
Ich will einkochen. Meine Fertiggerichte selbst machen.
Angefangen hatte es vor ein paar Jahren, als ich zwei Freundinnen beim Auflösen der Keller ihrer Mütter half: Wohin damit? Gemeint waren Hunderte von Einmachgläsern. In die Komposttonne? Dann hätte man sie zuerst leeren müssen. Und wohin mit der Flüssigkeit? Und dann Sondermüll? Glastonne?
(Ich hab mich dann verdünnisiert und mich um die anderen Räume gekümmert, während meine Freundin sich für die schnellste Lösung entscheiden musste: graue Tonne.) So konnte ich nah mitbekommen, was eben mit dem Inhalt dieser Gläser geworden ist nach gut schätzungsweisen zehn Jahren im Keller.
Die Farbe war blass, aber: es roch nicht schlecht, es war keine Gasbildung zu erkennen (die Deckel pappten noch fest) und auch kein Schimmel.
Das hatte mich neugierig gemacht.
Wenn ich durch die Discounter gehe, fühle ich mich wie im Himmel: ansprechendes Essen, oft haltbar gemacht und billig.
Wenn ich zuhause bin und das dann esse, habe ich
1. fast immer das gleiche auf dem Teller, nur die bunten Bilder auf der Packung schon mal anders. Egal, was ich kaufe, es erinnert mich an das, was ich davor hatte;
2. täuscht das Drumherum Masse vor, während die Portion auf dem Teller mickrig ist. Das, worauf ich Freude beim Essen hätte, muss ich unter viel Soße oder Brühe herauspicken.
3. Lediglich das Auge die bunten Bilder auf der Packung weiter genießen darf, während der Rest des Körpers zusieht, wo er bleibt: bei einer Veralberung des Essens: das auf dem Teller macht nicht satt und schmeckt nicht immer.
Und das zu Zeiten, wo ich krank bin oder viel Arbeit hab, denn nur dann brauche ich die Dosen.
Darum will ich mein Fertigfutter selbst machen, damit ich gewappnet bin, wenn ich das nächste Mal für eine Zeit nicht kochen kann.
Und nicht nur für mich, denn ich habe noch
- einen Sohn, der körperlich schwer arbeitet (Für den möchte ich Großmutters Braten, Kuchen im Glas zum Mitnehmen, Soßen und Sugos zur Pasta in die Gläser bekommen);
- eine Tochter, die studiert, Vegetarierin ist und vor Lernen vergisst zu kochen;
- einen stattlichen Mann, der so gerne essen würde wie der Sohn, aber nicht darf. Das ganze dann als light-Version.
- eine kranke Freundin und eine kranke Schwiegermutter, die meine selbstgekochten Suppen lieben. („Das gibt es heute nicht mehr!") Für die und mich würde ich gern nach den 5 Elementen einkochen.
So, ich geh dann mal in die Küche.
Liebe Grüße
Joela

Henglein
Rama Cremefine








