Bis jetzt habe ich, wie die meisten von uns, mein Fleisch beim Schlachter oder im Supermarkt bekommen, nett kuechenfertig zubereitet.
Diesmal war es aber anders. Ich bekam eine Tasche voll Becassine, im Federkleid, nicht ausgenommen.
So dann erst mal los, ich hab ja nicht viel Erfahrung damit, aber nun mussten die Federn runter, und ausgenommen werden mussten die Schnepfen auch noch.
Da hab ich sie erst mal nackich gemacht, das hat ungefaehr 30 Minuten gedauert, bei 2 Voegeln.

Manche Menschen lassen ja die Innereien drinne, um den Wildgeschmack zu verstaerken, den Haut gout noch weiter hervorzuheben, aber das wollte ich nicht. Das klingt mir etwas unheimlich, Magen, Herz und Leber ist ja ok, aber Darm etc? Nein, lieber nicht.
Die Schnepfen sind nackich nicht viel groesser als Wachteln. Ich hab sie nach meinem Wachtelrezept gefuellt: gesalzen, gepfeffert, 2 Trockenpflaumen, 2 Knoblauchzehen, mit einem dicken Stueck Baguette verschlossen.

Dann angebraten und in den Ofen gegeben, 180 Grad fuer eine halbe Stunde.
Den Bratensatz habe ich mit weissem Porto abgeloescht, ein paar Wachholderbeeren reingelegt, und einmal kurz aufgekocht.
Dann die Schnepfen alle 5 Minuten damit begossen.
Nach einer halben Stunde hatte ich dann folgendes Ergebnis:

(Das Foto ist etwas dunkel geworden, sie waren noch nicht verbrannt.)
Ich habe mal 2 Loeffel danebengelegt, damit man die Groesse erkennen kann.
Danach dann den jus in einen Topf gegeben, mit Butter aufmontiert.
Serviert mit Kartoffeln und Rotkohl, vielleicht etwas banal, aber das mag ich mit Wild gerne.

Der Geschmack ist sehr wild, es war tatsaechlich nicht notwendig, die Innereien zusaetzlich drinzulassen. Die Keulen schmecken nicht so "wild" das geht eher in Richtung Froschschenkel, von der Zartheit her. Allerdings die Brust ist sehr dunkel, wie eine Gans, von der Kosistenz her wie Leber, falls ihr versteht, was ich meine. Auch ein wenig trocken, obwohldie Schnepfen nicht zu lange gebraten waren, waren am Knochen noch eben rosa. Ich werde naechstesmal mit Speck spicken.
Insgesamt ein gelungenes Ergebnis, fuer eine Hauptmahlzeit sind 2 Schnepfen pro Person sicher angemessen. Als Vorspeise vielleicht eine pro Person, wenn noch Salat und ein nettes Dressing dabei ist, vielleicht Preiselbeersosse?

Henglein
Rama Cremefine










