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Französische Weine mit Medaillen?

Vom 28.12.2006 15:59 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

manujetter Kaltmamsell


Mitglied seit 01.11.2005
110 Beiträge (ø0,05/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Liebe Weinkenner,

wir haben heute einen Ausflug nach Frankreich unternommen und sind dort auch in einen der heimischen Supermärkte eingekehrt, der direkt an der deutschen Grenze liegt und daher von sehr vielen \"Alemans\" besucht wird.

Die Hälfte des Supermarktes besteht aus Weinregalen und es werden kräftig Weine beworben, z.T. zum Verkosten angeboten und natürlich auch von den deutschen Touristen eingekauft.

Der Supermarkt hat sich auf französische Weine spezialisiert, die auf verschiedenen Messen Preise erhalten haben, so z.B. Concours generale agricole Paris, Concours de Bordeaux de Vins Aquitaine, concours Mondial de Bruxelles, Conours General de Macors, etc.!

Nun machen sich diese Weine mit dem schmucken Etikett einer Goldmedaille ja ganz gut, aber natürlich ist das bei dieser Inflation an Etiketten kein Alleinstellungsmerkmal mehr Na!.

Aus reiner Kurisoität habe ich einige der Namen aufgeschrieben und gegoogelt, jedoch finde ich diese Weine überhaupt nicht im Internet. Zwar haben die Winzer wohl schon Medaillen erhalten, aber die Weine die im Supermarkt angeboten werden, führen sie unter diesem Namen nicht im eigenen Sortiment.

Nun meine Fragen mit Bitte um erhellende Aufklärung:

- Was taugt eine Medaille auf der Flasche, will sagen, kann ich mich dabei auf eine generell gute Qualität verlassen?
- Können die Winzer auf alle Ihre Flaschen des Sortiments goldene Medaillen kleben, sobald sie eine erhalten haben?
- Handelt es sich bei den im Supermarkt angetroffenen Weinen dann um Sonderabfüllungen eben für diese?
-Kann ich diesen Etiketten überhaupt vertrauen und ein paar Fläschchen in den Einkaufswagen legen (natürlich gehe ich auch lieber direkt zum Winzer, aber die Versuchung ist eindeutig da)? Die Preisklasse der Weine beginnt ab 3,50 bis hin zu ca. 10 EUR, mit einer klaren Majorität bei den 3 - 5 EUR-Weinen.
- Ach ja, mittlerweile sind auf einigen Flaschen die Medaillen schon aufgedruckt...

Freu mich schon auf Eure lehrreichen Beiträge.
Viele Grüsse,
Manu
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Vom 28.12.2006 16:06 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

grappola Chefkoch


Mitglied seit 17.01.2002
7.562 Beiträge (ø2/Tag)
Hallo Manu,

ganz ehrlich? Die Medaille ist Augenwischerei und nix wert YES MAN. Das man da und dort auch einen trinkbaren Wein erwischen kann ist sicher möglich (ggf. kann man ja vor Ort im Supermarkt probieren), aber ansonsten vergiss die Medaillen und kaufe weiterhin wenn möglich beim Winzer.
Gruß grappola
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Vom 28.12.2006 16:34 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,07/Tag)
Das verhält sich da nicht anders als bei den goldenen Kammerpreismünzen auf den deutschen Flaschen. Was durchaus ein Qualitätsmerkmal ist, ist wenn der Wein eine Empfehlung des Guide Hachette hat oder der RVF (Revue des Vins de France) oder Bettane/Dessauve. Aber die ganzen Concours, naja wie sagt man so nett, wer die Musik bezahlt, für den spielt sie auch Na!.



best
susa


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Love is just a four letter word! (Robert A. Zimmerman)

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Vom 28.12.2006 16:58 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

manujetter Kaltmamsell


Mitglied seit 01.11.2005
110 Beiträge (ø0,05/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hallo Susa und Grappola,

na, ich dachte es mir schon beinahe - bei der Anzahl an Medaillen handelt es sich schon eher um ein Mittel der Verkaufsförderung.

In Frankreich gibt es nunmal auch eine recht grosse Anzahl an Winzern, da ist es nicht so einfach den Überblick zu behalten und ich emfpinde es für den unbedarften Einkäufer eigentlich sehr interessant, eine Art \"Leitsystem\" im Dschungel der Produkte zu haben. Preis ist ja beim Wein nicht der alleinige Indikator für Qualität. Sollen die Kammerpreismünzen nicht genau diese Funktion erfüllen und die Qualitätsanstrenungen der Winzer belohnen?

Es gab in diesem Supermarkt auch einige Weine mit Empfehlung des Guide Hachette; die anderen (RVF, etc.) sind mir noch kein Begriff. Ist das vergleichbar mit dem Guia Peñin in Spanien? Ich glaube, ich muss mich da mal etwas einlesen. Vielleicht hast du ja die eine oder andere Empfehlung.

VG, manu
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Vom 28.12.2006 18:25 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

MatthiasH Hendlgriller


Mitglied seit 16.09.2004
2.799 Beiträge (ø1/Tag)

Hallo Manu,

ich komme mit dem Guide Hachette eigentlich gut zurecht, aber für die, die ihn nicht kennen......

Man muss wissen, dass von der Jury etwa 30.000 Weine verkostet werden, und etwa 10.000 (!) davon werden einer Erwähnung im Führer für wert befunden, jedes Jahr! Dabei werden Abstufungen gemacht. Die meisten Weine werden einfach nur aufgeführt, die besseren bekommen einen, zwei oder maximal drei Sterne. Die allerbesten Weine werden zum \"Lieblingswein\" der Jury (\"Coup de Coeur\") ernannt.

Wird nun mit einer Hachette Bewertung Werbung gemacht, gilt es sehr genau darauf zu achten, wie er im Hachette erwähnt wurde.
Schreibt der Winzer nur \"empfohlen\", kann man davon ausgehen, dass er \"erwähnt\" wurde (ohne besondere Auszeichnung). Bekommt er einen oder mehrere Sterne wird das der Winzer meist sagen.

Bei einem Coup den Coeur kann man meist zugreifen, man erhält zumindest einen überdurchschnittlichen und für die Appellation \"typischen\" Vertreter. Mit Einschränkungen gilt das für die zwei und drei Sterne Weine.
Andererseits muss man sagen, dass völlige Reinfälle erst gar nicht in den Führer aufgenommen werden, das ist immerhin eine Art Versicherung für den Käufer.
Der Hachette ist das Pendant zum Guia Peñin.

Die RVF erwähnt und empfiehlt als Weinzeitung natürlich dauernd Weine und gibt darüber hinaus ein Büchlein heraus, das \"Le Classement de Meilleurs Vins de France\" heißt und als \"Bettane/Dessauve\" (die Chefredakteure) bezeichnet wird. Diese beiden (Ex-)Chefredakteure wiederum haben die RVF mittlerweile verlassen und geben einen eigenen Weinführer heraus.

Der Hachette und das \"Classment des meilleurs......\" sind finde ich durchaus zu empfehlen. Der Hachette beschreibt die Weine, der Le Classement... beschreibt mehr die Güter und deren Entwicklung (vielleicht wie in Deutschland der Gault-Millau). Beide erscheinen aber mittlerweile nur noch auf Französisch.

Viele Grüße
Matthias

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The story so far: In the beginning the Universe was created. This has made a lot of people very angry and has been widely regarded as a bad move.
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Vom 28.12.2006 20:00 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,07/Tag)
Der Hachette wird noch ins Englische übersetzt, das Problem bei den Übersetzungen war, bis die fertig waren, waren viele Weine bereits ausverkauft, weswegen der deutsche Verlag aus dem Projekt ausgestiegen ist.

Die \"Coup de Coeur\" des Hachette erkennt man übrigens daran, dass ein Bild vom Etikett im Führer abgebildet ist.

best
susa


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Vom 29.12.2006 01:01 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Olafsson Hendlgriller


Mitglied seit 11.06.2003
1.722 Beiträge (ø0,53/Tag)

Matthias,

ich dacht (schon ein schlechter Anfang Lächeln der Coup de Coeur wär vergleichbar dem Bib - Qualität/Preis orientiert (wie sich das für eine orntliche \"Herzensangelegenheit\" eben gehört!)

Ole
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Vom 29.12.2006 06:57 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

austria_traveller  Hendlgriller


Mitglied seit 06.02.2004
2.716 Beiträge (ø0,9/Tag)
Hallo Manu,

Das mit den Medailien ist so eine Sache.
Da bin ich auch erst vor kurzem draufgekommen.
Bei so einer Bewerbung - zumindest ist es in Österreich so - müssen die Winzer die Weine einschicken
und eine ziemlich hohe Gebühr dafür berappen.
Unter allen Winzern, die einen Wein geschickt haben, werden dann die Medailien verteilt.
Aber nur unter diesen. Da muß nicht zwingend ein großer Name dabei sein.
Dann kommt die Verkostung - blind (ohne die Etiketten zu sehen).
Und dann werden die Sieger gekürt.
Ich sage absichtlich \"Die Sieger\" - weil, wer Gold hat, muß nicht automatisch der einzige sein.
Meistens sind es viele Weine, die eine Goldmedaillie bekommen.
Detto verhällt es sich dann mit Silber & Bronze.
Für die Medailien, die sie auf die Flasche geben, müssen Sie dann nochmals extra löhnen.
Dann bekommen sie die Medaillien zugeschickt und können Sie dann aufkleben.

Ob du einige davon in deinen Wagen legen kannst, dazu kann ich dir nicht raten.
Ich bin doch schon einige Male mit Supermarktweinen auf die Nase gefallen;
meist davon mit französischen. Was denn nun?

Mit diesem hier allerdings habe ich einen Treffer gelandet;
ich habe ihm im Herbst in Luxemburg gekauft und zwar
Wyndham Estate Shiraz 2003
Zum Preis von € 6,8 für mich wahrlich ein guter Preis.

Er ist sehr fruchtig, fast schon süffig will ich sagen.
Seine 14,5% merkt man ihm gar nicht an.
In der Nase & am Gaumen deutlich reife Pflaumen und Beerenfrüchte.
Dabei wirkt er keinesfalls marmeladig.
Eine sehr leichte Holznote ist am Gaumen auch zu spüren.

Beste Grüße
Gerhard


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Einmal sehen ist besser als tausendmal hoeren
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Vom 29.12.2006 18:13 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

Wendi Smutje


Mitglied seit 29.09.2003
345 Beiträge (ø0,11/Tag)
Hallo Manu,

wie meine Vorgänger möchte ich Dir empfehlen in den Supermärkten in Frankreich die Weine die vom Guide Hachette ausgezeichnet wurden zu kaufen. Meistens werden diese auch besonders gekennzeichnet, ansonsten liegt der Guide Hachette auch meistens bei den Büchern aus.

Besonders bei den Bordeauxweinen kannst Du dann dort wirklich \"preiswert\" einkaufen.

Von prämierten Weinen würde dann Abstand nehmen, wenn der Erzeuger nicht eindeutig auf dem Etikett namentlich erwähnt wird. Aber auch dann mußt Du bedenken, dass \"kleine\" Winzer auch in Frankreich keine Supermärkte beliefern können, Ausnahmen sind vieleicht die Weinmessen in den Märkten im Herbst.

Ansonsten würde ich Dir für den Einkauf in den Supermärkten die Weine der Genossenschaften empfehlen. Sobald eine cave coop oder irgendwelche vignerons reunis auf dem Etikett angegeben sind, kannst Du davon ausgehen einen relativ guten Wein im meistens unteren Preissegment zu bekommen.

Durch die letzten guten Jahrgänge vor allem in Südfrankreich ( cotes du rhone, roussillon, langedoc etc) kannst Du dann meines Erachtens nicht viel falsch machen.

PS: im Zweifel müßtes Du halt auf dem Parkplatz mal ein Fläschchen aufmachen und probieren
( ziemlich blöd oder ?? habe es aber auch schon gemacht)

Grüße

Wendi
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Vom 29.12.2006 18:51 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,07/Tag)
Bei den Genossenschaftsweinen bin ich persönlich vorsichtig, da gibt es (wie auch bei uns in Deutschland) ein Riesenqualitätsspektrum von Welt zusammengebrochen bis Küsschen, also ein Qualitätsgarant ist das mitnichten. Allerdings kann man jede Coop besuchen und probieren, bevor man kauft.
best
susa


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Vom 30.12.2006 19:07 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

manujetter Kaltmamsell


Mitglied seit 01.11.2005
110 Beiträge (ø0,05/Tag)
User hat eigene Rezeptsammlungen veröffentlicht
Hallo Zusammen,

danke für die vielen Hinweise, ich bin einfach einigen Tipps mal nachgegangen: Bettane /Desauve haben auch einen eigenen Internetauftritt, auf deren Seite probeweise eine Ausgabe ihres Magazins heruntergeladen werden kann. Vielleicht ja auch für Euch interessant.
Auf den ersten Blick war das nicht so mein Ding, da hapert es zu sehr mit dem Französisch. Daher scheint es mir lohnenswert den Hachette zu kaufen und sich einfach mal querbeet zu lesen (ich denke, da komme ich auch sprachlich mit). Das hat mit dem Guia Peñin auch ganz gut geklappt.

@Gerhard: mit australischen Weinen habe ich mich bisher noch gar nicht eingelassen, wo kann ich diesen den beziehen? Freu mich über einen Hinweis per KM (wir sind auch öfters in Luxemburg).

@Wendi: wir haben jetzt einfach trotzdem ein paar Flaschen eingepackt, im Notfall gibt es davon eben im Sommer Sangria Na!. Haben ein paar Flaschen eines Weinguts aus dem Bergerac, auch einen Cote du Rhone, ein paar Flashen Wein aus dem Cahors, etc. mitgenommen.

Wie schon gesagt, mit französischen Weinen haben wir wenig und oft auch nicht so gute Erfahrungen gemacht. Vielleicht gibt es ja noch ein paar Tipps, wie ich mit da \"reinschmecken\" kann Na!...

Viele Grüsse und bald auch schon einen guten Rutsch ins neue (Wein-)Jahr.
Manu




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