Wein des Tagews 09.01.05
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![]() Mitglied seit 17.01.2002 |
Und dann bekommt man irgendwo einen Wein vorgesetzt, der Gastgeber lächelt schon sowas von siegessicher, da weiß man schon ohne auch nur am Glas gerochen zu haben - aha ein Pirat und dann rattert es im Kopf (wahrscheinlich Napa Valley oder Australien oder Portugal oder Ungarn, was grade so durch die Gazetten geistert) oder doch Bordeaux, aber Côtes de Blaye und irgendeine neumodische Garagenschöpfung oder das letzte Sonderangebot aus dem Walmart Letztens bei Freunden in Mönchengladbach: Im Glas ein tiefdunkelroter Wein, artig seine Kirchenfenster hinterlassend und eine süsse Fruchtaromatik verströmend, imMund fest und kraftvoll, süsse Fruchtnoten, Cassis, Schwarzkirsche, Tabak, Zimt und vanilliger Holzton. Kräftige Tannine, noch sehr intensiv, etwas überdominant. Ja was sagste jetzt, ohne Zweifel ein sehr guter Wein, der durchaus aus dem Bordelais kommen könnte, denn dass Cabernet Sauvignon mit von der Partie ist, das ist so klar wie der Wein undurchsichtig. Und am Eichenholz hat hier auch keiner gespart, wahrscheinlich an gar nichts, man merkt alle üblichen Verfahren des international anerkannten Weinbaus, hohe Konzentration, das gibt es nur mit höchster Ertragsbeschränkung und Sonne muss es auch gegeben haben. Feine Mineralnote, die im ersten Moment übersehen also eigentlich überschmeckt wird. Freund grinst selbstgefällig, aha denkt er hoch offensichtlich, diese Bordeauxtrinker, die kannste doch mit links in die Tasche stecken. Jetzt heisst es pokern, was kann alles sein von Südafrika bis Kaiserstuhl, ich hole tief Luft und behaupte fest: \"Das ist kein Bordeaux!\", die Chance ist ungefähr 50:50 denke ich und warte mal ab. Meine Freunde verstehen sich auf das ungerührte Minenspiel. \"Jahrgang??? Ich denke mal, der ist frühestens von2000\" die Tannine sind halt noch sehr dominant, also viel kann sich da noch nicht abgebaut haben und was sind schon zwei Jahre im Leben eines grossen Weines. \"Hab ich recht?\" Ja bisher hatte ich also recht. Nun meine Bank: \"Cabernet Sauvignon\" Da habe ich geschmeckt, damit kann ich punkten. \"Ja stimmt!\" Was immer jetzt kommt, so ein paar Punkte habe ich gemacht, alles andere ist eh Stochern im Nebel. Kalifornien oder Australien wäre zu einfach, Südafrika käme eher hin, der Wein hat neben der fetten Struktur doch eine etwas würzige Komponente, erinnert mich an einen Stellenbosch, den ich mal getrunken habe. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste: \"Europa!\" O.K., jetzt habe ich gewonnen, das sehe ich, eigentlich bleibt jetzt nur Spanien oder Frankreich, ich muss jetzt ja auch mal zu Potte kommen. Noch mal einen Schluck genommen, gerochen, ja eigentlich ist das Teil so international, o.k. susa_, dreh Dich nicht im Kreis. \"Portugal\" Das glückliche Grinsen im Gesicht meines Freundes sagt mir, dass er einen letzten Triumph errungen hat und er muss mir die Flasche nicht zeigen, um zu beweisen, dass es nicht Portugal ist. 2001 Trilogia Christos Kokkalis, Griechenland Prost! best susa ____________________________________________ Just one word: Plastic! (Mike Nichols) |
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![]() Mitglied seit 06.02.2004 |
Guten Morgen Forum,
Habe gestern den 98er Trilogia im Glas gehabt. Anfangs noch perfekte Kirschfrucht und kräftig, hat er sich mit der Zeit immer mehr verschlossen. Alkohol und spröde Tannine waren dann im Vordergrund. Da ich den Wein zum 1. Mal probiert habe, kann ich nicht abschätzen, ob es sich um eine Verschlussphase gehandelt hat, oder ob der Wein schon am Ende ist. Definitiv nicht mein Wein. ---------------------------------- Beste Grüße Gerhard aus Wien |
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