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Manchmal meine ich ja, amerikanische Weine sind erst ab einer für den normalen Jedentaggeldbeutel unerschwinglichen Lage vernünftig. Wahrscheinlich ist das falsch, wahrscheinlich gibt es auch in USA ein paar unentdeckte Schätze zu heben, weitab von der Massenweinerzeugung, zu erschwinglichen Preisen.
Nur die kennt hier keiner, weil für solche wahrscheinlich der Transport nach Europa nicht lohnt und ein \"wine with no name\" sich eh\' nicht verkauft. Aber wenn irgendeiner unserer amerikanischen Kollegen mal so einen Tipp hat, KM mit Bezugsquelle, ich teste sie alle ... Aber zuerstmal muss ich mich an die grossen Guten halten 1997 Pinot Noir Reserve Robert Mondavi, Napa Valley Sehr deutlich zu schmecken, der starke Einsatz von neuer amerikanischer Eiche, für einen europäischen Pinot (speziell Burgund) wäre es entschieden zu viel, hier passt es. Sehr süsse Frucht, Kirsche, Himbeere, rote und schwarze Johannisbeere, leichter Anklang von gerösteten Haselnüssen. Im Mund Vanille, samtig und voll, angenehm fett. Auch das ein Meisterstück, ein Wein der mit Andacht genossen sein will, vielleicht noch nicht einmal zum Essen, sondern zu einer ganz besonderen Gelegenheit mit einem ganz besonderen Menschen an einem ganz besonderen Abend. Wegen des enormen Fruchtaromas macht der Wein auch schon jung Spass, wird aber sicher auch noch gut 10 Jahre und vielleicht noch mehr halten. Ob er aber die langen Distanzen einiger burgundischer Kollegen mithält, die manchmal ja erst nach 10 Jahren richtig schön werden (z.B. die Weine von Camille Giroud in Beaune), das wage ich nicht abzuschätzen. Mondavi gehört zu Recht zu den ganz Grossen in der amrikanischen (und internationalen) Weinszene. Überaus bekannt ist auch seine Winery und sein Einsatz für \"sustainable farming\", also so etwas wie nachhaltige Landwirtschaft. Dieser Pinot kostet um die 50.00 und ab dieser Marke erwarte ich Spitzenqualität, die über jeden Zweifel erhaben ist. Prost! best susa ____________________________________________ Ich gehe davon aus, daß hier keiner auf die paar Punkte scharf ist...(Robert N.) |
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Hallo Susa,
über diesen Wein des Tages hab ich mich besonders gefreut. Während der Diskussion neulich zum Thema Gallo, den amerikanischen Weinerzeugern und den \"Ami-Durchschnittsverbrauchern\" hab ich mich nämlich gefragt, ob wir -bei aller berechtigten Kritik an unseren amerikanischen Freunden bei vielen Punkten - dem Thema \"amerikanischer Wein\" auf diese Art gerecht werden. Und vor dem Hintergrund, dass wir ja als Erfinder der Liebfrauenmilch und als Volk der überzeugten 1,99-Discounterwein-Käufer mit markigen Sprüchen etwas zurückhaltend sein sollten, wollte ich irgendwie auch noch eine Lanze für die vielen \"ernsthaften\" amerikanischen Winzer brechen. Als ich aber dann konkrete Beispiele aufführen wollte, fiel mir nicht mehr so richtig viel dazu ein und ich hab mir das Posting geschenkt. Das liegt wohl daran, dass man -wie Du schon schreibst- als Europäer genauso leicht an Gallo rankommt wie die Amerikaner an unsere Liebfrauenmilch, - aber nicht an die vielen, kleinen, unbekannten Erzeuger. Darauf hin hab ich mir ein Herz gefasst und war ich mal wieder bei einem der vielen Weinhändler m.V. einem, von dem ich weiß, dass er seit langem verzeifelt versucht auch \"Amiländer\" an den Mann zu bringen, (was in diesen Zeiten nicht immer leicht sein soll). Gestern hab ich dann einen davon aufgemacht: Duxoup Winworks Charbono 1998 Es war meine erste Begegnung mit sowohl Weingut als auch Rebsorte und ich glaube, dass beides Beweise dafür sind, dass individuelle Weine auch und vielleicht gerade in den USA vorhanden sind. Die Winzer, das Ehepaar Andy und Deborah Cutter erzeugen ohne jede moderne Weinbautechnik Syrah, Sangiovese und wie ich finde einen wundervollen Charbono (Nix Cab, nix Merlot, nix Chardonnay!). Charbono ist, hat man mit gesagt, eine so gut wie ausgestorbene Rebsorte, ursprünglich aus Italien. Der Wein ist schwarz wie Kohle (sagt ja schon der Name), keine Fruchtbombe aber saftig-rauchig mit schönen samtigen Tanninen, ich kann mich nicht erinnern jemals irgendetwas wirklich vergleichbares getrunken zu haben. Der Name des Weinguts ist allein eine kleine Geschichte wert (duxoup=duck soup) Ihr erinnert euch an die Marx-brothers? Aber schaut einfach selbst nach: Duxoup Den Syrah von Duxoup hab ich auch noch im Keller und der muss am Wochenende dran glauben. Viele Grüße Matthias |
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Vielen Dank Matthias
ich bin schon megagespannt, wenn Du mir bitte per KM eine Bezugsquelle und bitte in Zukunft,auch @all, keine direkten Verlinkungen mehr auf Winzer-HP, da es sich um eine amerikanische handelt, der Schaden also hier gering ist, lass ich es nochmal so stehen danke! best susa ____________________________________________ Ich gehe davon aus, daß hier keiner auf die paar Punkte scharf ist...(Robert N.) |
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Tja meine Lieben und jetzt ist es passiert
Mondavi ist pleite! Als erstes sollen die Premium-Linien abgestossen werden, z.B.den Opus One (da hält Rothschild aber auch noch 45% dran, der wird der Welt erhalten bleiben), die Liegenschaften in der Toskana (z.B. Beteiligung an Ornellaia) und man will sich nur noch dem \"Lifestyle-Segment\" mit schnell konsumierbaren Weinen bis zu max. 15.00$ widmen, zwengs dem Shareholder Value, ob der Wein gut ist oder aus nachhaltiger Landwirtschaft umweltschonden erzeugt oder so was, das spielt dann keine Rolle mehr und ich bin sicher, ohne es irgendwo gelesen zu haben, die Löhne der Arbeiter werden bestimmt auch gesenkt, bloss das Gehalt von dem McKinsey-Fuzzi nicht. Die Familie Mondavi hat in dem Laden nix mehr zu sagen und sieht gerade zu, wie sie die geforderten 400 Millionen Dollar zusammenkratzen können, um das Premium Segment ihres alten Unternehmens herauszukaufen. Tja, auch ein Robert Mondavi legt mal nicht so schnell 400 Millionen Dollar auf den Tisch des Hauses und viele andere bieten auch mit. Im Languedoc werden sie sich freuen, auch da wollte Mondavi ein Riesending aufziehen und die kleinen umliegenden Winzer sahen\'s mit äusserst gemischten Gefühlen. Aber da der McKinsey-Fuzzi das tun wird, was alle McKinsey (und Arthur Anderson und Price Waterhouse und Ernest & Young und wie sie alle heissen)-Fuzzis tun, gebetsmühlenartig fordern: Konzentration aufs key-business, TQM und konsequentes Outsourcing (was anderes haben die für teuer Geld noch nie empfohlen), werden sich Mondavi wohl aus dem Languedoc (aber sicher nicht aus der ganzen Weinwelt - nicht Robert Mondavi) verabschieden. Vive la France! Und Robert Mondavi: Viel Glück - Du kannst\'s brauchen! best susa ____________________________________________ Ich gehe davon aus, daß hier keiner auf die paar Punkte scharf ist...(Robert N.) |
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Hallo,
nix is älter als die Zeitung von gestern. Einer der ganz Großen, das Unternehmen \"Constellation Brands\" aus NY, hat mittlerweile ein Übernahmeangebot für \"Mondavi komplett\" vorgelegt, für 1,3 Mrd US$. \"CB ist bereits im Besitz von zahlreichen namhaften Marken wie Almaden, Canandaigua, BRL Hardy, Nobilo, Ravenswood, St. Pauli Girl, Pacifico, Black Velvet, Paul Masson, Manischewitz, Inglenook, Blackstone, Banrock Station, Black Box, Simi, Mt. Veeder, Franciscan Oakville Estate und Turner Road. Durch Mondavi käme ein weiteres Dutzend dazu und zwar Robert Mondavi Winery, Robert Mondavi Private Selection, Woodbridge by Robert Mondavi, Opus One, Ornellaia, Luce della Vite, Lucente, Arrowood, La Famiglia di Robert Mondavi, Hang Time, Byron, Caliterra\" (www.Best-of-Wine.de, SMS-Board) Beeindruckende Liste oder? Bei Mondavi glaube ich, die leiden nicht daran, dass niemand da ist, der sich mit Wein auskennt, sondern eher daran, dass sie keinen haben der sich mit Finanzen auskennt. Die haben einfach vergessen, dass man nicht mehr Geld ausgeben kann als man hat (oder zumindest organisieren kann), bei der Firmenstruktur allerdings auch nicht ganz einfach zu erkennen. Und da sie nicht, wie die ein oder andere Regierung, dieses kleine Problem einfach so ignorieren (oder den zukünftigen Generationen in die Schuhe schieben) können, geht das auf Dauer in die Hose. Vielleicht hätten sie mal so \'nen Wirtschaftsfuzzi holen sollen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Trotzdem müssen wir uns um die Zukunft von Bob und seinen Söhne keine Gedanken machen, Hartz IV wird ihnen sicher erspart bleiben. Vive La France! die hat mit Cap Gemini ihre eigene große \"Fuzzi-Firma\" Viele Grüße Matthias |
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Fängt schon der Ausverkauf an?
Hallo, habe gestern ein Angebot von meiner Luzerner Weinhandlung erhalten: 1998 Cabernet Sauvignon, Reserve, Napa Valley, Robert Mondavi Winery: 1 Flasche statt 96 Euro 31 Euro - na ist das ein Schnäppchen? Den Wein kann man sicher eher kaufen als die Aktie Gruß Kochmaus |
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Hallo Kochmaus,
wie man\'s nimmt. Der Wein ist von 96 auf 31 Euro gefallen und die Aktie ist nach dem Übernahmeangebot von 39 auf 54 $ gestiegen. Kaufen würd ich aber beides nicht Grüße Matthias |
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