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Was in der Küche alles so passiert

Lebkuchen-Cookies

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Wenn der Deutsche das Wort Kekse hört, denkt er zumeist an ein recht trockenes, eintöniges, krümeliges Gebäck, das manchmal Spuren von Nüssen enthält oder etwas Schokoüberzug, um die trockene Masse optisch und gustatorisch attraktiv zu machen. Kekse werden in Deutschland meist mit Plätzchen gleich gesetzt und die gibt es typischerweise nur zur Adventszeit. Obwohl in Deutschland hochgerühmte und weltbekannte Adventskekse produziert werden, sind auch diese zumeist staubtrocken und sich geschmacklich äußerst ähnlich und genießerisch fragwürdig.

Schaut man dagegen in italienische oder französische Regale wird einem vor Artenvielfalt ganz schwindelig. Kekse in allen Formen, Größen und Geschmacksrichtungen. Mit Nüssen, die man erkennt, und Schokostücken, die keinen Vergleich scheuen brauchen. Ja, man kann Kekse mit Fruchtmasse oder Cremes füllen. Sie dürfen auch weichen Teig haben. Der unangefochtene Meister aller süßen Leckereien, die USA hat eine ganz besondere Spezialität zu bieten: die Cookies. Die langweilige deutsche Übersetzung hierfür: Kekse! - Und so schmecken die industriell gefertigten Dinger auch.

Die Originale dagegen sind eine Offenbarung! Sie haben einen Durchmesser von 5-10 cm und eine Höhe von 1 - 2,5 cm. Vom Rand zur Mitte werden sie immer weicher und der Teig hat ein Aroma. Sie haben verschiedene Einlagen: Erdnüsse, Macadamianüsse, Paranüsse, Walnüsse, Haselnüsse, weiße oder dunkle Schokostückchen. Ihr Geheimnis ist die Backzeit - sie kommen noch weich aus dem Ofen. Und der braune Zucker, der für die weiche Konsistenz sorgt. Und auf gar keinen Fall darf man die Zucker- und Fettmenge reduzieren. Dann werden sie zu deutschen Keksen.

Das einzige Adventsgebäck, was ich regelmäßig backe, weil es gar nicht keksig schmeckt, sind Lebkuchen-Cookies. Alle, die sie kosten, haben den ersten Bissen noch gar nicht hinunter geschluckt, wollen schon das Rezept haben. Daher hier für alle und in Gedenken an Schaneina und Schenny, die ihre liebe Mühe damit hatten, eine detaillierte Anleitung dafür:

Zutaten:

240g Zartbitterschokolade

80g Haselnusskerne

160g Butter

120g braunen Zucker

1 Ei

1 Vanilleschote (ich nehm 1Pkg. Dr. Oetker Finesse Vanille)

200g Mehl

120g weißen Zucker

½ Pkg. Backpulver

2 TL Lebkuchengewürz

Zubereitung:

1)      Die Schokolade und die Haselnüsse mit einem Messer mittelgrob hacken. Zwischenzeitlich die Butter schmelzen und das Ei aus dem Kühlschrank nehmen.

2)      Die flüssige Butter mit dem Zucker 2 min schaumig rühren. Das Ei, Vanillearoma und Lebkuchengewürz zugeben und alles verrühren.

3)      Die trockenen Zutaten (Mehl, Backpulver, Nüsse, Schokolade) vermischen und mit 1 EL Wasser und die Buttercreme ziehen. Evtl. noch 1-2EL Wasser zugeben. Die Masse muss zäh sein, aber nicht klumpig trocken.

4)      Mit zwei Teelöffeln (!) walnussgroße Teighäufchen (nicht mehr als 12) auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen.

5)      Im vorgeheizten Ofen (E-Herd, am besten Ober- und Unterhitze) bei 175°C 10 Minuten backen.

6)      Nach der Backzeit aus dem Ofen holen und sofort stark verlaufene Kekse voneinander trennen und dabei die einzelnen Kekse etwas zusammenschieben. Man kann sie auch dünn lassen. Das ist Geschmackssache. Dann werden sie allerdings schneller hart.

Ergibt ca. 60 Stück, die keiner großen Aufbewahrung bedürfen, da sie ruckizucki aufgegessen sind.

Fazit: Es ist nicht alles Keks, was diesen Namen trägt.


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