meinung, dass man durch Beispiele ans Schmecken herangeführt werden kann. Das Pastinakesche Statement würde ja bedeuten, dass man sich grundsätzlich durch das Studium fremder Erfahrungen den eigenen individuellen Zugang verbauen würde. Als erste Übung (natürlich nicht als allein selig machende) halte ich das immer noch für einen guten Weg. Und ist die eigene Fähigkeit, einen Wein zu erschmecken nicht die Summe aller Erfahrungen, nicht nur dessen was ich selber geschmeckt habe, sondern auch was ich dazu gelesen habe, was ich im Gespräch mit anderen erfahren habe. ________________________________________________________________________ After one look at this planet any visitor from outer space would say "I want to see the manager." |
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![]() Mitglied seit 14.05.2004 |
Nicht-identisch meint hier auch nur unter streng wissenschaftlichem Paradigma
Ich habe eher keine Zweifel, daß sich Weintrinker verständigen, sieht man ja schon hier! LG Clarissa |
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![]() Mitglied seit 06.10.2006 |
Clarisza, das ist für die Linguisten eigentlich nicht das Hauptproblem - wir können ja empirisch gar nicht erfassen, ob susa [Vanillepudding] schmeckt, Pastinake aber [Honig].
Das Interesse ist in dem Fall von theoretischer Natur, da es eine der ältesten sprachphilosophischen Fragen überhaupt berührt - wird Realität durch Sprache konstituiert, oder existiert Realität unabhängig davon? So verstehe ich auch die interessante Debatte hier. LG poutine ps. Kurz gesagt ist die heute gängige Antwort in der Linguistik: teils-teils. |
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![]() Mitglied seit 14.05.2004 |
Verstehe, meinte jetzt aber auch das wissenschaftliche Werkzeug, wenn der eine Vanille [*Vanille] sagt, der andere Vanille [*Pudding] sagt, ist es mit der Genauigkeit (und Nachvollziehbarkeit) dahin. Die Kunsthistoriker sagen das übrigens auch: teils - teils.
Und die Politologen sicher auch: ~ Yes we can! LG Clarissa |
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![]() Mitglied seit 12.03.2005 |
Hallo,
diesmal bin ich weitgehend bei Pastinake. "Natürlich kann man als geübter Weinkenner aus Verkostungsnotizen was lernen oder ableiten, wenn man die Vorlieben und die Klaviatur der Begriffe von Parker und Co kennt. Aber man kann von einer Verkostungsnotiz von Parker nicht Schmecken lernen " Eben. Und man kann noch nicht einmal wirklich daraus lernen, seine EIGENEN EIndrücke in Wort zu fassen. "Reife Mango im Riesling xy? Ja, klar, schmecke ich auch. Vor 10 Jahren hat noch kaum jemand reife Mangos im Riesling xy geschmeckt. Aber vielleicht schmeckt man ohne die Vorgabe der Mango ganz was anderes, vielleicht eine ähnliche Frucht oder eine Beere?" Ich glaube, ich habe das hier schon mal erwähnt: Bei Wein-Plus gab es mal zeitgleich eine Verkostung identischer deutscher Weißweine in Köln und im Schwäbischen. In beiden Runden saßen neben sehr erfahrenen Laien auch Profis. Und für mich war es sehr interessant, die unterschiedlichen Notizen zu lesen. Die Frucht- und sonstigen Assoziationen differerierten nämlich ganz schön stark! Was dem einen seine Pampelmuse war, war dem anderen seine Kiwi. Es gibt bei der Weinbeschreibung einfach nicht annähernd so etwas wie Objektivität, jedenfalls nicht, sobald es über ganz rudimentäre Dinge wie Süße oder Holzeinfluß hinausgeht. Die ganzen schönen Früchte, die Mecklenburger Äpfel, die südnorwegischen Kirschen, die ostmarrokanischen Orangen, das dreifach salzgegerbte Leder - das sind alles nur assoziative Krücken. Und außerdem kann man Weine auch noch ganz anders beschreiben...wenn ich etwas mehr Zeit habe, stelle ich hier mal ein und denselben Wein in den Worten Hofschusters und Pigotts vor. "Das Interesse ist in dem Fall von theoretischer Natur, da es eine der ältesten sprachphilosophischen Fragen überhaupt berührt - wird Realität durch Sprache konstituiert, oder existiert Realität unabhängig davon?" In der Tat geht es bei unserer Diskussion am Ende auch um dieses Problem. Und ihr habt Glück, daß ich gleich zu einer Probe von Mendelssohns Lobgesang eilen muß, denn sonst würde ich mich hier noch länger darüber auslassen. Viele Grüße Marigaux |
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![]() Mitglied seit 25.03.2006 |
"da es eine der ältesten sprachphilosophischen Fragen überhaupt berührt - wird Realität durch Sprache konstituiert, oder existiert Realität unabhängig davon? "
Hochspannende Frage, war schon im Studium ein Lieblingsthema. Oder noch einen Schritt weiter: Gibt es überhaupt eine "Realität" oder ist alles, was wir für "real" halten nur wie ein Schattenspiel in einer Höhle? Sehr empfehlenswertes Diskussionsthema für Wein-Runden, möglichst am fortgeschrittenen Abend Platonische Grüße von frankophil (ist noch nicht ganz Freitag, ich weiß....) -------------------------------------------------------------------- Wer mich nicht liebt, darf mich nicht beurteilen. - Goethe |
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![]() Mitglied seit 14.05.2004 |
Trotzdem wir jetzt schon beim Höhlengleichnis
Die Realität einer Sache bemißt sich in diesem Fall nicht an der Vielfalt von Bezeichnungen, die dafür möglich sind. Das ist imho lediglich in geschlossenen (Zeichen-)systemen so, doch weder der Wein noch die Musik noch die Literatur noch die Kunst sind das. Sprache konstituiert hier tatsächlich Realität, aber nur als Interpret, weil die Welthaltigkeit (oder wie immer man das ausdrücken will) dieser Dinge fast unendlich groß ist. Weil sie die Welt umschließen und keine einfache Referenz i.S.v. Denotation oder so bieten, vieldeutig sind, unergründlich bleiben, ihre Bezugssysteme so reich sind wie die Welt selbst. Und so kann der eine sagen "Vanille" und der andere sagt "Pudding" und beide haben recht und der Wein bleibt dennoch der, der er ist. Und wer "Benzin" sagt, liegt definitiv falsch! LG Clarissa |
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![]() Mitglied seit 06.10.2006 |
Clarisza, ich kann Deinen konstruktivistischen Ansatz nachvollziehen und akzeptieren, aber nicht ganz teilen.
Es gibt eine große Forschungstradition im Bereich der Farbsemantik: Farben und ihre Wahrnehmung sind ja ganz offensichtlich durch physikalische und physiologische Aspekte gesteuert. Die bis heute zentrale Studie zu dem Thema zeigt dann auch, dass Farbbegriffe in veschiedenen Kulturen zwar unterschiedlich sind, aber einem Muster folgen - also durchaus eine außersprachliche Korrelation haben. Und ich denke, dass man in der Weinsemantik ganz ähnliche Wege gehen könnte, da ja auch hier sehr konkrete außersprachliche (sprich: lebenmittelchemische) Korelate vorhanden sind. Oder reden wir aneinander vorbei? Wie auch immer, Verzeihung für diese Abschweifungen - ich schiebe sie auf den anhaltenden Post Election Day High. LG poutine |
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![]() Mitglied seit 25.03.2006 |
"Farben und ihre Wahrnehmung sind ja ganz offensichtlich durch physikalische und physiologische Aspekte gesteuert. Die bis heute zentrale Studie zu dem Thema zeigt dann auch, dass Farbbegriffe in veschiedenen Kulturen zwar unterschiedlich sind, aber einem Muster folgen - also durchaus eine außersprachliche Korrelation haben. "
Und was ist dann mit einem Volksstamm (wenn ich mich recht erinnere irgendwo im skandinavischen Raum), der für "Rot" und "Grün" nur ein Wort kennt? - Das ist doch nicht mit physikalischen Aspekten zu begründen? Grüße von frankophil -------------------------------------------------------------------- Wer mich nicht liebt, darf mich nicht beurteilen. - Goethe |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Ti-himm - bist Du noch daha?
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![]() Mitglied seit 25.03.2006 |
Tim ist doch schon lange nicht mehr da und hoffentlich nicht wegen den Philosph(inn)en hier
Vom Kummerkasten über Fußball und Hitparaden bis zu philosophischen Betrachtungen zum Thema "Wein und Sprache" bietet das Weinforum doch für jeden etwas Noch was zum Thema, wird wohl Clarissa eher gefallen als Poutine (und Pastinake vielleicht auch?) "Zeichen beziehen sich nicht auf Dinge, sie bezeichnen Vorstellungen, und Vorstellungen sind Aspekte der Gedankenwelt, nicht der Realität" (Zitat von Ferdinand de Saussure, Lieblings-Sprachphilosoph der Romanisten...) Grüße von frankophil -------------------------------------------------------------------- Wer mich nicht liebt, darf mich nicht beurteilen. - Goethe |
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![]() Mitglied seit 14.05.2004 |
@poutine - ich bin mir auch nicht ganz sicher @frankophil - doch nach de Saussure kamen noch andere Modelle ... ich weiß schon, das ist ein weites Feld danke für den eleganten Ausstieg, poutine ... LG Clarissa |
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![]() Mitglied seit 06.10.2006 |
Oh oh, ich glaube, so langsam sollte man vor dem Thread ein semiotisches (Warn-)Dreieck aufstellen...
scnr poutine |
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![]() Mitglied seit 16.09.2004 |
nee, bloss nicht!
Ich werde diesen US-Wahl-Thread in Zukunft immer hochholen, wenn irgend jemand nochmal behauptet, dass der Amerikaner dem Europäer intellektuell und bildungsmäßig hoffnungslos unterlegen ist. Viele Grüße Matthias _____________________________________________________________ It is not from the benevolence of the butcher, the brewer, or the baker that we expect our dinner, but from their regard to their own interest. A.Smith |
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![]() Mitglied seit 02.03.2007 |
Liebe Semantikerinnen,
bitte mehr! Weinsemantik, da steckt einiges drin! Pastinake |
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![]() Mitglied seit 05.10.2003 |
Hä????
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![]() Mitglied seit 25.03.2006 |
Um solchen Reaktionen vorzubeugen und den Betrieb hier nicht allzusehr zu stören, haben wir uns inzwischen auf KMs besonnen
Grüße von frankophil -------------------------------------------------------------------- Wer mich nicht liebt, darf mich nicht beurteilen. - Goethe |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
macht doch ne Gruppe aug
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![]() Mitglied seit 05.10.2003 |
Also ich würde sagen, dass gerade bei Wein -und wer würde da wiedersprechen- anders als bei so nichtssagenden Vergleichen zwischen Pampelmuse, Mango und Benzin die Diskussionen um Tabus, woraus vielleicht aber nichts desto trotz der Qualität von Aldi und Co. sich niemals bestimmen Richtungen bestimmen können, dass Fragen um Weine und deren Aromen sich höchst unterschiedlicher, aber dennoch höchst einheitliche Wege ergeben, niemals, aber auch niemals, Fragen gestellt werden, deren Inhalt -und ich möchte betonen auch deren Essenz- sich darauf beziehen, ob man Antworten erwarten sollte, deren Richtung sich mehrfach verzweigen in eine einheiliche Grundaussage.
Findet ihr etwas nicht? |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Und dann möchte ich noch den guten alten Bernd Stelter (sinngemäß) zitieren, der da rät "Und wenn sie sich bei einer Weinprobe nicht blamieren wollen, dann denken sie einfach an Eisdiele und zählen alles auf, was Sie da so sehen: Vanille, Schokolade, Haselnuss, Mocca, Erdbeere, Zitrone, .........
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![]() Mitglied seit 06.10.2006 |
Ich sag nix mehr, ich bin jetzt inhibiert.
Doch, ein Letztes: die schon erwähnte Adrienne Lehrer zählt in einem Artikel ungewöhnliche Weinmetaphern aus dem Bereich menschlicher Eigenschaften auf - von [shy] und [sly] über [in-your-face] bis [intellectual] und [introspective]. Es wäre natürlich interessant, welche Metaphern Euch schon untergekommen sind (womöglich im eigenen Sprachgebrauch? ...und damit hoffe ich, die Kurve zum Eingangsthema halbwegs würdevoll gekriegt zu haben. LG poutine |
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![]() Mitglied seit 21.06.2007 |
Realität ist, wenn man sich an ihr stößt.
Als Weinnovizin finde ich die recht blumigen Umschreibungen oft auch eher verwirrend. Allerdings ist es umso schöner, wenn man beim Weingenuss plötzlich zum ersten Mal das Gefühl hat: "Aha, so schmeckt frisch geschnittenes Gras" Von daher lese ich ganz gerne Verkostungsnotizen. Und vielleicht hilft es ja wirklich, die "typischen" Aromen regelmäßig reinsortig zu erschmecken und zu erschnuppern. Ansonsten hilft wohl wirklich nur üben, üben, üben. LG, sosse |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Hoffentlich kommt man hier mal zum eigentlichen Thema zurück, und ergießt sich nicht in abstrakt-philosphischen Farb- und Geschmackskombinationen.
Jeder hat nun mal sein eigenes Geschmacksempfinden mit entsprechenden Geschmackspapillen, die das mehr oder weniger wiedergeben. Das Ergebnis, schmeckt mir - schmeckt mir nicht, sollte oberste Priorität haben, das weiter in einzelne Geschmacksnuancen zu differenzieren ist eine Erfahrung, die nur durch ständiges Probieren und Vergleichen erreicht werden kann und da gibt es nur Wenige, die diesen Perfektionismus in ihren Leben erreichen, allein schon durch die Möglichkeit des Probierens der 100 Tops begrenzt. Gruß Grenache |
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![]() Mitglied seit 11.10.2006 |
Das Üben hat es bei reichlich Weinen in den vielen *Weinlektionen mit den Langes gegeben.
Freunde haben vor 1 Jahr zusammengelegt und mir den großen Sensorikkasten geschenkt. Und Anfang der Woche wieder mit mehreren Leuten Weinprobe. Es geht reihum. Und jeder sagt was er schmeckt. 2 Weine waren dabei, da dachte ich ; gebe mal Gastgeberfreundlich wenigstens 12,5/20 Punkte. Denen gaben 2 Leute 17 und 18/20 Punkte und schmeckten Dinge Wir haben durch diese Verkostungen und viele Blindverkostungen gelernt. Bei den Blindverkostungen siehst Du nicht , daß z.B. Sangiovese draufsteht und der zu 95% nach Kirschen schmeckt. Aber irgendwann sagt Dir Dein sensorisches Gedächtnis: das müßte Sangiovese sein. Ganz wichtig ist es locker zu bleiben. Es soll nicht in Stress ausarten. Und jeder Tag ist anders. Wenn ich einen Wein, den ich ganz toll fand, auch gekauft habe und dann später nachprobiert habe, dachte ich :das kann doch nicht der Tolle von damals sein. Grüße Gerwolf |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Diese Sensorikkästen sehe ich jedes Jahr in Beaune in diversen Variationen, preislich wie qualitativ, zum Verkauf stehen. Ich habe mich davon nie inspirieren lassen, da habe ich es in jüngeren Jahren wie susa gehalten, und meinen Rüffel in alles mögliche gesteckt.
Übrigens kostet inzwischen die große Aromenorgel über 250.-€. Das Einzige, was ich mir in dieser Hinsicht mal in Beaune gekauft habe, ist das Poster "Les Arômes du Vin" 60X80cm, das inzwischen in der Küche OG hängt und manchmal Vergesslichkeiten nachhilft, wenn man nicht gleich auf den namen kommt. Gruß Grenache |
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![]() Mitglied seit 05.10.2008 |
Habe auch noch nie Mango in Riesling geschmeckt, glaub ich.
Mir geht es oft so, dass ich einen Geschmack "wiedererkenne", aber nicht assoziieren kann woher. Manchmal klappt es, wenn jemand mich drauf bringt. Man muss es dann aber selber erkennen und bestätigen. Wenn ich nur versuche, "neue" Assoziationen, die man nicht nachvollziehen kann, auswendig zu lernen, kann das recht mühsam sein. Bei Italienern meine ich, häufig Kirschen rauszuschmecken. Ok, ich liebe Kirschmarmelade und überhaupt Kirschen, vielleicht ist es daher einfacher. Geht es um exotische Früchte, die ich selten oder gar nicht esse, wird es halt schwieriger. Hm, Mangos schätze ich, und sie haben einen sehr charakteristischen Geschmack, aber im Riesling? Ein Aha-Erlebnis war, als ich neulich bei einem Winzer am Sauvignon Blanc schnupperte und ganz deutlich grüne Paprika riechen konnte. So etwas sensibilisiert vermutlich, so dass man später diese Note auch in weniger eindeutig riechenden Weinen erkennt. Weinproben-/messen helfen schon weiter. Wie ich andernorts erwähnte, sind mir neulich bei einer Probe bei vielen deutschen Cabernets Paprikanoten aufgefallen. Ich vermute, das gibt sich etwas mit der Reife. Einer hatte eine erstaunlich deutliche Cassisnote, wie ich sie sonst auch noch nicht erlebt habe (das was andere sonst manchmal als Cassis beschreiben, empfinde ich nur diffus als dunkle Beeren oder so, obwohl ich den Geschmack von schwarzen Joh. gut kenne). Einmal meine ich, einen Hauch von Veilchen irgendwo geschmeckt zu haben, entweder Einbildung oder ein lichter Moment, keine Ahnung. Vanille ist oft deutlich, klar. Günstige Südafrikaner können auch schon mal penetrant nach Lagerfeuer schmecken/riechen... Nelke habe ich bei der letzten Probe auch recht viel geschmeckt (vom Barrique?). Aber alles in allem ist es bei mir eher die Ausnahme als die Regel, einen Wein so detailliert in Worte fassen zu können. Und bei manchen Weinen bin ich völlig ratlos. Auch empfinde ich das nicht unbedingt als notwendig, sondern eher als neckische analytische Spielerei, einzelne Geschmäcker "richtig" zu erraten. So wie ich es lustig finde, zu erraten ob amerikanische oder frz. Eiche verwendet wurde und ob Erstbelegung oder nicht und so zu tun würde ich was davon verstehen. Wichtig sind mir auch die allgemeine Ausgewogenheit (Alkohol-Säure-Süße-Tanninstruktur etc.), Nachhall usw. Für den Genuss geht es mir wie bei der Musik. Das ist für mich keine rein intellektuelle Beschäftigung, ich lasse es lieber "auf mich wirken". Analysieren tu ich im Job schon genug.... |
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![]() Mitglied seit 11.10.2006 |
@Grenache, das stimmt, mit Rabatt lag die große Aromenorgel bei 250€
@Öhrli, wir hatten einen CS von Sizilien im Glas. Fast schwarz, 14 vol% typische Nase und auch im Mund roter Pfeffer, vegetabile Noten Paprika, Cassis, Schoko, Kaffee. Wunderbarer langer Nachhall. 2004er, noch kräftige Tannine Grüße Gerwolf |
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![]() Mitglied seit 19.02.2006 |
>>das inzwischen in der Küche OG hängt<<
Dafür liebe ich ihn... "Öhrli" finde ich übrigens klasse! Danke, Gerwolf, dass Du uns ArschmitOhren auch ansprachetechnisch näherbringst @Öhrli - Deinen Beitrag kann ich nur zu 100% unterschreiben; könnte von mir sein. Auch ich habe meine liebe Not, die verschiedenen tollen Früchte zu benennen "neckische analytische Spielerei" triffts daher ganz gut, oft muss ich mich letztenendes einfach drauf zurückziehen, dass ein Wein "einfach nicht meiner" ist. Warum - das muss manchmal offen bleiben Jo. Auch wurscht. Freitag! Viele Grüße Monti |
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![]() Mitglied seit 14.05.2004 |
LG Clarissa |
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![]() Mitglied seit 22.07.2004 |
Think global, Clarissa!
Schaf |
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![]() Mitglied seit 19.09.2007 |
ach du liebe Zeit......das kommt davon, wenn mensch nachts brav im Bett liegt anstatt am Compi zu hocken, da kriegt man die schönsten Diskussionen nicht mit - ein dickes Lob an soviel Philosophische Diskussionsfreudig- und Fähigkeit! (Warum gipps hier kein Applaus-smiley?).
Bin leider überhaupt nicht in Philosophie geschult, sondern nur kleines Naturwissenschaftlerchen Aromen: alles, was riecht oder schmeckt, sind nur Moleküle und natürlich können wir Moleküle nachweisen - nur eine Frage des technischen(und damit finanziellen) Aufwandes......so ist es selbstverständlich möglich, ein komplettes Aromagramm eines Weines herzustellen . nur warum? ich vergleich es mal mit Musik: natürlich kann ich ein Musikstück komplett analysieren mit Schallwellen, Interferenzen, Akkord- bzw Satzananlyse udn pipapo, aber das sagt nichts darüber aus, ob mir das Stück bzw diese Interpretation gefällt. gerade die Unterschiede in letzterem sind so schwer fassbar, dass da genauso zu Hilfsassoziationen gegriffen wir wie beim Wein (*anrührend* oder *kalt*...zB) Und eine kleine Anmerkung kann ich mir nicht verkneifen (obwohl mega off-topic - sorry): Rot-Grün-Farbschwäche ist ein erblicher Gendeffekt, der ziemlich verbreitet ist (in D bei knapp 10 % der Männer zB). Wenn sich nun in der Vergangenheit in diesem Volksstamm zufällig dieser Gendeffekt erblich manifestiert hat und dort die Mehrheit der Bevölkerung betroffen ist (sein mag?), ist es nur logisch, dass sie für diese Farben keine unterschiedlichen Bezeichnungen BRAUCHEN, weil sie sie nicht unterschiedlich sehen! schwer beeindruckte, ganz unfreitägliche, Grüße Cantate |
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![]() Mitglied seit 14.01.2004 |
Hallöchen,
also als aller erstes einmal: DANKE, dass es hier so viele schreibfreudige Weinfreunde gibt (ob das am Weinkonsum liegt*g*). Eine kurze Frage habe ich noch: Gibt es spezielle Trink / oder Schlürftechniken, bei denen man den Geschmack besonders gut schmecken kann? Bei Kaffee soll man schlürfen und nicht zu lange im Mund halten.... Schokolade soll man lange im Mund halten....manche Getränke sollen eher Richtung Kehle gehen, andere eher im mittleren Teil der Zunge bleiben.... gibts sowas auch bei der Weinverköstigung? DANKE P.S.: Wenn hier jmd aus Düsseldorf regelmäßige Weintreffen veranstlaltet, würde ich mich gerne einklinken! |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Hallo Tim
also zum "richtigen" Schmecken: Zunächst sollte man einen Wein an der Farbe und am Duft wahrnehmen. Unsere Nase ist sowieso viel besser in der Lage komplexe Aromen zu erkennen als Gaumen und Zunge. Die können ja nur süß, sauer, bitter, salzig und seit neuestem so was Japanisches, was so ähnlich wie origami heisst Also Wein ins Glas und etwas Sauerstoff annehmen lassen (die Gläsertheorie kriegen wir im 3. Semester Erst in der Verbindung der durch die Nase aufgenommenen Moleküle und den im Mund identifizierten Hauptaromen (süß, sauer, bitter ....) entsteht der gesamte Geschmackseindruck. Deswegen sollte man den Wein etwas länger im Mund halten und beim in-den-Mund ziehen (beim -runter-schlucken sind wir noch nicht) etwas Sauerstoff mit einziehen, vulgo: schlürfen, der ebenfalls dafür sorgt, dass sie Aromen besser aufgeschlossen werden. Danach spüre man den "Körper" des Weines, ist er saftig, ist er wässrig, fühlt er sich eher dick oder pelzig an. Später dann schlucken, im Schluckvorgang kumulieren sich die Aromen noch einmal und wirken entsprechend lange nach (dies nennt man den Abgang oder Nachhall - jetzt mal nur in aller Kürze). Dies alles erschmeckt man umso besser, je mehr eindeutig identifizierbare Aromen ein Wein hat, und das hängt wiederum an der Qualität des Weines. Ganz stark vereinfacht könnte man sagen, je mehr Aromen, desto besser der Wein. Natürlich ist das nicht ganz so, aber ich bin immer dafür vom einfachen zum komplizierten vorzugehen und nicht gleich Möglichkeiten und Be/Absonderheiten gleichermaßen aufzuzählen. ________________________________________________________________________ After one look at this planet any visitor from outer space would say "I want to see the manager." |
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![]() Mitglied seit 12.03.2005 |
Das mit dem Schlürfen kann man in allen Weinbüchern lesen, ich habs mir aber nicht wirklich angewöhnt. Überhaupt mache ich mir beim Trinken nur mäßig viele Gedanken um die genaueren Vorgänge im Mund.
Riechen ist aber in der Tat sehr wichtig, und zwar sollte man das ausgiebig tun, bevor der Wein im Mund gelandet ist. Danach riecht man nämlich nicht mehr allzu viel, die Riechschleimhaut ermüdet dann rasch. In Düsseldorf gibt es immer mal wieder Weintreffen, an denen ich auch manchmal teilnehme, obwohl ich mit demjenigen, der sie organisiert, ständig wegen der hohen Probenumlagen (oft so um die 50 Euro) im Clinch liege. Bei Interesse schicke ich dir gerne eine KM mit näheren Einzelheiten. Beste Grüße Marigaux |
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![]() Mitglied seit 14.01.2004 |
@MArigaux: sehr gerne. Gibt es auch CK-Foren-TReffen in Ddorf und Umgebung?
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Es g ibt einen Düsseldorfer CK- Stammtisch, wende Dich mal an den user bender , der organisiert so etwas, so weit ich weiß.
________________________________________________________________________ After one look at this planet any visitor from outer space would say "I want to see the manager." |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Dafür liebe ich ihn... Monsant, dafür hat mir noch keiner den Vogel gezeigt, jeder findet das Bild schön. Ich habe es eben mal in mein Album gestellt. Gruß Grenache |
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![]() Mitglied seit 11.09.2002 |
Hallo Ihr lieben Weinkenner,
mir ist es völlig egal was manche "Weinkenner" für spezielle Weinaromen dem Wein unterstellen. Bei mir geht es nur danach, er schmeckt mir oder er schmeckt mir nicht. In dem Sinne Prost wattwurm |
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![]() Mitglied seit 12.03.2005 |
Klar doch, das ist genauso simpel wie bei meiner Tröte: Da gibt es auch nur an oder aus. Das Herumreiten auf laut und leise (oder gar noch auf irgendwelchen Abstufungen dazwischen) ist nix weiter als alberne Feinspinnerei!
Manche machen sich sogar Gedanken über unterschiedliche Klangfarben. Nee, man kann wirklich alles übertreiben! Beste Grüße Marigaux |
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![]() Mitglied seit 25.09.2005 |
Guter Vergleich, Marigaux
Liebe Grüße - Allegro Guter Wein ist Musik in Flaschen |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Marigaux,
das hört sich für mich doch ein bisschen simpel und banal an. Im Gegensatz zur Klarinette ( bei dir Klarineuse), hört sich die Oboe doch sehr angenehm und entspannend an. Mag sein, daß mein Gehörempfinden durch den Nachbarn in früher Jugend bestimmt wurde, der Klarinette übte und ständig Töne daneben setzte, selbst für Laien hörbar. Neulich, unterwegs habe ich ein Konzert für Oboe und Orchester gehört, mir aufgeschrieben und ich kann es nicht wiederfinden, wollte es so gerne bei Hanse-CD bestellen. Das war wirklich schön anzuhören. Gruß Grenache |
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![]() Mitglied seit 11.06.2003 |
Aufpassen auf Nuancen lernen: da helfen sehr Erfahrungen mit anderen, das geht nicht allein. Die klassische Weinsprache: mangelhaft - das ist die Sprache und der Sprecher zwar immer, die müsst halt entwickelt werden: "Kirsche" und Sangiovese: das trifft immer, also nichtssagend - also plus Preis und Alkohol und Parkerpunkte, und sonst nix? Und das Zusammenwirken von versprachlichter Erfahrung und sensibilisierter Nasenzunge, also zuerst den Referenzwein oder kann man den gar nicht schätzen ohne den erforderlichen Erfahrungshintergrund?
Kryptisch: Ole |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Also meine Nase habe ich noch nicht auf der Zunge und ebenso meine Zunge nicht in der Nase, darauf lege ich Wert! Eins nach dem anderen, sonst müßte man die Geschmackssensibilisierung neu bestimmen.
Gruß Grenache |
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![]() Mitglied seit 11.06.2003 |
Pah! Nase - Zunge, das hängt alles zusammen! Ich sag nur "Filz"!
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![]() Mitglied seit 12.03.2005 |
"Marigaux, das hört sich für mich doch ein bisschen simpel und banal an."
Grenache, die Grinsegesichter sind doch nun wirklich nicht zu übersehen, oder? Hinter meinen letzten Satz habe ich extra 2 von den Dingern gemalt. Und Allegro hat auch gleich verstanden, wie es gemeint war. Beste Grüße Marigaux |
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![]() Mitglied seit 14.05.2004 |
@ Marigaux - bei manchen tarnt sich hermetisches Denken nur als hermeneutische Fähigkeit -
montägliche Grüße Clarissa |
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![]() Mitglied seit 02.03.2007 |
Schön gesagt! Manchmal habe ich den Verdacht, dass die gestelzte Weinlyrik von Verkostern darüber hinwegtäuschen soll, dass sie sich nach den unglaublich intensiven Eindrücken und Geschmacksempfindungen ihrer ersten tollen Weinerlebnisse zurücksehnen, da waren sie womöglich noch vor Begeisterung ganz stumm! Vegleiche zu anderen sinnlichen Ersterfahrungen im Leben sind durchaus legitim Pastinake |
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Hallo,
ich habe jetzt nicht alles hier gelesen, aber ich habe über die Jahre ein paar Dinge schmecken gelernt was da wären: Waldbeeren, Cassis, Leder, Tabak, getr. Früchte, Honig Melone, Kirschen, Aprikose und ähnliches. Mit grünem Tee, Kräutern und solchen Sachen tue ich mich schwerer. Am meisten lernt man finde ich, wenn man einen erfahrenen Mitprobierer an der Seite hat. 30-40 Jahre Weinerfahrung tun ein Übriges! Gruß grappola |
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![]() Mitglied seit 21.06.2007 |
Man soll sich ja Ziele setzen. Ich finde, dass sind doch mal rosige Aussichten für die Zukunft. |
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![]() Mitglied seit 23.11.2007 |
Hallo,
...habe mich mal in diesen alten und wiederbelebten Thread reingelesen und fand ihn sehr interessant, aber manchmal mußte ich doch vor mich hin schmunzeln. Beispiel: Schiefer-Aromen. Wie riecht Schiefer? Wie wenn er feucht ist, wie wenn er trocken ist. Mango war auch ein herrliches Beispiel und auch die Kiwi ist ja auch noch nicht soooo lange dabei. Dann die Melone - ja bitte welche denn, also etwas präziser bitte Ich gebe zu, dass ich mich bei Weinverkostungen gern zurückhalte, denn eine Frucht könnte ich vielleicht noch benennen aber ich kann definitiv auch schon den Hauch eines Korks erschmecken und feststellen ob ich diesen Wein nochmal trinken möchte oder nicht. Das war es aber auch! Interessant ist dann bei diesen Veranstaltungen jedoch der Versuch der Teilnehmer, sich gegenseitig in der Formulierung der gustatorischen, als auch der Geruchswahrnehmung zu überbieten, wobei man das innere Verdrehen der Augen des Sommeliers förmlich erahnt... Das ist großes Menschenkino, verbunden allerdings in der Regel mit dem Genuß guter Weine... Kommt nicht demnächst wieder die Beaujolais Primeur Welle auf uns zugerollt? Gruß pp |
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![]() Mitglied seit 02.03.2007 |
Gibt es die noch immer??? Pastinake, die aber nichts gegen einen guten Moulin-à-Vent hat ... |
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![]() Mitglied seit 25.03.2006 |
Stimmt, Peter, der Federweiße geht zu Ende und schon kommt der Beaujolais.
Bloß was da die letzten Jahre so angerollt kam, macht keine Lust auf mehr.... Oder liegt es nur an meinem Geschmack, dass ich so gar keine Lust mehr darauf habe? Die hier ansässigen Franzosen machen ein nettes kleines Fest, sonst bestünde gar kein Anlass, was davon zu trinken. Viele Grüße von frankophil ------------------------------------------------------------------- Wer mich nicht liebt, darf mich nicht beurteilen. - Goethe |
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![]() Mitglied seit 17.05.2007 |
Hi,
also wenn Dich das Verkosten als solche interessiert dann such mal ob bei Dir in der Nähe nicht ein Marktforschungsintitut oder Sensorik-Labor (bieten rechte viele Labore als Dienstleistung an oder kontaktiere den DLDg) gibt. Die bilden Verkoster aus, nach einer DIN-Norm. Das sind dann erst mal die Grundlagen (ich hab das während dem Studium gemacht), dann kann man sich zum Verkoster für bestimmte Lebensmittel schulen lassen. für Wein gibts bestimmt irgendwelche Winzervereinigungen oder das Deutsche Weininstitut. Wenn Du dort eine Verkosterausbildung absolvierst mußt Du dort allerdings auch zu Verkostungen antreten. Ich verkoste eigentlich nur Produkte, die wir herstellen (glutenfreie Kekse und glutenfreies Brot) - arbeite in der Qualitätssicherung. Im Studium hab ich Darjeeling verkostet (war die Projektarbeit fürs Diplom) und bei verschiedenen Diplomarbeiten im Verkoster-Panel mitverkostet. Wein hab ich während dem Studium nur in größeren Mengen getrunken.... Verkosten macht sehr viel Spaß, aber irgendwann kommt der Punkt an dem man nur noch verkostet und nicht mehr ißt bzw. genießt. Bei mir war der Punkt erreicht als ich Weihnachten bei meinen Eltern saß und die verschiedenen Plätzchen einer Bewertung unterzogen hab - mir ist das selbst gar nicht aufgefallen ist und ich hab das soweit getrieben bis ich von allen Seiten Mecker bekam. Da ist mir erst mal aufgegangen dass ich nicht alles verkosten muss und manche Dinge einfach nur genießen sollte. Diese ganzen Aromen, die in Wein beschrieben werden sind oft sehr subjektive Eindrücke von Einzelnen. Die sind eher selten Produkt einer standardisierten Verkostung. Geschmacks- und Geruchswahrnehmung ist nämlich ganz leicht zu beeinflussen bsp. ich hab auf der Arbeit mal ein Aroma (Vanille) zur Verkostung aufbereitet und hab das falsche Protokoll (für Aprikosenaroma) dazu gelegt. Meine Chefin war nicht mehr davon abzubringen dass das Vanille-Aroma nach Aprikose schmeckt. Wenn eine Gruppe von Leuten ein Lebensmittel verkostet und sich während der Verkostung bespricht gibt es immer ein oder zwei die den Ton angeben und andere die das übernehmen und einige die einfach nicht das gleiche schmecken. Ein Aroma kann man jemand anderem einreden. Von diesen ganzen Beschreibungen für Wein halte ich eher wenig, ich denke die sind für die Qualität des Weines auch nicht ausschlaggebend, ein Fehlgeschmack dagegen schon, aber die verschiedenen Fehlgeschmäcke sind so eindeutig beschrieben und wahrnehmbar dass sie jemand der sich etwas damit auseinandersetzt auch erkennt. für alle anderen Aromen im Wein: trink den Wein, der Dir schmeckt und genieß ihn. Man kann viel erschmecken, aber man kanns auch übertreiben. Grüße Krümelita |
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![]() Mitglied seit 04.09.2005 |
Eine professionelle Verkosterausbildung macht bestimmt Sinn und schult auch ungemein.
Allerdings habe ich mit Begriffen wie "DIN" und "Qualitätssicherung" so meine Probleme. Gerade die "Qualitätssicherung" muss ja in vielen Bereichen für die Qualität der Umsatz- und Gewinnzahlen herhalten und macht eigentlich genau das Gegenteil von dem, was der Begriff vorgaukelt. Einem Maurer, der sich viel und intensiv mit Wein beschäftigt, traue ich deswegen auch mehr als Weinverkoster zu, als einem Profi-Allesverkoster. Das die Wahrnehmung von Gerüchen und Aromen im Wein (und anderswo) sehr stark beeinflussbar sind, steht außer Frage. Allerdings "verkosten" ich meine Weine zum größten Teil allein. Da bin nur ich, meine Tagesform und der Wein (auch in seiner Tagesform Es mag sogar sei, daß ich einen anderen Begriff für den gleichen Duft oder einen Geschmack wähle, wie ein anderer Verkoster. Dann sind es Begriffe, die uns einen Streich gespielt haben. Gemeint haben wir das Gleiche. Deswegen ist es wichtig sich mit anderen "abzugleichen". Die relativ große Übereinstimmung dabei, würde ich nicht auf "Beeinflussung" zurückführen. |
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![]() Mitglied seit 14.05.2004 |
Recht hast du frank!
Mir gehn diese Lehrer-Lämpel- und Trollkommentare langsam auf den Keks ... Erklärt man es ihnen langsam, fühlen sie sich intellektuell überfordert, erklärt man es ihnen gar nicht, ist man elitär. Erklärt man ihnen, wie man es selbst lernt oder sich zumindest abmüht, erwidern sie, man müsse sich nur daran orientieren, ob "es schmeckt" oder nicht. Erklärt man ihnen, man solle sich den einfachsten Gerüchen, die unsere Welt bietet, langsam herantasten, muß man sich fragen lassen, wie Schiefer riecht. Also, wer etwas erreichen will, muß zuallererst den Hintern hochbekommen. Asch hu zäng usenand! Oder feiner: No one has ever reached Santiago, by sitting in a bar! LG Clarissa |
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![]() Mitglied seit 23.11.2007 |
...au weia Clarissa,
da mußte ich ja sicher ein Pfund einstecken oder besser wegstecken. Bin ich "Lehrer", "Lämpel" oder "Troll"? Ich nehme es jedenfalls mit Humor, da "Schiefer" durchaus einen Geruch hat, aber dieser differiert zwischen dem trockenen und dem feuchten Zustand. Gegen ein perfektes Gaumen- und olfaktorisches Vermögen kann ich natürlich nicht anstinken, aber das wurde meinerseits auch nicht versucht. ..un de Arsch is huh un de Zäng sin geschliffe... ...und was Frank ausführte möchte ich gleichfalls unterschreiben, denn er traf genau das, was ich sicherlich nicht so traf wie er... Gruß pp |
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![]() Mitglied seit 14.05.2004 |
Das Schieferbeispiel war nur grad so schön anschaulich und mußte herhalten. LG Clarissa |
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![]() Mitglied seit 23.11.2007 |
...vielleicht darf ich noch anschließen, dass der Genuß des Weines für mich ein purer Genuß ohne Dogma ist.
Ein von manchen abgewertetes Produkt stellt für mich immer noch eine Herausforderung dar, um mir eine eigene Meinung zu bilden. Gleichfalls muß ein hochgelobter Wein meinen Gaumen nicht unbedingt bis zur Besinnungslosigkeit reizen. Es haben sich im Laufe der Jahre... ...und das sind eine ganze Menge... ...Vorlieben herausgebildet, die zum Standard meines Weinregals wurden, dennoch bin ich für Anregungen immer offen, wobei es inzwischen auch die No-Go´s gibt, die meine Geschmacksnerven nicht anregen, während es auch in meinem Freundeskreis (der übrigens auch richtige Weinprofis umfasst, zu denen ich nur aufschaue...) Verfechter bestimmter Gebiete, Rebsorten oder Winzer gibt, die ich probierte und die mich dennoch nicht ansprachen... ...alles eine Frage des Geschmacks - im wörtlichen Sinne... Gruß pp |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Also, wer etwas erreichen will, muß zuallererst den Hintern hochbekommen.
Da tastest du dich allerdings an die von dir beschriebenen einfachsten Gerüche heran. Gruß Grenache |
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![]() Mitglied seit 23.11.2007 |
...wen meinst du jetzt? Ich habe nicht damit angefangen.... Gruß pp |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Natürlich die mit dem ..sz.., die die Geruchsorgel in Beaune kennenlernen will, am besten gleich am kommenden Wochenende zu den 3 Glorieuses.
Gruß Grenache |
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![]() Mitglied seit 23.11.2007 |
...auf nach Beaune á "L´Hôtel Dieu"
...nicht das du die drei "Jours glorieuses" von 1880 meinst... Gruß pp |
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![]() Mitglied seit 25.03.2006 |
"Ein von manchen abgewertetes Produkt stellt für mich immer noch eine Herausforderung dar, um mir eine eigene Meinung zu bilden. Gleichfalls muß ein hochgelobter Wein meinen Gaumen nicht unbedingt bis zur Besinnungslosigkeit reizen".
PP, du sprichst mir aus der Seele - auch wenn ich mich (ein klein wenig Grüße von frankophil -------------------------------------------------------------------- Wer mich nicht liebt, darf mich nicht beurteilen. - Goethe |
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![]() Mitglied seit 23.11.2007 |
...gebe zu noch nie einen Wein bei ALDI gekauft zu haben, aber kürzlich einen sauberen 'Sancerre' bei Kaisers für 7,--€ mitgenommen. Werde nachkaufen...
Gruß pp |
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Henglein
Rama Cremefine



































