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Fasten: Wem der Verzicht auf feste Mahlzeiten hilft

Fasten: Nichts essen und Tee trinken

Unabhängig vom religiösen Hintergrund entscheiden sich viele Menschen dazu, einmal im Jahr zu fasten. Das bedeutet: Einige Tage lang komplett auf feste Nahrung zu verzichten und nur Wasser und Tee zu trinken, um den Körper dadurch zu reinigen. Doch eignet sich Fasten auch zum Abnehmen? Kann Fasten für den Körper gefährlich werden? Und was ist der Unterschied zum Heilfasten?

Fasten

Fasten oder Heilfasten - was ist der Unterschied?

Der Ursprung des Fastens liegt in den verschiedenen Religionen. So beginnt etwa im Christentum die Fastenzeit traditionell am Aschermittwoch und dauert 40 Tage, auch im Islam begehen Gläubige den Fastenmonat Ramadan. Immer mehr jedoch hat sich das Fasten von der Religion und dem Gebot der Enthaltsamkeit gelöst - heute gönnt man sich und seinem Körper Heilfasten, unabhängig vom Glauben. Durch den kompletten oder teilweisen Verzicht auf feste Nahrung möchten Fastende ihrem Körper etwas Gutes tun und so Schadstoffe loswerden, die sich mit der Zeit im Körper angereichert haben. Deshalb spricht man oft auch von "Entschlacken" oder "Entgiften". Medizinisch gesehen ist das eigentlich unnötig, denn der Körper baut Stoffwechselprodukte selbst ab - etwa über Leber, Niere, Darm und Haut. Doch die meisten, die sich einer Fastenkur unterzogen haben, berichten von einem gesteigerten Wohlbefinden oder sogar Glücksgefühlen.

Fasten - die verschiedenen Möglichkeiten

Fasten kann positive Auswirkungen haben - auf Körper und Seele. Etwa wenn das Fasten als Startschuss in ein gesünderes Leben oder als Auftakt zu einer Ernährungsumstellung verstanden wird. Wer Heilfasten ausprobieren möchte, hat verschiedene Modelle zur Auswahl. Es muss nicht immer die Nulldiät sein. Eine der bekanntesten Formen ist das Heilfasten nach Buchinger: Man ernährt sich mehrere Tage nur von Tee, Säften und Gemüsebrühe. Beim Saftfasten geht man noch einen Schritt weiter und trinkt nur Obst- und Gemüsesäfte. Basenfasten hingegen ist weniger radikal, hierbei verzichtet man auf tierische Nahrungsmittel, darf aber pflanzliche Produkte essen. Und beim Molke-Fasten wird - wenig überraschend - Molke für einige Tage zum Grundnahrungsmittel. Alle Modelle für Heilfasten haben eines gemeinsam: Wichtig ist es, während der Fastenzeit genug zu trinken und sich mit ausreichend Mineralstoffen zu versorgen, etwa durch reichhaltige Suppen oder Säfte.  

Heilfasten: Abnehmen als Ziel?

Viele Menschen möchten fasten, um schnell und am besten ohne Sport Pfunde zu verlieren. Tatsächlich kann man mit Heilfasten abnehmen, wenn man es als Ernährungsumstellung begreift, die auch nach dem Abnehmen noch den Alltag einfließt. Denn vorsicht: Der Jojo-Effekt droht, da der Körper nach dem Fasten seine Energiereserven wieder auffüllt. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Fasten nicht uneingeschränkt als Methode zum Abnehmen. Denn wenn der Körper keine Nahrung bekommt, stellt sich der Stoffwechsel um - im Extremfall ähnlich wie bei Magersucht. Man sollte sich also während seiner Fastenzeit genau beobachten und den Fokus nicht unbedingt auf das Abnehmen richten. Nicht geeignet ist Fasten etwa für Schwangere oder für Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen, Diabetes oder Bluthochdruck. Wer sich nicht sicher ist, lässt sich am besten vor dem Heilfasten vom Hausarzt beraten.

Fasten sorgt für ein gesteigertes Wohlbefinden

Gesunde Menschen sollten in Eigenregie nicht länger als eine Woche fasten. Da der Körper seine Leistungsfähigkeit herunterfährt, fällt es in der Fastenzeit zusätzlich schwer, den Alltag wie gewohnt zu stemmen. Wer also konsequent fasten möchte, macht das bestenfalls im Urlaub oder gönnt sich gleich eine Kur. Denn Entspannung durch Sport, Wellnessprogramme oder ausgedehnte Spaziergänge trägt zum Wohlbefinden während des Fastens bei und hilft gleichtzeitig, einfach mal vom Alltag abzuschalten.

Kleine Anleitung zum Heilfasten

Wer das Heilfasten zu Hause versuchen möchte, sollte sich vorab informieren, welche Methode ihm am ehesten zusagt und sich dann gut auf seine persönliche Fastenzeit vorbereiten. Grundsätzlich ist der Ablauf jedoch in den meisten Fastenkuren gleich: Zunächst muss der Körper auf die Fastenzeit vorbereitet werden. Dazu steigt man ein bis zwei Tage vorher auf kalorienarme Kost um. Wenn das eigentliche Fasten beginnt, steht eine Darmreinigung an. Dafür greifen viele zum Glaubersalz: Seine Inhaltsstoffe wirken abführend. In den meisten Fastenkuren ist es außerdem üblich, die Reinigung mit Darmspülungen zu unterstützen. Sind die Fastentage dann überstanden, muss man den Körper während des sogenannten Fastenbrechens mit kleinen Portionen wieder an normale Mahlzeiten gewöhnen. Den Auftakt kann beispielsweise ein Apfel oder eine kleine Portion Reis bilden.

Die wichtigsten Tipps zum Heilfasten im Überblick

Für welche Methode auch immer Sie sich entscheiden: Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Fasten!