In diesem Blog fassen wir sämtliche Überlegungen und Arbeitsschritte zu dem Brotbackhaus zusammen, das Daniel und ich in den nächsten Monaten errichten werden. In diesem Thread könnt Ihr alles ausführlich nachlesen – dieser Blog wird sich ausschließlich mit dem tatsächlichen Bau befassen, sämtliches Geplaudere und die Diskussionen werden hier weggelassen.
Der Plan: Die Backfläche soll ca. 70 x 124 cm groß werden, das reicht für ca. 8 Laibe Brot oder entsprechend viele Pizze. Der Backraum wird direkt befeuert, d.h. er wird über mehrere Stunden aufgeheizt, dann werden Glut und Asche entfernt und nach einer Hitzeverteilungspause von einer knappen Stunde das Brot gebacken. Um den Ofen herum wird ein Haus gebaut, und zwar vorwiegend aus Natursteinen. Damit greifen wir einen Baustil auf, der hier in der Gegend sehr verbreitet ist. Vor dem Ofen wird es einen Vorraum mit einer Sitzbank geben.
Insgesamt wird das Brotbackhaus eine Länge von 377 cm haben, die Breite wird bei 175 cm liegen, der Vorraum wird 245 cm breit. Wie das Dach gedeckt wird, ist noch offen, doch vermutlich wird es auf Holzschindeln hinauslaufen. Da wir in einem Mietshaus leben, möchten wir den Ofen so anlegen, daß wir ihn bei einem Umzug ggfs. mitnehmen können, deshalb wird der Ofen auf einer Betonplatte errichtet.
Die Kosten: Wir haben uns in den Kopf gesetzt, daß wir 1000 Euro nicht überschreiten möchte – doch schon beim jetzigen Stand ist klar, daß dieser Wunsch illusorisch ist. Dennoch versuchen wir, möglichst viel Material kostenlos oder sehr günstig zu bekommen. Über die Kosten werden wir selbstverständlich berichten. Nicht einrechnen werden wir natürlich die Arbeitszeit und Fahrtkosten.
Am teuersten werden Ofentür, Aschekasten und Zugklappe, hier möchten wir keine Kompromisse eingehen. Die Bruchsteine versuchen wir gegen Trinkgelder zu bekommen. Es handelt sich um Abfallprodukte aus Steinbrüchen. Anstatt teurer Schamotte-Steine werden wir alte Vollziegel für den Backraum verwenden. Teuer werden noch Mörtel, Holz für den Dachstuhl und der Dachbelag.
Neben den Kosten werden wir auch die benötigte Arbeitszeit aufführen.
Als Arbeitsgrundlagen machen wir nur einfache Bleistiftskizzen wegen der Maße, zumal sich vieles erst im Laufe der Bauphase ergeben wird, womit detaillierte Pläne hinfällig würden. Doch für Euch werden wir die wichtigsten Pläne im Nachhinein zeichnen und einstellen.
Über viele Wochen sind Daniel und ich über Land gefahren, um Abbruchhäuser zu entdecken, haben auch diverse Kies- und Bauschuttgruben aufgesucht, doch ohne Erfolg. Doch dann fuhren wir zu einem großen Abbruchunternehmen, und die nannten uns sofort eine Abbruchstelle, wir dürfen uns bedienen.
Das war unsere Ausbeute: Ca. 250 Vollziegel in verschiedenen Formaten, Gesamtgewicht knapp 1,5 Tonnen:

Im Bauschutt entdeckten wir noch diese unversehrte Marmor-Fensterbank. Das wird eine schöne Sitzfläche im Vorraum:
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Bei der Gemeinde haben wir gefragt, ob wir den Ofen an dieser Stelle überhaupt bauen dürfen. Am wichtigsten war dem Bürgermeister, daß unsere Nachbarn mit dem Projekt einverstanden sind, und so konnten wir mit den Arbeiten beginnen.
Der Bezirkskaminkehrer hat uns nicht nur feuerpolizeiliche Hinweise gegeben (z.B. daß der Ofen mindestens 15 Meter vom nächsten Nachbarhaus entfernt sein muß), sondern uns auch einige Steinbacköfen in der Gegend genannt. Die haben wir alle besichtigt (darunter einen uralten, neu renovierten) und uns von den sehr hilfbereiten Ofenbauern Tips geben lassen.
Apropos Tips: Wir sind gänzlich unerfahren im Mauern (vor allem aus Natursteinen), Ofenbauen, Dachstuhlerrichten, Brotbacken im Steinbackofen. Hier können wir jedoch auf viele reizende Nachbarn zurückgreifen: Ein Nachbar ist gelernter Maurer und wird uns einweisen. Ein anderer Nachbar gab uns Hinweise zur Betonplatte und dazu, wie der Ofen ggfs. umgesiedelt werden kann. Ein CK-Freund kennt einen Ofenbauer, der uns Tips geben kann. Und holzofenbrotbackende Menschen, bei denen wir hospitieren können, kennen wir mittlerweile auch so einige.
Zunächst haben wir die Position des Ofens im Garten festgelegt und mit dem Aushub begonnen, wobei uns die Wurzeln der benachbarten Linde viel Schweiß gekostet haben.
Daniel beim Rasenentfernen:

So ist der Stand am 2. Juni 2010:

Am 5. Juni 2010 haben wir den Aushub für das Fundament fertiggestellt - man möchte es kaum glauben, aber insgesamt sind dafür ca. 20 Arbeitsstunden draufgegangen.

Der schmalere Teil im Hintergrund wird der Backraum, vorne der Vorraum.
Herzlich – Hias & Daniel
Arbeitsstunden bisher: 20
Kosten bisher: 0,-










