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Kalte Ente nach Major a.D. Hanckwitz (1926)

Vom 14.05.2006 12:33 Diesen Beitrag drucken PDF Auf diesen Beitrag antworten zum Anfang der Seite scrollen zum Ende der Seite springen Einen Beitrag nach oben springen Einen Beitrag nach unten springen

AnnaMariaRV238  Smutje


Mitglied seit 18.04.2006
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Hallo !

Eines meiner Lieblingsbücher aus der Sparte \"Antiquarisches\" ist folgendes Buch:

Bowlen und Pünsche, ein Rezeptbüchlein von allerlei herzstärkenden Getränken, mit einigen Stücklein in Poesie und Prosa, so für durstige Seelen ergötzlich zu lesen sind, in vierter Auflage (1926) von Major a.D. Hanckwitz.

Da der Sommer vor der Tür steht, will ich euch das Kapitel \"Kalte Enten\" nicht vorenthalten:

KALTE ENTEN: Wir verstehen unter dieser Klasse leichte, billige und wenig komplizierte Mischgetränke, deren Hauptzweck die Löschung des Durstes ist. Lachen Sie sind die geborenen \"Sommerbowlen\" einfachster Art. In Paris ist das anders. Unter dem Titel \"Kleine Geheimnisse der Pariser Restaurants\" schreibt das \"Petit Journal\": Ein Engländer und seine drei Töchter nahmen dieser Tage in einem modernen Restaurant in der Nähe des Ostbahnhofes Platz. Der Engländer sah die Speisekarte an und schien nichts zu finden, was ihm passte. Plötzlich hörte er eine Donnerstimme an der Kasse melden \"Viermal kalte Ente\". \"Geben Sie uns auch viermal kalte Ente\" sagte er zu dem Kellner, der ihn bediente. \"Ente ist heute nicht da, mein Herr,\" antwortete der Kellner, \"vielleicht wählen Sie etwas anderes!\". Aus dem Hintergrunde des Zimmers schallt eine Stimme herüber: \"Und dreimal kalte Ente auf 61.\" Der Engländer wurde wütend .\"Ich will Ente haben! Warum werden hier bestimmte Gäste vorgezogen?\" Der Besitzer des Restaurants hatte große Mühe, dem Gast zu beweisen, daß das verlangte Gericht an diesem Tage tatsächlich nicht zu haben war und daß \"kalte Enten\" in der Pariser Restaurationssprache die Gäste sind, die nur Wasser trinken. Man meldet sie an der Kasse, weil sie für jede Speise 0,1 Franc Zuschlag zu zahlen haben.

Hier die Rezepte:

Urform: zwei Flaschen Moselwein, Saft einer Zitrone, einige Zitronenscheiben, acht Stück Zucker, auf denen die Zitronenschale abgerieben wurde, fünf Tropfen Angostura, ein Stück Eis, eine Flasche Selters.

Erste Art, süß: 250 Gramm Zucker, eineinhalb Zitronen, entkernt und in Scheiben geschnitten, Saft von drei Blutapfelsinen, 8 Gramm zerbrochenen Zimt übergießt man mit einer Flasche Nahe- oder Pfalzwein, läßt ein bis zwei Stunden ziehen, seiht durch und reicht das Getränk in kleinen Gläsern.
(Kritische Anmerkung: Spätestens ab dieser Variante sollte man keinen Durst mehr haben)

Zweite Art, für Notleidende: Man reibt zwei Zitronen auf etwa zehn bis zwölf Stück Würfelzucker ab, gießt eine Flasche weißen Portweins darüber, drückt auch den Saft der Zitronen hinein, fügt ein Stück reines Eis hinzu und gießt eine Flasche Schaumwein darauf.

Dritte Art: Der Saft von zwei in Scheiben geschnittenen Zitronen wird durch zwischengelegte Zuckerstückchen aufgesogen. Dieser Zucker kommt in die Bowle, die Frucht selber bleibt fort. Das Weingemisch besteht aus einer Flasche Rhein- oder Moselwein, einer Flasche Sekt und einem Glase (nicht mehr) Burgunder. Kalt auftragen.


Viel Spaß

AnnaMaria
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