SchniekeSchneckes Blog
4 Wochen ohne Fleisch

endlich geschafft!

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So, seit Montag darf ich nun schon wieder alles essen, was mir schmeckt, egal ob von der Pflanze oder vom Tier. Die letzten Tage meines Experiments möchte ich natürlich niemandem vorenthalten.

Am Donnerstag waren mein Freund und ich bei meinem Chef und seiner Frau zum Essen eingeladen. Die beiden leben schon seit längerer Zeit vegan und hatten wahrscheinlich Mitleid mit mir, weil ich mich so mit Nudeln und Gemüse über Wasser hielt, aber sonst natürlich keine Ahnung vom veganen Kochen habe. Dementsprechend gab es ein wahres Festmahl (wohl das beste, was ich in der Woche gegessen hatte): Eine vegane Lasagne und als Nachtisch veganes Tiramisu. Während man beim Tiramisu schon einen Unterschied schmeckte, war die Lasagne nicht von einer Fleisch-Lasagne zu unterscheiden. Selbst mein Freund, seines Zeichens überzeugter Fleischfresser, musste zugeben, dass er den Unterschied nicht gemerkt hätte, wenn er es nicht gewusst hätte. Ich schwebte also im siebten Himmel und war hinterher satt und zufrieden. Das einzige Problem bei solchen Speisen ist natürlich, dass man die Zutaten nur im Bio-Laden oder übers Internet bekommt und das geht auf Dauer gewaltig auf den Geldbeutel. Für mich wäre das also nichts. Dann lieber richtiges Fleisch oder gar keine Lasagne.

Am darauffolgenden Tag wartete die nächste Herausforderung auf mich: Ich machte mich auf ins jährliche Handball-Trainingslager unseres Vereins. Vorsichtshalber aß ich mich vorher gut satt. Das entpuppte sich als großartige Entscheidung, denn abends wurde im Trainingslager gegrillt und ich konnte nur den Karottensalat und den grünen Salat und das Brot essen. Das Frühstück am nächsten Morgen war ähnlich ernüchternd: Noch nicht einmal Margarine war vorhanden (wobei die ja auch nicht immer vegan ist)! Also aß ich ein trockenes Brötchen mit Tomatenscheiben als Belag. Besser als nichts. Zum Mittag gab es dann zum Glück Nudeln mit Tomatensoße (ich ging ganz dreist davon aus, dass die auch vegan war, man möge mir verzeihen, es war keiner in Sicht, den ich nach den Inhaltsstoffen hätte fragen können). Irgendwie überstand ich also auch den Samstag und machte mich dann abends endlich auf den Weg zu meinem Freund, der mir - welch Überraschung - Nudeln gekocht hatte! Dazu gab es allerdings eine sehr leckere Soße mit Auberginen, Tomaten, Oliven, Basilikum, Kapern und Paprika.

Der Sonntag war dann wieder leichter für mich. Nur abends wurde es noch einmal schlimm, denn wir waren bei den Eltern meines Freundes und dort gab es Sauerbraten. Die Mutter meines Freundes hatte mir aber netterweise eine extra Portion Blumenkohl gekocht. Trotzdem war es schwer, den anderen beim Essen zuzusehen. Zu diesem Zeitpunkt hielt ich das Verlangen nach etwas nicht-veganem kaum noch aus. Lustigerweise wollte ich nicht so sehr Fleisch essen, sondern Käse und Schokolade. Letztere schob ich mir dann Punkt Mitternacht genüssslich in den Mund und schlief selig ein.

Was habe ich nun daraus gelernt? Ich wurde schon öfter gefragt, ob ich jetzt Vegetarierin bleiben möchte. Dazu kann ich nur sagen: Nein, definitiv nicht. Ich könnte es zwar, aber ab und zu schmeckt so ein schönes Stück Fleisch einfach zu gut. Wahrscheinlich werde ich meinen Fleischkonsum aber herunterschrauben und mehr darauf achten, was ich einkaufe und esse. Ein guter Anfang ist, mehr selbst zu kochen und weniger Fertigprodukte zu essen.

In den letzten vier Wochen habe ich einen kleinen Eindruck davon bekommen, wie es ist als Vegetarier oder gar Veganer zu leben. Was ich mich nun frage ist folgendes: Warum verlangen wir ständig von diesen Leuten, dass sie sich rechtfertigen? Oder hat schon mal jemand einen Fleischfresser gefragt: "Und, warum hast du dich dazu entschlossen, Fleisch zu essen?" So lange Vegetarier und Veganer niemandem missionarisch ihre Ansichten aufzwingen wollen, ist doch alles in Ordnung. Man hat es meist schon schwer genug, wenn man ständig auf die Inhaltsstoffe von allem achten muss und horrende Summen an Geld im Bio-Laden lässt. Oder wenn man auf der nächsten Grillparty wieder nur am grünen Salat knabbern kann, weil man für eine blöde Grillwurst seine Überzeugung nicht über Bord werfen will.

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Vegetarisch leben war ein Klacks dagegen!

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Seit Montag befinde ich mich in der letzten Woche meines Experiments. Ich esse nun nur noch vegan. DAS ist das schwierigste, was ich seit langem getan habe. Überall lauern versteckte Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs. So ist zum Beispiel Margarine NICHT immer vegan, weil teilweise das Wollfett von Schafen oder andere lustige Dinge verarbeitet werden. Und bei Wein und Apfelsaft muss man ja schon als Vegetarier aufpassen, weil dort zum Klären oft Gelatine verwendet wird...

Mein Chef (auch vegan) bot mir gestern eine Honigwaffel an. Er meinte, dass Bienen nicht so sehr ausgebeutet werden wie etwa Kühe oder Hühner und meinte, dass er Honig deswegen essen würde, obwohl es ein tierisches Produkt ist. Ich konnte nicht an mich halten und sündigte. Ich aß diese Honigwaffel und sie schmeckte köstlich. Hinterher ärgerte ich mich ein bisschen, dass ich so disziplinlos gewesen bin. Aber mal ganz im Ernst: Was sollte daran schlimm sein, Honig zu essen? (ernst gemeinte Antworten gerne per CK-Mail an mich)

Ansonsten versuche ich, so viele verschiedene Dinge wie möglich zu essen, damit ich nirgends Nährstoffmangel bekomme. Für eine Woche geht das wohl, aber um Langzeit-Veganer zu werden, muss man sich ja vorher ein enormes Wissen über Nahrung aneignen... Hinzu kommt noch meine Abneigung gegen Tofu, Sojamilch und andere Ersatzstoffe, aber ich werde im Laufe der Woche eventuell mal wieder was davon probieren. Im Moment lebe ich nämlich von Nudeln, Reis und gaaaaanz viel Obst und Gemüse. Bis Sonntag werde ich wohl irgendwie damit klarkommen. Es ist echt erstaunlich, wie leicht es war, vegetarisch zu leben, im Vergleich hierzu.

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Auflauf ohne Feta

Heute war ich sehr enttäuscht. Ich wollte mir einen Auflauf machen, der mit Feta überbacken wird (http://www.chefkoch.de/rezepte/396941128503961/Kichererbsen-Bulgur-Auflauf.html). Leider stellte sich heraus, dass mein nahe gelegener Supermarkt (der echt riesig ist und bei dem es sonst alles gibt) keinen vegetarischen Feta im Angebot hatte. Oder zumindest tarnte sich der Feta sehr gut, denn die Sorten, die ich fand, standen alle nicht auf meiner "Käseliste", die ich immer zum Einkaufen mitnehme und sogar auf dem Bio-Feta war nicht gekennzeichnet, welches Lab denn nun verwendet wurde. Völlig verzweifelt kaufte ich ganz ordinären Gouda, der dann auch ganz gut schmeckte. Aber es war eben nicht das selbe. *seufz*

Ich fühle mich missverstanden, von der Gesellschaft ausgestoßen und diskriminiert. Vielleicht sollte ich demnächst tatsächlich mal den örtlichen Bioladen betreten und dort das dreifache von dem ausgeben, was ich sonst so für Lebensmittel bezahle.

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Halbzeit

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Sooooo, ich habe es geschafft und die Hälfte der Zeit als Vegetarierin ausgesessen. Langsam stellt sich eine Gewöhnung ein und manchmal vergesse ich völlig, dass mir ja eigentlich etwas fehlen sollte. Das hat aber auch Nachteile, denn dadurch, dass mir das "Vegetarischsein" nicht mehr ständig präsent ist, muss ich höllisch aufpassen, nicht aus Versehen doch zum Schinkenbrötchen zu greifen. Bisher klappt es aber ganz gut.

Irgendwie habe ich im Verlauf der letzten Woche ständig vegetarische Pizza gegessen. Mir fehlte einfach die Zeit zum Kochen. Dafür kann ich nun keine Pizza mehr sehen und diese Woche gibt es dann zu Hause nur noch Selbstgemachtes mit viiiiiel Gemüse. Das Problem als Vegetarier ist ja, dass man nicht bedenkenlos irgendwelches Fertigzeug kaufen kann, sondern sich genau informieren muss. Die Mühe werde ich mir ab jetzt sparen. Frisches und Selbstgekochtes ist sowieso gesünder.

Das mit dem Sport nebenbei klappt auch gut. Fleisch scheint keinen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit zu haben. Naja, jedenfalls zeigen sich kurzfristig keine negativen Folgen und eine Kollegin aus meiner Handballmannschaft ist auch seit längerem Vegetarierin und sie lebt erstaunlicherweise noch.

Allerdings fiel mir auf, dass es mir manchmal ein wenig peinlich ist, meinen Selbstversuch vor fleischfressenden Bekannten zuzgeben. Ständig diese Kommentare: "Wie jetzt, du isst kein Fleisch???" "Aber das ist doch nicht für immer, oder???" "Du bist ja total bekloppt, auf Fleisch zu verzichten, was soll dir das denn bringen???" Naja, in erster Linie Erkenntnis. Als Fleischfresser ist man doch oft mit Vorurteilen behaftet, was Vegetarier angeht. Und dass diese ohne Fleisch doch Mangelerscheinungen hätten. Und sowieso ein Bisschen Gaga wären. Und so weiter. Mittlerweile bin ich aber davon überzeugt, dass eine vollwertige Ernährung als Vegetarier durchaus möglich ist (wenn man sich nicht nur von Tiefkühlpizza ernährt ;-) ).

Allerdings sind da noch die Gründe, warum Menschen zu Vegetariern werden. Und zwar weil die armen Tiere so sehr leiden. Da ich vom Lande komme und bisher nicht den Eindruck hatte, dass unsere Tiere irgendwie leiden müssten, ist das ein Punkt, den ich noch nicht einsehe. Vielleicht werde ich mich demnächst einmal näher damit beschäftigen. Der andere Grund ist da für mich ein triftigerer: Wenn Menschen weniger Fleisch essen würden, müssten wir nicht so viele Pflanzen an Tiere verfüttern und könnten mehr Menschen satt machen (vereinfacht ausgedrückt). Das ist natürlich utopisches Wunschdenken, aber es zeugt trotzdem von einem guten Herzen, wenn man die Welt zu einem besseren Ort machen will. Und so oder so: Böse sein, kann man Vegetariern deswegen nicht.

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Das Fazit der ersten Woche

Die erste Woche meines Fleischfrei-Experiments ist vorbei.

Das Wochenende war sher hart. Am Freitag war ich mit Schatzi und seiner Mutter einkaufen in einem Möbelhaus. Dort aßen wir dann auch im zugehörigen Restaurant zu Mittag. Ich war relativ schnell sehr frustriert, weil nur zwei Gerichte für mich in Frage kamen (selbst die Fischgerichte enthielten Schinken): Nudeln mit Tomatensoße und die Salatbar. Da wir abends aber schon Nudeln essen wollten, machte ich mich über die Salatbar her und dazu gab es einen Laugenbrezel. Abends zauberte ich uns dann "Koelkasts Spaghetti mit kalter Tomatensoße" (Rezept natürlich von Koelkast). Ich kann dieses Rezept übrigens sehr empfehlen, wir haben trotz einfacher Zutaten richtig gut geschlemmt. Allerdings hatten wir hinterher eine dicke Knoblauchfahne...

Am Samstag änderten wir (Schatzi und ich)unsere Pläne und ließen das Mittelalterliche Spektakulum sausen. Stattdessen hatte ich ein Handballspiel. Ich frage mich sowieso schon die ganze Zeit, wie lange das gut gehen kann, Sport zu machen und kein Fleisch zu essen... Naja, andererseits, soooo dramatisch kann es auch wieder nicht sein, es sind ja genügend Sportler Vegetarier. Bei meinem Pensum mit vier bis fünf Trainingseinheiten die Woche sehne ich mich aber schon ab und zu nach einem herzhaften Stück Fleisch als Eiweißlieferant.

Dementsprechend futterneidisch war ich auch, als mein Schatz sich am Wochenende Club Wraps (Rezept von ma92) anfertigte. Vor allem der Bacon, der in der Pfanne brutzelte und sein fleischiges, salziges Aroma verströmte, trieb mich in den Wahnsinn. Ich verhielt mich aber brav und kostete ein letztes Mal die fischigen Vorzüge meiner ersten Experiment-Woche aus: Thunfisch-Wraps (Rezept von muttimami) sind ja bekanntlich auch sehr lecker.

Das Wochenende stand ich also durch (zwischendurch gab es auch noch überbackenen Blumenkohl) und nun befinde ich mich in Woche zwei. Das bedeutet, dass ich nun vierzehn Tage vegetarisch leben muss. Ich habe aber zum Glück herausgefunden, dass ich nicht ganz auf Tiefkühl-Pizza verzichten muss (ja, auch ich habe manchmal keine Lust, zu kochen). Dr Oetker verwendet in seinen Pizzen kein tierisches Lab, das heißt also, dass ich immer noch eine relativ große Auswahl habe. :-)

Auch beim Thema Käse habe ich festgestellt, dass alles nicht so schlimm ist. Genügend große Hersteller bieten vegetarischen Käse an. Für Details gibt es diese Seite:

http://www.kaeseseite.de/kvege.htm

Ist zwar etwas nervig, immer mit einer Liste durch den Supermarkt zu laufen und zu gucken, ob der Käse, den ich mir kaufen möchte, wirklich vegetarisch ist, aber es ist besser, als gar keinen Käse zu essen.

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