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"RendezVino" in Karlsruhe

Vom 11.02.2005 10:22 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

thekla54 Suppenkoch


Mitglied seit 23.04.2004
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Hallo liebe Weinfreunde,

diesen Artikel habe ich gestern in unserer Tageszeitung gefunden:

„RendezVino“ in Karlsruhe

Premiere einer neuen Weinmesse wird am kommenden Wochenende in Karlsruhe gefeiert: Bei „RendezVino“ werden vom 12. bis 14. Februar in der Neuen Messe über 500 Weine und Destillate aus In- und Ausland zum Probieren aufgetischt. Das Angebot konzentriert sich den Organisatoren zufolge auf Spitzentropfen. Von den 58 Ausstellern sind den Angaben nach über die Hälfte Winzerbetriebe, unter denen 17 Güter aus der Pfalz die stärkste Gruppe stellen, gefolgt von Weinerzeugern aus Baden. Die übrigen Teilnehmer kommen vorwiegend aus dem Handelsbereich. Ein begleitendes Seminarangebot soll das Programm abrunden. Geöffnet ist die „Welt der edlen Weine“ am Samstag von 10 bis 21 Uhr, am Samstag von 9 bis 21 Uhr und am Montag von 9 bis 18 Uhr (www.rendezvino.info).

Leider sind wir am Wochenende nicht da, sonst hätte ich\'s mit angeschaut.

Wochenendgrüße
Christina Ey man, bin ich blau!
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Vom 11.02.2005 12:09 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

nnurbnegnilK Küchenjunge


Mitglied seit 08.09.2004
110 Beiträge (ø0,04/Tag)
Hallo Christina

Ich werde am Wochenende die Messe besuchen, da wir uns sowieso auf Heimatbesuch befinden.
Ursprünglich wollte ich dort auch als Aussteller auftreten, aber leider waren mir die Konditionen einfach zu teuer, wenn man sie mit den hiesigen Konditionen hier in Frankfurt vergleicht. Ich werde aber auf alle Fälle über meine Entdeckungen berichten.

Sym(Badischer) Gruß ins Ländle

Bernd Klingenbrunn, noch in Hessen am PC
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Vom 11.02.2005 12:15 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

thekla54 Suppenkoch


Mitglied seit 23.04.2004
1.598 Beiträge (ø0,54/Tag)
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Hallo Bernd,

ich freue mich über einen Bericht!

LG
Christina Lachen
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Vom 11.02.2005 12:25 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

susa_  Sternekoch


Mitglied seit 17.01.2002
45.635 Beiträge (ø12,07/Tag)
Ist die Messe denn auch für Menschen oder wiedermal nur für Fachbesucher?


best
susa

____________________________________________

Just one word: Plastic!
(Mike Nichols)

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Vom 11.02.2005 12:30 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

JordiTin  Sternekoch


Mitglied seit 06.06.2002
19.390 Beiträge (ø5,32/Tag)
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*ggg*

sind Fachbesucher KEINE Menschen? Susa, susa...

neee, das ist ne Publikumsmesse.

Wie inzwischen auch die Pfälzer Weinmesse in Dürkheim (18./19.3.). da haben sie den Fachbesuchertag komplett gestrichen... nicht unbedingt zur Begeisterung der Aussteller...


Tin

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We\'ll tak a right guid-willie waught, for auld lang syne.
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Vom 14.02.2005 12:16 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

nnurbnegnilK Küchenjunge


Mitglied seit 08.09.2004
110 Beiträge (ø0,04/Tag)
Hallo liebe Wein- und Genussmenschen

Am Wochenende hatte ich ausreichend Gelegenheit, die in Karlsruhe stattfindende „RendezVino“ sowie die „SalonGourmet“ zu besuchen. Diese beiden Messen fanden in Verbindung mit der Inventa (Einrichtung+Bauen) und Giardina (Gartenausstattung und Gartenkultur) in der Neuen Messe Karlsruhe und der angrenzenden DM-Arena statt. Durch die sehr kurzen Laufwege war die Zusammenlegung ein großer Pluspunkt, den das auch schon am Samstag zur Eröffnung um 10:00 Uhr zahlreich vor den Eingangstoren wartende Publikum honorierte. Am Sonntag war es dagegen schon sehr schwierig, gegen 11:00 Uhr einen freien Parkplatz auf einem der 4 oder 5 großen Messeparkplätze zu ergattern. Was wollte man auch schon an diesem ungemütlichen, von Orkanböen und ständigem Regen gepeinigten Sonntag auch sonst machen.

Mein Hauptaugenmerk habe ich natürlich auf die kulinarischen Genüsse gelegt.
Knapp 60 Weinstände und ca.30 Anbieter von Feinkostartikeln haben für ein überschaubares Angebot gesorgt, dass man in 2 Tagen gut „abarbeiten“, aber dennoch genießen konnte.

Folgend nun meine Favoriten im Bereich Wein.

Von der Ahr, genauer aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, war das Weingut Maibachfarm mit exzellenten Spätburgundern des im Rotweinbereich Spitzenjahrgangs 2003 angetreten. Wer Lagenvergleiche liebt, konnte
4 im Barrique ausgebaute Spätburgunder der Lagen „Ahrweiler Ursulinengarten“, „Recher Herrenberg“, „Walporzheimer Kräuterberg“, sowie dem „Walporzheimer Pfaffenberg“ gegeneinander vergleichen.

Während der „Recher Herrenberg“ bereits schon gut trinkreif wirkte, überzeugte vor allem der „Kräuterberg“ mit hoher Eleganz, feinem, sortentypischen Aroma nach Mandeln und Cassis, bestens integriertem Barrique sowie einer dichten, leicht öligen Struktur, die mich auf alte Reben schließen lies. Ob, wie Wein-Plus behauptet, der Konzentrator eingesetzt wurde, konnte ich nicht nachfragen, da ich diese Info erst jetzt lese. Die 4 Weine liegen im Preisbereich 14-17 EUR.

Aus meiner Heimat Baden, genauer aus der Ortenau, haben es mir seit geraumer Zeit die Weine von
Ewald Kopp aus Sinzheim-Ebenung (nähe Baden-Baden) angetan. Insbesondere die Burgunder – ob weiß oder Rot – stehen , auch unter dem Preis-Qualitätsaspekt, ganz oben auf meiner Einkaufsliste.

Ob es nun der 03er Grau- oder Weissburgunder QbA trocken war, der mich mehr begeisterte, kann ich gar nicht mehr sagen, aber für 6,50 EUR Endverbraucherpreis ab Weingut hat man da viel Wein für wenig Geld auf der Zunge. Diese beiden Vertreter haben so gar nichts von vielen alkoholischen Burgundern, denen man leider viel zu oft im 2003er Jahrgang in Baden begegnet. Im Gegenteil. Selbst einfach nur so probiert, vermitteln sie enorm viel Frische, Rasse und Trinkfreude, bei wunderschöner, innerer Struktur und gutem Nachhall am Gaumen.

Die Nähe Karlsruhes zum Elsass hat auch einige Winzer aus Frankreich bewogen, sich und ihre Weinen zu präsentieren. Während die Tropfen der Cave Vinicole de Cleebourg nicht von Bedeutung waren, konnten mich die individuellen Weine des gebürtigen Elsässers Lucien Schmitt überzeugen. Und das, obwohl er sich erst 1999 im zarten Alter von 50 Jahren dazu entschloss, seinen Beruf als Elektrotechnikingenieur mit dem des passionierten Winzers zu tauschen. Seitdem baut er seine Weine, hauptsächlich aus den autochthonen Rebsorten „Mauzac“, „Braucol“ und „Len de l´El“, auf Château d´Arlus, etwa 60 km nordwestlich von Toulouse, in der Provinz Gaillac am Fuß der Pyrenäen, an. Und das mit großem Erfolg. Bereits mit seinem Debütjahrgang 2000 erreichte er für seinen „Brut d´Arlus“ (Sekt, 10,95 EUR) eine Goldmedaille beim CGC 2002 in Paris und eine Empfehlung im Guide Hachette 2003. Der nach der „Champagnermethode“ hergestellte Sekt hat ein feines Mousseux, mit Aromen nach Quitten und Äpfeln, ist mit einer angenehmen Säure ausgestattet, sehr elegant und knochentrocken, aber nicht trocknend!
Sein Rotwein Gaillac Rouge 2002 aus 100% Braucol erhielt 2004 in Paris beim gleichen Wettbewerb eine Goldmedaille und ist leider schon ausverkauft, bzw. es wird in den nächsten 1-2 Monaten eine neue Abfüllung auf den Markt kommen.(ca. 7 EUR)
Alle Weine sind auch direkt ab Lager in Deutschland zu beziehen.

Natürlich waren auch einige ansässige Weinhäuser anwesend, so z.B. die Vinothek Melter aus Eggenstein, aus deren Angebot mich einzig der 1999er von Château Moulin Haut-Laroque (Bordeaux-Fronsac,19,20 EUR) überzeugen konnte. Dem animalischen Duft folgten Vanille, im Mund sehr ausgewogenes Spiel von Säure, Gerbstoff und Frucht mit intakter Struktur. Der Wein wirkt bei aller Kraft, die er einem deutlich zeigt, bereits sehr zugänglich und ausgesprochen gut balanciert. Im Mund viel Holunder und Maulbeeren, alles wirkt sehr harmonisch und vermittelt ein tolles Mundgefühl. Hat sicher noch einiges Potential, aber wenn er jetzt schon so ein tolles Trinkvergnügen vermittelt, warum warten! Hier hätte ich in den 90 Punkte-Topf gegriffen.

Viel Genuss verspricht ja die Marketingabteilung beim „Genussreich Weinversand“, ebenfalls aus Karlsruhe. Uneingeschränkt weitergeben kann ich dies „nur“ für den 2003er Primitivo Allora von Calatrassi (11,90 EUR)
Hier sind die 14% Alkohol in dem fülligen, mit klarer Frucht ausgestatten Wein sehr gut verarbeitet. Im Mund eine schöne Fülle, süßlich-reife Frucht mit guter Länge im Abgang. Alles in allem ein sehr guter, typischer Primitivo, wie er mir gefällt. Nicht zu überladen, präzise und klar. Gute 86 Punkte.

Gerne probiere ich auch Weine bei mir bis dato nicht bekannten Händlern. So auch am Stand von Stephan Jurende, der den Weg aus dem bayrischen Geltendorf bis nach Karlsruhe nicht scheute. Eine sehr individuelle Auswahl von Weinen, wie man sie nicht überall findet. Hier verkauft jemand Weine nicht wie Ware, sondern präsentiert „seinen Geschmack“.

Sehr überzeugend die beiden Blaufränkisch vom Grenzlandhof Reumann aus dem mittelburgenländischen Deutschkreuz, nahe der ungarischen Grenze.
Schon der einfache 2003er brilliert mit einer ungemein saftig-frischen Brombeerfrucht, ist kräftig-würzig am Gaumen, wirkt ausgesprochen gut ausbalanciert, animiert dank seiner frischen, reifen Säure sofort zum nächsten Schluck. Ein ungemein „lecker“ zu trinkender, fast kühler Wein.(6,90 EUR) 85 Punkte

Der ein Jahr ältere Blaufränkisch aus der Riede Hochbaum lag zusätzlich noch 12 Monate im neuen Holz, dass aber weder vordergründig noch zu stark getoastet war und somit dem Wein eine neue Nuance gibt. Auch hier zeigt sich eine Ausgewogenheit mit toller Substanz im Wein, die ihn auch für die weitere Lagerung prädestiniert.
In 2-3 Jahren könnte ich ihn mir noch besser vorstellen. (10,90 EUR) 88+ Punkte.

Kennt jemand Château de Cointes? Und wo liegt die Côte de la Malepére? Nun, letztere ist eine Appellation des Languedoc-Roussillon im Département Aude, südlich von Carcassonne. Aber von diesem Weingut hatte ich bis dato noch nicht gehört. Und da das Etikett auch durch seine Machart eine gewisse Anziehungskraft ausübte, wollte ich diesen Wein unbedingt probieren.
Diese Cuvée namens „2003 Marie Anne“ , bestehend aus je einem Drittel Merlot, Cabernet Franc und Grenache, besticht alleine schon durch seine wunderschöne purpurne Farbe. Dem Glas entströmt folgend ein vielschichtiger Duft von Kräutern, Veilchen, Beeren und feinster Schokolade. Im Mund übernimmt dann die Grenache mit ihrem reifen Tannin das Regiment. Lange bleibt es im Mund präsent und man muss mit diesem Wein im Mund ständig arbeiten, rollen, schlürfen, schmatzen, um ihm auch nur etwas zu entlocken. Aber hat man dann diese Tanninmauer überwunden, kommen einem schönste Fruchtaromen und diese sehr präsente, fast süßliche Schokoladennoten entgegen. Im Geiste sehe ich schon die Valrhonas und Co. für die nächste Wein- und Schokoprobe vorbeifliegen und im selben Moment merke ich ein Ziehen in der Gesäßtasche. Da war wohl meine liebe Barbara der gleichen Meinung. Und mit 7,90 EUR wurde das Loch im Geldbeutel nicht mal zu groß.

Auch ein Merlot aus 2003 namens Domaine de Consuls von Château de Cointes gefiel mir, auch aufgrund des Preises von 5,50 EUR, sehr gut. Ich übernehme mal die VK des Anbieters, weil ich den Wein ebenso empfand.
„Strahlendes Purpurrot, intensive, fruchtbetonte Nase, feine Kirschnote, Anklänge von Marzipan, schmeichlerisch und vollmundig am Gaumen, sehr weiche Tannine, dezente Würze. Klassisch ausgebauter und sehr zugänglicher Merlot mit außerordentlichem Preis-Leistung-Verhältnis.“

Hier hat das Verkosten der Weine eine Riesenspaß gemacht. Man merkt, mit welch individuellen Weinen es man hier zu tun hat. Alle Weine, die ich probiert habe, haben eine deutliche Herkunft, sind mit viel Hingabe und Herzblut bereitet und verdienen es -selbst wenn sie von einem Mitbewerber angeboten werden - hier erwähnt zu werden. Solche Individualisten, Weinmacher wie Weinhändler, sind es allemal wert, vorgestellt zu werden, wie die xxxte Diskussion über ein vermeintliches Schnäppchen aus den Tiefen der Weinseen, abgefüllt für die Discounter.

Das waren für mich die Highlights, die mir nachhaltig in Erinnerung geblieben sind. Sicher gab es noch den ein oder anderen Wein, der erwähnenswert gewesen wäre. Aber da ich bei den meisten, insbesondere den meisten pfälzischen Familienweingütern, von 6-7 verkosteten Weinen pro Winzer nur einen richtig gut fand (vielleicht auch nur eine Eintagsfliege des Winzers), kann ich bei diesen Weinen keine Gesamtempfehlung aussprechen. Da waren dann doch auch die typischen 2003er Weine dabei; breite, bittere Rieslinge, alkoholische Spätburgunder, die gnadenlos durchs Barrique gezogen wurden. Jetzt schon gefüllte, primärfruchtige, sehr einfältige 2004er Weißweine, denen man keine Zeit gibt und die nur auf schnellen Konsum ausgerichtet sind. Slow Wine, please!

Ich kann jedem empfehlen, der heute von 9-18 Uhr noch Zeit hat, in und um Karlsruhe wohnt, dort noch ein paar Euro (genau 8,50 EUR) für ein Ticket zu investieren.
Es lohnt sich!

Gruß
Bernd
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Vom 14.02.2005 13:40 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

thekla54 Suppenkoch


Mitglied seit 23.04.2004
1.598 Beiträge (ø0,54/Tag)
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Hallo Bernd,

vielen Dank für den interessanten, ausführlichen Bericht. Ich arbeite zwar in Karlsruhe, werde aber auch heute ein Besuch der Messe nicht in die Reihe bekommen. Schade!

LG
Christina
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