neues Thema  Thema drucken  Thema als PDF  Als Favorit speichern  Benachrichtigung aktivieren

"Frauenwein" trifft "Männerwein"...

Vom 07.11.2007 11:11 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

dressing  Suppenkoch


Mitglied seit 29.12.2004
1.771 Beiträge (ø0,65/Tag)
Hallo liebe Weingenießer/innen,

leider kenne ich die Weine aus dem Burgund genauso wenig wie die aus dem Bordeaux. Dem will ich ein wenig Abhilfe schaffen, indem ich in Kürze ein Seminar besuche mit o.g. Thema. Als kurze Inhaltsangabe las ich folgendes:

"Eine Unterregion des Burgunds spaltet die Geschmäcker und teilt sich selbst in die nördliche Cote de Nuits und die darunter liegende Cote de Beaune: Finden wir heraus, welche "die Muskeln spielen lassen" und welche sich "mit Charme anschmiegen"!

Da ich durch meine tägliche Pflichtlektüre Na! ja weiß, dass wir hier auch einen Burgundspezialisten haben, Matthias Lächeln , würde mich sehr interessieren, ob dies eine gängige Einschätzung ist, und ob mich bei den "Muskelspielern" ähnlich schwere Weine wie im Süden Frankreichs (Syrah z.B.) erwarten, und was ich eventuell bei den "Charmanten" zu erwarten habe BOOOIINNNGG..... Es wäre sehr schön, wenn ich ein paar kleine Vorabinfos bekäme, um in das Seminar, das übrigens der WmV abhält, nicht ganz unvorbereitet zu gehen.

Als Gegenleistung würde ich mich bemühen, so gut es eben geht, die probierten Weine zu beschreiben.

Dankbare Grüße aus Berlin
Christel Küsschen




Humor ist eines der besten Kleidungsstücke, die man in Gesellschaft tragen kann.
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 07.11.2007 11:27 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,07/Tag)
Ja der Matthias lässt sich schändlich lange nicht blicken Na!

Ich würde die muskulösen und die charmanten nicht unbedingt an ihrer Herkunft ausmachen, das liegt doch im wesentlichen am Stil des Winzers, sicher auch am Jahrgang, ob Muskelpakete oder filigrane Charmeure uns bezaubern können.

Diese "gängigen Einschätzungen" sind nie ganz falsch (ich erinnere nur an das berühmte Zitat "Bordeaux, alles nur Verschnitt!" HAR HAR HAR und können sicher einer ersten Orientierung dienen, haben aber meistens eher den Charakter einer Binsenweisheit. Denn wenn ich bedenke, wie oft ich schon bei Blindproben auch größte Koriphären wunderbar daneben tippen gesehen habe, dann ist das mit dem Unterscheiden doch nicht ganz so einfach ........... Na! Na!





________________________________________________________________________
Remember, I was signed with Warner Brothers for ** f***** years!!! (F.Z.)
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 07.11.2007 11:29 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

chefpastinake Chefkoch


Mitglied seit 02.03.2007
4.463 Beiträge (ø2,33/Tag)
Hallo Christel,

bei der Klassifizierung von Frauen- und Männerwein (ich weiß, die ist ebenso beliebt wie unnötig) verläßt mich leider "das beste Kleidungsstück, das man in Gesellschaft tragen kann" Verdammt nochmal - bin stocksauer Verdammt nochmal - bin stocksauer

Pastinake
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 07.11.2007 11:29 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,07/Tag)
P.S.

so, und jetzt gibt es keine Ausrede mehr, wir erwarten natürlich das regelmäßige Bulletin aus Berlin Na!.



________________________________________________________________________
Remember, I was signed with Warner Brothers for ** f***** years!!! (F.Z.)
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 07.11.2007 11:33 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

dressing  Suppenkoch


Mitglied seit 29.12.2004
1.771 Beiträge (ø0,65/Tag)
Und wenn es diese Unterscheidung tatsächlich geben sollte, so bin ich wohl eher der klassische "Männerwein-Typ" YES MAN

Es grüßt aus Berlin
Christel




Humor ist eines der besten Kleidungsstücke, die man in Gesellschaft tragen kann.
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 07.11.2007 11:35 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

chefpastinake Chefkoch


Mitglied seit 02.03.2007
4.463 Beiträge (ø2,33/Tag)
Ich auch!


Pastinake
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 07.11.2007 11:40 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

dressing  Suppenkoch


Mitglied seit 29.12.2004
1.771 Beiträge (ø0,65/Tag)
Regelmäßig, susa BOOOIINNNGG.... ? Es handelt sich leider nur um ein Ein-Abendseminar. Aber im Dezember besuche ich noch eins mit dem Titel "Es muss nicht immer Schampus" (eleganterweise hat man Champus geschrieben, aber das widerstrebt meinem Sprachgefühl Na wenn das mal stimmt!? ). Hier wieder ein Kurztext:

"Beste Schaumweine wollen entdeckt werden: Die Konkurrenz kommt z.B. aus Frankreich selbst, der Loire sowie aus Italiens Lombardei und von Spitzenwinzern aus Deutschland."

Das gönne ich mir zum Fest! OH TANNE...

Aber hier werde ich auch gerne berichten - versprochen!

Es grüßt aus Berlin
Christel




Humor ist eines der besten Kleidungsstücke, die man in Gesellschaft tragen kann.
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 07.11.2007 14:51 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

MatthiasH Hendlgriller


Mitglied seit 16.09.2004
2.799 Beiträge (ø1/Tag)
Hallo Christel,

der Tag, an dem ich mich als Burgunderspezialist bezeichnen würde, ist noch viele Lehrjahre entfernt. Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen

Es ist eine unumstößliche Tatsache, dass aus dem nördlichen Teil der Côte d'Or muskulöse, kräftige und trotzdem elegante (!), Pinot noirs mit viel Entwicklungspotential kommen (männliche!), aus den südlicheren Gemeinden der Côte de Beaune Weine mit weniger Substanz, weniger Tiefgang und weniger Potential (weibliche eben). Das iss halt einfach so. YES MAN

Nein, bitte nicht schlagen. Schaut euch lieber nochmal Clarissas Signatur an Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen .

Männer- und Frauenweine, intellektuelle und emotionale Weine, Weine für Junge und Weine für Erfahrene, alles gern genommene, aber immer ziemlich konstruierte Vergleiche. Die meisten dieser Vergleiche scheinen noch dazu von Männern mit etwas chauvinistisch geprägtem Frauenbild zu kommen. Oder aus den vorletzten Jahrhundert. Oder beidem.

Burgund ist ein Anbaugebiet mit ziemlich wechselhaften geologischen und sonstigen Standortverhältnissen. Und weil hier seit vielen hundert Jahren Wein angebaut wird, gibt es auch viel Erfahrung über die Auswirkungen dieser unterschiedlichen Bedingungen auf den Geschmack des Weines und noch mehr Versuche diese Unterschiede zu beschreiben. Und bei einem halbwegs guten Winzer schimmern diese Unterschiede auch im Wein durch. Nicht von ungefähr ist Burgund ein Stammland des Terroirgedankens.

Diese Unterschiede treten aber sehr kleinräumig auf. "Nord und Süd" wird dem nicht gerecht. So gibt es z.B. ganz im Süden in Santanay und Maranges wieder kräftige, oft rustikale Rote.
Dafür kann es deutliche Unterschiede zwischen zwei Nachbarlagen in einer Gemeinde geben. Oder zwischen zwei Nachbargemeinden. Volnay, so sagt "man", sei z.B weiblich, Pommard männlich, beide liegen direkt nebeneinander an der Côte de Beaune.
Irgendwo gibts vielleicht wirklich einen wahren Kern (wie so oft), aber ich glaube, das männlich/weibliche wird in erster Linie durch den Namen suggeriert. Wenn ich auf der Suche nach einem Namen für eine Tochter wäre, würde ich sie ganz sicher nicht Pommard nennen, eher Volay YES MAN . Nein, meine Tochter heißt nicht Volnay. Sich auf dem Boden wälzen vor Lachen

Und wenn ich solche Unterschiede in einer Vergleichsprobe herausarbeiten will, dann finde ich auch die passenden Weine, die diesem Bild entsprechen und alle sagen dann: "Ahhhh..... genau, da haben wir's wieder".
Viel, viel, viel schwieriger ist es aber dann blind einen Burgunder der richtigen Gemeinde oder gar Lage zuzuordnen.

Burgund und gerade das macht es für mich spannend, ist immer wieder überraschend anders. An dem Tag, an dem ich alle Burgunder blind ihrer Herkunftsgemeinde zuordnen kann, werde ich anfangen mich mit der Mosel zu beschäftigen Na! . Derzeit bin ich aber noch froh, wenn ich einen Wein blind als Burgunder erkenne. Welt zusammengebrochen

Viel Spaß beim Burgund-Seminar

Viele Grüße nach Berlin
Matthias
_____________________________________________________________
Just because someone's a member of an ethnic minority doesn't mean they're not a nasty small-minded little jerk
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 07.11.2007 15:12 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Trollmann Kaltmamsell


Mitglied seit 15.06.2007
1.053 Beiträge (ø0,58/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hallo Christel,

zu diesem Seminar würde ich mich sofort anmelden.

Hallo Matthias,

ich stimme Dir mit dem Satz "Derzeit bin ich aber noch froh, wenn ich einen Wein blind als Burgunder erkenne." absolut zu. Aber wir werden üben.
Wie sagte schon der große Häuptling:
"Wenn die letzte Flasche entkorkt, das letzte Glas geleert ist, werdet Ihr erkennen, dass man Burgunder nicht ersetzen kann." (oder so ähnlich)


Viele Grüße
Trollmann
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 07.11.2007 15:25 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

dressing  Suppenkoch


Mitglied seit 29.12.2004
1.771 Beiträge (ø0,65/Tag)
Matthias, danke für deine ausführliche Antwort Lächeln .

Kannst du mir vielleicht noch sagen, wo du bei den "Muskelpaketen" den Unterschied zu den Weinen aus dem Languedoc beispielsweise siehst (schmeckst)? Du schriebst "...muskulöse, kräftige und trotzdem elegante...". Vermutlich wird die Eleganz den Unterschied ausmachen, und dieses Thema hatten wir ja vor kurzem Na!, aber vielleicht kannst du mir den Unterschied doch etwas mehr erläutern. Die Südwestfranzosen gehören nämlich zu meinen Lieblingen.


Es grüßt aus Berlin
Christel




Humor ist eines der besten Kleidungsstücke, die man in Gesellschaft tragen kann.
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 07.11.2007 17:10 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

frankophil Chefkoch


Mitglied seit 25.03.2006
2.669 Beiträge (ø1,18/Tag)
@ Christel,

es gibt aus dem Süden Frankreichs durchaus Weine, denen man "burgundische" Rafinesse und "Eleganz" nachsagt, dem Gourt de Mautens von der Rhône beispielsweise oder dem Roc d'Anglade aus dem Languedoc, von denen hier im Forum schon die Rede war.

Dein Burgund-Seminar würde ich auch gerne mitmachen! Der Herr Kössler, der hier bei uns die Weinkurse in der VHS anbietet, hat es gern mit etwas theoretischen Themen (z. B. "Gerbstoffe als Qualitätsmerkmal"), was ich dann nicht unbedingt haben muss...

Lieben Gruß von
frankophil


-------------------------------------------------------------
There's a crack, a crack in everything, that's how the light gets in... (Leonhard Cohen)
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 07.11.2007 18:45 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

MatthiasH Hendlgriller


Mitglied seit 16.09.2004
2.799 Beiträge (ø1/Tag)
Hallo,

genau, die unnachahmliche Kombination aus Eleganz und Kraft macht den Unterschied. Lachen

Generell kommen die Burgunder an die Dichte eines Grenache-Syrah-Mourvedre aus dem Süden nicht ran. Auch die kräftigsten unter ihnen bezeichnet Bobby Parker noch als "medium bodied".

Dennoch sind Burgunder keine leichten Weine. Sie haben eine andere Art der Kraft……ääähh.. eine Kraft der anderen Art? Egal. YES MAN
Ich versuch's mal.

Während Südfranzosen oft durch eine geballte Wucht an intensiven Aromen beeindrucken, sind diese bei einem Burgunder in ein klares Grundgerüst aus Tanninen, Säure und Stoff eingebaut. "Struktur" ist wohl ein wichtiger Begriff bei der Charakterisierung des Unterschieds.
Die Aromen sind frischer, klarer und definierter. Und sie sind vielschichtiger, zugegebenermaßen manchmal erst nach einigen Jahren Reife. Druck gegen Präzision sozusagen.

Während viele Südfranzosen von der Kraft leben, bleibt ein großer Burgunder eher ätherisch-duftig, er erscheint zart, die Kraft, die er dennoch hat, ist hintergründig.

Für mich hat auch ein sehr kraftvoller Burgunder immer eine kühle Stilistik. Das fängt schon mit den ersten Fruchtaromen an, die man in der Nase hat. Eher Sauerkirschen, Erdbeeren, Himbeeren und ein paar Brombeeren, weniger MonCherie, weniger Trockenpflaume. Später kommen dann welke Rosenblätter, Unterholz ja manchmal auch ein gewisser Haut Gout dazu. Aber eher keine warmen, gar winterlich-weihnachtlichen Aromen.

Neben den Tanninen, die bei einem Burgunder durchaus präsent sein können, ist in meinen Augen durchaus auch die Säure ein wichtiges Merkmal. Und die meisten, die schon den ein oder anderen molligen deutschen Spätburgunder getrunken haben und dann in burgundische Burgunder einsteigen, wundern sich über die überraschend hohe Säure, die viele der Burgunder mitbringen. Witzigerweise auch viele, die beim Riesling 10g/l Säure klaglos wegstecken. Hey, Burgunder ist ein kontinentaler "Cold Climate" Wein. YES MAN

Ach, das ist alles so schwierig…..und wär’ so einfach bei ‚nem Glas Romanée Conti

Viele Grüße
Matthias


übrigens, Gerbstoffe sind ein Qualitätsmerkmal Na! , aber ich weiß auch nicht, ob ich Herrn Kössler mehrere Abende lang zu diesem Thema.......


_____________________________________________________________
Just because someone's a member of an ethnic minority doesn't mean they're not a nasty small-minded little jerk
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 07.11.2007 19:01 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

frankophil Chefkoch


Mitglied seit 25.03.2006
2.669 Beiträge (ø1,18/Tag)
Matthias,

so eine schöne Beschreibung von Burgundern habe ich noch nie gelesen!

Ohne Zweifel sind Gerbstoffe ein wichtiges Qualitätsmerkmal und ich gehöre zu denen, die Herrn Kössler sogar gerne zuhören YES MAN , ohne Nux vomica zu brauchen, wie ich's hier mal lesen habe Na! ) und es wäre ja nur ein Abend! Mal sehen...

Grüße von
frankophil

-------------------------------------------------------------
There's a crack, a crack in everything, that's how the light gets in... (Leonhard Cohen)
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 07.11.2007 19:16 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

dressing  Suppenkoch


Mitglied seit 29.12.2004
1.771 Beiträge (ø0,65/Tag)
Danke, danke, danke, Matthias Küsschen

Ich ahnte schon was kommt, und mit jeder Zeile von dir bestätigte sich meine Vermutung mhmmmh hmmhmhmmmmhhh

Genau was du im letzten Absatz geschrieben hast "Und die meisten, die schon den ein oder anderen molligen deutschen Spätburgunder getrunken haben und dann in burgundische Burgunder einsteigen, wundern sich über die überraschend hohe Säure, die viele der Burgunder mitbringen. Witzigerweise auch viele, die beim Riesling 10g/l Säure klaglos wegstecken." trifft auf mich zu. Ich mag Säure (und wie!!) beim Weißwein, aber nicht beim Rotwein. Was denn nun? Das muss natürlich nicht so bleiben, denn ich bin noch nicht so eine erfahrene Rotweintrinkerin, wie ich Praxis mit Weißweinen respektive Rieslingen habe.

Wobei ich auch nicht unbedingt eine "Marmeladenwein"-Trinkerin bin: Tanin, das ich früher eher als störend empfunden habe, mag ich mehr und mehr. Aber mit der Säure habe ich noch so ein bissl meine Schwierigkeiten. Das kommt wohl auch von den Assoziationen, die ich mit Rot- bzw. Weißwein verbinde. Ein Weißer darf für mich gerne frisch und fruchtig sein, da liegen mir zum Beispiel die "fetten" Chardonnays gar nicht. Bei den Roten mag ich die "Wärme" die ich damit verbinde, und da wirkt Säure auf mich eher störend. Verstehst du was ich meine, Matthias?

Jetzt bin ich noch mal so gespannt auf das Seminar und freue mich auf tolle neue Erfahrungen. Lachen

Es grüßt aus Berlin
Christel




Humor ist eines der besten Kleidungsstücke, die man in Gesellschaft tragen kann.
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 08.11.2007 08:46 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

chefpastinake Chefkoch


Mitglied seit 02.03.2007
4.463 Beiträge (ø2,33/Tag)
Hallo Matthias,

ich bedanke mich bei dir für die schöne Burgunder-Beschreibung und die klare Differenzierung zu den Südfranzosen.
Ein guter Burgunder riecht und schmeckt wie ein milder Sommertag auf einer Lichtung in einem Nadelwald: Himbeeren und Walderdbeeren, die ersten Preiselbeeren, dazu ein bisschen Fichtennadel- und Harzduft, feuchtes Laub und minimale Duftspuren eines Dachses HAR HAR HAR
Südfranzösische Weine verbinde ich mehr mit schwülem Herbst, dunklen Früchten, Erde und Rumtopf.

Zur Säure: ich habe schon einige sehr teure Burgunder zum falschen Zeitpunkt getrunken, daa war die Säure logischerweise keine Bereicherung. Bei perfekter Reife merkt man die Säure nur als angenehme Verlängerung des Abgangs.
Bei PN aus Ö und I erlebe ich auch bei qualitativ hochwertigen Weinen die Säure fast immer als unangenehm, wie Himbeeeressig in einem Salat. PN aus D habe ich erst wenige getrunken (das nehme ich mir für 2008 als Projekt vor), die waren aber auch durchgehend unbefriedigend himbeeressigsauer, unelegant. "Mollige" habe ich aus D noch nicht gekostet, die wären mir aber wahrscheinlich zu dicht. Denn, die klare Struktur macht einen PN erst zum Burgunder.

Pastinake
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 08.11.2007 10:02 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Clarisza Chefkoch


Mitglied seit 14.05.2004
3.959 Beiträge (ø1,35/Tag)
Auch ich schließe mich hier gerne Küsschen an, lieber Matthias, damit kann man wirklich etwas anfangen!
Nicht war, das ganz Einfache ist manchmal das Schwerste. Unprätentiöses Beschreiben, oft auch dort, wo sich niemand so recht hervorwagen will, gehört zu diesen schlichten, aber schweren Dingen ... und wie schön, wenn es jemand so gut kann!

LG
Clarissa
_______________________________________________________________
No one will ever win the battle of sexes, there's too much fraternization with the enemy ...
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden

Vom 16.11.2007 00:28 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

dressing  Suppenkoch


Mitglied seit 29.12.2004
1.771 Beiträge (ø0,65/Tag)
Hallo,

heute bzw. gestern inzwischen habe ich einen Anruf von meiner Weinhändlerin erhalten, dass das Seminar leider ausfällt, weil ich die einzige war, die sich dafür angemeldet hatte. Das finde ich mehr als schade, wo ich doch durch euch besonders gespannt auf dieses Thema war. Ich hoffe, dass es zu einem anderen Zeitpunkt wiederholt wird, wobei ich den jetzigen Zeitpunkt so unpassend nicht fand.

Enttäuschte Grüße aus Berlin
Christel traurig




Humor ist eines der besten Kleidungsstücke, die man in Gesellschaft tragen kann.
  Diesen Beitrag / einen Verstoß melden


Antwort schreiben

Um selbst an den Diskussionen teilnehmen zu können müssen Sie sich bei Chefkoch.de registrieren. Wenn Sie schon registriert sind, so müssen Sie sich mit Ihrem Benutzernamen und Passwort anmelden.

Weitere interessante Informationen auf den Chefkoch.de Partnerseiten: