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kulinarische Erlebnisse

Und plötzlich sind es zwei Wochen bis Bad Honnef....

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Beamtenwindhund plant ja die tollen BH-Events langfristig und ich wußte, daß ich dort in einem halben Jahr die arabische Küche präsentieren darf. Da hatte ich so ein paar Ideen im Hinterkopf - aber es ist ja noch soooo lange hin.....

Für das Frühjahr 2009 war erst mal Grillen angesagt, aber der Spezialist hierfür konnte noch nicht 100 % zusagen. Also hat mich Beamtenwindhund gefragt, ob ich im Fall der Fälle dann bereits früher mein Thema bringen könnte. Na klar: es ist ja noch sooooo lange hin..... - Vorsichtshalber habe ich ein paar Ideen aus dem Hinterkopf in den mittleren Bereich gerückt.

Es kam, wie es kommen mußte - arabisch und das jetzt doch ziemlich schnell.....

O.k. alles schnell nach vorne in den Fokus geschoben und was dann????

Leere!

Panik!

Chaos!

 

Was mach' ich jetzt??? Und wie mach' ich es jetzt???? Und eigentlich wollte ich doch noch........ Aber dafür reicht die Zeit nicht.......

Bei einem BH-Event gibt es mittags und abends was zu essen. Meine erste Idee war für Mittags eine sehr traditionelle Mezze mit eher einfachen Rezepten zu machen und für das Abendessen ein schönes Menü mit Einflüssen aus der Gourmetküche.

Jetzt ging es so richtig los mit Rezepte wälzen und in Erinnerungen schwelgen. Für die Mezze gab es Gerichte, die einfach "Pflicht" waren, wie Taboule, Hummus und Baba Ghanoush. Die weiteren Gemüsegerichte sollten sich einfach nicht wiederholen und auch eine schöne Bandbreite der Gewürzwelt präsentieren. Zwischenzeitlich hatte Beamtenwindhund die Programmänderung verkündet. Bei den Herren der Schöpfung fielen große Krokodilstränen. Man(n) träumte von viel rohem Fleisch und Feuer und sonstigen für frau nicht nachvollziehbaren Dingen.

Um etwas Balsam auf die geschundenen Seelen zu legen, entschloß ich mich mittags auch noch ein gaaanz kleines Bißchen zu grillen. Lammhack-Spieße mit Zimt sollten es werden. Die ersten Aufschreie der Lammhasser ertönten, die Nicht-Lammhasser konnten sich mit dem Zimt nicht so richtig identifizieren. Egal - Augen zu und durch (in Nachhinein hat es allen sehr gut geschmeckt).

Das Mittagessen hatte jetzt schon Konturen - das Abendessen war noch sehr nebulös. Ich bin nochmal tief abgetaucht in meine Rezeptsammlung und habe alles aufgeschrieben, was bei meinen Gästen gut angekommen ist. Natürlich war es dann mengenmäßig zuviel. Da blieb nichts übrig, als Gerichte wieder zu verwerfen. Aber es gelang mir eine schöne Auswahl von Amuse bouche, über Vorspeise, Suppe, Fisch, Sorbet, Fleischgang zusammenzustellen.

Beim Dessert wurde es wieder eng. Es sollte schon typisch arabisch sein, aber nicht so pappsüß und kein Baklava (das gibt es ja mittlerweile an jeder Ecke). So blieb mir nichts übrig, als nochmal probezukochen. Glücklicherweise fiel das mit dem Geburtstag eines Freunds zusammen und ich habe gleich das Dessert zum Fest mitgenommen.

Jetzt hatte ich wenigstens eine Menüfolge und einen Berg von Rezepten.

Und plötzlich waren es nur noch zwei Wochen und eigentlich war ja gar nichts fertig......

Da blieb jetzt nichts übrig, als das Ganze systematisch abzuarbeiten:
1. Alle Rezepte in einem Dokument zusammenstellen
2. Die passenden Fotos heraussuchen und in die Rezepte kopieren
3. Alle Texte kontrollieren und manche Rezepte nochmal umschreiben
4. Das Layout für das Rezeptheft "aufhübschen"
5. Jetzt stand das Programm - aber die Mengen waren für 4 bzw. 6 Personen. In BH werden 36 Personen teilnehmen. Beim Umrechnen habe ich mich auf meine bewährte Methode verlassen: Fischfilets, Fleischstücke etc. rechne ich ein Stück pro Person, den Rest berechne ich "nach Gefühl". Da hilft mir einerseits die Erfahrung von diversen größeren Einladungen, andererseits arbeite ich mit Phantasie. Wenn von den Mezze-Vorspeisen jeder 2 EL pro Sorte nimmt, dann hat er einen vollen Teller und einen vollen Bauch. Das überschlage ich dann, wie groß die Menge sein muß. Bei der Mezze waren Rezepte dabei, die ich nur 2fach berechnet habe.
6. Nach der Mengenentscheidung mußte ich die Zutaten aller Rezepte hochrechnen.
7. Aus den Zutaten von 25 Rezepten sollte eine Einkaufsliste herauskommen. Die nächste Aufgabe war also, alle Zutaten zu addieren. Da kommen dann so tolle Sachen raus, wie 4 EL und 24 TL Cumin oder 128 EL Olivenöl. Super, das macht Freude und kann nur praktisch gelöst werden. Ab in die Küche und mal eben 10 EL Wasser abmessen. Dann kann man das wieder umrechnen in Liter.
8. Vorsichtshalber habe ich die gesamten Rezepte und Zutaten zweimal berechnet und dann die beiden Einkaufslisten Kontrolle gelesen. Es gab auch wirklich Abweichungen.
9. Erstmal eine schöpferische Pause einlegen.......

10. Damit mich am großen Tag keine großen Überraschungen ereilen, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht einen Organisationsplan aufzustellen. Dabei mußte jedes Rezept in einzelne Arbeitsschritte zerlegt und überlegt werden wieviele Personen wielange dafür brauchen. Dies ist auch hilfreich, um knappe Gerätschaften, wie Backöfen sinnvoll einzuteilen.
11. So langsam hatte ich klare Vorstellungen, wie es ablaufen könnte. Jetzt mussten nur noch diverse Küchenartikel organisiert werden, die in der Küche standardmäßig nicht vorhanden waren. Bei dem großen Engagement der Teilnehmer war auch das kein Problem.
12. Alle Unterlagen herrichten und entspannt in den Flieger steigen.

Rückblickend kann ich sagen, daß es sich gelohnt hat den Aufwand in die Vorbereitung zu stecken. Alles hat super funktioniert und war natürlich nur möglich, weil alle Teilnehmer mit Freude bei der Sache waren und Beamtenwindhund mich vor Ort traumhaft unterstützt hat. Er musste den gesamten Einkauf anhand meiner Listen übernehmen. Mit zwei, drei Telefonaten konnten alle Unklarheiten ausgeräumt werden und es waren alle Lebensmittel in der benötigten Menge in der Küche.

Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, wäre es wahrscheinlich auch nicht anders verlaufen. Irgendwie ist es dann immer zwei Wochen vor Bad Honnef......

 

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