Reh mit Morcheln
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![]() Mitglied seit 21.04.2007 |
zufälligerweise sind mir ein paar Morcheln über den Weg gelaufen und deswegen würde ich jetzt gerne ein Rezept von Schuhbeck (Kerner Kocht) ausprobieren (naja, fast noch Mai...). Die alles bewegende Frage ist natürlich, was dazu aus dem Keller geholt wird. Spontan würde mir aus meinem Bestand so einfallen: - 2005 Château La Hase, Pomerol - 2005 Coteaux du Languedoc, Domaine de l'Anciennce Mercerie, Faugères - 2005 Fabelhaft, Niepoort oder ein ganz anderes Kaliber - und mir eigentlich noch zu jung zum sterben (und wir einen Pinot Noir-Verweigerer dabei haben): - 2006 Finla Mor Pinot Noir, Chard Farm, Central Otago, NZ Für völlig andere Vorschläge habe ich natürlich auch ein offenes Ohr, im Keller gibt's auch noch 2 Chilenen (die aber wohl das arme Reh unter sich begraben dürften), ein paar spanische Garnacha und noch ein paar einfache Franzosen. Die anderen roten Neuseeländer bleiben definitiv noch länger da unten. Gruß, nardil |
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![]() Mitglied seit 26.01.2008 |
Hallo Nardil,
zum Reh mit seinem eher zarten Grundaroma könntest Du alternativ auch einen Burgunder herzhafterer Machart (Nuits St. Georges) probieren, und dann einen kräftigen Jahrgang wie 2003. Solltest Du den Faugeres probieren, dann wäre es schön, wenn Du darüber berichtest- davon wollte ich mir auch ein paar Flaschen zulegen und ich kenne ihn noch nicht. Jetzt mache ich bei gefühlten 14 Grad Aussentemperatur den Grill an, die Gäste kommen gleich. Ich lass mir von Petrus doch nicht eine geplante kleine Grillparty vermasseln, pah ! Viele Grüsse Ostbelgier |
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![]() Mitglied seit 26.01.2008 |
Sorry, das mit dem Pinot-Noir-Verweigerer hatte ich überlesen
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
egal, was Du probierst, berichte bitte drüber - und interessant ist, dass es bei uns allen wohl in diesen Tagen eher die warmen Winterweine gibt, ich hab mir für heute abend auch so was rausgekramt
der Fabelhaft ist übrigens ein wunderbarer Allrounder (ist bei mir in der Kiste "wenn nix passt, der passt immer solange das Fleisch rot und die Sauce kräftig ist" ________________________________________________________________________ Music is spiritual. The music business is not. (Van Morrison) |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Zum Reh mit Morcheln ist der 2005er Faugères von L'Ancienne Mercerie die richtige Wahl, besonders wenn es die Cuvée Couture sein sollte. In diesem Wein ist alles drin, was man zu Wild braucht, Blaubeeren, rote Früchte und Gewürznoten, fabelhafter Wein zu einem guten Preis.
Gruß Grenache |
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![]() Mitglied seit 12.03.2005 |
Der Fabelhaft, den ich mal als Wichtelwein von Grappola bekommen habe (ich glaube, es war der 04er) hat mir ja richtig gut gefallen, aber von dem 05er, den ich mir bei K&U bestellt habe, war ich neulich dann etwas enttäuscht. Der war mir zu eindimensional, für knapp zehn Euro hatte ich schon bessere Rote im Glas.
Insgesamt wären mir die aufgezählten Roten zu kräftig für das Reh mit Morcheln, ausgenommen der Pinot, zu dem ich dann trotz des "Verweigerers" (was ist das denn für ein Bursche? Mir ist noch nie ein Weintrinker untergekommen, der Spätburgunder partout nicht mag!) wohl greifen würde. Noch besser zu den Pilzen würde meines Erachtens ein gereifter Riesling passen (mindestens 10, besser 20 Jahre alt), aber das hilft ja nix, wenn man den nicht im Keller hat (hatte ich lange Zeit auch nicht). Es grüßt Marigaux (etwas in Sorge darüber, daß er bald wegen permanenter Rieslingerei aus dem Forum geworfen werden könnte....) |
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Andersherum wird ein Schuh draus, Marigaux, wenn Du das nicht geschrieben hättest, wäre ich ernsthaft um Deinen Gesundheitszustand besorgt
und wegen permanenter Rieslingerei ist hier noch keiner geflogen, solange der Riesling standesgemäß und nicht bei den Unaussprechlichen erworben wurde ________________________________________________________________________ Music is spiritual. The music business is not. (Van Morrison) |
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Nee, Deine Rieslinge sind schon o.K.
Gruß Dodo |
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![]() Mitglied seit 12.03.2005 |
Hallo,
alt muß er sein und (etwas) Restzucker gehabt haben, dann paßt er mit seiner etwas morbiden Aromatik wunderbar zum Wild und zu den Morcheln. Junger und trockener Riesling geht für meinen Geschmack gar nicht dazu. Beste Grüße Marigaux |
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Morbide Aromatik - das merk ich mir! |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Das ist mal wieder typisch schön von Marigaux beschrieben! Trotz allem Respekts vor alten Rieslingen und da besonders denen mit Restzucker, halte ich sie für Wildgerichte nicht besonders geeignet. Ich habe eine ziemliche Sammlung davon im Keller, angefangen mit 1953, noch aus dem Keller meines Vaters stammend. Wild wird seit Generationen in unserer Familie erlegt und in der Küche verarbeitet, der gespickte Hasenrücken in Schmandsauce meiner Großmutter ist mir immer noch in Erinnerung. Weiße wurden dazu nie serviert. Im letzten Spätherbst hatten wir hier ein Wildbuffet, Rebhühner, Fasanen, Damwild, Rotwild und Schwarzwild in allen Variationen. Alle Gäste waren begeistert. Unter den verschiedenen Weinen fand sich auch ein 1990er Maximin Grünhaus Herrenberg Spl. Aufgemacht, eingeschenkt, Nase dran und man hatte den Eindruck, man stände an der Zapfsäule, kein Petrolton, sondern regelrecht Benzin! Der Wein war sonst tadellos, der Geruch war schnell verflogen, einige der Gäste haben ihn trotzdem abgelehnt. Die angebotenen Roten, von leicht bis schwer: Schwarzriesling aus Württemberg, Spätburgunder aus Baden, Cote Rotie, Chateauneuf du Pape, fanden alle Zustimmung. Gruß Grenache |
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Dr. Manfred Prüm (nicht dumm und kein Kostverächter) vom nicht ganz unbekannten Weingut Joh. Jos. Prüm in Wehlen, der ein passionierter Jäger ist, kredenzte Stuart Pigott einmal zum Rehrücken eine eigene 71er Wehlener Sonnenuhr Auslese. Das ist eine geniale Kombination ! Ich habe das mit einer anderen, sehr guten 71er We So Auslese versucht, und die Geschmackskombination ist genial. Auf einen Grünhäuser wäre ich allerdings nicht gekommen...
Viele Grüsse Ostbelgier |
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![]() Mitglied seit 25.01.2008 |
Da gab es mal einen Herrn Braun als Küchenchef des Hotels "Reichsgraf von Kesselstatt" in Neumagen/Dhron an der Mosel. Hier wurden immer raffinierte Gerichte mit regionalen Weinen angeboten und das waren meistens bestechende Kombinationen.
Bei Wildgerichten kam selbst der Küchenchef nicht auf diese Idee, sondern hierzu wurden immer die Weine der Domaine Bertagna im Burgund empfohlen. Das hatte allerdings auch familiäre Gründe, Vater Reh hatte für beide Töchter vorgesorgt für Eva das Hotel an der Mosel, für Madame Reh-Siddle das Weingut in Vougeot. Die Empfehlung war aber absolut in Ordnung. Gruß Grenache |
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![]() Mitglied seit 12.03.2005 |
"Trotz allem Respekts vor alten Rieslingen und da besonders denen mit Restzucker, halte ich sie für Wildgerichte nicht besonders geeignet."
Naja, isse Geschmacksache! Mir munden diverse olle Rieslinge zum Wild sehr gut - und nicht nur mir alleine. Ein Grünhhäuser würde mir im Zusamemhang mit Wild allerdings auch nicht gerade an erster Stelle einfallen...siehe Ostbelgier.... Viele Grüße Marigaux |
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![]() Mitglied seit 21.04.2007 |
Schonmal danke für die Tipps. Wir kriegen das Reh erst Freitag vom Jäger, deswegen wird es wohl der nächste Sonntagsbraten werden. Das Wetter wird schon noch mitspielen für einen schönen Roten.
Ich berichte dann welcher es wurde und wie er war. Gruß, nardil |
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![]() Mitglied seit 21.04.2007 |
Mmh, wenn doch öfter Sonntag wäre.
Dank des richtig heißen und schon ziemlich schwülen Wetters (im Moment zieht wohl gerade was auf...) haben wir das Gelage in den Garten verlegt - der Wintergarten war nicht begehbar. - Rucola, Erdbeeren, Pinienkerne, Pecorino und Honig-Vinaigrette. Dazu - Wasser, wegen der Hitze. - Rehrückenfilet, Morchel-Rotwein-Sauce, Sellerie-Püree, Rhabarber-Kompott. Dazu 2006 Finla Mor Pinot Noir. - Nektarinen in Zitronen-Thymian-Sud, Eis. Dazu 1999 Rhodter Rosengarten Huxelrebe TBA (musste leider weg Die Wahl fiel also auf den Pinot, und auch der Verweigerer konnte davon überzeugt werden, dass ein guter auch gut schmeckt. Die Chard Farm liegt in der Nähe von Queenstown, Neuseeland ("The Adventure Capital of the World"), gleich neben der berühmten Brücke über den Kawarau River, von der ein gewisser A.J. Hackett das Bungy-Springen erfand. Die Gegend ist vom Klima her von ganz NZ am ehesten mit dem Burgund vergleichbar, deswegen kommen von dort auch mit die besten Pinots aus NZ. Als wir dort waren, war es Hochsommer und heiß, im Moment hat es tagsüber um 3° und nachts knapp unter Null (für "Ende Dezember" ganz ok...). Die Farm liegt am Ende der Chard Road, einer alten Kutschenstrecke entlang eines Steilhangs. Diese zu befahren ist ein Abenteuer für sich, am Anfang steht ein Schild "Wearing parachutes during drive advised". Der Winzer hat 3 Jahre in Deutschland gelernt, und ein Teil seines Teams ist auch aus Deutschland. Er verarbeitet den Pinot nach traditioneller Arbeitsweise und im Holzfass. Die gekühlten Stahltanks sind für die Chardonnays, die er nebenbei auch verkauft... Verschlossen sind alle seine Weine, wie fast alles aus Neuseeland, mit Schrauber. Es gibt noch zwei Einzellagen-Pinots von ihm, die aber nur vor Ort verkauft werden, weswegen der Finla Mor der größte ist, den man so bekommt. Und was kam dabei heraus? Spaßeshalber haben wir den Wein im Bordeaux-Glas und im großen Burgunder-Glas probiert. Die Wahl fiel schnell und eindeutig auf das Burgunder-Glas, das Bordeaux-Glas ließ den Wein bitter wirken. Die Farbe ist ein schönes rubinrot, mit einem kleinen Wasserrand. Direkt nach dem Öffnen war er etwas gewöhnungsbedürftig (aufdringliche Säure, unangenehme Töne), nach Dekantieren und einer Weile verflog das aber. In der Nase Trockenpflaume, dunkle Beeren, etwas Schokolade, etwas Lakritze, viel Waldboden (das Reh freute sich), Pfeffer, Gewürze (Fenchelsamen!), dunkle Kirschen Im Mund kühl, feine aber kräftige Säure, wieder rote Beeren, Wald, Pflaumen, seidige Tannine. Keinesfalls marmeladig oder sonstwie "Neue Welt", mehr "Alte Welt". Der Abgang hält wirklich lange nach und macht Lust auf mehr davon. Jetzt fehlt mir leider der Vergleich zu wirklich großen (franz.) Burgundern, aber der hier macht richtig Spaß und passte hervorragend zum Reh. Und weckte natürlich auch genügend Erinnerungen an God's Own Country. In Neuseeland für umgerechnet knapp 19 Euro zu haben, hier direkt vom Weingut für 150 Euro Versand pro Kiste falls jemand Bedarf hat. Achso, ja: 13.5% Das Gut gibt ihm bis 2013, ich werde nächstes Jahr mal die nächste probieren. Sind ja nur 3. |
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Henglein
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