Oft hört man, dass man nur entweder eine gute intensive Hühnerbrühe kochen könne ODER das zarte Fleisch. Aber es geht durchaus beides. Seit ich es so mache, wie nachfolgend beschrieben, habe ich immer beides. Natürlich hängt das genaue Vorgehen vom Huhn ab, von seinem Alter und seiner Größe. Am intensivsten wird die Brühe von einem älteren schweren Suppenhuhn - das ein möglichst glückliches Leben hatte. Aber auch ein nicht zu kleines Hähnchen - meistens haben die so um die 1,2 kg - aus dem Supermarkt gibt eine durchaus genießbare Suppe, wenn auch nicht erster Wahl.
Zum Gemüse: Nach so langer Kochzeit schmeckt es natürlich nicht mehr, lieber frisches Gemüse verwenden. - Ich sammle Gemüseabschnitte im TK in einer Tüte, z.b. das Grüne vom Lauch, die verwachsene Schale von Sellerie, große Endstücke von Möhren, Petersilienstiele etc. Zum Auskochen in Fonds und anschließendem Wegschmeißen sind die bestens geeignet.
Und nach Schuhbecks Empfehlung gebe ich zu meinem Suppenhuhn auch immer ein paar Scheiben Ingwer und getrocknete Chilis.
Suppenhuhn-Koch-Empfehlung von Martina Meuth
1 Suppenhuhn; ca. 2 kg
1 groß. Zwiebel
1 Lauchstange
1 Petersilienwurzel; mit Grün
1 Möhre
1/2 Sellerieknolle
1 Tomate
1 Teel. Wacholderbeeren
1 Teel. Pimentbeeren
1 Essl. Pfefferkörner
3 Lorbeerblätter
1 Getrocknete Chilischoten
3 Knoblauchzehen
2 Gewürznelken
1 Zitronenscheibe
Das Suppenhuhn in einen großen Topf betten. Die Zwiebel ungeschält halbieren, auf der heißen Herdplatte an der Schnittfläche dunkel rösten ~ damit die Platte sauber bleibt, ein Stück Alufolie unterlegen. Die Lauchstange aufschlitzen, auswaschen. Petersiliengrün waschen, die Wurzel schälen, ebenso die Möhre und den Sellerie schälen. Die besonders guten Abschnitte der Gemüse möglichst unzerteilt lassen, dann kann man sie, sobald die Stücke gar sind, bequem herausfischen und später als Einlage für den Suppentopf würfeln.
Das Gemüse mitsamt der durchgeschnittenen Tomate zum Huhn in den Topf geben, die Gewürze zufügen, soviel Wasser angießen, bis alles gut bedeckt ist. Ohne Deckel langsam zum Kochen bringen. Den Schaum, der sich dabei entwickelt, nicht abschöpfen - es handelt sich dabei um ausgeflocktes Eiweiß, das zum Klären der Brühe dient, wenn man diese nicht sprudelnd kochen (siehe oben), sondern auf kleinster Stufe leise ziehen lässt.
Auf diese Weise braucht das Brustfleisch etwa 1 Std., bis es gar ist ~ das Huhn also herausheben, die Brust auslösen. Alles übrige wieder zurück in den Topf geben. Das Keulenfleisch ist stärker von Sehnen durchzogen, es braucht mindestens 1 1/2 Std., bei großen, älteren Tieren bis zu 2 Std. Deshalb probieren, wenn es gar ist, von den Knochen lösen, Haut und Knochen wieder zurück in den Suppentopf geben und nunmehr mindestens 1 weitere Std. (ruhig auch noch länger) auskochen.
Die Brühe durch ein mit einem Tuch ausgelegtes Sieb filtern. Sie lässt sich übrigens kinderleicht entfetten, wenn man sie über Nacht in den Kühlschrank stellt. Dann hat sich das Fett an der Oberfläche als feste Schicht abgesetzt, die man mühelos abheben kann. Tipp: Diese Brühe hält sich im Kühlschrank eine Woche frisch; wer sie alle zwei Tage aufkocht, kann sie sogar noch länger aufbewahren. Im Tiefkühler lässt sie sich über Monate konservieren.
Rezept von Martina Meuth

Henglein
Rama Cremefine









