kladikus Blog
...mein Statement zu Nudeln

heute abend gibt es bei mir Nudeln - Hommage an die Nudel

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Wir befinden uns in den 50er Jahren... Mein 2 Jahre älterer Bruder und ich waren „Schlüsselkinder", d.h. unsere Eltern waren beide berufstätig; schon als Kind hatten wir jeder seinen Wohnungsschlüssel am Band um den Hals, um in die Wohnung zu kommen, wir waren ziemlich auf uns gestellt. Nach der Schule mussten wir uns bereits im Alter ab ca. 8 Jahren selber kümmern, uns nach der Schule selbst bewirtschaften, organisieren und beaufsichtigen. Meist stand das vorgekochte Essen auf dem Herd, in der Regel Eintopf und brauchte nur warm gemacht werden, aber mindestens 1x die Woche gab es Nudeln, die wir dann selbst kochen mussten. Kochen musste ich - mein Bruder war älter und stärker...

An Nudeln gab es nur Makkaroni, die dicken!

- im Sommer mit Tomatensoße, im Winter mit

Rindfleisch aus der Dose.

Die Tomatensoße zu den Sommernudeln bestand aus einer einfachen Mehlschwitze, in der dann Tomatenmark aus der Dose (die kleine Dose, die es heute noch gibt) eingerührt und mit Wasser aufgegossen und eingekocht wurde, bis sie die richtige Konsistenz hatte. Abgeschmeckt wurde mit Salz, mit der Zeit wurde mit Ketschup verfeinert, eine weitere Kochgeneration später kamen die „Verfeinerungen" mit Zwiebeln, mit Paprika, Curry, mit Kräutern... Die Tomatensoße war - im nachherein betrachtet - keine kulinarische Explosion und diente eher dazu, die Nudeln „nicht so" trocken essen zu müssen - ein Rezept über eine ähnliche Soße habe ich hier bei CK trotz intensiver Suche nirgends gefunden...

Zwischenzeitlich hatten wir auch mal was neues ausprobiert: mit Zucker - war nur eine ganz kurze Experimentierphase...

Die „Winternudeln" waren ebenfalls Makkaroni, die jedoch mit Rindfleisch aus der Dose zubereitet wurden. Bei dem Dosenrindfleisch handelte es sich um irgendwelche EG-Bestände zur Notreserve des kalten Krieges... Die Rindfleischdose wurde aufgeschnitten und das Fleisch dann geschickt in einem Stück (ganzer Stolz!) rausgezuzzelt, das Fett etwas abgekratzt und das Fleisch dann zerkleinert. Durch den Glibber ;-) am Fleisch ist es ziemlich saftig, wenn man es im Topf warm macht, zerläuft der Glibber und wird zu Fleischsaft. Wenn abschließend die gekochten Nudeln dazugeschüttet und vermengt wurden, empfand ich das damals als sehr lecker. Auch hier kamen mit der Zeit „Verfeinerungen" zum Zuge: angebratene Zwiebeln zum Rindfleisch, Gewürze, Kräuter, Tomaten oder andere Gemüse - das war jedoch alles viel später...

Mi

Mindestens ein ähnliches Gericht ist übrigens der CK-Datenbank enthalten: „Arbeitergulasch" - es gibt auch noch die gleichen Rindfleischdosen, ich mache mir das Gericht heute noch ab und zu, allerdings viiiel feiner - mit Zwiebeln...

Mit der Zeit kamen natürlich andere Ansprüche, die Nudelarten und Zutaten wurden anders, vielseitiger, anspruchsvoller - aber meine eigentliche Vorstellung der klassischen Nudel ist für mich stets die Makkaroni mit Tomatensoße bzw. mit Rundfleisch...

Alle diese Erinnerungen trage ich in mir, und wenn ich heute „Nudelthreads" schreibe und beginne sie mit „heute abend gibt es bei mir Nudeln", so soll dies mehr eine Hommage und keine Klage auf meine Kindheitserinnerungen mit der Nudel sein, kein abwertendes „es gibt („nur") Nudeln", wie es früher auch von mir bei uns zu Hause gewertet wurde...

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