"Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen" – wer kennt den Spruch nicht? Doch wie steht es um unser Wissen zum Thema Ernährung? Ernähren wir uns gesund, vollwertig, ausgewogen? Was versteht man unter "gesunder Ernährung"?

Gut essen gehört zu den schönsten Dingen des Lebens und ist sehr wichtig für unsere Lebensqualität. Nach all den Skandalen um BSE, Genmanipulation und Hormonbehandlung ist es immer noch möglich, zu genießen und immer wichtiger, sich natürlich zu ernähren. Auch die Experten in Sachen Ernährung sind sich da einig. Unter gesundem Essen versteht man heute eine abwechslungsreiche, ausgewogene und frische Mischkost, die ruhig fantasievoll zubereitet sein darf. Es ist empfehlenswert, mehr pflanzliche als tierische Lebensmittel zu verwenden und lediglich geringe Mengen an Fett, Salz und Zucker. Viel Flüssigkeit ist unbedingt notwendig, dabei sind Wasser, Tees, Säfte und Ähnliches gemeint – Kaffee, alkoholische Getränke und gesüßte Limonaden gehören nicht dazu. Ernähren Sie sich zudem noch vielseitig und abwechslungsreich, mit genügend Muße, dann sind sie einer gesunden Ernährung schon recht nah!

Sich jeden Tag aufs Neue zu überlegen, was man seiner Familie kocht, bereitet nicht nur manchmal Kopfzerbrechen. Es muss frisch, gesund und schmackhaft sein. Schnell sollte es im Alltag auch noch gehen und das mehrmals am Tag - denn gerade mit drei großen und zwei kleinen Mahlzeiten sind wir optimal mit Energie, Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien versorgt. Das erste Frühstück sollte etwa 25%, das zweite 10%, das Mittagessen 30%, die Zwischenmahlzeit 10% und das Abendessen 25% des täglichen Energiebedarfes decken.
Damit die lebensnotwendigen Nährstoffe, Proteine, Fette und Kohlenhydrate ausgenutzt werden, ist es günstig, sie in einem bestimmten Verhältnis zuzuführen. Bei gesunden Erwachsenen beträgt der Anteil an der Gesamtkalorienzahl ca. 15% Eiweiß, 30% Fett und 55% Kohlenhydrate. Wichtig sind alle drei Bausteine, sie erfüllen im Zusammenspiel mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen lebenserhaltende Funktionen.

Immer wenn wir Hunger haben, ist unsere Energiequelle leer - leider können wir nur etwa 500 g Kohlenhydrate in Leber, Muskeln, Gewebe und Blut speichern. Das Gehirn signalisiert dann: Führ mir einfache (z. B. Zucker, Feigen) oder noch besser stärkehaltige Kohlenhydrate (wie Brot, Getreide oder Reis) zu. Wir benötigen sie, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Ist dieser abgesunken, verspüren wir außer Hunger gelegentlich ein leichtes Zittern. Kurzfristig benötigte Energie holen sich die Muskeln aus dem Blutzucker. Stärkehaltige, auch komplexe Kohlenhydrate genannt, sind vorteilhafter, da sie langsam aufgenommen werden und länger vorhalten. Zudem beeinflussen Kohlenhydrate unsere Stimmung: Sie sorgen für gute Laune, weil sie die Produktion des Glückshormons Serotonin anregen. Brot, Brötchen, Getreideprodukte, Nudeln und Kartoffeln sind besonders sättigend.
Ohne diese wichtigste Nährstoffgruppe ist kein Leben möglich.
Proteine
bzw. Eiweißstoffe sind die in den Zellen am häufigsten vorkommenden
Riesenmoleküle. Sie müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, da unser
Körper nicht alle Proteinbausteine selbst herstellen kann. Die
Hauptaufgabe ist es, die Zellen und das Gewebe zu bilden und stetig zu
erneuern - was besonders in der Wachstumsphase von Kindern von großer Bedeutung
ist. Eiweiße bauen Hormone und Enzyme auf und halten den osmotischen Druck, den Transport von
Stoffwechselprodukten und die Blutgerinnung aufrecht - ohne sie geht gar nichts! Milch, Käse und Fleisch enthalten Eiweißstoffe, die wir nicht selbst herstellen können.

Die Energie von Fett ist größer als bei Kohlenhydraten und Proteinen - daher kommt es bei übermäßigem Kosnum schneller zu Übergewicht. Grund dafür ist unsere unendlich große Speicherkapazität - was in gewissem Rahmen auch nützlich ist. Denn die Fette bilden direkt unter der Haut eine Schicht, die die Körperwärme speichert und die äußere Kälte fern hält. Zusätzlich beinhaltet das Gewebe die Vorstufe von Vitamin D. Außerdem wird hier Cholesterin produziert: Es sorgt für eine glatte und weiche Haut und bewahrt diese vor dem Austrocknen. Ein gewisses Fettpolster an den richtigen Stellen schützt vor allem unsere inneren Organe wie z. B. die Nieren. Ohne Fette könnte der Organismus die Vitamine A, D, E und K nicht verwerten, denn sie lösen sich nur in diesen Stoffen. Greifen Sie eher zu Pflanzenfetten und Ölen, denn diese sind reich an ungesättigten Fettsäure.
Nein - er macht vielmehr dick, denn er löst Hungergefühle aus. Züchter verwenden Süßstoff schon lange in der Schweinemast sogar als Appetitanreger, damit die Tiere mehr fressen und schneller zunehmen.
Es gibt neben unserem üblichen Haushaltszucker noch verschiedene Zuckerarten - Traubenzucker, Fruchtzucker, Malzzucker, Milchzucker usw. Der Gesetzgeber hat in der Zuckerartenverordnung jedoch lediglich die Saccharose, also den Rohr- bzw. Rübenzucker, als Zucker definiert. Alle weiteren Sorten sind dementsprechend kein Zucker. Die Lebensmittel, die mit ihnen hergestellt werden, können daher als "zuckerfrei" verkauft werden.
Es gab inzwischen mehrer Studien, die der Frage nachgingen, ob Vegetarier länger leben als Fleischesser. Das Ergebnis ist, dass bei Vegetariern wirklich ein geringeres frühes Sterblichkeitsrisiko festgestellt werden konnte. Allerdings konnte der Nachweis, dass die längere Lebenserwartung etwas mit dem Fleischkonsum zu tun hat, nicht erbracht werden. Es scheint eher so zu sein, dass Vegetarier nicht deshalb länger leben, weil sie kein Fleisch essen, sondern weil sie einen insgesamt gesünderen Lebensstil pflegen.

Ein einfacher Hamburger enthält nur halb so viel Kalorien wie z. B. eine Bockwurst und er liefert nur 30% seiner Energie in Form von Fett.
Diese Behauptung des Nobelpreisträgers Linus Pauling konnte selbst in sorgfältig durchgeführten Studien nicht bestätigt werden. Wir glauben halt gern daran.
Als ein Schweizer Physiologe den Eisengehalt von Spinat berechnete, war er von 100 g getrockneter Ware ausgegangen, die 35 mg Eisen enthielt. Da dieses Gemüse zu 90 Prozent aus Wasser besteht, bezog sich der Wert also auf ein Kilo Spinat. Ein einfacher Übertragungsfehler, unter dem Kinder heute noch leiden müssen.
Bei vielen Diäten werden kaliumreiche Speisen wie Reis und Gemüse empfohlen. Kalium wirkt im Körper als Gegenspieler des Natriums, das im Kochsalz enthalten ist und Wasser bindet. Dieser Diättrick ist nicht nur billig, sondern riskant, da aus dem Körper Wasser ausgeschwemmt wird.
Bei diesen "abgespeckten" Nahrungsmitteln wird Fett durch Ersatzstoffe vertreten. Doch Studien zeigen, dass der Hunger nur auf einen späteren Zeitpunkt verschoben und dann noch mehr gegessen wird. Diese Produkte machen also nur den Geldbeutel leichter.

Nach amtlichen Angaben nimmt man mit 100 g Salat 1,23 g Eiweiß, 1,10 g Kohlenhydrate sowie 1,52 g Ballaststoffe zu sich. Mit 0,22 g Fett ist er ziemlich mager. Unter den enthaltenen Mineralstoffen finden sich aber satte 250 Milligramm Nitrat. Das ist echt Spitze - wenn man ihn als Düngemittel einsetzt.
Der Kaloriengehalt dieser beiden Fette ist fast identisch: 100 g Butter enthalten 754 Kalorien, 100 g Margarine 722 Kalorien.
Eindeutig nein! Denn der Körper schaltet dann auf "Sparflamme" um und verbraucht weniger Kalorien. Bei einer ausgewogenen Ernährung dagegen muss der Körper "arbeiten", um die Nahrung zu verdauen. Das kostet Kalorien und führt zur Gewichtsabnahme. Und zwar schneller, als wenn man gar nichts isst!
Dafür fehlt es bislang an einem Beweis. Viele Menschen leiden, vor allem nach dem Verzehr von Körnern, unter heftigen Verdauungsbeschwerden bis hin zu Magen-Darm-Entzündungen. Dafür sind bakterielle Zersetzungsprozesse im Darm verantwortlich. Es entstehen giftige Gärungsalkohole, die eine ausgezeichnete Nahrung für Pilze und Bakterien sind und auf lange Sicht das Immunsystem im Darm schädigen können.
Der Mensch isst in seinem Leben etwa hunderttausendmal. Wir Erwachsenen nehmen in Form von Speisen und Getränken jeden Monat in etwa unser eigenes Körpergewicht zu uns. Das macht Jahr für Jahr eine ganze Tonne. In den letzten 100 Jahren haben sich jedoch nicht nur unsere Essgewohnheiten geändert, sondern auch die Nahrungsmittel sind nicht mehr das, was sie mal waren. Kein Wunder also, dass es zum Thema Ernährung reichlich Fragen gibt.

Pflanzen mit einer veränderten Erbsubstanz sind zwar resistent gegen Bakterien und Unkrautvernichtungsmittel, die gesundheitlichen Risiken für den Menschen sind aber keineswegs abschätzbar. Es wird befürchtet, dass der pflanzliche Stoffwechsel durch die eingebauten Gene verändert wird und damit Substanzen entstehen können, die für Mensch und Umwelt schädlich sind. Vermutlich kommt es so zu Antibiotika-Resistenz.
Aus Wasser, Luft und Boden nehmen Gemüse, Obst und Salat vor allem Schwermetalle und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf. Es ist aber nicht zu empfehlen, deshalb auf sie zu verzichten. Im Gegenteil: Salat, Gemüse und Früchte sind verdauungsfördernd, stärken die Abwehrkräfte und schützen so wiederum vor Umweltbelastungen.

Beim konventionellen Anbau wird eine Vielzahl von Chemikalien eingesetzt - Mittel gegen Unkraut, Schädlinge und Pilzbefall. Sie alle hinterlassen natürlich Spuren im Grünzeug. Gemüse aus kontrolliertem Anbau wird dagegen organisch gedüngt und nicht gespritzt. Bio-Ware enthält so gut wie keine Rückstände von Pflanzenschutz- und Düngemitteln, aber genauso viele Nährstoffe wie konventionell angebaute.
Frische Produkte sind besser. Durch Erhitzen und Einlegen in Wasser oder Öl verliert das Gemüse nicht nur an Farbe und Geschmack, sondern auch an Vitaminen und Mineralstoffen.
Es gibt Vitamine, wie z. B. das Vitamin A, die nur durch Fett gelöst und erst so wirksam werden können. Viele Köche bereiten aus diesem Grund Möhren mit Butter zu, um in den Genuss dieses Vitalstoffs zu kommen. Tatsache ist, dass wir auch so genug versteckte Fette zu uns nehmen - es ist also nicht nötig, Gemüse mit fettlöslichen Vitaminen in Fett zu garen.
Sie gehören zu den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen. Es gibt kein Gewächs, in dem nicht in irgendeiner Form Flavonoide enthalten sind. Sie verstärken vor allem die Wirkung von Vitamin C, wirken antibiotisch auf Bakterien und attackieren die Außenwände von Viren, damit sie uns nicht mehr schädlich werden können. Auch im Rotwein sind Flavonoide enthalten, die vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Den Inhaltsstoff kann man auch durch reinen Traubensaft aufnehmen.

Ja, sie enthält Nährstoffe, die der Mensch zum Leben braucht. So werden etwa zwei Drittel des täglichen Kalziumbedarfs bereits durch einen halben Liter Milch gedeckt. Die Aminosäuren des Milcheiweißes sind wichtig für den Zellaufbau und können vom Körper nicht selbst gebildet werden. Milchzucker hält die Darmflora in Schwung.
Die Farbe hängt von der verwendeten Mehlsorte ab. Helles Weißbrot enthält mind. 90 Prozent Weizenmehl. Mischbrot besteht aus Roggen- und Weizenmehl, wobei der Weizenmehlanteil bei 50 bis 89 Prozent liegt. Das aromatische dunkle Roggenbrot wird vorwiegend aus Roggen gebacken. Allerdings werden in der modernen Lebensmittelindustrie auch Farbstoffe eingesetzt - fragen Sie am besten beim Bäcker nach!
Ja, das ist ratsam. Es genügt nicht, die befallenen Stellen großzügig abzuschneiden, denn die Giftstoffe wandern im Brot unsichtbar weiter.
Dieses Obst enthält das Enzym Bromelain, das die Fähigkeit besitzt, Nahrungseiweiß aufzuspalten und dadurch die Eiweißverdauung so richtig in Schwung zu bringen. Allerdings hat nur der frische Saft reifer Früchte diese wunderbare Wirkung. Achten Sie deshalb beim Kauf darauf, dass die Ananas bei vorsichtigem Drücken leicht nachgibt. Ein weiteres Zeichen für den richtigen Reifegrad ist der herrlich aromatische Duft.
Rohmilch ist weder erhitzt noch in der Molkerei behandelt worden und darf ab Hof nur unter besonderen Hygienevorkehrungen abgegeben werden. Sie muss vor dem Genuss unbedingt abgekocht werden. Kleinkinder und Schwangere sollten wegen des Keimgehaltes ganz darauf verzichte

Reis hat im Vergleich zu anderen Getreidesorten nur einen durchschnittlichen Gehalt an Mineralien sowie Kohlenhydraten und weist weniger Eiweiß auf. Dafür stecken in 100 g Reis sechs Milligramm des Vitalstoffs Niacin. Dieses Vitamin B 3 hemmt den Fettstoffwechsel und sorgt dafür, dass weniger Cholesterin in den Blutkreislauf gelangt.
Immer noch fließen Abwässer ungeklärt ins Meer und verschmutzen so das Wasser mit Schwermetallen wie Blei und Kadmium sowie Rückständen aus Herbiziden und Pestiziden. Auch das giftige Dioxin ist hin und wieder in Fischen zu finden. Doch die Belastung liegt unterhalb der gesetzlichen Höchstgrenzen. Ernährungswissenschaftler empfehlen zwar häufiges Fischessen, doch Schwangere sollten auf den Verzehr von rohem Fisch verzichten und die stärker mit Quecksilber belasteten Arten, wie Hai, Aal, Heilbutt und Thunfisch sogar ganz meiden.
Werden sie in sauberem Wasser aufgezogen und gehalten, sind Teichfische wie Karpfen, Hecht, Wels, Zander oder Schleie weniger belastet als Fische aus dem Meer.
Möglichst gar nicht! Frischer Fisch sollte noch am Tag des Erwerbs zubereitet werden. Zumindest aber muss er kühl gelagert werden. Im Kühlschrank darf er maximal zwei Tage liegen. Tiefgefrorene Ware hält sich bis zu fünf Monaten.

Wie gesund ein Müsli ist, hängt ganz von seiner Zusammensetzung ab. Am gesündesten ist eine selbst zubereitete Mischung aus vollem Korn ohne Zucker und ohne geschwefelte Trockenfrüchte. Einfach mit Milch oder Joghurt und frischem Obst mixen. Da ist alles drin, was der Körper braucht.
Rohe grüne Bohnen enthalten ein Gift (Phasin), das erst unter Hitzeeinwirkung zerfällt und unwirksam wird. Deshalb sollte dieses Gemüse immer zwölf bis 15 Minuten in wenig Wasser gegart werden. Phasin ist ein giftiges Glycosid, ein Eiweiß in Hülsenfrüchten. Beim Erhitzen zerfällt das Eiweiß, so dass die Hülsenfrüchten genießbar werden.
Heute bezeichnet man sie auch als Faserstoffe. Definiert werden sie als Nahrungsbestandteile pflanzlicher Herkunft, die unserer Verdauung widerstehen. Im Dickdarm werden die Faserstoffe zwar noch teilweise von Bakterien zerlegt, aber für eine Aufnahme in den Körper ist es dann bereits zu spät. Daher gehören Ballaststoffe eigentlich gar nicht zur Ernährung, weil sie ja vom Körper nicht aufgenommen werden. Trotzdem sind sie für die Erhaltung der Gesundheit unentbehrlich. Sie regen die Vermehrung der Nutzbakterien im Dickdarm an und senken seinen Säuregehalt. Das vermindert das Risiko, an Geschwüren und Krebs zu erkranken. Außerdem sind sie Träger von wichtigen Vitaminen. Die Wissenschaftler empfehlen darum jedem, täglich etwa 30 g Ballaststoffe zu sich zu nehmen.
Honig ist ein beliebter Brotbelag und eignet sich auch gut zum Süßen von Desserts, Kuchen und Gebäck. Er besteht zu 80 Prozent aus Zucker. Die geringen Spuren an Vitaminen, Enzymen und Mineralstoffen machen ihn nicht empfehlenswerter als Zucker. Honig sollte nicht in großen Mengen genossen werden.

Hülsenfrüchte bestehen zu mehr als 20 Prozent aus Eiweiß - kein pflanzliches Lebensmittel hat mehr davon. Sie sind also eine echte Alternative zum Fleisch. Ein Linseneintopf ist mit seinem Eiweißgehalt so wertvoll wie ein Steak. Dazu kommen noch wichtige Vitalstoffe wie Mineralien, Spurenelemente und Ballaststoffe. Bis auf Sojabohnen enthalten die Hülsenfrüchte kein Fett.
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