caralbs Blog

Besuch bei Omi


"Na? Ist das der Junge?"

Fragte die Krankenschwester. Sie war sehr groß. Mindestens 7 Meter hoch meinte der kleine Junge. Er war gerade 6 Jahre alt geworden, er war hager, klein und trug eine kurze Hose die für ihn viel zu groß war. Die lange Strumpfe bis zu Knöcheln  runter gezogen, überdeckten die riesigen schäbigen Schuhe an seinen Füßen. Er schaute sie argwöhnisch von Unten nach oben mit einer Mischung aus Angst und Erstaunen an. Die bereits angeborenen großen Augen wurden zusammengekniffen


Die Mutter nickte schweigend. sie schaute während dessen den Jungen nicht an.


"Na denn, komm' mal mit"


"Nein. ich besuche doch meine Omi hier, stimmt Mammi?"  Die Mutter schwieg.


"Na komm' mit, wir haben viel tu tun, deine Mandeln werden in zwei Sekunden weg sein
und danach, mein junge, kriegst du viiiel Eis".

Dabei bog sie sich mit dem massiven Körper nach vorne und hob sie ihre Augenbrauen bis zum Haaransatz. Zum ersten mal sah der Junge eine Frau mit Schnurrbart.  

Mit dem Eis war er einverstanden, aber die Mandeln? Was für Mandeln?


Der Schlag am Schienbein war sehr heftig. Die Krankenschwester

verzerrte ihr Gesicht vor Schmerzen. Sie schrie so laut, dass darauf andere Krankenschwestern aufmerksam wurden und dazu kamen. Der Junge sprang hoch, drehte sich um und rannte um seinen leben. Alle Krankenschwestern schreiend hinterher.

Es wurde sehr, sehr hektisch. 15 Minuten später sah die Mutter der Junge wieder dem Korridor entlang vorbei rennen, Die Schwestern mittlerweile schwer atmend hinterher. Es fehlten zwei, die, weit abgeschlagen, sich an ihren Knien stutztend. nach Luft rangen.

Circa 30 Minuten später kam das Personal mit dem Jungen vorbei. Zwei Männer hielten ihn an den Oberarmen fest, mit den Beinen circa 10 Zentimeter vom Boden hoch und strampelnd. Der Junge schrie in voller Lautstärke..


Sie gingen in einen Raum und schlugen die Tür zu.  Die Tür ging ein Paar mal auf und wieder zu. Dann hörte die Mutter nichts mehr. Die Stille war beängstigen.


Plötzlich kamen starke Geräusche aus dem Raum, ob ein Schrank umgefallen wäre. Metall klimpern, Flüche, Holzgeräusche, dumpfe Schreie, schmerzhafte Schreie


Mittlerweile sammelten sich Menschen vor der Tür und lauschten aufmerksam und gespannt zu. Eine Stunde später wurde die Tür aufgerissen und der Jungen rannte schwer atmend rau
s, hielt kurz an, schaute sich rechts, schaute sich links um und rannte wieder fort. Er trug vor der Brust ein Laken, ob er vom Friseur käme. Das Personal rannte ihn fluchend nach. So ging es noch über eine halbe stunde weiter und die Mutter sah der junge immer wieder rennend vorbei huschen und das Personal brummend hinterher. Bis er dann verschwand und nicht mehr auffindbar war. Ein Pfleger kam schwer atmend zur Mutter zurück.

"Wir haben.... ihn nicht... mehr finden können,... machen sie... bitte einen... neuen Termin."
Stotterte er schwer nach Luft schnappend.

"Hat her seine Mandeln noch?" Fragte die Mutter schüchtern.


"klar doch, wie hätten.... wir es sonst.... machen können?...diese Furie war....nicht zu bändigen ....wie heißt der Teufel?"


"Alberto" antwortete die Frau leise. es war ihr anzusehen, dass es ihr peinlich war.

 

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