Früher war Kohl als „Arme – Leute – Essen“ nicht gesellschaftsfähig, heutzutage jedoch ist er von seinem festen Platz in der Küche nicht mehr zu verdrängen und das ist gut und richtig so. Kohl sollte mindestens einmal pro Woche auf dem Speisezettel stehen. Er ist preiswert, haltbar, sehr reich an wertvollen Inhaltsstoffen, vielseitig und schmeckt.
Die meisten Sorten haben in den Herbst- und Wintermonaten Saison. In Wirsing, Rotkohl u.s.w. stecken viele Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium, Phosphor und Magnesium sowie das Vitamin C. Darum sollte Kohl gerade in der kalten Jahreszeit auf dem Speiseplan stehen. Kohl enthält reichlich verdauungsfördernde Ballaststoffe, davon besonders viel in den äußeren Blättern. Wenn sie gesund und makellos sind, sollte man diese durchaus mit verwenden. Die wichtigsten Merkmale für eine gute Qualität sind ganze Köpfe von frischem Aussehen, mit fest aufliegenden Deckblättern.
Um der blähenden Wirkung von Kohlgerichten vorzubeugen, sollte man reichlich zur Milderung Kümmel und Fenchelsamen dazu geben.
Alle Kohlarten haben sehr wenig Kalorien – nur ca. 16 – 40 kcal pro 100 g je nach Sorte.
Blumenkohl
gehört zu den beliebtesten Sorten und ist im botanischen Sinne tatsächlich eine Kohlblume. Aufgrund seines hohen Kalzium- und Phosphorgehalts wird Blumenkohl gerne in der Diätkost und Kinderernährung verwendet.
Blumenkohl ist besonders reich an Vitamin G, Folsäure, Kalium, Vitamin B6 und Nikotinsäure. Zudem enthält er Spurenelemente wie Zink, Kupfer, Jod und Fluor. Sein besonderer Anteil an Zitronen- und Apfelsäure macht ihn zum Bekömmlichsten unter den Die Röschen sollten dicht geschlossen und weiß sein.
Frischer Blumenkohl hält sich ungewaschen in einem perforierten Kunststoffbeutel im Kühlschrank etwa zehn Tage.
Brokkoli
schmeckt besonders fein und dezent nach Kohl. Sein Vitamingehalt ist größer als bei Blumenkohl und 100 g davon enthalten mehr Vitamin C als ein kleines Glas frisch gepresster Orangensaft.
Man verwendet nicht nur die zarten Röschen, sondern auch die fleischigen Stiele, die ähnlich wie Spargel schmecken. Brokkoli ist licht- und wärmeempfindlich und sollte rasch verwendet werden.
Die Stiele und Blätter sollten beim Kauf knackig grün, die Blütenknospen eher blaugrün und in jedem Falle noch geschlossen sein.
Wirsing
Wirsing öffnet seinen Kopf wie eine Blüte mit gekrausten, grünen Blätter. Er hat einen kräftigen Geschmack.
Im Wirsing enthaltenen Vitamine C, E und die seltene Folsäure sorgen für schöne, glatte Haut und kräftiges Haar. Zudem hat die Kohlsorte einen hohen Anteil an Glukosinolaten.
Diese Wirkstoffe schleusen Enzyme in Tumoren, die das Wachstum der Krebszellen bremsen. An Mineralstoffen sind Kalzium und Jod besonders hervorzuheben.
Angeboten wird er das ganze Jahr über. Besonders zart ist der Frühjahrswirsing. Beim Einkauf sollte man die Festigkeit der Köpfe achten. Die Größe spielt für die Qualität keine Rolle.
Wirsing welkt schnell. Im Kühlschrank hält er sich ungefähr fünf Tage, im Keller auf einen Lagerrost gelegt, bleibt er etwa vier Wochen lang frisch.
Der Kohl schmeckt sowohl roh als auch gekocht. Er eignet sich für herzhafte Eintöpfe, für Wirsingrouladen oder als Gemüsebeilage.
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Chinakohl
stammt aus einer großen asiatischen Kohlfamilie. Die bis zu 1 kg schweren Köpfe bieten viele Vorteile: Sie schmecken zart und sind meist bekömmlicher als andere Kohlsorten. Für seinen feinen Geschmack sorgen die Senföle (Glucosinolate). Diese stärken das Immunsystem und verhindern das Wachstum von Mikroorganismen und beugen der Krebsentstehung vor.
Man kann Chinakohl roh, z. B. in Salaten verwenden und schmoren oder dünsten.
Frisch ist er, wenn die Blätter fest geschlossen und gelblich bis hellgrün sind. Im Gemüsefach des Kühlschrankes hält er sich ca. 10 Tage lang frisch.
Grünkohl
entwickelt erst nach einigen Frostnächten sein volles Aroma und wird dadurch auch bekömmlicher. Darum eignet er sich sehr gut als Tiefkühlgemüse. Grünkohl ist reich an Vitamin C und Kalzium und schmeckt besonders gut zu geräuchertem Fleisch.
Mit einer Portion (200 Gramm) nimmt man so viel Kalzium zu sich wie mit zwei Gläsern Milch. Kalzium stärkt den Knochenbau, beugt Osteoporose vor.
Daneben enthält Grünkohl viel Vitamin B und C, Kalium, Phosphor und Eisen. Grünkohl ist eines der wertvollsten Gemüse überhaupt.
Frisch gibt es ihn vor allem im November und Dezember. Fertig zubereitet kann man ihn tagelang im Kühlschrank aufbewahren. Er schmeckt aufgewärmt am besten.
Frischer Grünkohl lässt sich blanchieren und einfrieren. Er wird mit Fett lange gekocht und mit groben Mettwürsten und Kasseler serviert (klassisch norddeutsch). Für Rohkost ist Grünkohl durch seine harte Beschaffenheit ungeeignet.
Kohlrabi
gehört zwar auch zu der Kohlfamilie, wird aber als eigenständiges Gemüse gehandelt. Denn er bildet sich weder aus Blüten noch aus Blättern, sondern aus der Wurzelknolle. Das bereits im Frühjahr angebotene Gemüse hat einen mildsüßen, zarten Geschmack und ist gut bekömmlich. Kohlrabi sollte mit einer Größe von ca. 8 – 10 cm Durchmesser geerntet werden, denn dann ist er besonders zart und hat reichlich Vitamine und Mineralstoffe
Rosenkohl
das traditionelle Wintergemüse, hat seine Blattknospen in Form kleiner Röschen entwickelt. Wie Grünkohl schmeckt dieses Gemüse am besten, wenn es die erste Kälte gespürt hat. Rosenkohl enthält 4,7% wertvolles Pflanzeneiweiß mit Aminosäuren, die der Körper besonders gut aufnimmt. Außerdem sehr viel Vitamin C, A und B und Kalzium, Eisen und Magnesium.
Rosenkohl ist gut geeignet, wenn man abnehmen möchte, er hilft bei Verdauungsstörungen und Magenübersäuerung.
Den vitaminreichen Rosenkohl möglichst schnell verarbeiten. Sind die Außenblätter gelb, dann ist der Rosenkohl schon zu lange gelagert. Die Röschen können, fein mariniert, auch roh als Salat gegessen werden.
Weißkohl
ist bei uns die am häufigsten angebaute Sorte. Ein großer Teil wird zu Sauerkraut verarbeitet. Der weißlichgrüne Kohl muss feste, glänzende Blattköpfe haben. Weißkohl schmeckt gut als Rohkost, gekocht oder gedünstet.
Mit nur 25 kcl pro 100 Gramm gehört Weißkohl zu den kalorienärmsten Gemüsesorten. Reichlich Kalium wirkt außerdem entschlackend. Enthaltene Senföle schützen vor Infektionen, schützen die Zellen vor Arteriosklerose und senken den Cholesterinspiegel. Hauptsaison von Juni bis Februar. Blätter und Schnittfläche am Strunk sollten knackig aussehen, dann ist er frisch, bzw. gut gelagert worden.
Die Verwendung von Weiß- und auch Rotkohl ist schier unerschöpflich: roh, gekocht, geschmort....
Rotkohl
oder auch Blaukraut hat feste runde bis ovale Köpfe und ist besonders reich an Kalzium und Eisen. Hauptsaison von September bis Januar.
Rotkohl hat etwas mehr Eiweiß mit wertvollen Aminosäuren als Weißkohl.