Mittlerweile erfreut
sich Kuchen im Glas einer beachtlichen Fan-Gemeinde. Die Vorteile der süßen
Minikuchen liegen ja auch auf der Hand: Immer zur Stelle, wenn spontaner Besuch
erscheint, ein schneller Happen zum Naschen gefragt ist oder ein leckeres
Geschenk aus der Küche benötigt wird.
Auch wenn die meisten süße Kuchen für den Vorrat oder als Geschenk bevorzugen, lassen sich mit dieser Methode natürlich auch herzhafte Leckereien wie Lauch-Zucchini-Feta-Kuchen oder auch saftige Brote im Glas backen. Ganz vorne auf der Favoriten-Liste stehen jedoch Kuchen-Klassiker wie Schokokuchen oder Marmorkuchen, ja sogar Käsekuchen ohne Boden schmeckt als Kuchen aus dem Glas einfach köstlich. Grundsätzlich kann man jeden beliebigen Rührteig sowie Hefeteig und Biskuit im Glas zu feinen kleinen Kuchen backen, so zum Beispiel auch Rezepte für Muffins oder Gugelhupf. So hat jeder die Möglichkeit, seinen eigenen Lieblingskuchen Glaskuchentauglich zu machen und hat so immer eine leckere Nascherei ganz nach dem eigenen Geschmack zuhause.
Zum Backen eignen sich alle ofenfesten Gläser, die sich luftdicht verschließen lassen. Man sollte jedoch darauf achten, dass die Gläser zur Öffnung hin weiter und nicht schmäler werden, da sich der Kuchen ansonsten nicht stürzen lässt. Sogenannte Sturzgläser gibt es in den verschiedensten Ausführungen von groß bis klein, mit Schraubdeckel oder als Einmachglas. Wichtig ist, dass die Gläser eine Dichtung entweder im Deckel integriert oder in Form eines separaten Gummis haben. Nur so lassen sich die Gläser unmittelbar nach dem Backen luftdicht verschließen. So kann sich beim Abkühlen nach demselben Prinzip wie beim Marmelade Einkochen ein Vakuum bilden. Dadurch bleibt der Kuchen im Glas nicht nur frisch sondern auch über Wochen schön saftig. Eine Glasur, Streusel oder Zuckerguss kann man allerdings nicht aufbringen. Diese würden durch das entstehende Kondenswasser beim Abkühlen aufweichen. Man hat aber die Möglichkeit, den Kuchen nach dem Öffnen mit einem Topping der Wahl zu verfeinern - von einfachem Puderzucker über eine feine Glasur bis hin zu einem cremigen Frosting oder einer Sahnehaube!
Bevor man mit dem eigentlichen Backen loslegt, sollte man sich eine entsprechende Menge Gläser vorbereiten. Die sauberen Sturzgläser werden mit flüssiger Butter, weicher Margarine, neutralem Öl oder anderem Fett bis zwei Zentimeter unter den Glasrand sorgfältig eingestrichen. Dann streut man das gefettete Glas innen mit Semmelbröseln, Zucker oder gemahlenen Nüssen aus und klopft anschließend das Glas einmal kopfüber aus, um überflüssige Reste zu entfernen. Jetzt kann man den vorbereiteten Kuchenteig in das Glas einfüllen - möglichst ohne dabei den Rand zu verschmieren. Das geht besonders gut mit einer Spritztülle ohne Aufsatz oder auch mit einem großen Gefrierbeutel, dem man eine Ecke abschneidet. Je nach Teig wird das Glas bis zur Hälfte oder bis zu drei Vierteln aufgefüllt. Das hängt davon ab, wie sehr der Teig beim Backen aufgeht. Wenn nichts im Rezept verzeichnet ist, lieber nur zur bis Hälfte einfüllen, damit beim Backen nichts überquillt. Falls der Glasrand nun doch den einen oder anderen Teigklecks abbekommen hat, sollte man diesen noch einmal gründlich mit einem feuchten Papiertuch abwischen.
Dann bäckt man die kleinen Kuchen wie im Rezept angegeben mit Heißluft oder Ober-/Unterhitze. Die Backzeit richtet sich dabei nicht nur nach der verwendeten Art des Teigs, sondern auch nach Anzahl der Kuchen im Ofen sowie der Füllmenge im Glas. Eine Stäbchenprobe zeigt, ob die Minikuchen fertig gebacken sind. Sind die Kuchen im Glas gar, werden sie aus dem Ofen genommen und noch heiß mit dem vorgesehenen Deckel verschlossen. Diesen sowie evtl. verwendete Gummis sollte man vorher noch einmal kurz in kochendes Wasser tauchen und trocknen, damit keine Verunreinigungen in das Glas gelangen. Nun dürfen die frisch gebackenen Werke gut verschlossen abkühlen. Die erkalteten Gläser kann man dann noch einmal überprüfen, ob sich auch das erwünschte Vakuum gebildet hat: Der Deckel darf auf Druck in die Mitte nicht nachgeben und Weckgläser ohne Klammer sind dicht, wenn die Gummilippe des Einmachgummis nach unten zeigt. Bei Gläsern mit Bügelklammer zeigt sie dann nach oben.
Nun können die köstlichen Kuchen im Glas im Keller oder der Vorratskammer gelagert werden: Käsekuchen hält sich 1-2 Monate lang frisch, Kuchen mit Früchten sollte man innerhalb von 2-3 Monaten verzehren und einfache Trockenkuchen sind bis zu 6 Monate haltbar - zumindest in der Theorie. Meist sind die leckeren Minikuchen bereits lange vorher aufgegessen!
Zum Servieren löst man den Kuchen vor dem Stürzen am besten mit einem Messer vom Rand des Glases ab. Danach kann man den Minikuchen nach Belieben mit Puderzucker bestreuen, einer Glasur überziehen oder einfach ganz pur genießen!
Kuchen im Glas bieten nicht nur eine süße Leckerei aus dem heimischen Vorratsschrank, sie lassen sich auch ganz hervorragend verschenken - als kleine Aufmerksamkeit, Geburtstagskuchen per Post oder hübsch verpacktes Präsent zu Weihnachten, Ostern und anderen Gelegenheiten. Ein selbst gebackener Kuchen im Glas haltbar gemacht, kommt eigentlich bei jedem gut an. Die Rezepte sind dabei so variantenreich, wie es Zutaten für feine Kuchen gibt: Ob aromatisch mit feinen Gewürzen von Vanille bis Zimt, fruchtig mit eingelegtem, tiefgefrorenem oder frischem Obst bis hin zu schokoladigen oder nussigen Varianten bieten Kuchen im Glas die gesamte Vielfalt beliebter Kuchen, wie die vorgestellte Rezeptsammlung beweist.