Wir wollten ins Theater. Ich hatte mich mächtig gestriegelt. Weisses Hemd mit gestickten, gleichfarbigen Applikationen. Mein Anzug, blaugrau, glänzend mit leicht angedeuteten Streifen, passte mir noch ganz gut.
Eine schmale Samtfliege schmückte meinem schmalen Kragen. Als Duft, hatte ich dieses mal was sportlich-herb von Laureen ausgesucht. Am linken Arm trug ich eine sehr flache Omega-Uhr mit einem silber/gold-farbenen Band.
Mein Schnurrbart gebürstet, gekämmt und nochmal gebürste, im unterem Teil schnurgerade geschnitten. Ich schaute mich in den Spiegel an, rückte die Haare übers Ohr mit den Finger zu recht.
"Mein Gott bin ich schön !" summte ich lächelnd.
"Kommst du?" meine Frau war schon fertig und wartete bereits auf mich.
Ich ging Richtung Haustür und blieb neben ihr stehen.
Sie sah traumhaft aus. Die wilden naturschwarzen, lockigen Haare passten zu ihren stahlblauen, hellen Augen wie gemalt. Ihr schmales Gesicht war sehr dezent geschminkt und ihre Lippen wurden von der roten Farbe des Lippenstiftes angenehm betont. Die Zeit ist an ihr nicht spurlos vorbei gegangen, aber sie hat an ihr nicht genagt.
Sie trug ein schwarzes Hosenkleid aus Satin. Bei jeder Bewegung glitzerte es ,ob es von tausend Sternen bestickt wurde. Der Duft ihres Parfüms berauschte mich.
Sie hatte gemerkt, dass ich sie sehr intensiv betrachtete.
"Was ist" fragte sie "Ist was nicht in Ordnung mit mir?"
"Doch es ist alles in Ordnung, Du siehst wunderbar aus." Ich war dankbar, dass sie mich geheiratet hatte. Ohne diese Frau wäre ich verloren, überlegte ich.
Sie drehte sich zur Tür und schaute mich nicht an. An ihr Profil konnte ich erkennen, dass sie vor Freude lächelte. Sie drehte sich halb zu mir und schaute mich aus dem Augenwinkel an.
"Ja?........danke dir" flüsterte sie. Sie drehte sich zu mir und schaute mich an. Ihre augen waren voller Tränen, sie weinte jedoch nicht.
"Ich freue mich so sehr, dass du das gesagt hast...es war lange her....."
Ja stimmt, es war lange her, als ich das letzte mal es gesagt hatte, warum eigentlich?
Mir wurde es sehr warm ums Herz.
"Ich liebe dich" Sagte ich leise
Sie umarmte mich und fing an leise zu weinen und wir blieben sehr lange einfach so vor der Haustür stehen.

Henglein
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