Essen mit den Fingern ist "In", denn Fingerfood ist in aller Munde. Also alles ganz neu? Ein weiterer Modetrend? Weit gefehlt.
Das Essen mit Messer, Löffel und Gabel dürfte dann schon eher als neuzeitlich angesehen werden, denn diese Ess-Technik steckt mit gerade mal knappen 1000 Jahren noch in den Kinderschuhen. Und bis heute gibt es sehr viele Kulturen, die ihre Esswerkzeuge immer mit sich herumtragen – die Hände, speziell die Finger.
Historie
Wenn man es historisch betrachten will, so hat das Speisen mittels Essbesteck eine viel kürzere Tradition als allgemein angenommen. Das Messer war seit frühester Zeit Begleiter der Menschheit, dann kam der hölzerne Löffel hinzu. Die Gabel hatte wohl den schwersten Stand, sich einen Platz bei Tische zu erobern, galt sie doch als schockierende Erfindung, gotteslästerlich und dem Spott ausgesetzt.
Selbst der kämpferische Martin Luther klagte: Gott behüte mich vor Gäbelchen. Und bis weit ins 17. Jahrhundert hinein wurde die Funktion der Gabel angezweifelt, denn es wurde geraten: Versuche nicht, die Suppe mit einer Gabel zu essen. 200 Jahre später war der Durchbruch geschafft, das Verwenden des richtigen Essbesteckes wurde, vor allem in Europa, Ausdruck für Zivilisiertheit, wurde zur Kultur, zur Esskultur.
Gegenwart
Was bringt uns wieder weg von diesen mühsam angelernten Tischsitten? Psychologen sagen dem Trend, die Finger wieder zu benutzen bei Tisch, die Sehnsucht nach dem einfachen Leben nach, die Art zu essen in ihrer ursprünglichsten Art. Ernährungswissenschaftler verweisen auf die Sinne. Nach Geruchs- und Geschmackssinn wird hier noch der Tastsinn gefordert.
Die Wegbereiter der heutigen Euphorie der kleinen Happen dürften wohl, wenn man überhaupt zu einer Lokalisation greifen will, Sushi aus dem Osten und Tortillas, Chicken Wings aus dem Westen sein. Tex-Mex und Asia-Food könnten somit Vorreiter der Mini-Speisen sein.
Ethno-Food steht für eine weitere Bezeichnung der wohlschmeckenden Winzlinge. Dies dürfte wohl der zutreffendste Name sein, bei dieser Mischung vielfältiger kulinarischer Geschmacksrichtungen. Die bunte Querfeldein-Küche bietet jedem Gaumen Verwöhnmomente. Auf den Serviertellern tummeln sich so in friedlichem Nebeneinander handgreifliche Köstlichkeiten aus aller Welt.
Durch den internationalen Einfluss ist Fingerfood in wenigen Jahren vom zarten Pflänzlein zum kräftigen Baum in unserer Esslandschaft herangewachsen. Abwechslungsreich, von einfach bis raffiniert, manchmal auch ausgefallen, werden sie uns bei Stehparties, Ausstellungen, Vernissagen usw. schmackhaft gemacht. Die starre Tischordnung wird dabei in die Schublade verbannt, eine Durchmischung des Publikums erreicht, dem Einzelnen mehr Beweglichkeit genehmigt.
Und es kann auch eine Wartezeit genüsslich verkürzt werden. Wer hat es nicht schon selbst erlebt bei der Einladung zum Grillabend. Das Wetter ist schön, die Gäste pünktlich, Hunger ist vorhanden, nur die Grillglut will nicht werden.
Bevor die hungernde Schar über das bereitgestellte Brot herfällt, kann ein kleines, aber feines Fingerfood - Büffet diese Zeitspanne angenehm überbrücken. Dabei reichen vier bis sechs verschiedene Schlemmereien in Miniformat völlig aus. In Erwartung eines duftenden Grillerlebnisses mit herzhaften Soßen, Salat und Gemüsebeilagen werden diese Snacks neben der bereits angesprochenen Zeitüberbrückung als Appetitanreger gereicht.
Nützliche Tipps:
Grissini mit Speck
Die Grissini mit dem Speck umwickeln und dekorativ auf einem Teller aufschichten.
Olivenpaste für Crostini
Melonenhäppchen mit Parmaschinken
Dieser Beitrag wurde verfasst von "tikus", vielen Dank dafür!