Coca - Cola ist das Kultgetränk seit Generationen - und das nicht nur in Amerika oder hier in Deutschland, sondern weltumspannend.
Im Lexikon kann man lesen: „Limonade aus Zuckersirup mit Extrakten der Frucht des Kolanussbaumes mit geringem Koffeinzusatz“.
Trotz dieser etwas nüchternen Erklärung steht Coca - Cola unumstritten für den amerikanischen Mythos schlechthin - und wie Kaugummi, Jeans oder Rock 'n' Roll prägte die braune Brause aus den USA das Lebensgefühl ganzer Generationen. "Alle Welt trinkt Coca-Cola", sangen bereits in den 30er-Jahren die Comedian Harmonists.
Ursprung und Werdegang
Das Erfrischungsgetränk aus Atlanta gilt als Vorreiter der Globalisierung und eine der ersten weltumspannenden Marken. In mehr als 200 Ländern löschen heute die Menschen ihren Durst mit einer Coke.
Dabei begann alles fast medizinisch: 1886 entwickelte der Apotheker John S. Pemberton in Atlanta einen Sirup gegen Kopfschmerzen und Müdigkeit, der mit Soda zur Coca-Cola aufgemischt wurde. Die genaue Rezeptur, Cola besteht aus Wasser, Zucker, Kohlensäure, Lebensmittelfarbstoff, Aromen und Koffein, ist wohl weiterhin eines der best gehüteten Firmengeheimnisse. Der Name wurde ursprünglich abgeleitet aus den Zutaten Kokablatt (englisch: coca leaves) und Kolanuss (englisch: cola nut).
Vor 76 Jahren wurde die Cola erstmals auf den deutschen Markt gebracht. Am 8. April 1929 wurde in Essen die erste Cola-Flasche in Deutschland abgefüllt, ein Jahr später die Coca-Cola GmbH gegründet. Nicht ganz unumstritten war die Rolle Coca-Colas in Deutschland zur Zeit der Nationalsozialisten, als Geschäftsführer Max Keith nicht nur gute Kontakte zu den damaligen Machthabern pflegte, sondern auch 1936 die Berliner Olympiade mit der US-Brause belieferte. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Cola- Produktion wegen Rohstoffmangels immer schwieriger und schließlich 1942 ganz eingestellt.
Aber Not macht bekanntlich erfinderisch. Auf Molkebasis erfanden die deutschen Cola-Hersteller ein neues Produkt: Fanta, abgeleitet von Fantasie - heute eine Orangenlimonade. Erst vier Jahre nach Kriegsende wurde die deutsche Cola-Produktion wiederaufgenommen.
Die andere Cola
Immer wieder gab es Nachahmer. Nur sieben Jahre nach Pemberton, 1893, mixte der Apotheker Caleb Brandham aus North Carolina ein Getränk, das er Pepsi - Cola nannte - von Pep, weil es neuen Auftrieb verschaffte. Pepsi hat jedoch niemals das Image des Originals erreicht.
In der DDR machten Vita - Cola und Club - Cola das Rennen. Getränke, die im Rahmen der Ostalgie - Welle wieder gefragt sind. Seit dem Mauerfall 1989 gibt es Coca-Cola nun jedenfalls in ganz Deutschland - so wie es Billy Wilder in seiner Komödie "Eins, Zwei, Drei" schon fast 40 Jahre zuvor vorausgesehen hatte.
In dem Kultfilm mit Horst Buchholz will Cola - Filialleiter McNamara (James Cagney) noch vor dem Mauerbau vom damaligen Westberlin aus die amerikanische Brause im gesamten Ostblock vermarkten.
Zum Kult wurde auch die klassische kleine Konturflasche mit den legendär weiblichen Formen. Im Designlexikon "Look of the Century" aus dem Battenberg Verlag stellt der Autor Michael Tambini die Flasche in eine Reihe mit Diors Mode, Bauhaus - Möbeln und der Kunstform Art deco.
Als ihr Vorbild nahm die Root Glass Company aus Terre Haute im US-Bundesstaat Indiana 1915 die Kolanuss. Die Flasche, die sich im Laufe der Jahre kaum verändert hat, zählt zu den Werbeikonen mit dem größten Wiedererkennungswert weltweit. Den einprägsamen Schriftzug entwarf übrigens ein Design - Amateur: Frank Robinson, der damalige Buchhalter des Unternehmens.
Die andere Seite
Cola ist aber nicht nur Kult und Mythos vom sogenannten "american way of life". Ärzte und Ernährungswissenschaftler warnen immer wieder vor dem Genuss des süßen, koffeinhaltigen Muntermachers. So berge Cola erhebliche gesundheitliche Risiken. Bei übermäßigem Genuss soll die Limonade Knochenschwund und Diabetes verursachen. Und bei Kindern, die das braune Sprudelwasser besonders mögen, führt die Brause nicht selten zu Übergewicht und Karies.
Was vielen nicht bewusst ist: ein halber Liter Coca - Cola enthält soviel Zucker wie ca. 18 Stück Würfelzucker.
2001 verklagte der zuckerkranke Richter Hans-Josef Brinkmann aus Neubrandenburg die Hersteller von Limonaden und Süßigkeiten auf Schadensersatz und Schmerzensgeld. Der schwergewichtige Jurist wollte damit auch den Zusammenhang von Cola - Konsum und seiner Krankheit nachweisen. Einen Erfolg allerdings hat er nicht erzielt, weil wohl jeder wissen könne, dass Snickers, Mars und Cola in großen Mengen zu sich genommen Mengen, ungesund sei.
Aber wie dem auch sei - Coca - Cola ist heute ein Begriff, der überall auf der Welt sofort verstanden wird und wie es aussieht, hat der Mythos des 20. Jahrhunderts nichts von seiner Anziehungskraft und Beliebtheit verloren.
Ausgesuchte Cola Rezepte: