JoelaAdelhovens Blog
Die gläserne Küche

Treue

Zwar hat der Himmel mein Jammern erhört und heute scheint die Sonne. Aber hiesiges frisches Grün ist noch lange nicht zu erkennen. Außer Rasen. Solange öffne ich hin und wieder ein Glas, das mir unerwartet geschmacklich und qualitativ treu geblieben ist.

Dafür hatte ich im Januar ein paar Spitzkohl-Rezepte von hier genommen, sie untereinander vermischt und vervielfacht.

1 kg HACK hatte ich mit Zwiebeln, SPECK, KÜMMEL, 2 Tl scharfem PAPRIKA, frisch gemahlenem PFEFFER und KNOBLAUCH angebraten. Dazu kamen  2 in feine Streifen geschnittene SPITZKOHL, 1 1/2 kg in Spalten geschittene KARTOFFELN und 3 Tl SALZ. Das alles habe ich mit 1 1/2 l Brühe aufgefüllt (keine Suppe, nur gerade so bedeckt lassen!) und so lange köcheln lassen, bis die Kartoffeln noch nicht ganz durch waren, also kurz.

Gute 10 Minuten vor Ende der Garzeit habe ich in einem Topf mit Essigwasser die Deckel und Gummiringe der Einmach-Gläser in Essigwasser noch mal frisch ausgekocht, klar gespült und somit etwas keimarmer gemacht.

Dann habe ich auf die Deckel der Weckgläser die Gummiringe gefriemelt, mir die Finger verbrannt, die Gläser geschlossen, Klammern angebracht und alles 90 Minuten (alles, wo Kartoffeln drin sind, soll 1 1/2 Stunden einkochen) in meinen Einkochtopf auf 100 Grad eingekocht.

Ich bin dazu übergegangen, alle Gewürze und auf jeden Fall gemahlene Gewürze zum Einkochen immer im Bratfett mit anzubraten. Also nicht nur kurz vor Ende ins Kochgut. Weil Fett heißer wird als Wasser und ich somit hoffentlich ein paar Keime mehr eliminieren kann. Außerdem duften manche Gewürze beim Braten so schön.

Anscheinend bleibt mir so einiges besser erhalten.

Liebe Grüße

Joela

 

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Zwischenzeitlich

Nicht nur die sich hinschleppende Grippe, auch dass sich hin und wieder ein Einmach-Glas öffnet aus einer Reihe, wo ich es nie vermutet hätte, schlägt mir auf den Magen und vertreibt auch noch das letzte Restchen Lust auf alles.

Irgendwie ist eine Saisonzwischenzeit, in der das hiesige Wintergemüse langsam pappig wird und das frische Frühlingsgemüse aus allen Ecken Süd-Europas herangekarrt werden muss und eben nicht mehr frisch ist.

Vielleicht ist ist es frisch, aber ich will verlernen im Dezember Erdbeeren zu essen und im März Pflaumen.

Dabei bin ich weder konsequente Umweltschonerin noch das Gegenteil: Denn bei dem Stress, den ich mir dann antun würde, wäre der Giftausstoß für meine direkte Umgebung zu groß.

Und das, womit man solange den Speiseplan flicken kann und wohlig was in den Bauch bekommt ohne besonders viel Grünzeug (Pizza, Pasta, Quiche, Gratin) das löscht das Wohlbefinden gleich wieder aus, wenn ich im Spiegel seh, was es sonst noch mit meinem Bauch macht: Ich wollt doch was abnehmen.

Ich warte auf den Frühling.

Liebe Grüße

Joela

 

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Alles nur geklaut und banal

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Meine Rezepte sind so banal, dass ich mich nicht traue, sie nieder zu schreiben. Außerdem ist keins von mir.

Mein Ziel ist nur, alles ins Glas zu kriegen.

Von diesen Gläsern haben meine Jungs besonders schnell den Inhalt wieder rausgekriegt, weil es einfach geschmeckt hat:

Auf 2 kg HACK habe ich 3 kg TOMATEN genommen.  Und zwei Tuben TOMATENMARK. (Ich warte auf den Sommer! Dann weiß ich endlich, was ich mit den sonnenreifen Tomaten machen werde: Sugos!)

Bei Bio-Tomaten bleibt die Schale dran, einfach in die Küchenmaschine damit. Dann wellt und pellt sich nichts mehr.

Das Drumherum weiß doch jeder am besten: Grünzeug, italienische Kräuter, einen feinherben Roten, ein klein wenig Zucker. Da muss ich doch nichts mehr zu sagen. Die Datenbank ist voll davon. Nächstens will ich geriebene Orangenschale zugeben. (Fällt denen ohnehin nicht auf.)

Und dann werde ich in Zukunft noch Rote-Bete-Saft zugeben, das ist hier geraten worden, dieser soll das Rot noch schöner halten, und das glaube ich.

Das Ganze habe ich dann fein einkochen lassen im Topf, entgegen meiner alten Gewohnheit, wo Garzeiten  in Minuten gemessen wurden, diesmal in Stunden. Auf kleiner Flamme. So habe ich es hier gelesen. Mehr als zwei habe ich nicht fertig gebracht. Und trotzdem: Rühren, rühren, rühren.

Danach habe ich das Sugo in Halb-Liter-Gläser verteilt und 75 Minuten auf 100 Grad eingekocht.

Und was so brav einkocht, braucht auch kein Bindemittel mehr, selbst beim Einkochvorgang entweicht Flüssigkeit. Nicht nur Luft. Diese Konsistenz kriegt kein Mehl und Mais hin.

So gut ist noch kein Tomatensugo angekommen. Wenn sich angeblich bei manchen Gerichten der Geschmack der Zutaten besser verbindet, je länger sie auf dem Herd sind, dann stimmt das hier.

Die acht Gläser aus der ersten Runde waren so schnell weg, dass sie sich dran überfressen haben. Diesem Umstand habe ich zu verdanken, dass ich die Gläser aus der zweiten Runde länger beobachten darf. Die Güte scheint auch besser zu werden. Sagen meine Jungs und das sind die schärfsten Beobachter meiner Aktion.

Die größten Dinge sind einfach.

Liebe Grüße

Joela

 

 

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Der Ernstfall

kommt manchmal schneller als man denkt: mein Unwohlsein entpuppte sich als beginnende Lungenentzündung.

Jetzt einfach nur mal Zupppp machen können, Glas aufmachen und ein Süppchen in die Mikrowelle, dann anschließend mit Hund an den Füßen aufs Sofa: so hatte ich mir das vorgestellt. (Der Hund auch.) der Hund

Tante google quatscht wie immer viel zu viel was Nährstoffversluste beim Einkochen angeht und mir fehlt die Fähigkeit, sie am Wesentlichen zu packen. So ist das immer mit geschwätzigen Tanten, die plötzlich die Sprache verlieren, wenn es ans Eingemachte geht: Das Wichtigste ist unter Ausschluss der Öffentlichkeit, gerade bei den Mitteilsamen.

Ganz anders, wie immer, seriös, die WeckBibel, die sich darüber ausschweigt, wobei man davon ausgehen kann, dass gerade hier keine Antwort  eine Antwort ist.

Wenigstens bleibt mir für heute die Gewissheit, dass meine selbstgekochten Suppen einfach besser schmecken.

Und wenn mir nachher die Arbeitswelt meine Leute ausgehungert vor die Füße spuckt, dann kann ich sie lässig an ein Glas verweisen, für jeden eins nach seinem Geschmack. Noch ist keine große Wahl vorhanden, aber für den Notfall muss das jetzt wirklich mal reichen.

So, ich soll heute gar nichts machen, meint der Doc.

Liebe Grüße

Joela

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Verluste

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Linsen-Curry

So, für die Vegetarierin im Dauerstress hatte ich vor zwei Wochen ein Linsen-Curry eingkocht. (Linsen, Kokosmilch, Möhren, viel Kurkuma, Brokkoli, Kartoffeln).

Und: die Gläser gehen langsam aber sicher, eins nach dem anderen auf. Obwohl ich sie laut Weck-Bibel 90 Minuten eingekocht hatte. Es waren allerdings auch Cashews drin. Ob die da irgendwie mit dem Gemüse eine ungesunde Verbindung eingangen sind?

Das ist ärgerlich, weil ich nur gute Zutaten hier auf dem Markt kaufe, viel Bio, gutes Geld dafür ausgebe. Es ist ärgerlich wegen der Arbeit.

Es ist ärgerlich, weil es keiner von meinen Leuten bemerken darf, sonst kann ich erstmal einpacken mit dem Einkochen.

Konnte die Gläser diskret entsorgen.

Ich überlege, ob ich Hülsenfrüchte, so wie ich es hier gelesen habe, nach zwei Tagen nochmal für 20 Minuten einkochen soll. So könnte man die letzten Keime, die beim ersten Abkochen nicht abgetötet worden sind, auch noch kriegen.

Aber was bleibt dann Lebendiges von meinem Essen übrig? Werde gleich mal Tante google fragen. Mal sehen, ob ich was über Nährstoff- und Vitaminverlust rauskriege.

Aber vielleicht will ich das gar nicht wissen.

Habe gestern Orangenkuchen nach einem Rezept von hier gebacken (geniales Rezept!) und 1/2 l-Gläser genommen. Bis jetzt hatte ich für dieses Rezept die kleinen Viertelliter-Gläser genommen. Sieht dann aus wie zu groß geratene Muffins, ist aber praktisch zum Mitnehmen und für eine Portion.

Dadurch, dass die Gläser etwas höher im Backofen standen, eben weil sie größer sind, sind sie mir einen Kick zu braun geworden. Und dass bei einem Rezept, dass ich verdoppelt hatte.

Ich hasse es, wenn ich Essenssachen verderbe.

Liebe Grüße

Joela

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