... ist ausgebrochen – kein Wunder, denn die Tortilla-Spezialitäten sind einfach, abwechslungsreich und lecker!
Tex-Mex-Küche - so nennt sich die Kombination aus mexikanischem Kochstil und texanisch/amerikanisch unkompliziertem „Fastfood“. Hauptakteure dieser neuen Esskultur sind Chilis, Fleisch, Bohnen und Tortillas. Letzteres sind Teigfladen, die aus Weizen- oder Maismehl, Wasser, Salz, häufig auch mit ein wenig Schmalz oder Öl hergestellt werden und zu den typischen Grundnahrungsmitteln der mexikanischen Küche zählen. Tortillas werden in den verschiedensten Varianten befüllt, gerollt oder gewickelt und begeistern vor allem durch ihre schnelle unkomplizierte Zubereitung. Zudem bieten sie eine Vielfalt an Geschmacksversionen, je nach Inhalt und Verarbeitung wird die Tex-Mex-Spezialität dann Wrap, Fajita, Burrito, Chimichanga, Quesadilla, Taco oder Enchilada genannt. Welcher Name für welches Gericht steht, wie das einfache und unglaublich köstliche Fingerfood hergestellt wird sowie passende Rezeptvorschläge erfahren Sie im Folgenden!
In der Tex-Mex-Küche werden grundsätzlich die Mais- von den Weizentortillas unterschieden. Wie der Name schon sagt, werden Maistortillas aus Maismehl (Masa Harina) hergestellt und sind von einer festeren Konsistenz, als die aus Weizenmehl gemachten weichen und auch in kaltem Zustand biegsamen Weizentortillas. Letztere sind vor allem in Nordmexiko sowie den USA beliebt und größer als eine Maistortilla, die hingegen im Süden Mexikos eine wichtige Rolle spielt.
Das Grundrezept für beide Varianten ist recht einfach, allerdings macht das Ausrollen etwas mehr Arbeit, denn die Fladen müssen schön dünn sein. Es besteht aber auch die Möglichkeit, fertige Tortillas zu kaufen und sie anschließend kurz in der Mikrowelle, im Backofen oder in einer Pfanne ohne Öl zu erwärmen. Während die aus Weizenmehl hergestellten Fladen sich sowohl warm als auch kalt rollen lassen, werden die in Öl angebratenen Maistortillas erst weich und innerhalb weniger Minuten hart und knusprig.
Die jeweilige Verwendung, Befüllung und Weiterverarbeitung macht aus einem einfachen Tortillafladen dann die unterschiedlichsten Tex-Mex-Spezialitäten:
„To wrap“ ist das englische Wort für wickeln bzw. einhüllen. Der Wrap ist mit das bekannteste Tex-Mex-Produkt. Hierfür werden weiche warme oder kalte Weizentortillas verwendet, die man nach Lust und Laune mit Gemüse, Salat, gebratenem Fleisch, Salsa oder Sauerrahm füllt und anschließend rollt. Die Rezeptvielfalt für Wraps ist nahezu unbegrenzt, denn für die Füllung gibt es keine festen Regeln. So können durchaus auch kalte Speisen wie Schinken, Käse, Thunfisch, Shrimps sowie die verschiedensten Saucentypen, eben ganz nach Geschmack und Vorrat im Kühlschrank, verwendet werden!
Kleiner Tipp: Der Tortillafladen sollte nicht ganz befüllt werden, sonst lässt er sich schlecht rollen. Am besten gibt man nur auf 2/3 der Tortilla mittig etwas von der Füllung und beginnt dann von einer Seite einzurollen. Der Wrap kann auch von unten eingeschlagen werden, so läuft der Inhalt nicht heraus. Zudem in eine Serviette geschlagen ist der Wrap ein tolles Fingerfood, das jedes Partybuffet bereichert!
Ganz ähnlich den Wraps sind Fajitas gerollte bzw. gefaltete Weizentortillas mit Füllung. Vorrangig wird hier Rind-, Schweine- oder Hühnerfleisch in Streifen geschnitten und mit Chilis, Zwiebeln und Paprika angebraten. Das Ganze wird gerne in einer Pfanne serviert, sodass jeder seine Tortillas selbst am Tisch zubereiten kann. Beilagen sind saure Sahne, Guacamole, Salsa, Salat, Tomaten und Käse, die individuell dazu gegessen oder mit zur Füllung gegeben werden können.
Kleiner Tipp: Gerne wird der Tortillafladen zuerst mit Guacamole und Salsa bestrichen, bevor die weiteren Zutaten in die Mitte gegeben werden. Die saure Sahne/Créme fraîche wird ganz am Schluss über der Füllung verteilt, manch einer gibt immer wieder während des Essens ein wenig davon auf den Fladen, um eine eventuell zu scharf gewürzte Mischung zu mildern. Fajitas werden am liebsten gefaltet, dafür schlägt man erst die untere Seite ein, anschließend werden die beiden seitlichen Ränder nach innen geklappt.
Dieser mexikanische Snack wird ebenfalls aus weichen Weizentortillas hergestellt. Der Inhalt besteht meist aus Bohnen (oder einem Bohnenpüree), Hackfleisch, Reis, Tomaten, Avocado und Käse. Auch hier kann es Abweichungen in der Zutatenliste geben, so essen viele den Burrito mit Salat in der Füllung. Grundsätzlich wird dieser gedämpfte und anschließend gerollte Tortillafladen fertig gefüllt serviert. Wird ein Burrito wie eine chinesische Frühlingsrolle kross frittiert, nennt man ihn auch „Chimichanga“.
Kleiner Tipp: Auch hier eignen sich Guacamole, Salsa und saure Sahne als Saucen, die einfach als Beilage dazu gereicht werden. Viele Burritos werden inzwischen auch ohne die Reisfüllung gemacht, dieser kann ebenfalls einfach mit auf dem Tisch stehen, sodass jeder nach Belieben zulangen kann.
Hierfür verwendet man weiche Maistortillas. Diese werden mit einer Mischung aus Fleisch, Gemüse und Chili gefüllt und eingerollt. In einer Auflaufform werden sie mit einer Salsa übergossen und anschließend im Ofen gratiniert oder mit Käse überbacken. Als Beilagen eignen sich auch hier Reis oder Salat, Créme fraîche wird ebenfalls gerne als „Entschärfer“ dazu gereicht.
Kleiner Tipp: Sehr beliebt sind in Mexiko auch braune scharfe Saucen mit Kakaopulver, Mole genannt. In unseren Breitengraden hat sie sich noch nicht so durchgesetzt, eine Salsa wird meist vorgezogen. Dennoch, wahre Enchilada-Fans sollten dieses typisch mexikanische Saucenrezept einmal ausprobieren!
In der Tex-Mex-Küche sind gefüllte harte Maistortillas der absolute Renner und werden Tacoshells genannt, da sie wie eine aufgeklappte Muschel aussehen. Auch bei dieser Variante kann der Inhalt variieren, ganz authentisch sind sie jedoch mit Bohnenpüree, Hack, Tomaten und Zwiebeln. Reis, Salat oder Oliven werden gerne als Beilage gereicht. Allerdings ist dies nur die beliebte amerikanische Variante, denn typisch mexikanische Tacos sind aus weichen Tortillas und lassen sich rollen – diese werden in den USA dann aber wieder Burritos genannt.
Kleiner Tipp: In beiden Ländern sowie in der Tex-Mex-Küche gleichermaßen beliebt sind übrigens Tortilla-Chips, die bei uns auch als Nachos bekannt sind. Diese lassen sich aus Resten von Tortillafladen zubereiten. Dafür schneiden Sie die Tortillas in dreieckige Stücke und geben Sie für einige Sekunden in die Fritteuse oder eine Pfanne mit heißem Öl. Danach mit warmer Käsesauce oder Salsa genießen!
Dies ist die einzige Tortilla-Variante, die nicht gerollt oder gefaltet wird. Wie der Name schon vermuten lässt, sind Quesadillas ganz einfach Käse-Tortillas (queso=Käse). Hierfür verwendet man Weizenmehltortillas, die, während man sie in einer trockenen Pfanne erwärmt mit Käse bestreut werden. Ist dieser geschmolzen, wird ein zweiter Tortillafladen auf den Käse gelegt und angedrückt. Das Ganze in der Pfanne wenden und anschließend wie eine Pizza in beliebig große Dreieck-Stücke schneiden – fertig!
Kleiner Tipp: Dies ist nur die Grundvariante, natürlich sind Ihnen bei der Zubereitung und Befüllung Ihrer Käsetortillas keine Grenzen gesetzt. Guten Appetit!
Wenn Sie wissen möchten, welche Weine zur Tex-Mex-Küche passen, in diesem Artikel unseres Content-Partners DWI finden Sie wertvolle Tipps!